Einfach köstlich: der Meerkohl. Mee(h)r geht nicht!

Bei unserem Stopover auf Årø vergangenes Wochenende sind wir, wie immer, im Restaurant Brummers Gård gelandet. Für uns gibt es nichts Schöneres, als bei leckerem Essen und einem frisch gezapften Fuglsang Jubiläumsøl (das übrigens sehr zu empfehlen ist, sogar Weinliebhaber wie ich schmelzen dahin) im windgeschützten Hof zu sitzen, den Segeltag noch einmal Revue passieren zu lassen und die letzten wärmenden Sonnenstrahlen des Tages zu genießen. Davon haben wir schließlich den ganzen Winter geträumt…😉

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Unser absoluter Favorit bei Brummers ist das Ø-Bøf, ein gegrilltes Hacksteak. Das Fleisch stammt von Galloway-Rindern, die im Naturreservat Årø Kalv aufgewachsen sind. Mehr Bio geht nicht. Dazu gibt es die leckere, typisch-dänische braune Soße und hausgemachte, köstliche Leckereien vom Buffet. 😋 Diesmal fand ein grünes Gemüse unser Interesse, das wir auf Anhieb nicht so recht einordnen konnten. Auf Befragen erklärte uns Wirtin Marianne, dass es sich um Meerkohl handelt. Meerkohl? Nie gehört. Marianne erntet das außergewöhnliche Kraut am Strand von Årø und serviert es ihren Gästen noch am selben Tag. Frischer – und köstlicher – geht’s wirklich nicht.

Der Küsten-Meerkohl (lat.: crambe maritima) wird auch See- oder Strandkohl genannt und wächst natürlich an den Stränden der Nord- und Ostsee. Er hat einen angenehmen salzig-nussigen Geschmack und enthält neben Vitamin C und Mineralien auch Senfölglykoside, die u.a. antibakteriell wirken. In Deutschland und anderen europäischen Ländern steht er unter Naturschutz. In Dänemark kommt er an der Ostküste Jütlands häufig vor und ist zwar nicht geschützt, jedoch durch die Beweidung von Küstenbereichen gefährdet.

Als wir ein paar Tage später in Juelsminde den „kyststien“ (deutsch: Küstenweg) am Wasser entlanggewandert sind, begegnete uns plötzlich am Wegesrand ein alter Bekannter – früher hatten wir wahrscheinlich kaum Notiz von ihm genommen. Tatsächlich: unser neuer Freund, der Meerkohl! So schnell trifft man sich wieder. Leise flüsterte er uns zu: nehmt mich mit, ich bin so lecker und gesund!

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Schnell ließen wir uns überreden. Aber wir haben nur so viel gepflückt, wie wir auch tatsächlich zum Abendessen brauchten, und das waren für uns zwei Nasen gerade mal vier Blätter. Die Zubereitung war unkompliziert. Ich habe ihn gewaschen, die Stängel entfernt und in feine Streifen geschnitten.

Eine Vinaigrette aus einem gutem Olivenöl, weißem Balsamico-Essig, etwas Senf, Salz, grob gemahlenem Pfeffer und einer Prise Zucker gab dem Salat den letzten Pfiff. Abends kam unser neuer Liebling dann als Beilage zu unseren gegrillten Hakkebøfern (Frikadellen) und herzhaft-scharfem Chili-Kartoffelsalat ganz groß raus. Lecker! 😋

 

 

Wenn Ihr jetzt auf den Geschmack gekommen seid, haltet bei Euren Strandspaziergängen in Dänemark im Sommer einfach nur ein kleines bisschen die Augen auf – vielleicht begegnet Euch Euer Abendessen ja auch direkt am Wegesrand.

Aber keine Angst, auch in Zukunft wollen wir Euch natürlich von unseren Segeltörns und Erlebnissen an Bord erzählen. Diese kleine Exkursion ins Reich von Gemüse und Rezepten war eher eine Ausnahme. Wer an Bord (und an Land!) lecker essen möchte und auf der Suche nach köstlichen und trotzdem einfach zuzubereitenden Rezepten für die Pantry ist, der schaut am besten mal bei Cornelia vorbei. Die See kocht ist der vielversprechende Name ihres Blogs. Guten Appetit!