Ganz schön fischig: Dragør

Bei Wind aus südlicher Richtung sind wir nach drei Tagen in Skanör wieder zurück nach Dänemark gesegelt. Nur mit der Fock ging es mit gemütlichen 4-5 kn wieder über den Øresund. Faules Segeln! Unser Ziel war Dragør – schon im vergangenen Jahr hatten wir hier ein paar Tage verbracht. Das kleine Städtchen ist mit seiner schönen Atmosphäre, den uralten, gelb getünchten Fischerhäuschen und den kleinen Gassen mit Kopfsteinpflaster inzwischen eins unserer Lieblingsziele. Das Thema Fisch wird hier schon seit Ewigkeiten großgeschrieben, in früheren Zeiten trafen sich im Sommer tausende Handelsleute aus der ganzen Welt für den Handel mit Heringen. Im Jahr 1370 erhielten die Hansestädte das Recht auf Handelsprivilegien und das Konservieren von Heringen. Das alles ist natürlich längst Vergangenheit, aber noch immer herrscht in der Fischräucherei im Hafen großer Andrang. Wer lieber frischen Fisch möchte, kann 5 Skrubber (Flunder) für 50 Kronen direkt vom Kutter kaufen oder sich in einem der Fischrestaurants kreuz und quer durch die Speisekarte futtern. Die Auswahl ist groß.

Weil wir schon vormittags im alten Hafen eingelaufen sind, haben wir einen prima Liegeplatz im südlichen Teil des Hafens gefunden. Glück gehabt, denn gerade in der Hochsaison ist Dragør ein beliebtes Ziel für viele dänische und schwedische Segler. Wieder mal bestätigte sich, dass wir mit unserer schlanken Nordborg so gut wie immer einen Liegeplatz finden – egal, wie voll es ist. Die große Marina gleich nebenan bietet zwar viele Liegeplätze, hat aber im Vergleich zum alten Fischerei- und Stadthafen nur wenig Flair. Kleiner Schmunzler gleich bei der Ankunft: an unserer Steuerbordseite lag eine Hallberg-Rassy mit dem klangvollen Namen „Carius“. Dreimal  dürft Ihr raten, was der Eigner beruflich macht. 💉😬

Wir hatten gerade festgemacht, als plötzlich Lodewijk auf dem Steg auftauchte und  uns fröhlich begrüßte. Ihn und und seine Frau Barbara hatten wir erst vor ein paar Tagen auf Vejrø kennengelernt, und schnell waren wir auf ein Glas Wein am Abend verabredet. Nachmittags bekamen wir aber erstmal Familienbesuch an Bord. Thues Schwester Elisabeth hatte das elbkind über Marine Traffic ausfindig gemacht – über das AIS-System sind wir ja jederzeit leicht zu orten. Es folgten ein gemütlicher Kaffeeklatsch im Cockpit und lecker Abendessen zu dritt im Café Blink am Hafen. Als unser Besuch sich auf den Heimweg machte, warteten noch Barbara und Lodewijk auf uns. Stress pur! 😎🍺🍷

Am nächsten Tag machte das schöne Sommerwetter Lust auf einen kleinen Spaziergang durchs Städtchen. Die Bilder sprechen für sich. Die Stimmung in Dragør ist wirklich etwas Besonderes.

Am nächsten Tag wurden dann unsere Bromptons 🚲 aus der Backkiste gehievt, und eine längere Fahrradtour nach Søvang und Kongelund stand auf dem Programm. Dänemarks angeblich längsten Badesteg, auf den wir unterwegs zufällig trafen, fanden wir ziemlich beeindruckend. Und von den gut ausgebauten Fahrradwegen in Dänemark bin ich sowieso immer wieder begeistert, so macht Radfahren richtig Spaß!

Beim Café Espersen im Hafen war abends Partystimmung. Es gab BBQ und gute Livemusik, das ist in Dragør an den Sommer-Wochenenden Tradition. Klar, dass alle Plätze schnell besetzt waren, aber wir konnten das Konzert vom Cockpit aus miterleben. Eigentlich noch besser, denn wir haben die Füße hochgelegt, mussten nicht auf einen Kellner warten und konnten uns an unserer Kühlbox selbst bedienen.

Nach drei schönen, sonnigen Tagen ging es dann weiter nach Kopenhagen. Als Neu-Mitglied im KDY hatten wir uns im Tuborg Havn angekündigt, nur knapp 12 sm von Dragør entfernt. Ein längerer Aufenthalt war geplant, denn Kopenhagen bedeutet für uns auch immer, schöne Stunden gemeinsam mit der Familie zu verbringen. Wenn man schon mal da ist, bietet sich das ja an! 😊

 

3 Kommentare

  1. Das mit dem Wetter hielt ja nicht lange 🙂 Aber die Fotos sind wunderschön, das Licht darauf lässt einen wirklich in die Atmosphäre eintauchen – lustig ist Herr Carius! Herrn Baktus habt ihr aber noch nicht gefunden, oder?

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