Update 2018: Öffnungszeiten der Brücke in Sonderburg (Kong Christians den X’s. Bro)

A C H T U N G! Hier geht’s zum Update für die Saison 2019

Ahoi Ihr Lieben!

Im Juni 2017 haben wir Euch über die neuen Öffnungszeiten für die Klappbrücke in Sønderborg (dänisch: Kong Chr. den X´s. Bro) informiert. Schnell zeigte sich, dass das Thema viele Segler interessierte, der Beitrag wurde so häufig angeklickt wie kein anderer auf unserem Blog! Aber nichts ist so alt wie die Info vom letzten Jahr – in 2018 gibt es ein paar kleine Änderungen:

Öffnungszeiten:

Während der Sommerperiode vom 1. April bis 31. Oktober ist die Brücke zwischen 6.30 und 22.00 Uhr „bemannt“,  in der Winterperiode vom 1. November bis zum 31.März zwischen 6.30 und 15.45 Uhr.

Die erste Durchfahrt im Sommer ist um 6.35 Uhr möglich, die letzte um 21.35 Uhr bzw. im Winter um 15.35 Uhr.

Die Uhrzeit für die nächste Öffnung wird jeweils im Display am Brückenpfeiler angezeigt.

Vom 1. April bis 31. Oktober (Montag bis Freitag):

6.38 Uhr, 8.38 Uhr, 9.38 Uhr, 10.38 Uhr, 11.38 Uhr, 12.38 Uhr, 13.38 Uhr, 14.38 Uhr, 15.38 Uhr, 16.38 Uhr, 17.38 Uhr, 18.38 Uhr, 19.38 Uhr, 20.38 Uhr, 21.38 Uhr.

Vom 1. April bis zum 31. Oktober (Samstags und Sonn- und Feiertage):

6.38 Uhr, 7.38 Uhr, 8.38 Uhr, 9.38 Uhr, 10.38 Uhr, 11.38 Uhr, 12.38 Uhr, 13.38 Uhr, 14.38 Uhr, 15.38 Uhr, 16.38 Uhr, 17.38 Uhr, 18.38 Uhr, 19.38 Uhr, 20.38 Uhr, 21.38 Uhr.

Sofern der Brückenwärter es für notwendig hält, wird die Brücke in den Monaten Juli und August auch jeweils auf Minutenzahl 01 geöffnet, ausgenommen sind an Werktagen die Zeiten 7.01 Uhr und 8.01 Uhr.

In der Zeit vom 1. November bis 31. März wird die Brücke montags bis freitags jeweils stündlich in der Zeit von 6.38 Uhr (ausgenommen 7.38 Uhr) bis 15.38 Uhr geöffnet.

Öffnungszeiten samstags, sonntags und an Feiertagen: jeweils stündlich in der Zeit zwischen 6.38 Uhr und 15.38 Uhr.

Wer die Brücke außerhalb der genannten Öffnungszeiten passieren möchte, wird mit 300 dänischen Kronen für die Durchfahrt zur Kasse gebeten.

Der Brückenwärter kann während der Öffnungszeiten über Funk auf dem VHF Kanal 16 oder telefonisch unter (0045) 74 42 39 39 kontaktiert werden. Wir empfehlen Euch aufgrund unserer Erfahrungen aber eher den telefonischen Kontakt. 😉

Durchfahrtshöhe:

Die Durchfahrtshöhe beträgt bei geschlossener Brücke im Klappfach je nach Wasserstand ca. 4,5 m, im schmaleren Brückenfach westlich des Klappbrückenbereiches ca. 6 m.

Alle Angaben haben wir dem „danske havnelods“  entnommen. Irrtümer sind vorbehalten.

Segler-Tipp: Neue Öffnungszeiten der Sonderburg Brücke (Sønderborg Bro)

Achtung: zu diesem Beitrag gibt es hier ein Update mit den Brücken-Öffnungszeiten für das Jahr 2018.

Ahoi Ihr Lieben, ich weiß ja nicht, ob Ihr’s schon wusstet… aber falls Ihr einen Sommertörn ins dänische Inselmeer plant, könnte dieser Hinweis interessant für Euch sein.

Seit Anfang Mai 2017 haben sich nämlich die Öffnungszeiten für die Klappbrücke in Sønderborg geändert – die Anzahl der Öffnungen wurde aufgrund eines neuen Zugfahrplans und diverser Busverbindungen praktisch halbiert! Segelboote stehen offenbar an letzter Stelle in der Nahrungskette…😐

Die Brücke wird neuerdings nur noch jede volle Stunde (also immer auf 00) geöffnet, in der Zeit zwischen 6.40 und 8.30 und von 14.30 bis 16.00 Uhr bleibt sie wegen des Berufsverkehrs sogar ganz geschlossen.

Die erste Durchfahrt ist morgens um 6.35 Uhr möglich, früher ist das Wärterhäuschen nicht besetzt. Die letzte Möglichkeit, die Brücke während der Sommerzeit zu passieren, besteht um 21.50 Uhr. Im Winterhalbjahr (1. November bis 31. März) öffnet sie um 15.45 Uhr zum letzten Mal.

Vergangene Saison hatten wir ja schon ein witziges Erlebnis mit dem Brückenwärter in Sønderborg. Er hat uns einfach ignoriert, als wir ihn auf englisch angefunkt haben. Gestern Abend um 18.00 Uhr, als wir die Brücke als einziges Segelschiff  passierten, stand der Spaßvogel tatsächlich vor seinem Häuschen und hat für uns salutiert! 😄 So ein Seglerleben ist voller Überraschungen…

 

Das war’s für heute von uns, aber wir melden uns in Kürze wieder. Es gibt schließlich noch Einiges zu erzählen über unsere Erlebnisse der letzten Wochen. Ganz anders als geplant sind wir nämlich an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gelandet und waren total begeistert. Bis bald! ⚓️💝

Funkzertifikate sind völlig überbewertet!

Nach zwei traumhaften Tagen in Langballigau hieß es nach dem Frühstück „Leinen los!“, und bei relativ schwachem Wind haben wir sofort nach dem Auslaufen Vor- und Großsegel gesetzt. Flensburg war unser nächstes Ziel – wir freuten uns auf ein paar sommerliche Tage mitten in der Fördestadt mit Blick auf den schönen Museumshafen. Unsere dänischen Nachbarn aus Langballigau hatten kurz vor uns abgelegt, jetzt folgten wir Ihnen in Richtung Marina Minde. Leider flaute der Wind schon nach kurzer Zeit ab und wir mussten den Volvo starten. Schade!

Als wir gegen Mittag im Stadthafen einliefen, waren noch einige Plätze am Gästesteg frei. Nach dem Anlegen machte ich ein erstmal klar Schiff und Thue zog los, um das Hafengeld zu bezahlen und den netten Hafenmeister zu begrüßen, den er bei unserem ersten Besuch in Flensburg sofort in sein Herz geschlossen hatte. Er heißt Alfred O’Brian und stammt aus Irland. Im Laufe seines Lebens hat ihn die Liebe nach Flensburg verschlagen und er ist nicht nur seiner Frau, sondern auch der Stadt treu geblieben. Was für eine süße Geschichte!

Für die Segler unter Euch kommen hier ein paar Eckdaten zum Stadthafen Flensburg, der, wie auch Langballigau, ein „im Jaich“- Hafen ist. Die Informationen habe von der Seite im-Jaich.de gemopst.

  • GPS-Position: 54 48,3 N 09 26,3 E
  • Region: Flensburger Förde
  • 168 Liegeplätze an modernen Holzstegen mit Strom- und Wasserversorgung
  • Waschsalon, Duschen / WC
  • Restaurants*
  • Angebote in Hafennähe:
  • Tankstelle, Boots- und Motorwerkstatt, Kran und Einkaufsmöglichkeiten

*Allen, die gern mit einem üppigen Frühstück in den Tag starten, können wir das Frühstücksbuffet im Café Extrablatt in der Großen Straße ans Herz legen. Die Auswahl ist mit frischen Brötchen und Brot, Croissants, Marmelade, Käse, Aufschnitt, Rührei, Bacon, Salat, Obst, Müsli, Dessert und Orangensaft riesig – und das alles für kleines Geld. Vom Stadthafen aus ist man in wenigen Minuten zu Fuß dort.

Dass wir Flensburg sehr mögen, habe ich ich Euch ja schon früher mal erzählt. Die deutsch-dänische Atmosphäre in der Altstadt ist gemütlich und entspannt, und wir bummeln für unser Leben gern durch die hübschen Straßen. Nette Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten sind vom Hafen aus in kurzer Zeit zu Fuß zu erreichen. Und wenn man als Segler Lust auf einen Cocktail oder ein kühles Pils hat, sitzt man in einer Minute in der Beach Bar direkt vor dem Gästesteg. Man ist einfach mittendrin, nicht nur dabei! 😊

Das schöne Spätsommerwetter war uns auch weiter treu, und wir haben die hübschen Straßen und Gassen der Stadt entweder zu Fuß oder mit unseren Bord-Drahteseln erkundet. Als wir uns nach einer Fahrradtour gerade eine Verschnaufpause im schattigen Cockpit gönnten, näherte sich plötzlich ein Schlauchboot von achtern. Vorn saß eine attraktive blonde Frau, ihre männliche Begleitung am Ruder war mit einer Kombination von Schlägermütze und Neoprenanzug allerdings etwas eigenartig gekleidet. Wir waren leicht irritiert. Was waren das denn für Typen?  Im ersten Moment dachten wir, es könnte sich um lokale „Geschäftsleute“ handeln, die über die Badeleiter an Bord klettern wollten, um unseren Tiefgang ein bisschen zu reduzieren. Bei unserem letzten Besuch im Hafen hatten wir nämlich gehört, dass es pfiffigen Langfingern auf diese Weise gelungen war, die Absicherung der Stege zu umgehen. Aber dann war alles nur halb so schlimm, die beiden entpuppten sich nämlich als Hanna und Horst, ein sympathisches Segler-Ehepaar aus Flensburg, das Thue im Sommer im Tuborg Havn in Kopenhagen kennengelernt hatte. Während ich für ein paar Tage vor Wind und Wetter mit dem Zug nachhause geflüchtet war, haben die drei gemütliche Stunden an Bord verbracht. Die Wiedersehensfreude war riesig, und schnell waren wir zum Abendessen verabredet. Bei leckerem Flammkuchen, kühlem Weißwein und lauschigen Temperaturen haben wir in „Ollis Weinlounge“ bis spätabends draußen gesessen und den Segelsommer noch einmal revue passieren lassen.

Am nächsten Morgen ging es bei strahlend blauem Himmel unter Vollzeug zurück in Richtung Dyvig. Auf der Flensburger Förde herrschte reger Betrieb, denn viele Segler nutzten den schönen Spätsommer für einen kleinen Törn.

Je näher wie Sønderborg kamen, desto unsicherer wurden wir. Wie war das noch mal? Wann öffnet die Brücke? Wir waren der Meinung, dass sie im Sommer 1-2 mal pro Stunde aufgeht, aber ob das in der Nachsaison auch so ist? Den Yachthafen von Sønderborg hatten wir schon an steuerbord, als wir die roten Blinksignale an der Brücke entdeckten – nur kurze Zeit später ging sie auf.  Thue legte den Gashebel nach vorn, aber wir hatten keine Chance. Die Zeit war einfach zu knapp, und direkt vor unseren Augen schloss sich die Brücke wieder. So ein Mist! Kurz darauf traute wir unseren Augen nicht, als an der Anzeigetafel die Uhrzeit für die nächste Öffnung auftauchte: in 90 Minuten?! Nein. Das konnte nur ein Irrtum sein!

Aber wozu haben wir eigentlich ein Funkzertifikat gemacht? Mit einem „SRC“, dem „Short Range Certificate“ in der Tasche ist man ja für alle Situationen gut vorbereitet. 👍🏼 Auch darauf, mit einem Brückenwärter zu kommunizieren. Und zwar auf englisch, so wie sich das gehört. Ich lasse in solchen Momenten allerdings gern meinem Skipper den Vortritt, seine Englischkenntnisse sind nämlich deutlich besser als meine. Thue schnappte sich also das Funkgerät, schaltete auf Kanal 16 und funkte den Brückenwärter an, um zu erfahren, wann die Brücke das nächste Mal geöffnet wird:

„Sonderborg Bridge, Sonderborg Bridge, Sonderborg Bridge, this is sailing yacht elbkind – please come in!“

Schweigen im Walde. Keine Antwort.

Zuerst dachten wir, Thue hätte vielleicht eine falsche Taste gedrückt. Also probierte er es gleich noch mal, wieder ohne Erfolg. Keine Reaktion von der Brücke. Hm.

Ratlos zogen wir unsere Kreise durch das Hafenbecken und blickten immer wieder fragend auf die Anzeigetafel. Wir wollten einfach nicht glauben, dass wir die nächsten anderthalb Stunden hier verbringen sollten! Außer uns waren inzwischen schon einige andere Schiffe in Warteposition und kurvten herum; alle waren ständig damit beschäftigt, sich gegenseitig auszuweichen.

Dann hatte Thue plötzlich eine Idee. Er griff sich das Funkgerät noch mal und fragte beim Brückenwärter – diesmal nicht auf englisch, sondern auf auf Sønderjysk Platt – an, ob das vielleicht ein Irrtum sei mit der Öffnungszeit? Und die Antwort kam blitzschnell – auch auf Platt: Nein, das sei kein Irrtum, freitagnachmittags wären so viele Autos auf den Straßen unterwegs, dass man die Brücke leider nicht so häufig öffnen könne. Wir sollten uns doch in der Zwischenzeit einen Kaffee kochen und es uns gemütlich machen, dann würde die Wartezeit bestimmt schnell vergehen… 😄 Ja, ja, da war sie wieder – die dänische „Hygge“! 🇩🇰 Wir nahmen es mit Humor und haben tatsächlich erstmal einen Kaffee getrunken. Und was soll ich Euch sagen – der Mann hatte recht. Mit dem Blick auf das Sønderborg Schloss und das Leben und Treiben im Hafen verging die Zeit wirklich wie im Flug!

Merke: wenn Du mit dem Brückenwärter in Sønderborg kommunizieren möchtest, kommst Du mit Englisch nicht weit. Versuch’s einfach auf Sønderjysk Platt! 😜

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Das AIS kriegt alles mit. Auch Warteschleifen…

Irgendwann ging die Brücke dann tatsächlich wieder auf, und wir konnten unsere Heimreise nach Dyvig endlich fortsetzen. Um die Verspätung wieder gut zu machen ging es mit Vorsegel und Volvo-Unterstützung durch den Alssund Richtung Heimat. Unterwegs lieferten wir uns ein kleines Spaßrennen mit einer Beneteau Oceanis 40 CC Decksalon, die wie wir vor der Brücke gewartet hatte und, wie sich später herausstellte, auch nach Dyvig wollte. Das Wetter war übrigens noch immer herrlich, und deshalb sollte der Törn in die Flensburger Förde auch nicht der letzte in dieser Saison sein: einige Tage später sind wir noch einmal nach Årø gesegelt. Dass die kleine Insel am Anfang des Kleinen Belts eins unserer Lieblingsziele ist, hat sich ja längst rumgesprochen. Wieder hatten wir drei Tage lang strahlenden Sonnenschein, und wenn es abends nicht schon so früh dunkel geworden wäre, hätte man glatt denken können, wir haben Hochsommer. Endlich revanchierte sich Petrus für die ungemütlichen Monate Juli und August!

Dann ging es endgültig zurück nach Dyvig, und langsam wurde uns schmerzlich bewusst, dass die Segelsaison 2016 tatsächlich zu Ende ging. Wir haben in diesem Sommer viel Schönes erlebt, hatten jede Menge Spaß und konnten neue Segelerfahrungen sammeln. Besonders schön fand ich die Begegnungen, und dass wir auf unseren Törns so viele nette und interessante Menschen kennenlernen durften. Auch, wenn wir in diesem Jahr einen etwas holprigen Start in die Saison hatten und Wind und Wetter nicht immer  mitgespielt haben, wird uns die schöne Zeit an Bord unvergesslich bleiben. Mit dem Wetter eines Sommers ist es ja irgendwie wie beim Kegeln: wenn am Ende endlich doch alle Neune umgefallen sind, war der Kegelabend super. Und das gilt für unseren Segelsommer auch!

Heute, am letzten Tag des Jahres, möchten wir Euch ganz herzlich Danke und mange tak sagen dafür, dass Ihr uns auf unseren kleinen Segelabenteuern so treu begleitet habt. Was als kleines Segeltagebuch für unsere Bekannten, Freunde und Familie angefangen hat, hat inzwischen richtig Fahrt aufgenommen und wir sind ganz begeistert, dass uns mittlerweile auch viele Segler folgen. Die Anzahl der Besucher unseres elbkind-Blogs hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Darüber und auch über Eure vielen Tipps und netten Kommentare freuen wir uns sehr.

Euch allen wünschen wir einen guten Start ins neue Jahr. Bleibt gesund und glücklich! 🍀

Ahoi und herzliche Grüße von Euren elbkindern ⛵️☀️

 

Martina & Thue

 

 

Kleine Zeitreise in den Spätsommer…

Hej, hej, da sind wir wieder! Den aufmerksamen Lesern unter Euch ist natürlich längst aufgefallen, dass es noch ein paar kleine Lücken in unserem Segeltagebuch gibt, die nun endlich gefüllt werden sollen. Also – wenn Ihr Lust habt, lasst doch einfach Zimtsterne, Geschenkpapierrollen und Weihnachtsstress mal kurz links liegen, kommt mit an Bord und begleitet uns auf unserer kleinen Zeitreise  – es geht zurück in den traumhaft schönen Spätsommer.

Bisher hat es uns ja eher selten an die deutsche Ostseeküste verschlagen, weil uns die Atmosphäre in den dänischen Häfen irgendwie mehr liegt – „Hygge“ heißt das Stichwort! 🇩🇰 Anfang September waren wir aber zu einem runden Geburtstag von Nordborg-Segelfreunden eingeladen, der in Langballigau im Restaurant „Anna und Meehr“ gefeiert werden sollte. Da bot sich ein kleiner Törn in die Flensburger Förde natürlich an, mit dem Auto kann ja schließlich jeder fahren. Außerdem war endlich Bombenwetter! ☀️

Bei strahlendem Sonnenschein legten wir in Dyvig ab und rauschten unter Segeln durch den Alssund in südwestliche Richtung. Segeln wie aus dem Bilderbuch! Vor der Klappbrücke in Sønderborg haben wir die Segel kurz eingeholt, mussten aber zum Glück nur ein paar Minuten warten, bis die Brücke aufging. Kaum waren wir durch, gingen die Segel auch schon wieder hoch und weiter ging’s bis zur Spitze vom Broager Land. Dann passte der Wind leider nicht mehr, wir starteten den Motor und liefen schon um die Mittagszeit im Yachthafen von Langballigau ein.

Wir staunten nicht schlecht, als wir entdeckten, dass am Gästesteg ein Platz mit unserem Schiffsnamen gekennzeichnet war. Elke und Thomas, die Geburtstagsgastgeber, hatten beim Hafenmeister einen Liegeplatz direkt vor dem Hafenbüro für uns reserviert. Super, denn die Hafengassen in Langballigau sind ziemlich knapp bemessen und es gibt nicht viel Bewegungsfreiheit für Hafenmanöver. Der freundliche Hafenmeister stand sogar selbst auf dem Steg und nahm unsere Leinen entgegen. Außerdem wurden wir mit Livemusik begrüßt – ein junges Pärchen mit Geige und Mini-Piano gab auf dem Steg irische Folksongs zum Besten. Die Gäste des vollbesetzten Bistro „Odin-Fischer“ vis à vis entspannten sich in ihren Strandkörben, ließen sich die Sonne ins Gesicht scheinen und freuten sich über das musikalische Entertainment. Ich würde sagen, im Hafen herrschte eine lockere Partystimmung. Das ging ja gut los! 😊 Schnell war das elbkind am Steg fest, wir streckten uns leicht bekleidet im Cockpit aus, zischten ein kühles Anlege-Alsterwasser und ließen die gemütliche Hafenatmosphäre auf uns wirken. Endlich Sommer! ☀️

Die Marina Langballigbau gehört zu den „Heimathäfen im Jaich“. Insgesamt neun Yachthäfen an der deutschen Ostseeküste werden von diesem Unternehmen geführt. Neben Langballigau zählt auch der Flensburger Stadthafen dazu. In beiden Häfen haben wir uns auf Anhieb pudelwohl gefühlt. Die sanitären Anlagen sind gepflegt und prima in Schuss, und außerdem haben wir die Hafenmeister als total serviceorientiert erlebt – das hat im Zeitalter der Bezahl-Automaten ja eher Seltenheitswert. Für die Segler unter Euch kommen hier ein paar Informationen über den Yachthafen Langballigau, die ich auf der Homepage von „Im Jaich“ gefunden habe.

GPS-Position: 54 47,0 N 09 37,0 E

Region: Flensburger Förde

Ausstattung:

  • 220 Liegeplätze
  • Dusche / WC
  • Telefon-, Strom- und Wasserversorgung
  • Restaurants
  • Spielplatz
  • Slip
  • Grillplatz
  • Einkaufsmöglichkeiten
  • Entsorgung
  • WLAN
  • Waschmaschine
  • Trockner

Ein paar optische Eindrücke dürfen natürlich auch nicht fehlen:

Am Nachmittag haben wir uns mit Elke und Thomas auf einen Drink und ein Fischbrötchen beim „Odin-Fischer“ getroffen und uns abends als Testesser im Restaurant „Strandterrasse“ betätigt. Fazit: die Tapas waren lecker, aber wirklich hungrige Gäste kamen wegen endloser Wartezeiten irgendwann an ihre Grenzen. Wir waren eine geschlagene Stunde älter, als das Essen endlich kam. Der tolle Ausblick von der Restaurant-Terrasse im Obergeschoss hat uns zum Glück dabei geholfen, die kleine Geduldsprobe entspannt zu überstehen.

 

Die Geburtstagsfeier startete am nächsten Tag schon um die Mittagszeit. Vorher habe mir einen kleinen Spaß daraus gemacht, im „kleinen Schwarzen“ im Cockpit aufzutauchen. Der Crew des Nachbarschiffs fiel die Kinnlade runter und es gab großes Gelächter, als ich erklärte, das sei mein ganz normales Segel-Outfit, ich sei nun mal ein Mädchen und das ließe ich mir einfach nicht nehmen… 👸🏼😜

Die Geburtstagsfeier bei „Anna und Meehr“ war sehr nett. Unsere lustige Runde hatte  das kleine Restaurant als geschlossene Gesellschaft ganz für sich, und die Crew von „Anna & Meehr“ verwöhnte uns nach Strich und Faden mit immer wieder neuen Fingerfood-Überraschungen. Später zogen wir für Kaffee und herrliche Kuchenspezialitäten auf die Terrasse um und waren am späten Nachmittag so satt, dass auch ohne Worte klar war: Abendessen fällt heute aus!

 

 

Am späten Nachmittag löste sich die Geburtstagsgesellschaft langsam auf, und nach der unsäglichen Kalorien-Orgie meldete sich mein schlechtes Gewissen. Ich musste mich unbedingt noch etwas bewegen und entschied mich für einen Spaziergang entlang des Förde-Ufers. Die friedliche Abendstimmung war nach so einem turbulenten Tag genau das Richtige, um runterzukommen. Die Flensburger Außenförde bietet einen wunderbaren Panoramablick über die Förde nach Dänemark. Es herrscht gemütliches Strandleben, nach meinen Recherchen sogar ohne Kurtaxe. Auch sonst gibt es Einiges zu erkunden: bewaldete Steilküsten, längere und kürzere Wanderrouten, den Fördesteig durch Wiesen und an Moorgebieten entlang…

 

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Abendstimmung an der Außenförde

Obwohl es tagsüber noch richtig sommerlich und heiß war, war nun deutlich spürbar, dass die Tage kürzer werden und der Herbst langsam Einzug hält. Als ich an Bord zurückkehrte, klönte mein Skipper über die Reling mit einem netten dänischen Ehepaar auf dem Nachbarschiff. Die beiden waren schon einige Monate unterwegs, wie wir genossen sie die Freiheit, den ganzen Sommer an Bord verbringen zu können. Sie erzählten, dass sie unsere Heimatstadt Hamburg schon auf eigenem Kiel besucht und im Hamburger Cityhafen festgemacht hätten. Von dort aus wurde dann die Stadt erkundet. Sogar zum Hafengeburtstag waren sie schon nach Hamburg gesegelt – so seien sie mittendrin im Geschehen und hätten ihr schwimmendes Ferienhaus immer dabei. Bei netten und interessanten Gesprächen verging der Abend wie im Flug und irgendwann war es so stockdunkel, dass man kaum noch die Hand vor Augen sehen konnte. Also schnell in die Koje, denn am nächsten Tag sollte es nach Flensburg weitergehen.

Wir kommen ganz bestimmt wieder, Langballigau. Beim nächsten Mal kaufen wir frischen Fisch direkt vom Kutter, gehen schwimmen am Naturstrand und durchwandern das Tal der Langballigau von Westerholz nach Unewatt. Es gibt nämlich Leute, die behaupten, das sei Pflichtprogramm. Und das können wir auf keinen Fall auf uns sitzen lassen!

Das war der erste Teil unserer kleinen Zeitreise zurück in den Spätsommer. Coming soon: ein überraschender „Überfall“ in Flensburg und Thues lustige Gespräche mit dem Brückenwärter in Sønderborg…

Wir wünschen Euch entspannte Weihnachtstage,  macht es Euch richtig „hyggelig“ mit Euren Lieben! 🎅🏼🎄❤️

Bis bald, liebe Grüße von Euren elbkindern Martina & Thue 🇩🇰⛵️👫