Segeln in Dänemark – Was lange währt, wird endlich gut!

Ahoi Ihr Lieben!

Am 15. Juni 2020 hat das Warten endlich ein Ende! Einige von Euch haben die Info zum Thema Einreise nach Dänemark vielleicht schon bekommen; trotzdem möchten wir Euch die nachstehende Mitteilung der DSV-Kreuzerabteilung nicht vorenthalten.

Erling, unser Hafenmeister in Dyvig, hat uns gebeten, diese gute Nachricht, auf die viele von Euch in den letzten Wochen sehnlichst gewartet haben, in Seglerkreisen zu verbreiten. Das tun wir natürlich sehr gerne! 

Die dänische Botschaft in Berlin sowie die dänische Grenzpolizei bestätigt mündlich nach Rückfrage durch die DSV Kreuzer-Abteilung, dass ab 15. Juni eine touristisch motivierte Einreise für Deutsche, Isländer und Norweger wieder möglich ist.

Voraussetzung ist aber, dass eine Buchung für mindestens 6 Nächte vorgelegt werden kann. Diese Regelung gilt analog zu Campingplätzen und Ferienwohnungen. Sportschiffer müssen die 6 Nächte jedoch nicht an einem Ort verbringen. Es können also in verschiedenen Häfen Reservierungen vorgenommen werden. Ausgenommen ist davon die Region Kopenhagen.

In Einzelfällen erteilt die dänische Polizei unter der Telefonnummer +45 7020 6044 Auskunft.

Eine Buchungsbestätigung stellt Euch unser Hafenmeister Erling gerne aus – Ihr erreicht ihn unter der Mailadresse havnemester@db-dyvig.dk

Viel Spaß beim Segeln und liebe Grüße von der elbkind-Crew ⛵️

 

Endlich ein „Impfstoff“ gegen Seepocken?

 

Ahoi Ihr Lieben!

Treue Follower dieses Blogs wissen, dass unser elbkind seinen Heimathafen in Dyvig hat. Ganz viele von Euch kennen und lieben dieses Kleinod auf der süddänischen Insel Als – eine wunderschöne Lagune mit etwas wärmerem Wasser und einem deutlich niedrigeren Salzgehalt als z.B. im Kleinen Belt. Leider aber auch der perfekte Nährboden für lästige Seepocken!

In der Vergangenheit haben wir ein Standard Antifoulingsystem verwendet und hatten auch nie Probleme mit Seepockenbefall am Rumpf. Unser Volvo Penta Faltpropeller aus Nibral wirkt allerdings wie ein Magnet auf die lästigen Viecher. Es ist sogar vorgekommen, dass schon einige Wochen nach dem Krantermin so viele Pocken auf dem Propeller saßen, dass wir kaum noch unter Motor aus der Bucht rausgekommen sind.

Schon seit einiger Zeit haben wir (also eigentlich Thue, in Fachkreisen auch Daniel Düsentrieb genannt) versucht, dieses Problem mit unterschiedlichsten Mitteln und Methoden in den Griff zu kriegen. Leider Fehlanzeige, die Ergebnisse waren immer wieder enttäuschend. Entweder sind die vielversprechenden Beschichtungen abgeplatzt, haben gar nicht gehalten oder sogar noch mehr Pocken angezogen. Das konnte so nicht weitergehen, es musste endlich eine vernünftige Lösung her.

Während der Wintermonate war dann reichlich Zeit, um einschlägige Magazine, das WWW und andere Quellen zu durchforsten und nach Alternativen zu suchen. Fündig geworden ist mein Skipper schließlich in Schweden. Weil er ja sowieso fast alles kann, spricht und versteht er auch schwedisch. „Svenska Kryssarklubben“ hatte eine Versuchsreihe mit Kupferbelägen auf Propellern durchgeführt und die Resultate sahen recht vielversprechend aus. Und zack war die Entscheidung getroffen. Nächster Versuch! Vor dem Saisonstart 2019 bekam unser Propeller einen Belag aus Kupfer verpasst.

Die Verkupferungs-Aktion hat freundlicherweise unser Lieblings-Bootsbauer in Nordborg für uns organisiert. Eine nur ca. 10 Mikron dicke Schicht sollte reichen um sicherzustellen, dass sich die beweglichen Teile des Faltpropellers trotz Kupferschicht noch frei bewegen konnten.

Im letzten Sommer waren wir rund 11 Wochen unterwegs und haben in dieser Zeit ca. 1.000 Seemeilen zurückgelegt – davon vielleicht 25 – 30% unter Motor. Während der Saison hatten wir sozusagen „vollen Schub“ vom Motor bzw. dem Propeller, d.h. ca. 6,6 Knoten bei 2.200 Umdrehungen. In dieser Zeit haben wir keine Vibrationen bemerkt – normalerweise ein eindeutiger Hinweis dafür, dass die lästigen Seepocken am Propeller ein neues Zuhause gefunden haben.

Im Detail sieht die Lösung so aus:

  1. Die Propeller-Nabe wurde mit normalem Antifouling behandelt – dasselbe Produkt, das wir auch für den Schiffsrumpf verwenden
  2. Die drei Propeller-Blätter wurden galvanisch verkupfert (mit ca. 10 Mikron reinem Kupfer).
  3. Die Opfer-Anode auf der Propeller-Narbe wurde entfernt, denn nur so kann die verkupferte Oberfläche Spuren von Kupfer freigeben und damit Wachstum verhindern.
  4. Die Isolation zwischen Propeller und Saildrive wurde überprüft, um sicherzustellen, dass keine galvanische Verbindung besteht – so wird Korrosion an Saildrive bzw. Opferanode verhindert.

Zugegeben, die Beschichtung aus reinem Kupfer wirkt im ersten Moment relativ teuer. Es sieht aber ganz danach aus, als wenn der größte Teil der Beschichtung die erste Saison gut überlebt hat. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Beschichtung mehrere Saisons halten wird. Und wenn mehrere Propeller gleichzeitig behandelt werden, könnte evtl. ein besserer Preis ausgehandelt werden.

Momentan möchten wir noch keine klare Empfehlung für diese „Impfmethode“ gegen Seepocken aussprechen, denn es ist noch zu früh zu beurteilen, ob es „Risiken oder Nebenwirkungen“ gibt. Aber grundsätzlich sind wir zuversichtlich und werden Euch auf jeden Fall wieder berichten, wenn unser Schiff wieder ins Winterlager geht.

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Propeller mit Seepockenbefall
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…mit Kupferbeschichtung
Propeller elbkind Saisonende 2019
… nach der ersten Saison

Nordborg-Sommertreff 2018

Ahoi Ihr Lieben!

Wie Ihr wisst, ist der Segelsommer 2018 recht ereignislos vor sich hingeplätschert, weil wir aus familiären Gründen keine langen Törns machen konnten. Ein besonderes Highlight war deshalb der Nordborg-Sommertreff für uns, der jedes Jahr am letzten August-Wochenende in Dyvig stattfindet. Wer eine Nordborg-Yacht sein eigen nennt und Zeit und Lust hat, kommt auf eigenem Kiel oder einfach mit dem Auto vorbei. Um das Ganze möglichst unkompliziert zu halten, muss sich niemand anmelden und alle Crews sorgen selbst für ihr leibliches Wohl. Die Einladung hatten wir allerdings schon im Januar verschickt und waren natürlich gespannt, wie viele Leute sich nach so langer Zeit überhaupt noch daran erinnern konnten und sich auf den Weg nach Dyvig machen würden.

Traditionell wird unser Get-Together mit einem gemütlichen Grillabend am Freitagabend eingeläutet. Wenn Wind und Wetter mitspielen, wird am Samstag eine kleine Spaßregatta gesegelt und abends wieder gemütlich zusammengesessen. Am Sonntag treten dann alle langsam wieder die Heimreise an.

Dieses Mal ging die Party allerdings schon am Mittwoch los. Die Crews der Bonne Chance, Tiro und elbkind eröffneten den Sommertreff bei blauem Himmel und Sonnenschein mit Kaffee und Käsekuchen auf der Grillterrasse. Das ging schon mal gut los, und abends im Seglerzelt quasi übergangslos mit Pellkartoffeln und diversen Matjes-Variationen weiter. Ein Gläschen Wein und das eine oder andere Bierchen durften natürlich auch nicht fehlen, denn Ihr wisst ja: Fisch muss schwimmen, und das Kalorienzählen ist sowieso überbewertet.

Später am Abend erweiterten Conny und Ulli unsere Runde. Die beiden segeln eine Nordborg 26 mit dem dänischen Namen Styrbjørn. Wenn sie gerade mal keine familiären Verpflichtungen haben, machen sie im Sommer die dänische Südsee unsicher. Dafür nehmen sie die längere Anreise aus ihrer Heimat Kassel gern in Kauf.

Mittwochabend

Am Donnerstag um die Mittagszeit trudelten dann Chrischi und Dieter mit ihrer  Loreena, einer Nordborg 32, im Hafen ein. Die Wiedersehensfreude war groß, denn mittlerweile sind wir zu einer richtigen „Nordborg-Familie“ geworden. Wir kennen uns ja schon seit einigen Jahren und treffen uns auch gern mal außerhalb der Segelsaison.

Gegen Abend konnten wir dann auch auch Ursel und Dietrich begrüßen. Die beiden hatten eine lange Autofahrt hinter sich – die Strecke von Heidelberg nach Dyvig ist ja nicht gerade ein Katzensprung. Nun freuten sie sich auf ihre Melusina, eine Nordborg 34, Nachdem Dietrich im letzten Jahr monatelang unterwegs gewesen war, hat er sich in diesem Jahr entschlossen, nur in der Vor- und Nachsaison zu segeln und zwischendurch auch mal zuhause zu entspannen. Nun sollte es endlich wieder losgehen, und der Nordborg-Sommertreff war natürlich der passende Auftakt für den Spätsommer-Törn.

Am Freitagmorgen stand  für die Mädels eine Yoga-Session auf dem Programm. Während Tina, Conny und ich uns dafür am Donnerstag noch bei strömendem Regen ins Clubhaus verkrümeln mussten, war Petrus diesmal gnädig gestimmt und schickte uns Sonnenschein und ein paar Wölkchen, so dass wir unsere Matten unter freiem Himmel  ausrollen konnten. Everybody’s Darling und immer mittendrin: Bordercollie-Mix Frida, vierbeiniges Crewmitglied auf der Tiro. Sie hat fleißig mit uns den „herabschauenden Hund“ geübt. 😜

Im Laufe des Nachmittags liefen Maren und Günter mit der Belle Mague und Dirk und Ingo mit der Distelfink ein. Die Nordborg-Flaggen wurden hochgezogen und Steg 4 entwickelte sich – das ist inzwischen auch traditionell – zum Nordborg-Steg…

Nordborg-Steg

Das schöne Wetter musste natürlich ausgenutzt werden, deshalb machten sich einige zu einem Spaziergang auf dem Wanderweg Æ govl nach Mjels auf. Frida durfte dabei natürlich nicht fehlen und zeigte sich flexibel: weil es keinen Ball zum Spielen gab, hat sie stattdessen den einen oder anderen Apfel, der vom Baum am Wegesrand gefallen war, aufgesammelt und ihn uns zum Werfen gebracht. 🤗 So ein Hütehund braucht schließlich Beschäftigung!

Auch ehemalige Nordborgsegler nehmen gern an unseren Sommertreffs teil. Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass Rosi und Hans, die bis vor zwei Jahren noch die „Hein Mück“ gesegelt haben, sich die lange Fahrt von Freiburg an der Elbe ans Bein gebunden haben, um mit dabei zu sein. Hoffentlich bleibt das auch zukünftig so. 👍🏼

Langsam rückte unser Grillabend näher, im Zelt wurden die Tische zusammengerückt und aufgedeckt. Hafenmeister Erling feuerte wie immer den Grill an und das leckere Fuglsang-Bier vom Fass floss in Strömen. Von allen Seiten wurden Kisten und Körbe mit Essen und Getränken angeschleppt. Plötzlich tauchten noch Frauke und Gerd auf, deren Merlin, eine Nordborg 33, nicht weit entfernt in Augustenborg ihren Heimathafen hat. Als sich im Laufe des Abends herausstellte, dass Frauke an diesem Tag Geburtstag hatte, wurde spontan ein dänisches Geburtstagslied für sie angestimmt. Auch Bootsbauer Holger Jensen und seine Frau Gertraud waren mit von der Partie. Es wurde gegrillt, lecker gegessen und gefachsimpelt, jeder klönte mit jedem und wir hatten einen sehr gemütlichen Abend. Hier kommen ein paar Eindrücke:

Die Spaßregatta am nächsten Tag ist leider ins Wasser gefallen, denn der Wind machte sich rar und einige Schiffe waren schon wieder im Aufbruch. Das war zwar schade, aber das Motto der ganzen Veranstaltung war schließlich „alles kann, nichts muss“. Im Laufe des Vormittags liefen die Loreena in Richtung Kiel, die Belle Mague nach Middelfart und die Distelfink nach Mommark aus.

 

Mittlerweile war auch Roland, der Skipper der Tiro, wieder in Dyvig eingetroffen. Als Schlepperkapitän hatte er ausgerechnet am Freitagabend einen Einsatz und musste deshalb auf den Grillabend verzichten. So ein Pech! Lieber Roland, tröste Dich – Deine beiden Damen haben Dich würdig vertreten. 😉

Abends wurde der Pizzabote aus Nordborg im Hafen gesichtet. „Bleib‘ sitzen, lass flitzen!“ hieß das Motto, und die Versorgungsoffiziere der Schiffe hatten ausnahmsweise frei. Zum letzten Mal an diesem Wochenende gab es auf der Grillterrasse kurzweilige Gespräche, leckeres Essen und einen malerischen Sonnenuntergang zum Dessert. Langsam neigten sich der Abend und auch unser Sommertreff dem Ende zu.

Am nächsten Morgen machte sich die Tiro auf nach Strande, und für die Crew der Bonne Chance war die Segelsaison leider zu Ende. Als das Auto gepackt war, hieß es für Maren und Winfried Abschied nehmen bis zur Segelsaison 2019 – es ging heim nach Düsseldorf.

Allen Teilnehmern hat das Treffen wieder viel Spaß gemacht und wir hoffen, dass diese schöne Tradition auch in Zukunft weitergeführt werden kann. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr auch mal wieder mit einer Spaßregatta, wir fangen auch jetzt schon mal an, die Daumen zu drücken für den passenden Wind.

Für alle, die beim nächsten Mal dabei sein möchten: der nächste Nordborg-Sommertreff findet vom 23. bis 25. August 2019 in Dyvig statt. Save the date, wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

Eure elbkinder ⛵️

Martina & Thue

# Traurigster Tag im Jahr…

Ahoi Ihr Lieben,

genießt Ihr die Herbsttage und macht es Euch zuhause so richtig schön gemütlich? Ich mag ja diese Jahreszeit. Im Herbst ist alles ist im Wandel, ich liebe das bunte Laub, die Stoppelfelder, das goldene Licht, die Drachen am Himmel und den Geruch von feuchter Erde.

Herbst heißt für uns aber auch immer Abschied nehmen. Vorgestern war es wieder so weit, der Krantermin stand im Kalender. Der Tag, den meine Instagram-Segelfreundin Elbseglerin absolut treffend mit #traurigstertagimjahr bezeichnet hat. Schon liegt die Segelsaison 2017 wieder hinter uns. Wer hat an der Uhr gedreht?

Krantermin – ein Tag, an dem sich bei uns immer ein Hauch von Melancholie breitmacht, denn der Winter in Nordeuropa ist gefühlt endlos. Was das betrifft, segeln wir wahrscheinlich nicht in den richtigen Gefilden. Weil unser Segelrevier aber so wunderschön ist und wir uns überhaupt nicht vorstellen können, das Schiff nur wegen des schöneren Wetters in den sonnigen Süden zu verlegen, dauert unsere Saison eben nur von Mitte Mai bis Anfang Oktober. So ist es, und so bleibt es auch.

Der Herbst kam zwar auf leisen Sohlen, aber plötzlich war er da. Das ist ja mit Weihnachten immer so ähnlich. Schon, als das Wetter Mitte September noch mal ganz manierlich war und wir ein letztes Mal Kurs auf Årø und Apenrade genommen haben, war ganz deutlich spürbar, dass sich die Segelsaison nun bald dem Ende zuneigt. Der Hafen von Årø, der in der Hauptsaison normalerweise aus allen Nähten platzt, war fast menschenleer – außer uns hatten gerade mal 5 Schiffe festgemacht und unser Lieblingsrestaurant Brummers Gård hatte nur noch an drei Tagen in der Woche geöffnet. Morgens waren die Fenster im Schiff total beschlagen und es hat ewig gedauert, bis die Sonne es endlich geschafft hat, das Cockpit zu trocknen, damit wir draußen frühstücken konnten. Abends wurde es früh dunkel, und trotz Fleecepulli und viel gutem Willen war es einfach zu frisch, um noch mit einem Glas Wein in der Hand draußen zu sitzen und den Hafenblick zu genießen. Es half nichts, seufzend haben wir uns unter Deck verkrümelt, die Dieselheizung angestellt und die Bordlektüre rausgekramt. Was ja grundsätzlich auch gemütlich ist, aber vielleicht eher zuhause auf dem Sofa – der Winter ist ohnehin lang genug. Bei uns gehört zum Segeln einfach auch das Outdoor- und Hafenleben dazu.

Herbstspaziergang mit Tesso
Zum letzten Mal in diesem Jahr – ein Inselspaziergang mit Leihhund Tesso

Auf unserem letzten Segelausflug in diesem Jahr hat Petrus es übrigens noch mal richtig gut mit uns gemeint – der kurze Törn von Årø nach Apenrade unter Vollzeug war rückblickend wohl der schönste der ganzen Saison. Endlich mal stabiler, moderater Wind und über Stunden herrliches Segeln bei blauem Himmel und Sonnenschein! An Tag zwei durften wir noch für ein paar Stunden an der Ankerboje die Sonne im Cockpit genießen, aber dann ging’s zurück nach Dyvig, denn die Segel sollten möglichst trocken abgeschlagen werden. Ich bin übrigens fest davon überzeugt, dass Petrus das mit dem schönen Wetter extra macht. Da steckt Taktik dahinter. Alles geschickt eingefädelt, damit man sich zum Saisonende doch noch mit dem Wetter versöhnt. Aber zu diesem Thema habe ich mich ja letztes Jahr zum Saisonende schon mal ausgelassen.

In Dyvig fand dann ganz spontan ein Get-Together einiger Nordborg-Crews statt. Aus allen Himmelsrichtungen trudelten an diesem Wochenende zahlreiche Schiffe ein, die ausgekrant werden und bei der Nordborg-Werft überwintern sollten. Dietrich mit seiner Nordborg 34 Melusina zum Beispiel. Seit April ist er ganz allein unterwegs gewesen und hat es sage und schreibe bis zu den Lofoten geschafft! Zwischendurch hatte er zwar gelegentlich Gäste an Bord, aber den größten Teil der Strecke hat er als Einhandsegler bewältigt. Hut ab vor dieser seglerischen Leistung!

Wirklich gefreut haben wir uns, die Crews der Molch und der Schabernack in Dyvig wiederzutreffen. Den ganzen Sonntag lang wurde viel geklönt, aber auch auf allen Schiffen hart gearbeitet. Die Sonne lachte vom blauen Himmel und es war windstill – perfekte Bedingungen, um auch noch das letzte Bisschen Feuchtigkeit aus den Segeln zu bekommen, bevor sie eingepackt wurden. Gegen Abend waren dann die Segel abgeschlagen, zusammengelegt und in Säcken verstaut, alle Schiffe waren blitzblank geschrubbt, poliert und aufgeräumt und die Kofferräume unserer Autos bis obenhin vollgepackt. Geschafft!

Segeltrocknen in der Herbstsonne
elbkind und Schabernack beim Trocknen der Segel am Steg

Als Belohnung für so viel Fleißarbeit haben wir spontan einen Tisch im Restaurant Skipperstuen im Dyvig Badehotel bestellt und uns zu sechst bei einem leckeren dänischen Abendessen gebührend von der Segelsaison verabschiedet. Vorher gab es auf der Hotelterrasse sogar noch einen Sundowner unter freiem Himmel mit Blick über die Dyvig Bucht, das war richtig hyggeligt! Leider war ich an diesem Abend zu beschäftigt, um Fotos zu machen… 😉

Ein paar Tage später war er dann da, der traurigste Tag im Jahr. Während ich mich zuhause im warmen Bettchen noch mal umdrehen durfte, machte mein Skipper sich schon gegen fünf Uhr morgens auf den Weg nach Dyvig, um unsere elbkind auf ihrem Weg ins Winterlager zu begleiten. Als ich aufwachte, hatte Thue mir schon das erste Video geschickt.

Total gespannt waren wir auf den Zustand des Propellers, denn im Frühjahr hatte unser Bootsbauer eine kleine Studie gestartet. Er wollte testen, welches Antifouling die besten Ergebnisse gegen Seepockenbefall bringt und hat die Propeller mehrerer Schiffe mit unterschiedlichen Systemen behandelt, um am Saisonende die Ergebnisse zu vergleichen. Leider hatten wir nicht den richtigen Primer benutzt, deshalb war das Ergebnis auch nicht besonders überzeugend bzw. aussagekräftig. Obwohl der Anstrich komplett abgeblättert ist, waren deutlich weniger Seepocken zu verzeichnen als im letzten Jahr. Der nächste Versuch ist im kommenden Jahr geplant, wir werden natürlich berichten.

Segel in der Sonne

Nach dem Kranen ging es im Konvoi nach Nordborg zur Bootswerft, wo der arme Thue bei strömendem Regen das Freibord geschrubbt und das Deck gewaschen hat.

Unterwegs ins Winterlager
Im Konvoi unterwegs zur Werft…

Nun ist die schönste Zeit im Jahr für uns also wieder vorbei. Ein paar Throwback-Berichte vom Sommer 2017 habe ich aber noch für Euch auf Lager. So viel will ich schon mal verraten: wenn Schadenfreude für Euch die schönste Freude ist, kommt Ihr ganz bestimmt auf Eure Kosten… 😜

 

 

Wie die Jungfrau zum Kind…

… sind wir zu einem Artikel über uns und unser elbkind in der Zeitschrift Segeln gekommen. „Ich und mein Boot“ heißt die Rubrik, in der über uns berichtet wird.

Über unser Instagram Account war der verantwortliche Journalist, Jan Maas, auf uns aufmerksam geworden. Ende August kam er dann nach Dyvig und hat uns an Bord besucht, um ein bisschen mit uns zu klönen. Viel schneller als erwartet ist der Bericht vor ein paar Tagen in der Oktober-Ausgabe erschienen. Korrekturlesen durften wir nicht, aber im Großen und Ganzen stimmt alles. 😉

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen und gemütliche Herbsttage! 🌻🍃🍄🍁

Eure elbkind-Crew

Martina & Thue


Wenn die bunten Fahnen wehen…

…geht die Fahrt wohl übers Meer, woll´n wir ferne Länder sehen, fällt der Abschied uns nicht schwer. Leuchtet die Sonne, ziehen die Wolken, klingen die Lieder weit übers Meer…

Vielleicht können sich die Älteren unter Euch ja noch an dieses Lied erinnern? Mit Schrecken habe ich gerade festgestellt, dass es sogar eine Version von Heino gibt! 😎 Aber egal. Wenn wir das Lied früher in der Schule gesungen haben, kam immer großes Fernweh und die Sehnsucht nach Urlaub, Sonne, Strand und Meer bei mir auf. Als ich ein kleines Mädchen war, haben meine Eltern für die Sommerferien häufig ein Ferienhaus an der dänischen Westküste gemietet. Schon damals habe ich Dänemark ins Herz geschlossen und deutlich gespürt, wie gemütlich das Leben vor sich hinplätscherte und wie freundlich und entspannt alle Menschen miteinander umgegangen sind. Niemals hätte ich mir träumen lassen, dass ich viele Jahre später mal einen echten Dänen heirate und sein schönes Land meine zweite Heimat wird!❤️🇩🇰❤️

Huch, jetzt bin ich fast romantisch geworden! Jedenfalls – wenn im Mai die Segelsaison wieder angefangen hat und wir zum ersten Mal bei Sonnenschein und leichter Brise über das glitzernde Wasser im Alssund rauschen, taucht in meinem Kopf immer diese schöne Melodie wieder auf. Und weil ich dann immer fast platze vor Glück und Vorfreude auf die abwechslungsreiche Zeit an Bord und gar nicht weiß wohin mit mir, stimme ich zu Thues Leidwesen (er findet, ich sollte doch lieber im Radio singen, damit er mich ausstellen kann 🙃) dieses kleine Liedchen an.

Für uns wehen die bunten Fahnen endlich wieder! Ende letzter Woche sind wir an Bord eingezogen. Die Vorbereitungen für unseren Sommertörn sind jedes Frühjahr wieder eine kleine Herausforderung für uns, denn es ist natürlich nicht nur damit getan, mal eben ein paar Taschen zu packen. Vieles muss organisiert werden, bevor wir für mehrere Monate aufbrechen können. Wer schaut nach unserer Post, gießt die Blumen, mäht den Rasen, wer schaut mal bei unseren Eltern vorbei, während wir unterwegs sind? Schnell noch mal zum Friseur, zum Zahnarzt und alle Rechnungen bezahlen 😉 und natürlich unbedingt noch überall Tschüss sagen. Was für ein Glück, dass wir die nettesten Nachbarn der Welt und einen wunderbaren Zusammenhalt in der Familie haben – nur deshalb können wir entspannt und sorgenfrei die Zeit an Bord genießen.

Bei Schietwetter ging es am Freitagmittag über die A7 nach Dyvig. ☔️ Na toll! So hatten wir uns den Sommerauftakt eigentlich nicht vorgestellt. Aber was soll’s, dachten wir uns, es kann ja eigentlich nur besser werden. Irgendwann wird das Wetter auf jeden Fall schön – man muss nur lange genug warten! An Bord wurde erstmal das Teakdeck gründlich geschrubbt (Thue) und die Taschen ausgepackt, hin- und hergekramt und alles griffbereit verstaut (ich). Was man für Geraffel in den Schapps rumfliegen hat! Sage und schreibe drei Haarföhns (schreibt man das so?) haben sich in irgendwelchen dunklen Ecken angefunden und wurden erstmal im Auto zwischengelagert. Denn erstens haben wir dafür keinen Platz und zweitens ist die Frisur der Bordfrau in den nächsten Monaten Nebensache, weil es sowieso ständig weht. 😉

Eigentlich wollten wir gleich am nächsten Morgen starten, entdeckten aber plötzlich ein kleines Loch im Gelcoat direkt am Niedergang. WTF?! 👿 Wie ist das denn passiert? Aber irgendwas passiert ja immer ausgerechnet dann, wenn es losgehen soll. Letztes Jahr waren es die Seepocken am Propeller, und jetzt das. Nach Rücksprache mit dem Bootsbauer haben wir uns für eine provisorische Reparatur mit Tape entschieden, alles andere hätte uns einfach zu lange gedauert. Aber Klebeband ist ja nicht die schlechteste Lösung, das haben wir während unserer zwei Jahre in Shanghai gelernt. Wenn die Chinesen sogar ganze Motorroller und Autos damit reparieren können, wird das elbkind den Sommer ganz locker überstehen. Vier verschiedene Geschäfte musste Thue abklappern und bis nach Sønderborg fahren, bis er endlich das richtige Klebeband gefunden hatte. Außerdem haben wir dem Teakdeck noch schnell einen Anti-Fungizid-Anstrich verpasst. Damit ging zwar ein weiterer Tag ins Land, aber zumindest war das elbkind startklar für den Sommertörn. 👍🏼


Sonntag nach dem Frühstück legten wir endlich los. Auf ging’s nach Årø! Ein Segeltag wie aus dem Bilderbuch mit Sonnenschein und einem angenehmen Südwestwind. Thue nennt das übrigens „Broschüren-Wetter“ – der einzige Tag im Jahr in Dänemark, an dem man mal ein paar schöne Fotos von seinem Schiff für die Verkaufsbroschüre machen kann. 😄

Von Årø haben wir Euch an dieser Stelle ja schon gelegentlich vorgeschwärmt. Die niedliche Insel im kleinen Belt ist mit ihrer wunderschönen Natur und einer hyggeligen Atmosphäre ein schöner Zwischenstopp für Törns ins dänische Inselmeer oder in Richtung Kattegat. Die Häfen von Hadersleben, Assens, Middelfart, Ærø liegen nicht weit entfernt.


Schon am nächsten Morgen setzten wir wieder die Segel und bei leichtem Nordwestwind und blauem Himmel ging es weiter nach Middelfart. Erst zum Schluss flaute der Wind ab und wir mussten den Volvo bemühen. Ein schöner, sonniger Segeltag!

In Middelfart haben wir im „Nyhavn“ festgemacht, dem kleinen, runden Hafen direkt in der Stadtmitte. Hier liegt man gut geschützt, und die Wege zum Bäcker und zum Supermarkt sind kurz. Allerdings sind 28 € Liegegeld auch nicht gerade ein Schnäppchen und WLAN gab es auch nicht. Gestern hat es Petrus dann nicht so gut mit uns gemeint, fast den ganzen Tag hat es geschüttet wie aus Eimern. Aber das kennen wir ja schon. Schließlich segeln wir in Dänemark, wo sich Sommer auf kalt und nass reimt… 😉

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Unterwegs mit Kurs auf Middelfart
Heute Morgen sind wir nach Juelsminde aufgebrochen. An Segeln war leider nicht zu denken, denn es herrschte fast Flaute und dicker Nebel hing über dem kleinen Belt. Wir hatten trotzdem unseren Spaß, denn immer wieder tauchten Schweinswale auf, und sogar ein Seehund steckte seinen Kopf neugierig aus dem Wasser!

Der Hafen von Juelsminde wird in Seglerkreisen hochgelobt, und jetzt war es an der Zeit, dass wir uns auch selbst mal ein Bild machen. Was soll ich sagen – wir sind begeistert! Es gibt 500 Liegeplätze, mehrere Restaurants, ein sehr gutes Fischgeschäft, einen Kinderspielplatz, einen Marineshop, eine Boutique und zwei Eisläden. Eine kleine Fußgängerzone ist auch nicht weit entfernt. Man kann es hier problemlos eine Weile aushalten, auch bei Regenwetter. Aber das ist zum Glück erst wieder für Freitag angesagt. Gerade jetzt sitzen wir im Cockpit, genießen die warme Maisonne und den schönen Blick über den Hafen. Morgen holen wir vielleicht mal die Bordfahrräder aus der Backskiste. Hach, das Leben ist schön! ⛵️☀️🇩🇰

Dyvig – alles neu macht der Mai!

Ahoi Ihr Lieben, es gibt gute Neuigkeiten aus Dyvig, unserem Lieblings-Heimathafen!

 

2016 lief ja leider einiges „unrund“ in Dyvig. Gleich zwei Hafenmeisterinnen warfen das Handtuch, und unserem Hafen fehlte eine liebevolle Hand. Mit Beginn der neuen Segelsaison kehrt mit der Betreuung durch den neuen Hafenmeister Erling Jensen und seiner Frau Helle Gram hoffentlich endlich wieder Ruhe ein. Die beiden sind fest angestellt, werden sich um den allgemeinen Service im Hafen kümmern und den kleinen Supermarkt „Havne Brugsen“ betreiben. Frische dänische Brötchen zum Frühstück sind also wieder gesichert. Wir freuen uns so!

Ab sofort werden auch die Grills in der Hauptsaison wieder „angefeuert“ und stehen allen Hafenbenutzern und Gastliegern kostenlos zur Verfügung. Schon Anfang Mai soll der neue Grillplatz neben dem Servicekai eingeweiht werden. Auch ein Windschutz gegen den frischen Westwind ist geplant, herrlich, besonders für „Frostkötel“ wie mich! Der Kinderspielplatz, der bisher etwas weiter entfernt auf einer kleinen Anhöhe lag, wird zukünftig neben dem Grillplatz zu finden sein. So haben Eltern ihre lieben Kleinen vom Grillplatz aus immer gut im Blick und sind für ihren Nachwuchs schnell erreichbar.

Vom Segelverein Dyvig Bådelaug haben wir schon mal ein paar Bilder zum Vorfreuen bekommen. Aktuell sieht es dort so aus:

 

Dyvig Bådelaug hat sich vorgenommen, wieder eine der beliebtesten Marinas in Dänemark zu werden. Also, macht doch bald mal wieder einen kleinen Abstecher in die wunderschöne Dyvig Bucht und überzeugt Euch selbst.

Falls Euer Krantermin noch ein paar Wochen auf sich warten lässt, könnt Ihr Euch vielleicht mit diesem kleinen Segler-Quiz ein bisschen die Wartezeit vertreiben. Wer Lust hat, kann uns ja mal sein Ergebnis verraten. Ich bin gespannt. Mein Skipper hat 94% der Fragen richtig beantwortet (Streber 🤓), ich habe immerhin 66% geschafft und fand mich eigentlich ganz gut… Viel Spaß!

Liebe Frühlingsgrüße 🌷und bis bald, Martina & Thue

Technik-Tipp: MOB-System für Zwei-Personen-Crews

Ahoi, Ihr Lieben! Sind Eure Schiffe aus dem Winterschlaf erwacht, und fängt’s bei Euch auch schon langsam wieder an zu kribbeln? Wir freuen uns jedenfalls schon sehr auf die neue Segelsaison. Am 19. April ist Krantermin in Dyvig, dann geht unser elbkind endlich wieder ins Wasser. Yippieh!

Seid Ihr gut vorbereitet? Auch auf den Notfall?

Bei aller Vorfreude auf das sommerliche Segelvergnügen habt Ihr Euch bestimmt gelegentlich gefragt, wie wohl ein Mann-über-Bord Situation Szenario bei Euch an Bord ablaufen würde. Vielleicht ist es Euch dabei so gegangen wie uns: am liebsten verdrängt man diesen Gedanken schnell wieder. Wird schon alles gutgehen. Es wird schon nichts passieren. Aber was ist, wenn es doch passiert? Seid Ihr gut vorbereitet und wisst, was zu tun ist? Heute gibt es zu diesem Thema einen kleinen Technik- Tipp von meinem Skipper.  😊

Mann über Bord: eine brenzlige Situation

Wer mit einer Segel- oder Motoryacht unterwegs ist, sollte sich unbedingt Gedanken darüber machen, was eigentlich zu tun ist, wenn der „Worst Case“ eintritt und jemand über Bord geht. Klar, wir alle haben fleißig MOB (Mann über Bord) Manöver geübt, um die Prüfungen für unsere Segelscheine zu bestehen. Der wichtigste Teil der Übung fehlt allerdings meistens, nämlich: Wie bekomme ich das über Bord gegangene Crewmitglied eigentlich wieder zurück aufs Schiff??

Solange die Crew aus 5 – 6 Leuten besteht, ist die Situation vielleicht nicht ganz so dramatisch, denn schließlich sind genug Hände und ausreichend Kraft vorhanden, um das über Bord gegangene Crewmitglied wieder zurück an Deck zu hieven. Sehr häufig besteht die Crew aber – so wie bei uns – nur aus zwei Mitgliedern. Und wenn man fast ausschließlich zu zweit unterwegs ist, kann ist eine MOB-Situation nicht nur extrem brenzlig, sondern auch schnell lebensgefährlich werden.

Angeblich soll es Ehe- und Segelpartner geben, die alles tun würden, um über Bord gegangene Crewmitglieder zu retten 😉. Weil Thue auch seine Bordfrau dazuzählt, hat er sich während der Wintermonate eingehend mit der Frage beschäftigt, wie ein MOB-Manöver auch einer Zweier-Crew gelingen könnte.

Zuerst hat er sich die am Markt angebotenen Hilfsmittel angeschaut. Außerdem wurden alle relevanten Tests studiert, in denen erklärt wird, wie Fertiglösungen funktionieren. Aber irgendwie hat ihn keine der Möglichkeiten richtig überzeugt – entweder zu kompliziert, oder die Bedienung war zu fummelig für die eine Person, die parallel zur Rettungsaktion auch noch das Boot steuern und handhaben muss. Deswegen hat Thue ein eigenes System ausgetüftelt, das für uns und unser Schiff einfach und effizient funktionieren müsste.

Gewusst wie – dem Ingenieur ist nix zu schwör! 🙃

Das Ende einer ca. 10 m langen und 10 mm starken, geflochtenen, schwimmfähigen Polypropylenleine (Bruchstärke 1.200 kg) in der Leuchtfarbe rot wurde mithilfe eines Gordingsteks mit einem Karabiner der Marke Wichard (Bruchlast 1.650 kg) verbunden.

Am Karabiner wurde anschließend eine Hostalen-Kugel mit einer durchgehenden Öffnung von 10 mm und einem Auftrieb des doppelten Karabiner-Gewichts angebracht. Die Leine mit Karabiner und Hostalen-Kugel läuft durch einen auf dem Heckkorb befestigten 10 mm-Block (Sprenger Relingsblock, Bruchlast 850 kg). Alles wird aufgeschossen und liegt oder hängt einsatzbereit am Heck parat.

Und dann?

Tritt nun der MOB-Fall ein, wird die Leine mit dem Karabiner-Ende zuerst ins Wasser geworfen, wo es dank der Hostalen-Kugel gut sichtbar an der Wasseroberfläche treibt und leicht greifbar ist. Mit dem anderen Ende der Leine wird die Winsch belegt. Entweder kann die über Bord gefallene Person jetzt selbst den Karabiner am Auge der Schwimmweste einklinken (wir gehen davon aus, dass Ihr ohnmachtssichere Rettungswesten mit Sicherheitsgurt tragt), oder der Mitsegler unterstützt von der Badeplattform aus.

Sobald Rettungsweste und Karabiner sicher miteinander verbunden sind, kann der klitschnasse Unglücksrabe mithilfe der Winsch in aller Ruhe aus dem Wasser gekurbelt werden. Auf unserem Schiff könnten wir die Person erst auf die Badeplattform ziehen und von dort zurück ins Cockpit hieven, ohne dass viel Gewicht gestemmt werden muss. Das ist z.B. immer dann wichtig, wenn eine weibliche Person allein an Bord zurückgeblieben ist und ein Mann gerettet werden muss. Natürlich ist das nicht immer so, aber bei uns bringt der Skipper gute 35 kg mehr auf die Waage als seine Bordfrau. 😜

Thues MOB-System

Wir denken, dass dieses DIY-System gut funktionieren kann. Wenn die Saison wieder losgeht und das Wasser eine anständige Temperatur erreicht hat, werden wir das Ganze bestimmt auch mal ausprobieren. Thue meint ja, dass ich nicht begeistert sein werde, wenn er mich als Versuchskaninchen über Bord schubst, aber wir werden ja sehen, wer von uns beiden der bessere Schubser ist. Ha! 🏊🏼

PS: Welche Systeme verwendet Ihr? Wir freuen uns über Eure Kommentare und Erfahrungsberichte!

 

 

 

Sturm-Check in Dyvig

Ab und zu treibt die Sehnsucht meinen Skipper ja sogar im Winter nach Dyvig. Das war auch heute so. Nach einem kurzen Stopp beim Bootsbauer in Nordborg ist er runter zum Hafen gefahren und hat kurz mal die Lage gepeilt. 

Die Ostseeküste erwartet mit dem Sturmtief „Axel“ heute Nacht das womöglich schwerste Hochwasser seit 10 Jahren. Überall herrscht Alarmbereitschaft. 

Thue war neugierig, wie es in Dyvig aussieht, denn der Wasserstand steigt bereits seit Stunden kontinuierlich an. Heute Nachmittag lag er im Hafen bei ca. 80 cm über normal – mit Tendenz nach oben. Aktuell liegt der Wert bei ca. 1,70 m. 😳 Wir sind gespannt, wie die Nacht verläuft und hoffen, dass unser Lieblings-Heimathafen von größeren Schäden verschont bleibt. 

Schon fast überschwemmt: die Stege in Dyvig

Apropos Dyvig: für alle, die sich im Sommer 2016 darüber geärgert haben, dass nach den Gastspielen zweier Hafenmeisterinnen zum Ende der Saison kaum noch etwas geklappt hat, es keinen Ansprechpartner mehr gab, das Duschhaus nicht mehr regelmäßig gereinigt wurde und der kleine Havnebrugsen meistens geschlossen war: es gibt wieder Licht am Ende des Tunnels! 

Am 1. März 2017 bekommen wir nämlich wieder einen Hafenmeister. 👍🏼 Erling Jensen wird gemeinsam mit seiner Frau Helle, die sich zukünftig um den Mini-Markt kümmern soll, bestimmt dafür sorgen, dass es wieder aufwärts geht mit unserer Sommerheimat. 😊

Und das ist längst nicht alles. Ab dem Frühjahr bekommt Dyvig ein blitzschnelles WLAN, und der Grillplatz am Steg 3 soll erweitert und verschönert werden. Außerdem ist geplant, den Spielplatz von der Anhöhe in den unteren Teil des Hafens zu verlegen. Ob das noch bis zum Frühjahr klappt, steht allerdings noch nicht fest. 

Wir sind zuversichtlich, dass sich alle Gast- und Festlieger zukünftig  in Dyvig wieder wohlfühlen und freuen uns über die positiven Neuigkeiten. Neues Jahr, neues Glück! 🍀🇩🇰⛵️

Endlich Sommer, Sternstunden in Fåborg und zurück nach Dyvig

Und dann kam er doch noch, der heiß ersehnte Sommer. Wir waren total aufgekratzt, die Stimmung an Bord war ausgelassen und fröhlich. Fürs Wochenende waren wir mit Torben und Lene in Dyvig verabredet, aber bevor es zurückging, wollten wir unbedingt noch einen Abstecher nach Fåborg machen. Bei stahlblauem Himmel, Sonnenschein und einem leichten Wind aus Südwest legten wir gegen 10 Uhr morgens in Svendborg ab.

An den schmaleren Stellen im Sund hatten wir bis zu 3 kn Gegenstrom, was leicht an den Tonnen erkennbar war, die wir passierten…

Thue durfte im Cockpit relaxen, zur Abwechslung war ich mal Steuermann. Nachdem wir den Sund und den dichten Schiffsverkehr hinter uns gelassen hatten, wurden die Segel gesetzt. Allerdings flaute der Wind schon nach kurzer Zeit wieder ab, und weil wir noch immer mit Gegenstrom zu kämpfen hatten, haben wir die Segel wieder eingeholt und den Motor gestartet. Kurz hinter Svelmø frischte der Wind zwar wieder auf, aber wir waren schon relativ nah am Grydeløbet, und Fåborg war fast in Sichtweite. Also siegte am Ende doch die Faulheit – die restliche Zeit ließen wir einfach den Volvo laufen und haben den wolkenlosen Himmel, die leichte Brise und den strahlenden Sonnenschein genossen.

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Sommer, Sonne, Kaktus…
Nach ca. 17 sm erreichten wir Fåborg. Diesmal hatten wir uns für den alten Stadthafen entschieden. Weil die Sommerferien in Dänemark und Schweden inzwischen vorbei waren, rechneten wir uns gute Chancen auf einen Liegeplatz aus. Tatsächlich hatten wir Glück und haben eine freie Box am mittleren Steg gefunden. Um die Mittagszeit war das Elbkind fest.

Nach dem Anlegen kamen wir mit einem lokalen Segler ins Klönen, der sich über den schlechten Service in Dyvig beklagte, nachdem unser Hafenmeister Christian zum Saisonende letzten Jahres in den Ruhestand gegangen ist. Es gebe nun keinen Hafenmeister mehr, die Reinigung der Duschen und WCs ließe schwer zu wünschen übrig, der Grill für die Gastsegler würde nicht mehr angezündet usw… und dabei sei er doch in der Vergangenheit immer so gern nach Dyvig gekommen! Erstaunlich (und traurig), wie schnell unser Heimathafen seinen guten Ruf verloren hat. Noch trauriger war allerdings, dass der Mann vollkommen recht hatte. Wir wünschen uns wirklich sehr, dass schnell eine gute und vernünftige Lösung für Dyvig gefunden wird und wir ab dem kommenden Jahr wieder einen netten und kompetenten Hafenmeister bekommen, der seinen Laden richtig gut im Griff hat – damit sich alle wieder wohlfühlen können, Dyvigs Gäste und wir Festlieger.

Wo waren wir? Ach ja, in Fåborg… Nachdem das Hafengeld am Automaten bezahlt war, stürmten wir erstmal die kleine Räucherei am Hafen. Leckerer Räucherfisch mit Schwarzbrot geht ja immer, und das war genau das Richtige gegen den kleinen Hunger zwischendurch. Beim anschließenden Bummel durch die gemütliche Innenstadt von Fåborg trauten wir unseren Augen nicht: Vor einem Geschäft hingen tatsächlich schon die ersten Schneeanzüge für die lieben Kleinen. Im August, bei 26°C. Frei nach dem Motto: Heute schon an morgen denken, der Winter kommt schließlich immer so plötzlich. 😉

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Abendessen gab es an diesem Tag im lauschigen Gastgarten des Restaurants  ”Le Brasserie”, das zum Hotel Fåborg gehört. Was uns hier besonders fasziniert hat: zwei schwergewichtige Paare am Nebentisch demonstrierten uns eindrucksvoll, was 50 kg zuviel auf den Rippen so ausmachen und wie sie sich auf die Mobilität eines Menschen auswirken. Völlig entsetzt ließen wir die Pommes Frites, die uns zu unserem Burger serviert wurden, unangerührt wieder zurückgehen.

Zurück im Stadthafen gab’s noch viel zu gucken, denn im Sommer treffen sich jeden Mittwochabend die wunderschönsten Oldtimer aus der Gegend im Hafen. Was für ein Augenschmaus!

Der wunderschöne Sonnenuntergang machte deutlich, warum unser schönes Segelrevier „dänische Südsee“ genannt wird. Als es dunkel wurde, saßen wir mit einem Glas Rotwein im Cockpit, schauten in den Himmel und haben tatsächlich noch einige Sternschnuppen entdeckt – Nachzügler der „Tränen von St. Laurentius“. In den Nächten nach dem 10. August durchquert die Erde nämlich den Meteoritengürtel der Perseiden, und dann fallen Hunderte von Sternschnuppen vom Himmel. Wer eine „Laurentiusträne“ sieht, dessen Wunsch soll in Erfüllung gehen.

Am nächsten Morgen ging es bei westlichem Wind zwischen 8 und 12 m/s los in Richtung Dyvig. Als wir zwischen Knoldsand  und Dyreborg durch waren, haben wir vorsichtshalber ein Reff ins Großsegel gebunden. Der Wind wehte beständig frisch und drehte später mehr in Nord, was uns und unserem Kurs in Richtung Nord-Als sehr entgegenkam. Nachdem wir Lyø Trille und Horne Land passiert und offenes Wasser erreicht hatten, haben wir das Vorsegel etwas eingerollt, und mit flotten 7 Knoten rauschte das elbkind in Richtung Heimat. Unterwegs konnte ich meinen Skipper mit einem kleinen Stunt beeindrucken. Bei widrigen Bedingungen (2-m-Welle abwechselnd von vorne bzw. quer aus dem Kleinen Belt) bin ich in der Kombüse verschwunden und habe für unseren Grillabend in Dyvig auf die Schnelle einen Bulgursalat geklöppelt. Der Gasherd mit kardanischer Aufhängung hat sich dabei wirklich gut bewährt. Thue war schwer beeindruckt von seinem seefesten Smutje. Langsam werde ich zu einem echten Salzbuckel, den weder Wind noch Welle, geschweige denn ein schaukelndes Schiff aus der Ruhe bringen können. 😊👍🏼

Nach ca. 28 sm und gut vier Stunden Segelzeit (unser absoluter Rekord auf dieser Strecke) liefen wir durch die Einfahrt „E Gaf“ nach Dyvig und wurden von unseren Stegnachbarn und der Acadia-Besatzung herzlich in Empfang genommen. Abends wurde unsere Rückkehr natürlich standesgemäß bei einem gemütlichen Grillabend mit lecker Essen und Wein aus Torbens Vorräten gefeiert. Bei sommerlichen Temperaturen saßen wir im Freien. Über 6 Wochen waren wir unterwegs gewesen und haben uns so oft besseres Wetter gewünscht. Jetzt war der Sommer endlich zurück. Besser spät als nie!

Breaking News: Königlicher Besuch in Dyvig 👑⛵️🇩🇰

Im Moment sind wir in Dyvig, unserem Heimathafen. Und hier ist gerade richtig was los: zwölf 12-m-Boote sind zu Besuch, um sich auf den diesjährigen ‚Robbe & Berking Sterling Cup‘ zwischen Dyvig und Glücksburg vorzubereiten. Die wunderschönen Klassiker sind wirklich eine Augenweide – einige von Ihnen haben wir ja schon im letzten Jahr im Tuborg Havn in Kopenhagen bewundern können. Ganz Dyvig ist in heller Aufregung.

Obwohl er sich ja eigentlich seit dem Jahreswechsel im Ruhestand befindet, wollte Prins Henrik von Dänemark sich dieses tolle Event dann wohl doch nicht entgehen lassen. Seit gestern liegt die königliche Jacht Dannebrog im Dyvig Fjord vor Anker, und Henrik ist mittendrin, nicht nur dabei: gestern Abend gemeinsames Dinner mit den Regatta-Teilnehmern, heute Abend findet ein Empfang der ehrenamtlichen Helfer an Bord der Dannebrog statt.

Vorhin haben wir einen Matrosen beim Lüften der beiden royalen Dackel beobachtet und hatten den Eindruck, das war dem Ärmsten ziemlich peinlich. Gerade sehen wir von unserem Cockpit aus, wie die königliche Schaluppe hin und her flitzt und die Gäste des Empfangs zurück zum Dyvig Badehotel bringt.

Spannend! Es ist natürlich gut möglich, dass Ihr nicht so royalistisch seid wie wir, aber wir finden das ganze Szenario ziemlich interessant. 😎 Unsere treuen Follower wissen ja, dass Thue als junger Spund mit Bärenfellmütze vor dem Schloss Amalienborg in Kopenhagen für die Königsfamilie Wache geschoben hat. Seitdem fühlt er sich mit der dänischen Königsfamilie irgendwie familiär verbunden. 💂🏼🇩🇰😉

Ja, ich weiß, ich war ganz schön schreibfaul in letzter Zeit. Aber ich melde mich bald mit Berichten über unseren Sommertörn (so viel schon mal vorweg: Wind, Wind, Wind, und zwar immer aus der falschen Richtung!), versprochen.

An dieser Stelle liebe Grüße an Sonja und Göran (Nordborg 37 – Krølle Bølle), die wir neulich in Svendborg kennengelernt haben. Es war nett, mit Euch zu klönen! 😊

Das elbkind zeigt Flagge – auf königliche Art! 

Er würde es natürlich niemals zugeben, aber ich bin mir sicher, dass für Thue gerade ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen ist. 😉

Wir segeln nämlich neuerdings mit dem Clubstander des KDY, dem „Kongelig Dansk Yachtclub“. Mehr geht nicht für meinen Skipper, der als schon junger Mann mit Gewehr und Bärenfellmütze vor Schloss Amalienborg gestanden und Königin Margrete und ihre Familie bewacht hat! 💂🏻🇩🇰


Leider  wird man im Segelverein von Dyvig nämlich nur als Mitglied aufgenommen, wenn man auch in der Gemeinde wohnt. Was auf uns ja bekanntlich nicht zutrifft. Nach 5 Jahren haben wir die Hoffnung aufgegeben, dass diese Regelung irgendwann abgeschafft wird. Und haben nach Alternativen gesucht.

Im KDY wird man nur als Mitglied aufgenommen, wenn zwei andere Clubmitglieder bereit sind, als Bürgen aufzutreten. Man muss also zwei Dumme finden. 😉 Und solche Leute kennt man natürlich, wenn man früher mal in der Garde war. Glück gehabt! 😄👍

Ab sofort sind wir also richtig vornehm unterwegs. 😉 Die „Jungfernfahrt“ unter neuer KDY-Flagge hat übrigens gestern stattgefunden: bei schönem Segelwind und -wetter ging’s gemeinsam mit Anne-Cathrine einmal rund um Barsø. Schön war’s!

Unterwegs mit Co-Skipperin Anne-Cathrine

Statt Demo am 1. Mai…

…lieber Frühstück im Cockpit! Warm eingepackt, bei 5 (in Worten: fünf) Grad, blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. So ging der Tag gestern gleich richtig los. Darauf haben wir uns den ganzen Winter lang gefreut. ☀️

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Um die Mittagszeit sind wir bei leichter Brise zu einem dreistündigen Minitörn ausgelaufen und haben gleich mal gecheckt, ob an Bord auch alles vernünftig funktioniert. (hat da etwa gerade jemand AIS gesagt? 😈) Bei der Ausfahrt aus dem Dyvig Fjord ist uns sogar der erste Schweinswal der Saison begegnet.😊 Was für eine himmlische Ruhe, nur das leise Plätschern des Wassers am Bug war zu hören. Zwischenzeitlich war es so still an Bord, dass wir sogar den Kuckuck an Land rufen hören konnten. Kennt Ihr eigentlich den Aberglauben, der besagt, dass man, wenn man im Frühling den Kuckuck das erste Mal rufen hört, Geld in der Tasche haben sollte? Es heißt, dann müsse man sich das ganze Jahr über keine Geldsorgen machen. Ich hatte leider gerade keins dabei. Aber zum Glück bin ich auch nicht besonders abergläubisch. 😉

Ein Tag wie aus dem Bilderbuch, und abends wartete noch ein weiteres Highlight auf uns. Zwei Schiffe aus Brunsbüttel, die „Godewind“ und die „My Way“ hatten in unserer direkten Nachbarschaft auf den Gästeplätzen der Brücke 4 festgemacht. Die netten Crews – ausschließlich Herren – haben wir dann beim Abendessen auf dem Grillplatz kennengelernt, sie waren ausgesprochen gut gelaunt und unterwegs auf einem zehntägigen Vatertagstörn durch das dänische Inselmeer.

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Bei Carlsberg und Dithmarscher „Beugelbuddelbeer“ kamen wir ins Klönen, und der nette Abend wurde musikalisch an Bord der „My Way“ fortgesetzt. Wer Lust hat, kann hier mal reinhören, Dass Gerd und Dirk früher mal Mitglieder eines Shanty-Chors waren, lässt sich wirklich nicht verleugnen. Man beachte besonders das virtuose Löffelspiel!

Der Abend mit den Jungs aus Brunsbüttel hat uns viel Spaß gemacht, und wenn der Wind sie auch im kommenden Jahr wieder nach Dyvig weht, darf ich vielleicht auch wieder mitsingen, das war einfach klasse. An meiner Textsicherheit muss ich allerdings noch etwas arbeiten, das gebe ich zu!

Was für ein Tag, und ein grandioser Saisonbeginn! Wegen uns kann es gerne so weitergehen. Heute sind wir schnell nachhause geflitzt, um noch ein paar Dinge zu organisieren, aber in ein paar Tagen geht’s schon wieder zurück an Bord. Die Wettervorhersage sieht vielversprechend aus ☀️ und der erste längere Segeltörn steht bevor. Ich hoffe, es geht wieder mal in nördliche Richtung, vielleicht ja nach Samsø…

Das elbkind schwimmt wieder!

Der April macht ja bekanntlich was er will. Das war auch am Dienstag letzter Woche so, als das elbkind endlich wieder Wasser unter den Kiel bekommen hat. Abgesehen von gefühlten Temperaturen um den Gefrierpunkt blies der Wind so stark, dass ich ganz freiwillig beschlossen habe, eine Wollmütze zu tragen. Und das will wirklich was heißen – ich habe nämlich nicht gerade das, was man ein“Mützengesicht“ nennt 😉.

Schon am Montagnachmittag sind wir nach Dyvig gefahren, haben abends gemütlich mit Torben und Lene in der Brasserie des Dyvig Badehotels gesessen und es uns bei Wiener Schnitzel und einem frisch gezapften Bier gutgehen lassen. Die beiden waren mit ihrer Nordborg 37, die in einer Halle in Apenrade überwintert hatte, zum Mastsetzen nach Dyvig gekommen und lagen schon am Servicekai. Ich weiß, es gibt auch Segler, die an Bord übernachten, wenn das Schiff noch irgendwo aufgebockt im Hafen steht, aber das ist nicht so unser Ding. Die Nacht auf Dienstag haben wir deshalb in einer B&B-Unterkunft in Nordborg verbracht.

Krantermin war am nächsten Morgen um 7.30 h, für uns quasi vorm Wecken. 😁  Wir sind richtig früh aufgestanden, um auf jeden Fall rechtzeitig da zu sein. Überpünktlich bogen wir in den Hesnæsvej ein – und konnten das elbkind schon von Weitem am Haken des Krans entdecken – es wurde nämlich genau in diesem Moment ins Wasser gehievt – 10 Minuten zu früh. Deshalb gibt’s auch weder ein Video noch Fotos von diesem Moment, dem eigentlichen Saisonbeginn. Schade! Meine ersten Fotos sind leider auch ziemlich dunkel und sehen so aus:

Kurze Zeit später wurde der Mast gesetzt. Das war gar nicht so einfach bei 22 m/s Wind, der in kräftigen Böen über den Hafen pfiff. Einige helfende Hände zum Festhalten waren nötig, aber mit etwas Geduld stand der Mast schnell wieder da, wo er hingehört. Die Jungs von der Nordborg-Werft sind schließlich vom Fach.

Unter Deck habe ich dann erstmal den großen Schiffs-Frühlingsputz gestartet. Und anschließend unsere Segelklamotten, die Rettungswesten (mit neuer Prüfplakette) und jede Menge sonstiges Gedöns wieder in die Schapps geräumt, die Betten bezogen und die Koje klargemacht. Ein super Gefühl, plötzlich kam kribbelige Aufbruchstimmung auf, und die Arbeit hat sich fast von selbst gemacht. 😄

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Die Betten sind bezogen, jetzt haben wir endlich wieder ein Zuhause auf dem Wasser!

Natürlich hat Thue sofort versucht, das AIS-System wieder zum Laufen zu kriegen. Wir haben ja kürzlich ein Austauschgerät von Weatherdoc bekommen, weil das alte Gerät nicht zuverlässig funktionierte. Das System von Raymarine muss nun für das neue Gerät programmiert werden, was sich leider als schwierig erweist. Bisher waren Thues Bemühungen erfolglos. 😐 Nun werden wir einen AIS-Konverter anschaffen, der hoffentlich dabei hilft, das Problem zu beheben. Hat von Euch vielleicht jemand ein AIS-System an Bord, das er selbst installiert hat? Über den entscheidenden Tipp, wie man das Ganze zum Laufen bringen kann, würden wir uns freuen. 👍🏼

Am Mittwoch – es wehte noch immer relativ stark – haben wir uns mittags in unsere Box verholt. Endlich schien die Sonne, und wir konnten im Lee im Cockpit sitzen und Kaffee trinken. Das fühlte sich schon viel besser an! Mit dem Anschlagen des Vorsegels und dem Anbringen der Sorgeleinen haben wir allerdings noch gewartet, dafür war es einfach noch viel zu windig. Diese Arbeiten haben Thue und Tochter Anne-Cathrine am Freitag bei schönstem Sonnenschein und einem lauen Lüftchen erledigt. Und natürlich wurden auch Beweisfotos gemacht:

Außerdem hat mein Skipper eine Hakenleiste zur Unterbringung diverser Leinen, Schoten und Tüdelbändern in der Backskiste angebracht. Praktische Sache, jetzt findet man sofort, was man sucht. Sieht es nicht zum Piepen aus, wenn Thue mit seinen 1,93 m in der Backskiste verschwindet? Man staunt ja immer wieder, wozu ein Mann so fähig ist (wenn er will!).

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Jack in the box 😄

Wann wir unseren Segeltörn beginnen, steht momentan noch nicht fest. Wer zur Zeit in Norddeutschland aus dem Fenster guckt, weiß auch, warum. Gestern hat Michel uns passend zum Thema Aprilwetter einen herrlichen Kommentar geschickt:

„Maxi 77 günstig abzugeben oder Tausch gegen Eissegler. Aber vielleicht bau ich mir auch ein Radar ein, um Eisberge rechtzeitig zu erkennen. Mehr kann ich zu dem Wetter nicht sagen.“

Wir auch nicht! ❄️

 

Das elbkind im Winterlager

 

Am 7. Oktober war es dann schließlich soweit. Unser elbkind wurde gekrant, nach Nordborg transportiert und kam bei der Nordborg Bådebyggeri ins Winterlager. Hier wurden alle Tanks und Leitungen entleert und mit Frostschutzmittel gegen Frostschäden gesichert. Außerdem standen der Wechsel von Öl-, Diesel- und Wasserfilter auf dem Programm, und der Impeller der Kühlwasserpumpe wurde ausgetauscht.

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Obwohl wir schon damit gerechnet hatten, waren wir doch einigermaßen erstaunt darüber, wie abenteuerlich der Propeller aussah – er war komplett übersät mit Seepocken, und vom Metall war kaum noch was zu erkennen. Jetzt war uns auch klar, warum das elbkind unter Motor zum Ende der Saison nicht mehr so richtig in die Puschen kam – die Pocken hatten uns schlicht ausgebremst. Für die neue Saison müssen wir uns auf jeden Fall geeignete Gegenmaßnahmen überlegen, aber jeder Bootseigner hat da ja seine eigenen Ideen. Es gibt so viele unterschiedliche Meinungen zu dieser Problematik (dick mit Pockenfett einschmieren, Anti-Fouling, usw. usf.), dass man sich fragt, was denn nun eigentlich die effektivste Lösung ist. Eine Maßnahme wäre beispielsweise, dass Thue während des Segelsommers mit Schwimmbrille und Sauerstoffflasche (3 x f!) einfach auf Tauchstation geht, um den Propeller zwischendurch manuell von den Dingern zu befreien. Falls er sich für diese Variante entscheidet, werde ich selbstverständlich mit der Kamera dabei sein und alles im Bild festhalten. 😎📷

Falls Ihr ein eigenes Schiff habt und / oder Euch gut auskennt – was tut Ihr gegen den Seepocken-Befall? Wir sind dankbar für Eure Ideen, immer her damit!

Leider hatte unser AIS auch in dieser Saison wieder jede Menge Aussetzer, die wir uns einfach nicht erklären konnten. Deshalb wurde das Gerät mal wieder – wie schon im letzten Winter – ausgebaut und zum Hersteller geschickt. Jetzt sind wir neugierig, ob der Fehler diesmal gefunden wird, denn was nützt die tolle (und teure!) Technik, wenn sie nicht zuverlässig funktioniert?

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Das unzuverlässige AIS. Sch…Technik! 😈

Weil das Vorsegel zum Saisonende noch nicht richtig trocken war, haben wir es mit nachhause geschleppt, auf dem Dachboden ausgebreitet und getrocknet. Auch Kuchenbude und Sprayhood bekamen eine Spezialbehandlung. Meister Proper und Clementine wären aus dem Staunen garantiert nicht herausgekommen, wenn sie Thue beim stundenlangen Schrubben mit Wasser, Seife und Bürste beobachtet hätten! Den Rest hat dann Herbstsonne draußen im Garten übernommen – diese „natürliche Bleiche“ funktioniert erstaunlich gut! ☀️ Thue behauptet zwar, dass Möwen und Schwalben sich am liebsten auf dunklen Untergründen „verewigen“, aber die Wirklichkeit sah leider irgendwie anders aus…🐤💩

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Für den Winter (irgendwie muss er sich ja während der endlosen dunklen Jahreszeit die Zeit vertreiben) hat Thue sich vorgenommen, aus Teakholz eine Erweiterung für die Badeplattform zu bauen. Damit man(n) auch mit Schuhgröße 47 entspannt auf der Badeplattform stehen und die Heckdusche benutzen kann, ohne dabei das Gleichgewicht zu verlieren und ein unfreiwilliges Bad im Hafenbecken zu nehmen. Und weil er dafür noch ein paar Maße brauchte, haben wir das elbkind vor einigen Wochen im Winterlager besucht. Das kann man sich so vorstellen: um die 40 Yachten stehen auf Stativen dicht an dicht in einer riesigen, eiskalten Halle, fristen dort ihr trauriges Dasein und warten auf den Frühling, den Saisonbeginn und dass sie endlich wieder Wasser unterm Kiel haben. Gelegentlich kommt mal jemand vorbei und guckt nach dem rechten, poliert vielleicht das Unterwasserschiff, räumt unter Deck noch ein bisschen auf oder nimmt den Fleecepulli, den er im Herbst an Bord vergessen hat, mit nachhause. Manchmal fährt Thue aber auch einfach nur so hin, aus Sehnsucht. Ich glaube, er hat dann Heimweh nach Freiheit und Ferne. 🇩🇰⛵️❤️

Und wenn man schon bis nach Nordborg gefahren ist, kann man ja auch gleich einen kleinen Abstecher nach Dyvig machen. Da sieht es jetzt so aus. Bonjour Tristesse!

In der Winterzeit treffen wir uns ab und zu mit anderen Nordborg-Seglern zum Klönen, Essen und Trinken. Das hilft ganz gut gegen die Sehnsucht. Noch 3 Monate! 😉

Saisonabschluss

Wegen einiger Termine im September fuhren wir nach dem Nordborg-Wochenende erst mal wieder nachhause. Aber die Saison war für uns natürlich längst noch nicht vorbei – Ende September waren wir zurück in Dyvig und verbrachten zehn traumhafte letzte Tage an Bord.  Die Wetterlage war stabil, und weil die Tage schon merklich kürzer wurden, genossen wir jeden Sonnenstrahl. Wir konnten sogar jeden Morgen im Cockpit frühstücken!

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Morgens im Cockpit

Wir hatten keine großen Pläne gemacht und entschlossen uns, ein letztes Mal in diesem Jahr nach Årø zu segeln. Nicht dass Ihr denkt, uns fällt nichts Besseres ein, aber wie so oft passten einfach Wind und Wetter, um dieses Ziel anzusteuern. Dass die Saison fast vorbei war, merkten wir schon im Hafen, denn es war so wenig los, dass wir uns einen Liegeplatz aussuchen konnten. Abends bei Brummers Gård war es sogar schon zu kalt, um draußen zu sitzen – wir haben in der Gaststube gesessen und gegessen. Auch hier ging die Saison aufs Ende zu, der Laden war bis zum letzten Platz besetzt und platzte beinahe aus allen Nähten. Neben uns saß eine dänische Geburtsgesellschaft, die – wie in Dänemark beim Feiern so üblich – ein Lied nach dem anderen anstimmte. Zu schön!

Am nächsten Tag sind wir unter Genakker und ohne Großsegel  wieder zurück nach Dyvig gerauscht, denn der Wind kam direkt von hinten. Zum ersten Mal unter allerbesten Bedingungen, das war ein Riesenspaß!

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Zum letzten Mal Segeln unter Genakker..

 

Mein Geburtstag, den ich dieses Jahr zur Abwechslung mal an Bord verbracht habe, war etwas ganz Besonderes. Unser Bootsbauer Holger Jensen besuchte uns nämlich mit einem netten Ehepaar aus der Schweiz an Bord. Katrin und Thomas interessierten sich für eine NB 40 und wollten sich unser Schiff gerne mal genauer ansehen. Nach einer ausführlichen Besichtigung kamen wir schnell ins Klönen, und spontan luden wir die Beiden ein, uns am Nachmittag auf unserem Segeltörn nach Apenrade (dän.: Åbenrå) zu begleiten.

Gesagt, getan! Thomas übernahm von Anfang an das Ruder. Der Wind wehte nur schwach und die Bedingungen waren nicht gerade perfekt für einen Demo-Törn, aber immerhin machten wir 2-3 kn Fahrt bei 1-3 m/s Wind. Am Ende wurde dann doch der Motor gestartet, denn in Apenrade stand Holger ja schon auf dem Steg und wartete auf uns. Er nahm die Leinen an und unsere Mitsegler mit dem Auto wieder mit zurück nach Dyvig. Obwohl dieser Probeschlag wegen des schwächelnden Windes hinter den Erwartungen von Katrin und Thomas zurückgeblieben war, hatten wir den Eindruck, dass das elbkind die beiden am Ende überzeugt hat. Wir vermuten, dass sie inzwischen „in freudiger Erwartung“ sind und hoffen, dass wir sie bald im „Club der 40er“ begrüßen dürfen. 👍🏼😉

Abends waren wir mit Torben und Lene beim Italiener in Apenrade zum Geburtstagsdinner verabredet. Kleiner Tipp: sollte Euch das Schicksal jemals in ein italienisches Restaurant namens „Tony“ in Apenrade  verschlagen, bestellt bitte Pizza. Wagt keine Experimente, es lohnt sich nicht. Die können nur Pizza. Ich spreche aus Erfahrung. 😎🍕. Glücklicherweise schmeckten aber das Bier und der Wein, und gemütlich war der Abend dank netter Gesellschaft trotzdem.

Zum Saisonabschluss stand auch ein kleiner Ausflug zur Ankerboje im Sønderborg Fjord auf meiner Wunschliste. Ich wollte die Boje nämlich gerne mal selbst ansteuern, während Thue mit dem Haken nach dem Ring angelt. Und das hat auch gut geklappt! Bei schönstem Sonnenschein lagen wir faul im Cockpit, tranken Kaffee und beobachteten die Segelschiffe, die an uns vorbeizogen. Nur schweren Herzens konnten wir uns ein paar Stunden später wieder losreißen.

Anfang Oktober schien nicht nur die Sonne, der Wind wehte meistens auch nur schwach bis mäßig. Endlich konnte ich mal ohne viel Publikum (das Stichwort heißt Hafenkino 😜) und ganz in Ruhe üben, was ich im April beim Frauen-Skippertraining gelernt hatte: das An- und Ablegen. Nach wie vor klopfte mir das Herz bis zum Hals, wenn ich am Steuer stand, und von Routine konnte keine Rede sein. Das sollte sich ändern. Ein paarmal hat auch alles gut geklappt, aber ausgerechnet das letzte Anlegemanöver ging  voll in die Hose… Was soll’s. Nächstes Jahr wird einfach weitergeübt, es kann nur besser werden!

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Leider war beim Anlegen der Flaggenstock im Weg… 😬

Langsam fingen wir an, das elbkind fürs Winterlager vorzubereiten. Es wurde ausgemistet, aus- und aufgeräumt, gesaugt, gewischt, poliert und geschrubbt.

Die Stimmung an Bord wurde plötzlich wehmütig. Nur noch ein paar Tage, und alles sollte vorbei sein?  Über vielen Situationen stand nun die Überschrift „zum letzten Mal in diesem Jahr..“, das fühlte sich ganz eigenartig an und gefiel uns irgendwie gar nicht…

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Die letzten schönen Sonnenuntergänge im Hafen…

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Zum letzten Mal den Grill anschmeißen…

Und dann kam der letzte Arbeitstag unseres Hafenmeisters Christian. Viele Jahre lang konnten wir uns immer auf ihn verlassen und haben viele lustige und feucht-fröhliche Stunden mit ihm verlebt. Nun mussten wir uns tatsächlich von ihm verabschieden, am Ende kullerten sogar ein paar Tränen. Auch das noch!

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Abschied von „Kedde“

Am letzten Wochenende waren wir noch einmal mit Christiane und Hendrik verabredet, denn auch die „Molch“ sollte ein paar Tage später gekrant und ins Winterlager nach Nordborg gebracht werden. Gemeinsam wurde abgeriggt, und weil für die nächsten Tage Regen angekündigt war, wurden beide Großsegel zum Schutz vor Nässe vorübergehend in Planen eingepackt.

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Molch und elbkind werden winterklar gemacht

Nach getaner Arbeit gab’s dann abends einen Sundowner vor dem Dyvig Badehotel, und anschließend ein gemütliches Abendessen zu viert in der „Skipperstuen“ -auch zum letzten Mal in dieser Saison! 😢

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Zum letzten Mal draußen sitzen und den schönen Blick über die Dyvig Bucht genießen…

Am nächsten Morgen frühstückten wir gemeinsam unter Deck auf der Molch. Und dann – war sie tatsächlich vorbei, unsere Segelsaison 2015.

Und hier mein Resümee:

Die Wetterstation im dänischen Blåvand hat im Mai 21 Tage mit Starkwind (und mehr!) gemessen; im Juni 16 Tage. Wir waren in diesem Sommer viel zu oft eingeweht und hatten entweder viel zu viel Wind oder viel zu wenig. ⛵️💨

In den vergangenen Monaten haben wir viele nette Menschen kennengelernt, und ich finde es super, dass Thue die Leute immer so gnadenlos anschnackt, obwohl mir das manchmal etwas peinlich ist.. 😄👍🏼

Die Stimmung an Bord war eigentlich immer gut, wir zwei haben uns vertragen und das Bordleben auf so engem Raum ist mir deutlich leichter gefallen als ich dachte (und befürchtet hatte). 👫💝

Am besten hat es uns auf Anholt gefallen, diese Insel ist wirklich außergewöhnlich und die Atmosphäre ganz besonders. 🎏 Wir kommen bestimmt wieder.

Von zu viel Rotwein krieg‘ ich nachts Herzklopfen.. 🍷

Freiheit bedeutet nicht nur, Pläne zu schmieden und sie umzusetzen, sondern auch, sie über den Haufen zu werfen und einfach etwas ganz Anderes zu machen. 🗽

Ich liebe Dänemark! 🇩🇰❤️

 

Nordborg-Wochenende

Alle zwei Jahre findet am letzten August-Wochenende das beliebte „Nordborg-Treffen“ in Dyvig statt, und in diesem Jahr war es endlich wieder soweit. Zahlreiche Nordborg-Segler aus nah und fern waren der Einladung der Familien Jensen und Reimers gefolgt und freuten sich auf die gemeinsame Zeit. Die ersten Schiffe trudelten schon am Donnerstag ein, und abends im Zelt trafen sich die Crews bei Grillwürstchen und Bier vom Fass. Die Freude über das Wiedersehen war groß – alle mussten natürlich erst mal berichten, wohin der Wind sie in diesem Segelsommer geweht und was sie erlebt hatten.

Bis zum Freitagnachmittag waren um die 30 Nordborg-Yachten in Dyvig eingelaufen und hatten am Steg 4 festgemacht. Dafür, dass dort alle einen Liegeplatz finden, hatte unser pfiffiger Hafenmeister Christian gesorgt. Besonders unserem Bootsbauer Holger Jensen und seinem Sohn Johannes ist beim Anblick der vielen Schiffe aus ihrer Werft bestimmt das Herz aufgegangen, denn schließlich haben die beiden jedes einzelne in liebevoller Handarbeit gebaut. Wie viel Herzblut, Zeit, Nerven und Leidenschaft dazu gehört, könnt Ihr bestimmt nachvollziehen. Zu jedem Schiff und den dazugehörigen Eignern kann Holger eine kleine Geschichte erzählen.

Den Nachmittag verbrachten wir mit gegenseitigen Besuchen an Bord und Klönschnack auf dem Steg. Ganz oben auf der Gesprächsliste stand der Austausch von Segeltipps und -tricks, aber jede Menge Seemannsgarn und das Beschlaumeiern der anderen gehörten natürlich auch dazu 😉. Abends wurden wieder die Grills angezündet, und Bier und Wein flossen in Strömen. Alle vergnügten sich sichtlich, und langsam machte sich die Vorfreude auf die Regatta am Samstag breit..

Am nächsten Tag um die Mittagszeit wurde es langsam spannend – der Regattastart rückte näher. Crews fanden sich und wurden eingeteilt, Schiffe vorbereitet und Schwimmwesten angelegt. Allzu warm mussten wir uns aber gar nicht einpacken, denn zum ersten Mal seit Bestehen des Nordborg-Wochenendes zeigte Petrus ein Herz für Nordborg-Segler und sorgte für herrliches Wetter. Mussten wir frühere Nordborg-Regatten noch frierend in Ölzeug, Segelstiefeln und mit Südwester überstehen, reichte jetzt eine leichte Fleecejacke. Ganz harte Kerle gingen sogar kurzärmelig an den Start! Die Elbkind-Crew setzte sich aus Hein Mück, Torben, Thue und mir zusammen. Der Wind wehte aus SSW mit 8 bis 12 m/s und die Sonne lachte vom Himmel. Perfekte Bedingungen für unsere Spaß-Regatta. Also, Leinen los!

Als wir den Als Sund erreicht hatten, trauten wir unseren Augen nicht: aus südlicher Richtung kamen unzählige alte Segelschiffe unter Vollzeug auf uns zu –  die Classic-Regatta Flensburg-Apenrade war in vollem Gange. Unsere Regattafelder kreuzten sich und die Nordborg-Yachten waren ausweichpflichtig. Nichts für Anfänger! Zum Glück lag unsere Route in entgegengesetzter Richtung, und nach einer kurzen Weile entspannte sich die Lage wieder.

Mit Thue und Hein Mück hatten wir nun zwei „Alpha-Skipper“ mit völlig unterschiedlichen Herangehensweisen an Bord. Thue als Technik-Freak setzt grundsätzlich eher auf Unterstützung des Autopiloten, um Winddreher blitzschnell abzufangen. Davon war Hein Mück aber nur schwer zu überzeugen, er wollte lieber die Segel nachtrimmen, statt den Kurs zu korrigieren. Beide Dickschädel hätte sich natürlich nur zu gern durchgesetzt – aber wie, ohne dabei den anderen vor den Kopf zu stoßen? Heiße Diskussionen folgten, aber der Ton blieb freundlich. Torben und ich hielten uns – schlau wie wir sind 😉 – lieber von Anfang an elegant im Hintergrund, übernahmen bereitwillig die niederen Handlanger-Tätigkeiten an Bord und beobachteten schmunzelnd das Kompetenz-Gerangel unseres Skipper-Duos.

Um es kurz zu machen: gewonnen haben wir die Regatta nicht. Aber großen Spaß gemacht hat’s trotzdem – Dabeisein ist schließlich alles!

Schaut Euch mal dieses Bild an, das auf der Rückfahrt nach Dyvig entstanden ist. Einfach wunderbar – alle Nordborg-Yachten wie Perlen auf einer Schnur!

Abends im Clubhaus wurde dann wieder gefeiert, mit leckerem Buffet, Siegerehrung, einem lustigen Quiz, Klönschnack und der Verabschiedung von Christian, unserem netten Hafenmeister. Ein Segeltörn in die Karibik stand für den Winter auf seinem Programm – und sowas nennt sich dann Ruhestand! Er war ganz gerührt und hat versprochen, die Nordborg-Flagge mit unseren Unterschriften in jedem Hafen, den er anläuft, zu hissen.

Ein gemeinsames Frühstück am Sonntagmorgen rundete das gemeinsame Wochenende ab. Schön war’s, und wir freuen uns schon aufs nächste Mal im August 2017!

Dyvig – Heimathafen der Herzen 💙

Diesem Blog würde ein ganz wichtiger Teil fehlen, wenn wir Euch Dyvig vorenthalten würden, unsere Sommerheimat. Unseren Rückzugsort, wenn wir mal Lust auf Hafencamping haben. Kurz: unsere maritime Kuschelecke in Dänemark. Wann immer wir mit anderen Seglern klönen – sobald wir unseren Heimathafen erwähnen, kommen eigentlich alle ins Schwärmen.

Wenn man – so wie wir – am nördlichen Stadtrand von Hamburg wohnt, hat man Dyvig mit dem Auto in nur knapp zwei Stunden erreicht und ist gleich mittendrin in der dänischen Südsee, dem schönsten Segelrevier Dänemarks. Mehr geht nicht!

Dyvig ist ein uralter Naturhafen und liegt auf der süddänischen Insel Als.  Die Ansteuerung von der Stegsvig aus ist zwar etwas kniffelig, aber gut zu schaffen. Wer nicht auf Schlick laufen will, sollte sich bei der Einfahrt durch das betonnte, schmale Gaff einen Moment lang konzentrieren. 2015 wurde das Fahrwasser auf 3,5 m Tiefe ausgebaggert, und seitdem ist die Einfahrt wieder etwas entspannter.

In der Dyvig Bucht liegt man wunderbar geschützt. Und die Landschaft ringsherum ist traumhaft: Der Blick auf Hügel, Wiesen, Wälder und Kornfelder mit Klatschmohn und Kornblumen ist Balsam für die Seele. Sehr interessant: auf der Nordseite der Bucht liegt ein Weinberg!

Und in einer stillen Sommernacht haben wir sogar schon mal dem Gesang einer Nachtigall lauschen können. Ein unvergesslicher Moment.

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Blumenpracht am Feldrand

Wie idyllisch Dyvig ist, hat sich unter Seglern natürlich längst herumgesprochen. Häufig liegen viele Schiffe vor Anker in der Bucht, und die Mjelsvig, ebenfalls ein traumhaftes Ziel für Natur- und Ankerliebhaber, liegt auch gleich um die Ecke.

Wer nachts lieber in einem Hafen festmacht, kann sich in Dyvig gleich zwischen zwei Marinas entscheiden. Diejenigen, die es etwas feiner und vornehmer mögen, steuern „Dyvig Bro“ an, den kleinen Yachthafen auf der Nordseite der Bucht, direkt vor dem malerischen Dyvig Badehotel (es heißt, es sei Dänemarks schönstes). Falls der Smutje mal keine Lust zum Kochen hat und die Bordküche kalt bleiben soll, kehrt man einfach im Hotelrestaurant „Skipperstuen“ ein und lässt es sich gutgehen. Mein Tipp: wenn Ihr gerne Fisch mögt, probiert mal einen „Stjerneskud“, der ist wirklich lecker und einigermaßen erschwinglich. (Essengehen in Dänemark ist ja bekanntlich nichts für den schmalen Geldbeutel 😬)

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Stjerneskud – eine typisch dänische Köstlichkeit

An einem schnuckeligen Eishäuschen am Hafen kann man dänisches Softeis kaufen, und es gibt sogar eine Badeburg vor dem Hotel – im Sommer natürlich ein ganz besonderes, kostenloses Highlight für die kleinen Crewmitglieder.

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Das malerische Dyvig Badehotel

Direkt gegenüber liegt die Marina „Dyvig Bådelaug“, unser Heimathafen. Hier geht es eher rustikal, leger und „hyggelig“ zu. Bei gutem Wetter macht man es sich abends in einer der Sitzecken auf den Grillplätzen gemütlich, und bei Schietwetter verkrümelt man sich ins Zelt, das mindestens 50 Personen Platz bietet. Hier kommt man schnell mit anderen Seglern ins Schnacken – ich habe schon mit wildfremden Menschen einen ganzen Abend lang Uno gespielt und hatte Riesenspaß.

Während die Erwachsenen den traumhaften Blick über die Bucht genießen und die Seele baumeln lassen, können sich die Kinder auf der Spielwiese oberhalb der Küste mal so richtig austoben oder entspannt im Beiboot durchs Hafenbecken schippern.

Außerdem gibt’s den kleinen Havnebrugsen, einen Mini-Supermarkt, der für seine eher übersichtliche Größe erstaunlich gut sortiert ist. Vom Joghurt über den Eintopf aus der Dose bis zur Krebsangel findet man hier alles, was in der Bordküche fehlt und das Seglerherz begehrt. Frische Brötchen zum Frühstück können am Vorabend bestellt werden.

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Dyvig Bådelaug, unser kuscheliger Heimathafen

Die Gegend rund um Dyvig ist ideal für ausgedehnte Spaziergänge. Der markierte Wanderweg „Æ Govl“ führt an der Küste entlang nach Mjels (2 km) oder rund um den Mjels Sø (9 km), und die Oldenor-Route (ca. 5,5 km) entlang einem renaturierten See ist besonders Vogelliebhabern zu empfehlen. Aber auch die kleine Stadt Nordborg mit ihrem hübschen Schloss ist einen Besuch wert (ca. 4 km). Gut zu Fuß zu erreichen (3 km) ist auch das kleine Dorf Holm, wo ein altes Hjortspringboot und der Jollmansgården – der älteste Hof auf Als – besichtigt werden können.

In der Hauptsaison fährt mehrmals täglich ein Bus von Dyvig über Nordborg zum Universe, einem Erlebnispark, der speziell für Kinder interessant ist. So lässt sich auch mal ein Regentag mit Spaß überbrücken.

So, jetzt höre ich auf zu schwärmen. Falls Ihr ein bisschen neugierig geworden seid, kommt doch einfach mal vorbei. Es lohnt sich! Die Koordinaten sind 55° 02.5′ N, 9° 42.2′ E.

Vielleicht laufen wir uns ja sogar über den Weg – falls wir uns wieder mal nicht losreißen konnten.. 😉

Ansteuerung Dyvig

Ebeltoft, Middelfart und Dyvig – home, sweet home!

Am Dienstag war es endlich soweit: der Wind war etwas abgeflaut, und wir konnten von Grenå aus Kurs auf Ebeltoft nehmen. An der Dieselstation der Grenå Marina wurde schnell noch mal vollgetankt (man weiß ja nie!), und los ging die wilde Fahrt in südliche Richtung. Vor- und Großsegel wurden hochgezogen. „Wilde Fahrt“ war wirklich der richtige Ausdruck, denn der Wind machte, was er wollte. Zwischen West und Süd-Süd-West drehte er lustig hin und her, und Thue hatte seine liebe Not mit dem Segeltrimm. Irgendwann reichte es dann, und der Skipper gab leicht entnervt den Befehl zum Einholen der Segel. Das machte nun wirklich keinen Spaß…

Die Ansteuerung von Ebeltoft war etwas kniffelig, denn in der Ebeltoft Vig gibt es einige Untiefen, die leider – aus welchen Gründen auch immer – weder betonnt noch irgendwie anders gekennzeichnet sind. Wir durchforsteten alle an Bord verfügbaren Hafenführer und Törn-Guides, um uns schlau zu machen, bis mir irgendwann die Idee kam, einfach mal die Homepage des Ebeltoft Skudehavn anzuklicken – Internetzugang habe ich ja quasi immer, Iphone und Auslands-Datenpaket von 1&1 sei dank. Jedenfalls gab es eine prima Anleitung für die Einfahrt in die Marina, nach der wir uns problemlos richten konnten.

Den Ansteuerungskurs von 104° hatten wir schon auf dem Kompass, als wir plötzlich über Funk von Lyngby Radio gerufen wurden. „Elbkind, Elbkind – Lyngby Radio kalder!“ Huch – was war denn nun los? Waren tatsächlich wir gemeint? Hektisch drückte ich Thue die Handfunke in die Hand – in Krisensituationen unterhalte ich mich nämlich lieber in meiner Muttersprache, und nicht auf dänisch oder englisch, Funkzertifikat hin oder her 😉 Im Gespräch stellte sich heraus, dass in unserer Nähe angeblich ein Segelschiff auf Grund gelaufen war und Hilfe benötigte. Wir wurden nun von Lyngby Radio um Unterstützung gebeten, denn wir waren nicht weit von der Unglücksstelle entfernt. Konzentriert suchte ich die Umgebung mit dem Fernglas ab, aber leider ohne Erfolg – es war kein Schiff auszumachen, das sich in einer Notlage befand. Thue hinterließ vorsichtshalber seine Handynummer bei Lyngby Radio, damit sich das Rescue Center ggfs. noch einmal bei uns melden konnte, aber gehört haben wir nichts mehr.

Wir erreichten die schöne Marina „Skudehavn“, die uns Hein Mück unterwegs noch per What’s App an’s Herz gelegt hatte, am späten Nachmittag. Zur Abwechslung stand mal eine ältere Dame auf dem Steg, die unsere Vorderleinen annahm.

Grenå-Ebeltoft (mit kleinen AIS-Aussetzern)
Route Grenå -> Ebeltoft (mit kleinen AIS-Aussetzern..)

Die Skudehavn Marina, vom Wasser aus gesehen
Die Skudehavn Marina, vom Wasser aus gesehen

Abends latschten wir zu Fuß durch das hübsche Städtchen, und zur Abwechslung gab’s mal wieder Pizza im Gastgarten eines kleinen italienischen Restaurants. Ja, Ihr habt richtig gehört – wir konnten sogar mal draußen sitzen…

Schon am nächsten Tag gab es wieder Regen wie aus Eimern und jede Menge Wind – von früh bis spät. Wir verbrachten den Tag notgedrungen unter Deck und es wurde gelesen, gelesen und zur Abwechslung auch mal gelesen. An dieser Stelle möchte ich mich mal ganz offiziell darüber beschweren, dass mein Mann NIE irgendwelche Spiele mit mir spielt! Dabei haben wir sogar ein buntes Sortiment an Gesellschaftsspielen mit an Bord: Scrabble, Skip-Bo, Kniffel, Memory… Ich spiele nämlich für mein Leben gern, ganz egal, ob ich gewinne oder verliere. Während unserer Zeit in Shanghai habe ich sogar ganze Tage lang Mahjong gespielt! Thue weigert sich aber standhaft, weil er Angst hat, dass er gnadenlos von mir abgezockt wird – er kann nämlich nur sehr schlecht verlieren. Ich habe ja noch immer die leise Hoffnung, dass Julia uns im Laufe dieses Sommers ein paar Tage an Bord besucht. Dann wird gespielt bis zum Abwinken! Und Thue kann lesen, bis er schwarz wird. Ha!

Aber zurück zu Ebeltoft: Am Mittwoch stand die Besichtigung der Fregatte „Jylland“ auf unserem Programm, dem längsten noch erhaltenen Holzschiff der Welt. Gebaut 1862, war sie eines der ersten Kriegsschiffe, das außer mit Segelkraft auch mit Dampf angetrieben werden konnte, und so auf eine Spitzengeschwindigkeit von flotten 12 kn kam. 1864 war die „Jylland“ an der Schlacht bei Helgoland beteiligt, in der es darum ging, die dänische Seeblockade in deutschen Häfen zu beenden.

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Aus der Zeit gefallen…

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Unser kleiner Ausflug startete mit einem Frühstück im Restaurant „Karen’s Køkken“, direkt gegenüber dem Eingangsbereich zur „Jylland“ gelegen. Ein toller Tip für alle Segler und Ebeltoft-Besucher! Nur selten hatten wir so einen tollen Start in den Tag. Der Kaffee war frisch gebrüht, die Brombeermarmelade „økologisk“, die knusprigen Brötchen noch warm aus dem Ofen und dazu gab’s 3 leckere Käsesorten und italienische Salami…Dazu der Ausblick aufs Wasser und das alte Schiff – wir konnten es gerade noch aushalten. 😉

Anschließend inspizierten wir (vor allen Dingen Thue!) alle Decks der „Jylland“ ausgiebig und nahmen anschließend an einer Kanonen-Vorführung teil (ganz aktiv dabei: Thue, siehe Bild!). Mit echtem Knall und Ohren zuhalten!

Thue mit vollem Körpereinsatz!
Thue mit vollem Körpereinsatz!

Anschließend zogen wir weiter ins Glasmuseum, das nur einen Katzensprung entfernt liegt. Besonders beeindruckt hat uns der „kosmische Raum“ des färöischen Künstlers Tróndur Patterson. Sein Kunstobjekt ist „begehbar“: in Strumpfsocken steht man in einem quadratischen Kasten aus bunt gefärbtem Glas mit verspiegeltem Fußboden und kann sich kaum noch rühren, weil man total fasziniert ist von der Vielfalt und der Kraft dieser Farben. Eine geniale Idee!

Gefangen in einer faszinierenden Welt der Farben...
Der „kosmische Raum“

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Anschließend schauten wir zwei Glasbläsern in ihrer Werkstatt bei der Herstellung einer Glaskaraffe zu. Das war nicht nur interessant, sondern auch ziemlich warm! Eins ist sicher: wäre ich von Beruf Glasbläser, würde ich meinen Arbeitstag definitiv nur in Shorts und Trägertop überstehen!

Abends kehrten wir im Restaurant „Stockfleth“ ein, dessen Name uns irgendwie an Zuhause erinnerte. Wer kennt ihn nicht, den Stockflethweg in Hamburg-Langenhorn? Das Essen war hervorragend. Thue entschied sich für ein „Stjerneskud“, ein traditionelles dänisches Fischgericht, und für mich gab es Moules Frites. Beim Bezahlen am Tresen fiel unser Blick auf einen lustigen Text an der Wand, den der nette Koch uns gern auch noch einmal persönlich präsentierte:

Der sympathische Koch im Restaurant
Der sympathische Koch im Restaurant „Stockfleth“. Ob das sein Motto ist?

Am Donnerstag warteten wir noch immer darauf, dass Wind und Regen endlich nachließen. Im Kurgartenschritt (Thue hat schließlich „Knie“, und ich neuerdings „Rücken“) gondelten wir durch das süße Städtchen mit seinen windschiefen, uralten Häuschen und schmalen Straßen mit Kopfsteinpflaster.

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An einem Restaurant stießen wir auf diesen Spruch:

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Heißt auf deutsch: Ins Restaurant zu gehen, ist wie verheiratet zu sein: wenn man sieht, was die anderen bekommen, möchte man eigentlich auch viel lieber das haben! Mit freundlichen Grüßen, Rechtsanwalt S. Cheidung.

In Ebeltoft jagte irgendwie ein Gag den nächsten. Einfach herrlich, dieser dänische Humor! Besonders schön fand ich auch diese Deko im Fenster einer Zahnarztpraxis. Das passt doch irgendwie wie die Faust aufs Auge, oder??

Haribo macht Kinder froh, und Zahnärzte ebenso!
Haribo macht Kinder froh, und Zahnärzte ebenso!

Donnerstagabend erwischten wir tatsächlich mal eine Stunde Windstille und Abendsonne im Cockpit.  Und endlich konnte die Ukulele rausgekramt werden! Bis jetzt hatten die klammen Finger immer verhindert, dass mal ein bisschen Lagerfeuer-Romantik aufkam…

Endlich - it's Uke-Time!
Endlich – it’s Uke-Time!

Quallen bis zum Abwinken im Hafenbecken von Ebeltoft. Der Festkörpergehalt des Wassers lag bei ca. 90%!
Quallen bis zum Abwinken im Hafenbecken von Ebeltoft. Der Festkörpergehalt des Wassers lag bei ca. 90%!

Am Freitagmorgen brachen wir schon früh Richtung Middelfahrt auf. Ein langer Törn lag vor uns – fast 60 sm. Ausnahmsweise hatten wir den Wind mal auf unserer Seite, und auch die Sonne ließ sich endlich wieder blicken. Da lacht das Seglerherz!

Thue in voller Segel-Montur
Thue in voller Segel-Montur

Segel und Himmel aus der Gammel-Perspektive (also liegend im Cockpit) aufgenommen...
Segel und Himmel aus der Gammel-Perspektive (also liegend vom Cockpit aus) aufgenommen

Wir waren froh, dass wir ein Reff ins Groß gebunden hatten, und gelegentlich musste auch die Fock eingerollt werden, damit sich das Elbkind nicht allzu sehr auf die Backe legte. Nach 9 Stunden Rauschefahrt machten wir endlich im Nyhavn in Middelfart fest.

Unsere Route von Ebeltoft nach Middelfart
Unsere Route von Ebeltoft nach Middelfart – wundert Euch nicht über eventuelle Lücken – unser AIS spinnt zwischendurch gerne mal und nimmt sich eine kleine Auszeit…

Nur kurze Zeit später saßen wir im Café Razz direkt am kleinen Belt – das ist mittlerweile schon obligatorisch, wenn wir Middelfart sind. Wir genehmigten uns einen leckeren Burger mit Chili und Jalapeños, dazu gab’s ein Carlsberg und leckeren Rotwein. Herrlich! Wir freuten uns über den erfolgreichen Segeltag – den längsten in der gesamten Zeit. Und ich war so groggy, dass ich sofort in die Koje plumpste, als wir zurück an Bord waren!

Besuch einer Schwanen-Großfamilie im Nyhavn von Middelfart
Besuch einer Schwanen-Großfamilie im Nyhavn von Mitddelfart

Am nächsten Morgen machten wir uns nach einem gemütlichen Frühstück im Cockpit auf nach Dyvig. 35 sm lagen vor uns, und damit die letzte Etappe unseres 5 1/2 wöchigen Segeltörns. Diesmal hatten wir kaum Wind, und den direkt von vorn, so dass die Segel heute leider eingepackt blieben und der Motor die ganze Zeit lief. Die Fahrt durch den kleinen Belt war wie immer traumhaft schön – auch, wenn die Sonne sich heute rar machte.

Um 16.15 h hatten wir unser Ziel erreicht – bei schönstem Sonnenschein liefen wir in unseren Heimathafen Dyvig ein. Maren und Christian erwarteten uns (dank AIS-Überwachung :-)) schon, standen auf dem Steg und nahmen unsere Leinen entgegen. Wieder „zuhause“ zu sein – das fühlte sich mal wieder richtig gut an nach so langer Zeit unterwegs!

Unser vorerst letzter Törn nach Dyvig
Unser vorerst letzter Törn nach Dyvig

Da sind wir wieder! Das Elbkind in seinem Heimathafen Dyvig.
Da sind wir wieder! Das Elbkind in seinem Heimathafen Dyvig.