Update 2022: Brücken-Öffnungszeiten in Sønderborg (Kong Christian X’s Bro)

Ahoi Ihr Lieben!

Die Segelsaison 2022 rückt näher und einige Early Birds unter Euch steigen schon langsam in die Törnplanung ein. Deshalb möchten wir Euch hier wieder mit allen wichtigen Infos zur Klappbrücke in Sønderborg versorgen.

Übrigens – fragt Euch nicht, ob mit Eurem Plotter irgendwas nicht stimmt, Ihr einen Knick in der Linse habt oder ob vielleicht der Kompass spinnt, sobald die Brücke in Sicht kommt. Schon von Weitem springt nämlich ihre ganz neue Optik ins Auge, sie leuchtet jetzt in einem freundlichen Sonnengelb ☀️. 

Grund dafür: Die diesjährige Tour de France startet in Kopenhagen. Dänemark hat als eines der fahrradfreundlichsten Länder der Welt das weltgrößte Radrennen zu Gast. Am 3. Juli 2022 führt die dritte Etappe über eine Strecke von 182 km von Vejle nach Sønderborg. An diesem Tag bleibt die Klappbrücke in Sønderborg von 10 bis 20 Uhr geschlossen. Für alle, die das Thema interessiert: nähere Infos findet Ihr hier.

Mittlerweile ist wohl den meisten Lesern aufgefallen, dass auf unserem Blog schon länger keine Törnberichte erschienen sind. Dafür gibt es viele Gründe, insbesondere berufliche. Dazu kommt, dass wir in letzter Zeit meistens in Gegenden unterwegs waren, über deren Häfen und Sehenswürdigkeiten wir früher schon berichtet haben. Bei Instagram sind wir aber unter elbkind_on_tour auch in Zukunft mit kurzen „Segel-Häppchen“ zu finden und freuen uns dort auf den Austausch mit Euch.

Schon heute wünschen wir Euch eine schöne Segelsaison, fair winds, jede Menge Sonnenschein und natürlich immer eine handbreit Wasser unterm Kiel.

Nun aber zu den Brücken-Öffnungszeiten. Zuerst einige Infos zu geplanten Sperrungen:

Bis zum 31. Mai 2022 werden an der Brücke Wartungsarbeiten durchgeführt. Deshalb ist die Durchfahrt durch das seitliche Brückenfach in Richtung Als nicht möglich (achtet auf gelbe Markierungen). Die Klappbrücke funktioniert aber wie gewohnt.

Vom 25. – 29. April 2022 ist die gesamte Brücke gesperrt, eine Durchfahrt ist nicht möglich.

Sofern keine anderslautenden Bestimmungen vorliegen, können Schiffe täglich zu folgenden Zeiten die Brücke kostenlos passieren.

1. April bis 31. Oktober:
Montags bis freitags: 
06:38, 08:38, 09:38, 10:38, 11:38, 12:38, 13:38, 14:38, 15:38, 16:38, 17:38, 18:38, 19:38, 20:38, 21:38 h
Samstags, Sonn- und Feiertage: 06:38, 07:38, 08:38, 09:38, 10:38, 11:38, 12:38, 13:38, 14:38, 15:38, 16:38, 17:38, 18:38, 19:38, 20:38, 21:38 h.
In den Monaten Juli und August wird die Brücke bei Bedarf auch jeweils auf Minutenzahl 01 geöffnet, diese Regelung gilt jedoch NICHT montags bis freitags um 07:01 und 08:01 Uhr.

1. November bis 31. März:
Montags bis freitags: 06:38, 08:38, 09:38, 10:38, 11:38, 12:38, 13:38, 14:38, 15:38 h
Samstags, Sonn- und Feiertage: 06:38, 07:38, 08:38, 09:38, 10:38, 11:38, 12:38, 13:38, 14:38, 15:38 h

Alle Angaben sind ohne Gewähr. Die Informationen haben wir der Internetseite „Den Danske Havnelods“ entnommen und sie für Euch vom Dänischen ins Deutsche übersetzt.

Nützliche Informationen zur Brücke:

Name: Kong Christian X’s Bro

Brückentyp: Zweiflügelige Klappbrücke

Brückenlänge: 170 m

Durchfahrtshöhe: 5 m bei normalem Wasserstand unterhalb der klappbaren Brückenelemente.

Durchfahrtsbreite: 30 m pro Klappfach

Nachts sind die Brückenpfeiler der Durchfahrtsöffnung mit einem roten Blinkzeichen (alle 3 Sek.) auf der Backbordseite und einem grünen Blinkzeichen (alle 3 Sek.) auf der Steuerbordseite gekennzeichnet.

Strömung:

Die Strömung verläuft normalerweise schwach nördlich, kann aber durch Wind und Wetter bis zu 3 kn stark sein und die Durchfahrt erschweren.

Durchfahrt:

Jedes Schiff, das die Brücke passieren möchte, sollte einen Anker bereithalten, der klar zum Fallen ist. Ferner müssen alle erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um eine Kollision mit der Brücke durch Anker, Takelage, Außenborder etc. zu vermeiden.

Wenn mehrere Schiffe die Brückenöffnung gleichzeitig von derselben Seite passieren, haben Schiffe unter Segel Vorrang vor Schiffen unter Maschine.

Alle Schiffe, die mit einem Motor ausgestattet sind, sind verpflichtet, diesen während der Durchfahrt zu verwenden.

Innerhalb einer Entfernung von 250 m auf beiden Seiten der Brücke dürfen Schiffe lediglich mit einer Geschwindigkeit fahren, die zur Aufrechterhaltung der Manövrierfähigkeit erforderlich ist.

So lange die Durchfahrtsignale nicht sichtbar sind, ist aufgrund von Kollisionsgefahr ein Abstand von 100 m zur Brücke einzuhalten.

Befugnisse des Brückenwärters:

Falls der Straßenverkehr es erfordert, hat der Brückenwärter die Befugnis, die Durchfahrt der Schiffe bis zu einer Stunde lang zurückzuhalten.

Der Brückenwärter kann die Durchfahrt von Schiffen ablehnen, wenn nach seiner Einschätzung Gefahren für die Sicherheit der Brücke bestehen. Normalerweise wird die Durchfahrt abgelehnt, wenn die Windgeschwindigkeit 20 m/s. überschreitet. Im Zweifelsfall kann der Brückenwärter mit dem lokalen Lotsendienst verhandeln.

Sofern der Brückenwärter der Auffassung ist, dass die Durchfahrt nur unter Beachtung besonderer Vorsichtsmaßnahmen erfolgen kann, hat der Schiffsführer den Anweisungen des Brückenwärters Folge zu leisten.

Innerhalb eines Abstands von 250 m von der Brücke müssen Schiffe den Anweisungen des Brückenwärters folgen, um Schäden an der Brücke zu vermeiden.

Falls ein Schiff treiben sollte und die Gefahr einer Kollision mit der Brücke oder deren Schutzanlagen besteht, hat der Kapitän des Schiffes den Anweisungen des Brückenwärters so weit wie möglich Folge zu leisten, um Schäden zu vermeiden.

An der Brücke befindet sich eine digitale Anzeige, die auf die nächste Brückenöffnungszeit hinweist.

Für Sportboote, die nicht mit eigenem Motor gefahren oder gezogen werden, kann die Brücke nur zwischen 10.00 und 11.00 Uhr bzw. zwischen 18.00 und 19.00 Uhr geöffnet werden.

Während der Winterperiode ist die Brückenöffnung während der o.g. Zeiten kostenlos, sofern innerhalb der normalen Öffnungszeiten eine Vereinbarung mit der Brückenwache getroffen worden ist.

Schiffe, die die geschlossene Brücke durchfahren können (z.B. mit gelegtem Mast) können nicht verlangen, dass die Brücke für sie geöffnet wird.

Außerhalb der Öffnungszeiten können Handelsschiffe die Brücke kostenlos und Sportboote gegen Zahlung einer Gebühr passieren, sofern innerhalb der regulären Öffnungszeiten eine Absprache mit der Brückenwache erfolgt. Die Gebühr wird von der Gemeinde Sonderburg festgelegt. Die aktuellen Gebühren sind hier nachzulesen.

Kabel: 

Nördlich und südlich der Brücke befinden sich Kabelfelder, die mit Kabelbaken und Warnschildern gekennzeichnet sind.

Kommunikation:

Die Brückenwacht ist über VHF auf Kanal 16, telefonisch unter 0045 – 88 72 41 10 und per E-Mail unter vagtcentral@sonderborg.dk zu erreichen.

Schiffe, die die Brücke passieren möchten, müssen dies bei einer Entfernung von 0,5 sm von der Brücke angeben, oder aber folgendes Signal senden, sobald die Brücke in Sichtweite ist:

Tagsüber: Die internationale Signalflagge N (oder, falls nicht vorhanden, die Nationalflagge), auf halber Höhe gehisst, sowie ein langer und ein kurzer Ton mit Pfeife oder Nebelhorn.

Nachts: Weißes Licht vor dem Bug sowie einen langer und ein kurzer Ton mit Pfeife oder Nebelhorn.

Brückensignale:

Wenn ein Schiff oder Wasserfahrzeug signalisiert hat, dass die Öffnung der Brücke gewünscht ist, ist am östlichen Signalmast der Brücke folgendes Antwortsignal sichtbar (gilt Tag und Nacht):

1) Ein rotes, dauerhaftes Licht: Durchfahrt verboten

2) Zwei rote, blinkende Lichter: Die Brücke wird geöffnet für ein Schiff, das sich aus nördlicher Richtung nähert. Die Durchfahrt erfolgt nicht, bevor das unter Punkt 3 angegebene Signal erscheint.

3) Zwei rote, dauerhafte Lichter: das Schiff aus nördlicher Richtung kann die Brücke passieren

4) Zwei rote, blinkende Lichter: Die Brücke wird geöffnet für ein Schiff, das sich aus südlicher Richtung nähert. Die Durchfahrt erfolgt nicht, bevor das Signal unter Punkt 5 erscheint.

5) Drei rote, dauerhafte Lichter: das Schiff aus südlicher Richtung kann die Brücke passieren

6) 2 rote, dauerhafte Lichter und 3 rote, dauerhafte Lichter gleichzeitig:  Sportboote sowohl aus nördlicher als aus südlicher Richtung können die Brücke gleichzeitig auf eigene Gefahr passieren.

Sowohl tagsüber als auch nachts weist ein kräftiges Tonsignal darauf hin, dass die Brücke trotz des abgegebenen Signals für die Durchfahrt nicht geöffnet werden kann. Falls es die Umstände erlauben, wird das Signal für die Durchfahrt ebenfalls abgeschaltet.

Ausgenommen der unter 6) beschriebenen Umstände darf die Brückenöffnung jeweils ausschließlich von einem Schiff durchfahren werden.

Generelle Bestimmungen:

Das Festmachen an der Brücke bzw. deren Schutzvorrichtungen ist nicht gestattet. Ebenso ist es verboten, vom Schiff aus auf die Brücke zu besteigen und die Verwendung von Bootshaken in Verbindung mit der Brücke. Zuwiderhandlungen werden bestraft.

Kong Christian X’s Brücke befindet sich im Eigentum der Sønderborg Kommune.

Update 2021: Brücken-Öffnungszeiten in Sønderborg (Kong Christian X’s Bro)

A C H T U N G ! Hier geht’s zu den aktuellen Zeiten für die Saison 2022

Ahoi Ihr Lieben!

Wer hätte gedacht, dass der Corona-Spuk uns Segler und Wassersportler auch in diesem Jahr noch begleitet? Ganz ehrlich: ich nicht!

Trotz allem bleiben wir positiv und sind zuversichtlich, dass Segeln in Dänemark schon bald wieder möglich sein wird. Laut aktuellem Stand dürfen zumindest die Bootseigner mit Liegeplatz in Dänemark und Sommerhausbesitzer schon wieder nach Dänemark einreisen.

Auch in diesem Jahr habe ich die Öffnungszeiten der Kong Christian X’s  Bro in Sønderborg für Euch gecheckt. Bis auf einige kleine Änderungen im Text gelten dieselben Uhrzeiten wie in 2020.

Wie immer sind alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen haben wir der Internetseite „Den Danske Havnelods“ entnommen und sie für Euch vom Dänischen ins Deutsche übersetzt.

Auch in diesem Jahr wünschen wir Euch eine schöne Saison, fair winds ⛵️, viel Sonnenschein ☀️ und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel. Bleibt schön gesund und passt gut auf Euch auf!

Kong Christian X’s Bro

Brückentyp: Zweiflügelige Klappbrücke

Brückenlänge: 170 m

Durchfahrtshöhe:

5 m bei normalem Wasserstand unterhalb der klappbaren Brückenelemente.

Durchfahrtsbreite: 30 m pro Klappfach

Nachts sind die Brückenpfeiler der Durchfahrtsöffnung mit einem roten Blinkzeichen (alle 3 Sek.) auf der Backbordseite und einem grünen Blinkzeichen (alle 3 Sek.) auf der Steuerbordseite gekennzeichnet.

Strömung:

Die Strömung verläuft normalerweise schwach nördlich, kann aber durch Wind und Wetter bis zu 3 kn stark sein und die Durchfahrt erschweren.

Durchfahrt:

Jedes Schiff, das die Brücke passieren möchte, sollte einen Anker bereithalten, der klar zum Fallen ist. Ferner müssen alle erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um eine Kollision mit der Brücke durch Anker, Takelage, Außenborder etc. zu vermeiden.

Wenn mehrere Schiffe die Brückenöffnung gleichzeitig von derselben Seite passieren, haben Schiffe unter Segel Vorrang vor Schiffen unter Maschine.

Alle Schiffe, die mit einem Motor ausgestattet sind, sind verpflichtet, diesen während der Durchfahrt zu verwenden.

Innerhalb einer Entfernung von 250 m auf beiden Seiten der Brücke dürfen Schiffe lediglich mit einer Geschwindigkeit fahren, die zur Aufrechterhaltung der Manövrier-fähigkeit erforderlich ist.

So lange die Durchfahrtsignale nicht sichtbar sind, ist aufgrund von Kollisionsgefahr ein Abstand von 100 m zur Brücke einzuhalten.

Befugnisse des Brückenwärters:

Falls der Straßenverkehr es erfordert, hat der Brückenwärter die Befugnis, die Durchfahrt der Schiffe bis zu einer Stunde lang zurückzuhalten.

Der Brückenwärter kann die Durchfahrt von Schiffen ablehnen, wenn nach seiner Einschätzung Gefahren für die Sicherheit der Brücke bestehen. Normalerweise wird die Durchfahrt abgelehnt, wenn die Windgeschwindigkeit 20 m/sk. überschreitet. Im Zweifelsfall kann der Brückenwärter mit dem lokalen Lotsendienst verhandeln.

Wenn der Brückenwärter der Auffassung ist, dass die Durchfahrt nur unter Beachtung besonderer Vorsichtsmaßnahmen erfolgen kann, hat der Schiffsführer den Anweisungen des Brückenwärters Folge zu leisten.

Innerhalb eines Abstands von 250 m von der Brücke müssen Schiffe den Anweisungen des Brückenwärters folgen, um Schäden an der Brücke zu vermeiden.

Falls ein Schiff treiben sollte und die Gefahr besteht, dass es mit der Brücke oder deren Schutzanlagen kollidiert, muss der Kapitän des Schiffes den Anweisungen des Brückenwärters so weit wie möglich Folge leisten, damit Schäden an der Brücke vermieden werden.

Öffnungszeiten:

Sofern keine anderslautenden Bestimmungen vorliegen, können Schiffe täglich zu folgenden Zeiten die Brücke kostenlos passieren:

1. April bis 31. Oktober:

Montags bis freitags:

06.38, 08.38, 09.38, 10.38, 11.38, 12.38, 13.38, 14.38, 15.38, 16.38, 17.38, 18.38, 19.38, 20.38 und 21.38 Uhr

Samstags sowie sonn- und feiertags:

06.38, 07.38, 08.38, 09.38, 10.38, 11.38, 12.38, 13.38,14.38, 15.38, 16.38, 17.38, 18.38, 19.38, 20.38 und 21.38 Uhr

In den Monaten Juli und August kann der Brückenwärter, sofern er es für nötig erachtet, die Brücke außerdem zur Minutenzahl 01 öffnen – dies gilt jedoch nicht montags bis freitags um 07.01 und 08.01 Uhr.

1. November bis 31. März:

Montags bis freitags:

06.38, 08.38, 09.38, 10.38, 11.38, 12.38, 13.38, 14.38 und 15.38 Uhr

Samstags sowie sonn- und feiertags:

06.38, 07.38, 08.38, 09.38, 10.38, 11.38, 12.38, 13.38, 14.38 und 15.38 Uhr

An der Brücke befindet sich eine digitale Anzeige, die auf die nächste Brückenöffnungszeit hinweist.

Für Sportboote, die nicht mit eigenem Motor gefahren oder gezogen werden, kann die Brücke nur zwischen 10.00 und 11.00 Uhr bzw. zwischen 18.00 und 19.00 Uhr geöffnet werden.

Während der Winterperiode ist die Brückenöffnung während der o.g. Zeiten kostenlos, sofern innerhalb der normalen Öffnungszeiten eine Vereinbarung mit der Brückenwache getroffen worden ist.

Schiffe, die die geschlossene Brücke durchfahren können (z.B. mit gelegtem Mast) können nicht verlangen, dass die Brücke geöffnet wird.

Außerhalb der Öffnungszeiten können Handelsschiffe die Brücke kostenlos und Sportboote gegen Zahlung einer Gebühr passieren, sofern  innerhalb der regulären Öffnungszeiten eine Absprache mit der Brückenwache erfolgt. Die Gebühr wird von der Gemeinde Sonderburg festgelegt. Die aktuellen Gebühren sind hier nachzulesen: Gebühren Sonderburg Kommune

Kabel: nördlich und südlich der Brücke befinden sich Kabelfelder, die mit Kabelbaken und Warnschildern markiert sind.

Kommunikation:

Die Brückenwacht ist über VHF auf Kanal 16, telefonisch unter 0045 – 88 72 41 10 sowie per E-Mail unter vagtcentral@sonderborg.dk zu erreichen.

Schiffe, die die Brücke passieren möchten, müssen dies bei einer Entfernung von 0,5 sm von der Brücke angeben, oder aber folgendes Signal senden, sobald die Brücke in Sichtweite ist:

Tagsüber:

Die internationale Signalflagge N (oder, falls nicht vorhanden, die Nationalflagge), auf halber Höhe gehisst,  sowie ein langer und ein kurzer Ton mit Pfeife oder Nebelhorn.

Nachts:

Weißes Licht vor dem Bug sowie einen langer und ein kurzer Ton mit Pfeife oder Nebelhorn.

Brückensignale:

Wenn ein Schiff oder Wasserfahrzeug signalisiert hat, dass die Öffnung der Brücke gewünscht ist, sind am östlichen Signalmast der Brücke folgendes Antwortsignal sichtbar (gilt Tag und Nacht):

1) Ein rotes, dauerhaftes Licht: Durchfahrt verboten

2) Zwei rote, blinkende Lichter: Die Brücke wird geöffnet für ein Schiff, das sich aus nördlicher Richtung nähert. Die Durchfahrt erfolgt nicht, bevor das unter Punkt 3 angegebene Signal erscheint.

3) Zwei rote, dauerhafte Lichter: das Schiff aus nördlicher Richtung kann die Brücke passieren

4) Zwei rote, blinkende Lichter: Die Brücke wird geöffnet für ein Schiff, das sich aus südlicher Richtung nähert. Die Durchfahrt erfolgt nicht, bevor das Signal unter Punkt 5 erscheint.

5) Drei rote, dauerhafte Lichter: das Schiff aus südlicher Richtung kann die Brücke passieren

6) 2 rote, dauerhafte Lichter und 3 rote, dauerhafte Lichter gleichzeitig:  Sportboote sowohl aus nördlicher als aus südlicher Richtung können die Brücke gleichzeitig auf eigene Gefahr passieren.

Sowohl tagsüber als auch nachts weist ein kräftiges Tonsignal darauf hin, dass die Brücke trotz des abgegebenen Signals für die Durchfahrt nicht geöffnet werden kann. Falls es die Umstände erlauben, wird das Signal für die Durchfahrt ebenfalls abgeschaltet.

Ausgenommen der unter 6) beschriebenen Umstände darf die Brückenöffnung nur von einem Schiff zur Zeit durchfahren werden.

Generelle Bestimmungen:

Festmachen an der Brücke bzw. deren Schutzvorrichtungen ist nicht gestattet. Ebenso ist es verboten, vom Schiff aus auf die Brücke zu besteigen und die Verwendung von Bootshaken in Verbindung mit der Brücke. Zuwiderhandlungen werden bestraft.

Informationen zum Eigentum und für die Betriebsbedingungen der Brücke:

Kong Christian X’s Brücke befindet sich im Eigentum der Sønderborg Kommune.

Segeln in Dänemark – Was lange währt, wird endlich gut!

Ahoi Ihr Lieben!

Am 15. Juni 2020 hat das Warten endlich ein Ende! Einige von Euch haben die Info zum Thema Einreise nach Dänemark vielleicht schon bekommen; trotzdem möchten wir Euch die nachstehende Mitteilung der DSV-Kreuzerabteilung nicht vorenthalten.

Erling, unser Hafenmeister in Dyvig, hat uns gebeten, diese gute Nachricht, auf die viele von Euch in den letzten Wochen sehnlichst gewartet haben, in Seglerkreisen zu verbreiten. Das tun wir natürlich sehr gerne! 

Die dänische Botschaft in Berlin sowie die dänische Grenzpolizei bestätigt mündlich nach Rückfrage durch die DSV Kreuzer-Abteilung, dass ab 15. Juni eine touristisch motivierte Einreise für Deutsche, Isländer und Norweger wieder möglich ist.

Voraussetzung ist aber, dass eine Buchung für mindestens 6 Nächte vorgelegt werden kann. Diese Regelung gilt analog zu Campingplätzen und Ferienwohnungen. Sportschiffer müssen die 6 Nächte jedoch nicht an einem Ort verbringen. Es können also in verschiedenen Häfen Reservierungen vorgenommen werden. Ausgenommen ist davon die Region Kopenhagen.

In Einzelfällen erteilt die dänische Polizei unter der Telefonnummer +45 7020 6044 Auskunft.

Eine Buchungsbestätigung stellt Euch unser Hafenmeister Erling gerne aus – Ihr erreicht ihn unter der Mailadresse havnemester@db-dyvig.dk

Viel Spaß beim Segeln und liebe Grüße von der elbkind-Crew ⛵️

 

Endlich ein „Impfstoff“ gegen Seepocken?

 

Ahoi Ihr Lieben!

Treue Follower dieses Blogs wissen, dass unser elbkind seinen Heimathafen in Dyvig hat. Ganz viele von Euch kennen und lieben dieses Kleinod auf der süddänischen Insel Als – eine wunderschöne Lagune mit etwas wärmerem Wasser und einem deutlich niedrigeren Salzgehalt als z.B. im Kleinen Belt. Leider aber auch der perfekte Nährboden für lästige Seepocken!

In der Vergangenheit haben wir ein Standard Antifoulingsystem verwendet und hatten auch nie Probleme mit Seepockenbefall am Rumpf. Unser Volvo Penta Faltpropeller aus Nibral wirkt allerdings wie ein Magnet auf die lästigen Viecher. Es ist sogar vorgekommen, dass schon einige Wochen nach dem Krantermin so viele Pocken auf dem Propeller saßen, dass wir kaum noch unter Motor aus der Bucht rausgekommen sind.

Schon seit einiger Zeit haben wir (also eigentlich Thue, in Fachkreisen auch Daniel Düsentrieb genannt) versucht, dieses Problem mit unterschiedlichsten Mitteln und Methoden in den Griff zu kriegen. Leider Fehlanzeige, die Ergebnisse waren immer wieder enttäuschend. Entweder sind die vielversprechenden Beschichtungen abgeplatzt, haben gar nicht gehalten oder sogar noch mehr Pocken angezogen. Das konnte so nicht weitergehen, es musste endlich eine vernünftige Lösung her.

Während der Wintermonate war dann reichlich Zeit, um einschlägige Magazine, das WWW und andere Quellen zu durchforsten und nach Alternativen zu suchen. Fündig geworden ist mein Skipper schließlich in Schweden. Weil er ja sowieso fast alles kann, spricht und versteht er auch schwedisch. „Svenska Kryssarklubben“ hatte eine Versuchsreihe mit Kupferbelägen auf Propellern durchgeführt und die Resultate sahen recht vielversprechend aus. Und zack war die Entscheidung getroffen. Nächster Versuch! Vor dem Saisonstart 2019 bekam unser Propeller einen Belag aus Kupfer verpasst.

Die Verkupferungs-Aktion hat freundlicherweise unser Lieblings-Bootsbauer in Nordborg für uns organisiert. Eine nur ca. 10 Mikron dicke Schicht sollte reichen um sicherzustellen, dass sich die beweglichen Teile des Faltpropellers trotz Kupferschicht noch frei bewegen konnten.

Im letzten Sommer waren wir rund 11 Wochen unterwegs und haben in dieser Zeit ca. 1.000 Seemeilen zurückgelegt – davon vielleicht 25 – 30% unter Motor. Während der Saison hatten wir sozusagen „vollen Schub“ vom Motor bzw. dem Propeller, d.h. ca. 6,6 Knoten bei 2.200 Umdrehungen. In dieser Zeit haben wir keine Vibrationen bemerkt – normalerweise ein eindeutiger Hinweis dafür, dass die lästigen Seepocken am Propeller ein neues Zuhause gefunden haben.

Im Detail sieht die Lösung so aus:

  1. Die Propeller-Nabe wurde mit normalem Antifouling behandelt – dasselbe Produkt, das wir auch für den Schiffsrumpf verwenden
  2. Die drei Propeller-Blätter wurden galvanisch verkupfert (mit ca. 10 Mikron reinem Kupfer).
  3. Die Opfer-Anode auf der Propeller-Narbe wurde entfernt, denn nur so kann die verkupferte Oberfläche Spuren von Kupfer freigeben und damit Wachstum verhindern.
  4. Die Isolation zwischen Propeller und Saildrive wurde überprüft, um sicherzustellen, dass keine galvanische Verbindung besteht – so wird Korrosion an Saildrive bzw. Opferanode verhindert.

Zugegeben, die Beschichtung aus reinem Kupfer wirkt im ersten Moment relativ teuer. Es sieht aber ganz danach aus, als wenn der größte Teil der Beschichtung die erste Saison gut überlebt hat. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Beschichtung mehrere Saisons halten wird. Und wenn mehrere Propeller gleichzeitig behandelt werden, könnte evtl. ein besserer Preis ausgehandelt werden.

Momentan möchten wir noch keine klare Empfehlung für diese „Impfmethode“ gegen Seepocken aussprechen, denn es ist noch zu früh zu beurteilen, ob es „Risiken oder Nebenwirkungen“ gibt. Aber grundsätzlich sind wir zuversichtlich und werden Euch auf jeden Fall wieder berichten, wenn unser Schiff wieder ins Winterlager geht.

image001
Propeller mit Seepockenbefall
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…mit Kupferbeschichtung
Propeller elbkind Saisonende 2019
… nach der ersten Saison

Update 2020: Brücken-Öffnungszeiten in Sønderborg (Kong Christian X’s Bro)

A C H T U N G ! Hier geht’s zu den aktuellen Zeiten für die Saison 2021

Ahoi Ihr Lieben!

Sind das nicht verrückte Zeiten gerade? Wir hoffen sehr, dass wir uns schon bald wieder ohne Einschränkungen zwischen Deutschland und Dänemark bewegen dürfen – auch auf dem Wasser.

Und weil wir optimistisch sind, dass das demnächst wieder so sein wird, kommen hier schon mal die aktuellen Öffnungszeiten der Kong Christian X’s  Bro in Sønderborg für Euch.. Wenn ich mich nicht verguckt habe, gibt es keine Veränderungen zum letzten Jahr.

Wie gewohnt gilt: alle Angaben sind ohne Gewähr. Die Informationen haben wir der Internetseite „Den Danske Havnelods“ entnommen und sie für Euch vom Dänischen ins Deutsche übersetzt.

Wir wünschen Euch eine schöne Saison, fair winds ⛵️, viel Sonnenschein ☀️ und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel. Bleibt schön gesund und passt auf Euch auf!

Kong Christian X’s Bro

Brückentyp: Zweiflügelige Klappbrücke

Brückenlänge: 170 m

Durchfahrtshöhe:

5 m bei normalem Wasserstand unterhalb der klappbaren Brückenelemente.

Durchfahrtsbreite: 30 m pro Klappfach

Nachts sind die Brückenpfeiler der Durchfahrtsöffnung mit einem roten Blinkzeichen (alle 3 Sek.) auf der Backbordseite und einem grünen Blinkzeichen (alle 3 Sek.) auf der Steuerbordseite gekennzeichnet.

Strömung:

Die Strömung verläuft normalerweise schwach nördlich, kann aber durch Wind und Wetter bis zu 3 kn stark sein und die Durchfahrt erschweren.

Durchfahrt:

Jedes Schiff, das die Brücke passieren möchte, sollte einen Anker bereithalten, der klar zum Fallen ist. Ferner müssen alle erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um eine Kollision mit der Brücke durch Anker, Takelage, Außenborder etc. zu vermeiden.

Wenn mehrere Schiffe die Brückenöffnung gleichzeitig von derselben Seite passieren, haben Schiffe unter Segel Vorrang vor Schiffen unter Maschine.

Alle Schiffe, die mit einem Motor ausgestattet sind, sind verpflichtet, diesen während der Durchfahrt zu verwenden.

Innerhalb einer Entfernung von 250 m auf beiden Seiten der Brücke dürfen Schiffe lediglich mit einer Geschwindigkeit fahren, die zur Aufrechterhaltung der Manövrier-fähigkeit erforderlich ist.

So lange die Durchfahrtsignale nicht sichtbar sind, ist aufgrund von Kollisionsgefahr ein Abstand von 100 m zur Brücke einzuhalten.

Befugnisse des Brückenwärters:

Falls der Straßenverkehr es erfordert, hat der Brückenwärter die Befugnis, die Durchfahrt der Schiffe bis zu einer Stunde lang zurückzuhalten.

Der Brückenwärter kann die Durchfahrt von Schiffen ablehnen, wenn nach seiner Einschätzung Gefahren für die Sicherheit der Brücke bestehen. Normalerweise wird die Durchfahrt abgelehnt, wenn die Windgeschwindigkeit 20 m/sk. überschreitet. Im Zweifelsfall kann der Brückenwärter mit dem lokalen Lotsendienst verhandeln.

Wenn der Brückenwärter der Auffassung ist, dass die Durchfahrt nur unter Beachtung besonderer Vorsichtsmaßnahmen erfolgen kann, hat der Schiffsführer den Anweisungen des Brückenwärters Folge zu leisten.

Innerhalb eines Abstands von 250 m von der Brücke müssen Schiffe den Anweisungen des Brückenwärters folgen, um Schäden an der Brücke zu vermeiden.

Falls ein Schiff treiben sollte und die Gefahr besteht, dass es mit der Brücke oder deren Schutzanlagen kollidiert, muss der Kapitän des Schiffes den Anweisungen des Brückenwärters so weit wie möglich Folge leisten, damit Schäden an der Brücke vermieden werden.

Während der Dienstzeit trägt der Brückenwärter eine Uniform oder eine Uniformmütze / Kappe, an der er zu erkennen ist.

Öffnungszeiten:

Der Kontakt zum Brückenwärter kann über VHF, Kanal 16, oder über Tel. 74 42 39 39 hergestellt werden.

Sofern keine anderslautenden Bestimmungen vorliegen, können Schiffe täglich zu folgenden Zeiten die Brücke kostenlos passieren:

1. April bis 31. Oktober:

Montags bis freitags:

06.38, 08.38, 09.38, 10.38, 11.38, 12.38, 13.38, 14.38, 15.38, 16.38, 17.38, 18.38, 19.38, 20.38 und 21.38 Uhr

Samstags sowie sonn- und feiertags:

06.38, 07.38, 08.38, 09.38, 10.38, 11.38, 12.38, 13.38,14.38, 15.38, 16.38, 17.38, 18.38, 19.38, 20.38 und 21.38 Uhr

In den Monaten Juli und August kann der Brückenwärter, sofern er es für nötig erachtet, die Brücke außerdem zur Minutenzahl 01 öffnen – dies gilt jedoch nicht montags bis freitags um 07.01 und 08.01 Uhr.

1. November bis 31. März:

Montags bis freitags:

06.38, 08.38, 09.38, 10.38, 11.38, 12.38, 13.38, 14.38 und 15.38 Uhr

Samstags sowie sonn- und feiertags:

06.38, 07.38, 08.38, 09.38, 10.38, 11.38, 12.38, 13.38, 14.38 und 15.38 Uhr

An der Brücke befindet sich eine digitale Anzeige, die auf die nächste Brückenöffnungszeit hinweist.

Für Sportboote, die nicht mit eigenem Motor gefahren oder gezogen werden, kann die Brücke nur zwischen 10.00 und 11.00 Uhr bzw. zwischen 18.00 und 19.00 Uhr geöffnet werden.

Während der Winterperiode ist die Brückenöffnung während der o.g. Zeiten kostenlos, sofern innerhalb der normalen Öffnungszeiten eine Vereinbarung mit der Brückenwache getroffen worden ist.

Schiffe, die die geschlossene Brücke durchfahren können (z.B. mit gelegtem Mast) können nicht verlangen, dass die Brücke geöffnet wird.

Außerhalb der Öffnungszeiten können Handelsschiffe die Brücke kostenlos und Sportboote gegen Zahlung einer Gebühr passieren, sofern  innerhalb der regulären Öffnungszeiten eine Absprache mit der Brückenwache erfolgt. Die Gebühr wird von der Gemeinde Sonderburg festgelegt. Die aktuellen Gebühren sind hier nachzulesen: Gebühren Sonderburg Kommune

Kabel: nördlich und südlich der Brücke befinden sich Kabelfelder, die mit Kabelbaken und Warnschildern markiert sind.

Kommunikation:

Die Brückenwacht ist über VHF auf Kanal 16 oder telefonisch unter 0045-74 42 39 39 zu erreichen.

Schiffe, die die Brücke passieren möchten, müssen dies bei einer Entfernung von 0,5 sm von der Brücke angeben, oder aber folgendes Signal senden, sobald die Brücke in Sichtweite ist:

Tagsüber:

Die internationale Signalflagge N (oder, falls nicht vorhanden, die Nationalflagge)  sowie ein langer und ein kurzer Ton mit Pfeife oder Nebelhorn.

Nachts:

Weißes Licht sowie einen langen und einen kurzen Ton mit Pfeife oder Nebelhorn.

Brückensignale:

Wenn ein Schiff oder Fahrzeug signalisiert hat, dass die Öffnung der Brücke gewünscht ist, sind am östlichen Signalmast der Brücke folgendes Antwortsignal sichtbar (gilt Tag und Nacht):

1) Ein rotes, dauerhaftes Licht: Durchfahrt verboten

2) Zwei rote, blinkende Lichter: Die Brücke wird geöffnet für ein Schiff, das sich aus nördlicher Richtung nähert. Die Durchfahrt erfolgt nicht, bevor das Signal unter Punkt 3 erscheint.

3) Zwei rote, dauerhafte Lichter: das Schiff aus nördlicher Richtung kann die Brücke passieren

4) Zwei rote, blinkende Lichter: Die Brücke wird geöffnet für ein Schiff, das sich aus südlicher Richtung nähert. Die Durchfahrt erfolgt nicht, bevor das Signal unter Punkt 5 erscheint.

5) Drei rote, dauerhafte Lichter: das Schiff aus südlicher Richtung kann die Brücke passieren

6) 2 rote, dauerhafte Lichter und 3 rote, dauerhafte Lichter gleichzeitig:  Sportboote sowohl aus nördlicher als aus südlicher Richtung können die Brücke gleichzeitig auf eigene Gefahr passieren.

Sowohl tagsüber als auch nachts weist ein kräftiges Tonsignal darauf hin, dass die Brücke trotz des abgegebenen Signals für die Durchfahrt nicht geöffnet werden kann. Falls es die Umstände erlauben, wird das Signal für die Durchfahrt ebenfalls abgeschaltet.

Ausgenommen der unter 6) beschriebenen Umstände darf die Brückenöffnung nur von einem Schiff zur Zeit durchfahren werden.

Generelle Bestimmungen:

Festmachen an der Brücke bzw. deren Schutzvorrichtungen ist nicht gestattet. Ebenso ist es verboten, vom Schiff aus auf die Brücke zu besteigen und die Verwendung von Bootshaken in Verbindung mit der Brücke. Zuwiderhandlungen werden bestraft.

Informationen zum Eigentum und für die Betriebsbedingungen der Brücke:

Kong Christian X’s Brücke befindet sich im Eigentum der Sønderborg Kommune.

Update 2019: Brücken-Öffnungszeiten in Sønderborg (Kong Christian X’s Bro)

A C H T U N G! Hier geht’s zum Update für die Saison 2020

Ahoi Ihr Lieben!

Nun wird es aber wirklich höchste Zeit für einen neuen Beitrag, und wir fangen gleich mit den wichtigen Themen an. Wahrscheinlich habt Ihr Euch in letzter Zeit ab und zu gefragt, ob wir überhaupt noch leben. Die Antwort lautet JA! In den letzten Monaten ist bei uns einfach nicht besonders viel passiert. Jedenfalls nichts, was das Segeln betrifft. Aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr… 😉
Für die ganz Hartgesottenen unter Euch hat die Segelsaison 2019 ja schon wieder begonnen, und deshalb kommen hier die aktuellen Öffnungszeiten und alle relevanten Infos für die Brücke in Sønderborg – auf dänisch wird sie übrigens  „Kong Christian X’s Bro“ genannt.
Wie gewohnt gilt: alle Angaben sind ohne Gewähr. Die Informationen haben wir der Internetseite „Den Danske Havnelods“ entnommen und sie für Euch vom Dänischen ins Deutsche übersetzt.
Wir wünschen Euch eine traumhafte Saison, fair winds ⛵️, viel Sonnenschein ☀️ und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel!
Kong Christian X’s Bro
Brückentyp: Zweiflügelige Klappbrücke
Brückenlänge: 170 m
Durchfahrtshöhe: 5 m bei normalem Wasserstand unterhalb der klappbaren Brückenelemente.
Durchfahrtsbreite: 30 m pro Klappfach
Nachts sind die Brückenpfeiler der Durchfahrtsöffnung mit einem roten Blinkzeichen (alle 3 Sek.) auf der Backbordseite und einem grünen Blinkzeichen (alle 3 Sek.) auf der Steuerbordseite gekennzeichnet.
Strömung:
Die Strömung verläuft normalerweise schwach nördlich, kann aber durch Wind und Wetter bis zu 3 kn stark sein und die Durchfahrt erschweren.
Durchfahrt:
Jedes Schiff, das die Brücke passieren möchte, sollte einen Anker bereithalten, der klar zum Fallen ist. Ferner müssen alle erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um eine Kollision mit der Brücke durch Anker, Takelage, Außenborder etc. zu vermeiden.
Wenn mehrere Schiffe die Brückenöffnung gleichzeitig von derselben Seite passieren, haben Schiffe unter Segel Vorrang vor Schiffen unter Maschine.
Alle Schiffe, die mit einem Motor ausgestattet sind, sind verpflichtet, diesen während der Durchfahrt zu verwenden.
Innerhalb einer Entfernung von 250 m auf beiden Seiten der Brücke dürfen Schiffe lediglich mit einer Geschwindigkeit fahren, die zur Aufrechterhaltung der Manövrier-fähigkeit erforderlich ist.
So lange die Durchfahrtsignale nicht sichtbar sind, ist aufgrund von Kollisionsgefahr ein Abstand von 100 m zur Brücke einzuhalten.
Befugnisse des Brückenwärters:
Falls der Straßenverkehr es erfordert, hat der Brückenwärter die Befugnis, die Durchfahrt der Schiffe bis zu einer Stunde lang zurückzuhalten.
Der Brückenwärter kann die Durchfahrt von Schiffen ablehnen, wenn nach seiner Einschätzung Gefahren für die Sicherheit der Brücke bestehen. Normalerweise wird die Durchfahrt abgelehnt, wenn die Windgeschwindigkeit 20 m/sk. überschreitet. Im Zweifelsfall kann der Brückenwärter mit dem lokalen Lotsendienst verhandeln.
Wenn der Brückenwärter der Auffassung ist, dass die Durchfahrt nur unter Beachtung besonderer Vorsichtsmaßnahmen erfolgen kann, hat der Schiffsführer den Anweisungen des Brückenwärters Folge zu leisten.
Innerhalb eines Abstands von 250 m von der Brücke müssen Schiffe den Anweisungen des Brückenwärters folgen, um Schäden an der Brücke zu vermeiden.
Falls ein Schiff treiben sollte und die Gefahr besteht, dass es mit der Brücke oder deren Schutzanlagen kollidiert, muss der Kapitän des Schiffes den Anweisungen des Brückenwärters so weit wie möglich Folge leisten, damit Schäden an der Brücke vermieden werden.
Während der Dienstzeit trägt der Brückenwärter eine Uniform oder eine Uniformmütze / Kappe, an der er zu erkennen ist.
Öffnungszeiten:
Der Kontakt zum Brückenwärter kann über VHF, Kanal 16, oder über Tel. 74 42 39 39 hergestellt werden.
Sofern keine anderslautenden Bestimmungen vorliegen, können Schiffe täglich zu folgenden Zeiten die Brücke kostenlos passieren:
1. April bis 31. Oktober:
Montags bis freitags:
06.38, 08.38, 09.38, 10.38, 11.38, 12.38, 13.38, 14.38, 15.38, 16.38, 17.38, 18.38, 19.38, 20.38 und 21.38 Uhr
Samstags sowie sonn- und feiertags:
06.38, 07.38, 08.38, 09.38, 10.38, 11.38, 12.38, 13.38,14.38, 15.38, 16.38, 17.38, 18.38, 19.38, 20.38 und 21.38 Uhr

In den Monaten Juli und August kann der Brückenwärter, sofern er es für nötig erachtet, die Brücke außerdem zur Minutenzahl 01 öffnen – dies gilt jedoch nicht montags bis freitags um 07.01 und 08.01 Uhr.1. November bis 31. März:

Montags bis freitags:
06.38, 08.38, 09.38, 10.38, 11.38, 12.38, 13.38, 14.38 und 15.38 Uhr
Samstags sowie sonn- und feiertags:

06.38, 07.38, 08.38, 09.38, 10.38, 11.38, 12.38, 13.38, 14.38 und 15.38 Uhr

An der Brücke befindet sich eine digitale Anzeige, die auf die nächste Brückenöffnungszeit hinweist.

Für Sportboote, die nicht mit eigenem Motor gefahren oder gezogen werden, kann die Brücke nur zwischen 10.00 und 11.00 Uhr bzw. zwischen 18.00 und 19.00 Uhr geöffnet werden.
Während der Winterperiode ist die Brückenöffnung während der o.g. Zeiten kostenlos, sofern innerhalb der normalen Öffnungszeiten eine Vereinbarung mit der Brückenwache getroffen worden ist.
Schiffe, die die geschlossene Brücke durchfahren können (z.B. mit gelegtem Mast) können nicht verlangen, dass die Brücke geöffnet wird.
Außerhalb der Öffnungszeiten können Handelsschiffe die Brücke kostenlos und Sportboote gegen Zahlung einer Gebühr passieren, sofern  innerhalb der regulären Öffnungszeiten eine Absprache mit der Brückenwache erfolgt. Die Gebühr wird von der Gemeinde Sonderburg festgelegt. Die aktuellen Gebühren sind hier nachzulesen: Gebühren Sonderburg Kommune
Kabel: nördlich und südlich der Brücke befinden sich Kabelfelder, die mit Kabelbaken und Warnschildern markiert sind.
Kommunikation:
Die Brückenwacht ist über VHF auf Kanal 16 oder telefonisch unter 0045-74 42 39 39 zu erreichen.
Schiffe, die die Brücke passieren möchten, müssen dies bei einer Entfernung von 0,5 sm von der Brücke angeben, oder aber folgendes Signal senden, sobald die Brücke in Sichtweite ist:
Tagsüber:
Die internationale Signalflagge N (oder, falls nicht vorhanden, die Nationalflagge)  sowie ein langer und ein kurzer Ton mit Pfeife oder Nebelhorn.
Nachts:
Weißes Licht sowie einen langen und einen kurzen Ton mit Pfeife oder Nebelhorn.
Brückensignale:
Wenn ein Schiff oder Fahrzeug signalisiert hat, dass die Öffnung der Brücke gewünscht ist, sind am östlichen Signalmast der Brücke folgendes Antwortsignal sichtbar (gilt Tag und Nacht):
1)

Ein rotes, dauerhaftes Licht: Durchfahrt verboten

2)

Zwei rote, blinkende Lichter: Die Brücke wird geöffnet für ein Schiff, das sich aus nördlicher Richtung nähert. Die Durchfahrt erfolgt nicht, bevor das Signal unter Punkt 3 erscheint.

3)

Zwei rote, dauerhafte Lichter: das Schiff aus nördlicher Richtung kann die Brücke passieren

4)

Zwei rote, blinkende Lichter: Die Brücke wird geöffnet für ein Schiff, das sich aus südlicher Richtung nähert. Die Durchfahrt erfolgt nicht, bevor das Signal unter Punkt 5 erscheint.

5)

Drei rote, dauerhafte Lichter: das Schiff aus südlicher Richtung kann die Brücke passieren

6)

2 rote, dauerhafte Lichter und 3 rote, dauerhafte Lichter gleichzeitig:  Sportboote sowohl aus nördlicher als aus südlicher Richtung können die Brücke gleichzeitig auf eigene Gefahr passieren.
Sowohl tagsüber als auch nachts weist ein kräftiges Tonsignal darauf hin, dass die Brücke trotz des abgegebenen Signals für die Durchfahrt nicht geöffnet werden kann. Falls es die Umstände erlauben, wird das Signal für die Durchfahrt ebenfalls abgeschaltet.
Ausgenommen der unter 6) beschriebenen Umstände darf die Brückenöffnung nur von einem Schiff zur Zeit durchfahren werden.
Generelle Bestimmungen:
Festmachen an der Brücke bzw. deren Schutzvorrichtungen ist nicht gestattet. Ebenso ist es verboten, vom Schiff aus auf die Brücke zu besteigen und die Verwendung von Bootshaken in Verbindung mit der Brücke. Zuwiderhandlungen werden bestraft.
Informationen zum Eigentum und für die Betriebsbedingungen der Brücke:
Kong Christian X’s Brücke befindet sich im Eigentum der Sønderborg Kommune.

Der Name ist Programm!

Ahoi, Ihr Lieben!

Der Herbst ist da, draußen gießt es wie aus Eimern und wir sitzen abends wieder zuhause auf dem Sofa und genehmigen uns das eine oder andere Gläschen Rotwein. Die Segelsaison 2018 ist irgendwie an uns vorbeigerauscht, seit Anfang Oktober steht unser elbkind wieder im Winterlager. Seit mein Skipper und ich zusammen segeln, haben wir noch nie einen so schönen Sommer an Bord erlebt. Schade nur, dass wir das Traumwetter kaum zum Segeln nutzen konnten – America Family first! Auf jeden Fall hat uns elbkind gute Dienste als „Hotelschiff“ in Dänemark geleistet – Hafencamping in Dyvig hieß das Stichwort. Im kommenden Jahr werden wir dann hoffentlich auch wieder zu längeren Törns aufbrechen können.

In meinem Beitrag über Kalvø habe ich Euch ja schon von den lustigen Schiffsnamen erzählt, die sich so mancher Eigner für seinen schwimmenden Untersatz einfallen lässt. Der Phantasie (und dem Humor!) sind dabei wirklich keine Grenzen gesetzt. Wenn wir über die Stege im Hafen schlendern, begegnen uns gelegentlich echte Knaller, und wir sind vom Einfallsreichtum der Leute immer wieder begeistert. Irgendwann bin ich mal auf die Idee gekommen, eine kleine Fotogalerie mit lustigen Schiffsnamen anzulegen, und jetzt möchte ich meine Schnappschüsse endlich mit Euch teilen. Also, es geht los!

Alkohol scheint bei der Namenssuche häufig eine wichtige Rolle zu spielen. Ginfizz, Whisky, Cuba Libre, Barolo… Es geht kreuz quer durch die Spirituosenabteilung. Da fällt es dann gar nicht mehr schwer, das Lieblingsgetränk des Skippers zu erraten.

 

Auch die Schiffsform wird bei der Vergabe des Namens gern berücksichtigt. Hier kommen zwei weniger elegante Beispiele. Aber ein Schiff hat eben keine Taille..😜

Das Thema Entspannung ist im Zusammenhang mit Schiffen und Booten natürlich immer ganz vorne mit dabei:

Oder auch das, was in der Kombüse zubereitet wird. Spiegeleier zum Beispiel. 😄

sunny side up

Ein Skipper, dessen Schiff sein allerbester Kumpel ist, der mit ihm durch Dick und Dünn segelt, gibt ihm selbstverständlich auch einen richtigen Vornamen. Siegfried, Wilfried…. Bootfried!

Bootfried

Hinter so manchem Schiffsnamen versteckt sich ganz sicher auch eine besondere Geschichte. In der Marina von Fåborg haben wir ein Schiff entdeckt (leider habe ich kein Foto gemacht), das den dänischen Namen „fruens vilje“ trägt; übersetzt bedeutet das „Wille der Ehefrau“. Da fängt man natürlich an zu überlegen. Wahrscheinlich hat der Skipper nach langen Diskussionen mit seiner Gattin irgendwann zähneknirschend dem Kauf des Schiffes zugestimmt, obwohl er viel lieber ein ganz anderes Modell gekauft hätte. Unser Bootsbauer behauptet ja steif und fest, dass es im Zweifelsfall sowieso die Frauen sind, die entscheiden, ob und vor allen Dingen welches Schiff angeschafft wird. Ich denke, da könnte was dran sein. Oder was meint Ihr?

Aye Ma'am

Zum Schmunzeln und irgendwie berührend fand ich auch den folgenden Namen. Wer weiß, wie lange der Skipper schon von diesem Schiff geträumt hat und vielleicht darauf sparen musste, bis sein Traum dann endlich in Erfüllung gegangen ist?

NaEndlich

Dänemark-Freunde, Powershopper und Kenner der dänischen Sprache haben den nächsten Namen natürlich sofort übersetzt: „udsalg„, das bedeutet „Ausverkauf“. Da geht ja sofort wieder mein Kopfkino los. Vielleicht war das Schiff ja ein Schnäppchen und sein Eigner hat es richtig günstig geschossen?

Udsalg

Kurz vor Schluss noch ein kleines Namen-Potpourri zum Schmunzeln:

Ausgerechnet den lustigsten Schiffsnamen der uns jemals begegnet ist, habe ich leider nicht fotografiert. War ja klar – Murphys Law! Wenn ich mich richtig erinnere, ist uns die Yacht vor ein paar Jahren im Hafen vom Troense im Svendborg Sund begegnet. Das Schiff hieß tatsächlich „fünfter Regentag„! Wir haben uns kaputtgelacht, denn wer Segelurlaub in der dänischen Südsee macht, kann von Regenwetter natürlich ein Lied singen. Stabiles Sommerwetter wie in diesem Jahr ist da ja eher die Ausnahme. Und was macht man, wenn es tagelang nicht aufhört zu regnen? Ganz einfach! Man macht es sich mit der Crew unter Deck gemütlich, mischt die Karten und spielt die nächste Runde…

maumau

 

Kalvø – Liebe auf den ersten Blick 💝

 

Ahoi Ihr Lieben!

Vielleicht habt Ihr Euch in letzter Zeit schon gefragt, was eigentlich los ist bei uns. Irgendwie schon so lange nix gehört?! Das stimmt, aber dass seit einiger Zeit Funkstille auf dem elbkind-Blog herrscht, hat natürlich gute Gründe. Unsere betagten Mamas werden nicht jünger, deshalb haben wir beschlossen, in diesem Jahr mal keinen wochen- oder sogar monatelangen Sommertörn zu machen, sondern in der Nähe zu bleiben, um uns zwischendurch immer mal ein bisschen kümmern zu können. Und weil wir von Segelzielen in der Umgebung hier auf dem Blog ja schon ausführlich erzählt haben, gibt’s gerade nicht so viel Neues von uns.

Ein weiterer Grund für die Blogpause, das muss ich wohl zugeben, ist natürlich auch dieser Wahnsinns-Sommer. Wer hat bei DEM Traumwetter schon Lust, mit dem Laptop auf dem Schoß an Bord zu sitzen und Blogbeiträge zu tippen, statt bei sommerlichen Temperaturen mit dem Skipper und anderen Seglern irgendwo im Hafen zu sitzen, zu klönen, zu grillen und ein Bierchen zu zischen? Also ich jedenfalls nicht! Es war so herrlich kurzweilig in den vergangenen Wochen: immerzu haben wir liebe Segelfreunde und -Bekannte getroffen und viele gemütliche und lustige Stunden verbracht. Blogbeitrag schreiben? Och nö, das muss doch jetzt nicht sein, dachte ich mir und hab‘ mir einfach hitzefrei gegeben. ☀️

Wohin könnte man denn mal segeln, wenn man in der Nähe bleiben will? Das war die große Frage. Minitörns nach Årø, Middelfart, Fåborg, Sønderborg, Langballigau und Flensburg sind natürlich immer eine Option, und da sind wir auch gewesen. Oder wir sind gleich morgens mit frischen Brötchen vom Havnekiosk zur Ankerboje nach Varnæs Vig gesegelt, haben an Bord gefrühstückt, uns im Cockpit gesonnt, sind zur Abkühlung ab und zu mal ins Wasser gesprungen (natürlich nie ohne den obligatorischen Feuerquallen-Check) und ein paar Runden ums Schiff geschwommen. Ihr glaubt ja gar nicht, wie gut es sich anfühlt, wenn man mitten in der Hauptsaison gegen 17.00 Uhr völlig entspannt wieder im Heimathafen einläuft und weiß, dass ein freier Liegeplatz auf einen wartet. Die Segler unter Euch wissen jetzt wahrscheinlich genau, was ich meine. 😉 Der Kampf um die Hafenplätze ist für uns in diesem Sommer zum Glück ein Fremdwort. Und das hat wirklich was, ein riesiger Pluspunkt!

Auch das beliebte Hafencamping in Dyvig hat seinen Charme nicht verloren. Relaxen, ein bisschen Yoga auf dem Hügel und dabei den traumhaften Blick über die Bucht genießen, stundenlang im Cockpit lesen, Spaziergänge nach Mjels Vig machen oder lauschige Abende im Hafen mit netten Leuten verbringen, die wir hier immer wieder kennenlernen – das kann gar nicht langweilig werden. Wir haben unser elbkind einfach als schwimmendes Ferienhaus genutzt.

Aber es stand auch ein neues Ziel auf unserer To-Do-Liste, wir wollten nämlich endlich mal nach Kalvø segeln. Ich kann wirklich nicht mehr zählen, wie oft andere Segler uns schon von dieser idyllischen kleinen Insel vorgeschwärmt hatten. Trotzdem haben wir es irgendwie in den letzten sieben (!) Jahren nicht geschafft, auch selbst mal hinzusegeln. Frag mich nicht, warum. Dabei liegt Kalvø quasi gleich um die Ecke, nur ca. 10 sm von Dyvig entfernt. Jetzt war die Gelegenheit da, und ich bin so froh, dass wir uns endlich aufgerafft haben – ich war nämlich sofort schockverliebt!

Kalvø ist nur 17 ha groß, hat um die 10 Bewohner und liegt am Ende der Genner Bucht nördlich des Åbenrå Fjords und der Halbinsel Løit. Die Insel ist durch einen Damm mit dem Festland verbunden. Besonders tief ist der Inselhafen nicht, deshalb haben wir unterwegs lieber noch mal unseren „Havnelods“ befragt und uns entschieden, gleich am ersten Steg festzumachen. Sicher ist sicher, denn je weiter man in den Hafen reinfährt, desto flacher wird es.

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Elbkind in Kalvø am Steg

Einen Hafenmeister gibt es nicht auf Kalvø, nur ein kleines Häuschen mit viel Infomaterial über die Insel und einen Automaten zum Bezahlen des Liegegelds haben wir vorgefunden. Wie ein freundlicher Herr im Hafen meinem Skipper erläuterte, klappern ehrenamtliche Mitglieder des Segelvereins abends die Stege ab, um sich zu vergewissern, dass die Gastlieger auch ordnungsgemäß eine Hafenmarke gekauft haben. So kann man’s auch machen.

In Sichtweite des Hafens liegen das Kalvø Badehotel und ein maritimes Museum, das aber leider geschlossen hatte. Es ist im ehemaligen Herrenhaus des Schiffsreeders Jørgen Bruhns untergebracht, der die Insel 1847 gekauft und eine der größten Schiffswerften der damaligen ZeIt errichtet hat.

Der „Kalvøstien“, ein gut befestigter Inselrundweg, hat uns auf unserer Erkundungstour durch abwechslungsreiche Natur mit Wald-, Feld- und Wiesenlandschaften und vorbei an grasenden Kühen geführt. Die natürlichen Bedingungen auf Kalvø sind für Wasservögel ideal, sie finden hier ausreichend Futter und können im Natur- und Wildreservat in Ruhe ihren Nachwuchs aufziehen. Der Spazierweg bietet verschiedene Aussichtspunkte mit Blick über Insel und Wasser, gemütliche kleine Rastplätze mit Tischen und Bänken und einen Steinpark mit Findlingen. Rund eine Stunde haben wir gebraucht, um die Insel zu Fuß zu umrunden.

Vom Spazierweg aus konnten wir einen ausgiebigen Blick auf die „Imme Sejr“ werfen. Sie ist ein Nachbau des Wikingerschiffs „Erantis“. Mehr Idylle geht doch wirklich nicht, oder?

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Wikingerschiff „Imme Sejr“

Abends haben wir – natürlich! – gegrillt. Das Grillen ist ja nach dem Segeln quasi der zweite Nationalsport der Dänen. So lange es nicht in Strömen gießt, wird bei uns gegrillt. Es gibt im Hafen von Kalvø einige Tische und Bänke mit Blick auf die Stege. Im Laufe des Abends füllte sich der Hafenplatz mit unzähligen auf Hochglanz polierten Oldtimern. Wir saßen mit vollem Mund mitten im Geschehen und hatten jede Menge zu gucken, stundenlang war richtig Halligalli im Hafen. Das Oldtimertreffen findet in den Sommermonaten übrigens immer montags statt. Ach ja, und immer dienstags treffen sich die Motorradfans. Wer’s also eher ruhig und friedlich mag, sollte vielleicht lieber an einem anderen Wochentag nach Kalvø segeln.

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Übrigens muss man sich als Segler darauf einstellen, dass es in Kalvø weder einen Laden noch einen Hafenkiosk gibt. Was bedeutet, dass man sowohl seine Frühstücksbrötchen als auch sämtlichen anderen Proviant mit an Bord haben sollte, wenn man sich Kalvø als Ziel ausgeguckt hat.

Falls es tatsächlich mal regnen sollte (was ja in diesem Sommer selten bis nie vorkommt) bietet die „Sejlerstue“ im Hafen einen schönen Treffpunkt. Dort gibt es einen Aufenthaltsraum, eine Küche und Waschmaschine und Trockner. Der Garten hinterm Haus ist mit einem Grill und mit Pergolawänden und hohen Hecken ausgestattet, hinter denen man Windschutz finden kann.

Wenn wir zu Gast in fremden Häfen sind, bummeln wir gern mal über die Stege und sehen uns alle Schiffe an. In Kalvø haben wir uns köstlich amüsiert, als uns dieser Schiffsname begegnet ist. Ist das nicht herrlich, was sich so mancher Bootseigner einfallen lässt? Ich muss unbedingt irgendwann noch mal einen Blogbeitrag zu diesem Thema schreiben, das wird garantiert lustig. „Hendes und Laurits“ (frei übersetzt: gehört ihr und Laurits) ist jedenfalls ein Musterbeispiel für den typisch dänischen, trockenen Humor, den ich so sehr mag.

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Wir haben zwar nur eine Nacht im Hafen von Kalvø verbracht, aber ich bin zuversichtlich, dass es nicht besonders lange dauern wird, bis wir wiederkommen. So eine junge Liebe muss schließlich gepflegt werden! 💝

Postkarte aus Dyvig

Ahoi, Ihr Lieben!

Habt Ihr Lust auf eine kleine Anekdote aus dem Jahr 2011? Ich kann mich noch ziemlich gut an einen grauen, nasskalten Nachmittag im Februar erinnern. Wir hatten gerade unser erstes Schiff, eine Nordborg 32, bestellt und fuhren anschließend zusammen mit unserem Bootsbauer von der Nordborg-Werft runter nach Dyvig. Mein Skipper war nämlich fest entschlossen, Dyvig Bådelaug zu unserem Heimathafen zu machen. Jetzt musste nur noch Hafenmeister Christian davon überzeugt werden, uns einen Liegeplatz zu geben – Dyvig war schon damals bei Festliegern sehr beliebt und freie Boxen waren Mangelware. Ich habe mir zwar nichts anmerken lassen, aber als wir die kleine Straße zur Dyvig Bucht runterfuhren, habe ich mir im Stillen nichts sehnlicher als eine Absage gewünscht. Wie trist und trostlos der Hafen aussah! Nur vereinzelt dümpelte ein einsames Boot am Steg, und der Platz vor den Servicegebäuden war zugestellt mit Schiffen, die unter Plastikplanen ihren Winterschlaf hielten. Ganz ehrlich: hätte ich damals einen Wunsch frei gehabt, wäre mir ein Liegeplatz in Sønderburg viel lieber gewesen. Dort gab es unzählige Kneipen, nette Boutiquen mit schicken dänischen Klamotten und Restaurants in fußläufiger Nähe, und außerdem war im Yachthafen garantiert mehr los als in Dyvig. Wahrscheinlich habt Ihr es schon erraten – es kam alles anders.

Bei einem typisch dänischen, informellen Gespräch im Hafenmeisterbüro (das mich eigentlich eher an eine verräucherte Kellerkneipe auf St. Pauli erinnerte) war Thues Frage nach einem Liegeplatz im Handumdrehen beantwortet. Ein kurzer Blick in eine schrabbelige, handgeschriebene Liste reichte aus, dann zeigte Christians Daumen auch schon nach oben. Einfach so und ohne dass wir irgendwelche Antragsformulare ausfüllen mussten, hatten wir einen Liegeplatz am Steg 4. Ich war platt! Klar, der Unterschied zwischen deutscher und dänischer Bürokratie ist riesengroß, aber SO formlos und unbürokratisch hatte ich mir das Ganze dann doch nicht vorgestellt. Meinen Traum vom Liegeplatz in Sønderborg konnte ich also genau in diesem Moment abhaken, denn wenn sich mein Skipper (Sternzeichen Stier, keine weiteren Fragen!) erstmal was in den Kopf gesetzt hat, ist Widerstand sowieso zwecklos. Seufz!

Einige Wochen später war unser erstes elbkind fertig, wurde zu Wasser gelassen und am Karfreitag bei Traumwetter getauft. Und in diesem Moment erwachte sie, meine Liebe zu Dyvig, und mir wurde klar, warum Thue ausgerechnet diesen Hafen für uns ausgesucht hatte. Bei Sonnenschein und blauem Himmel sah plötzlich alles ganz anders aus. Die liebliche Natur rund um den Hafen war aus dem Winterschlaf erwacht und der fröhliche, immer gut gelaunte Hafenmeister eroberte mein Herz im Sturm. Außerdem lagen am Steg 4 außer uns auch andere nette Nordborg-Yachties, mit denen wir uns schnell angefreundet haben. Dyvig wurde für uns eine Art zweites Zuhause  – der Heimathafen der Herzen. Und ich gebe ehrlich zu: Die Boutiquen und Restaurants in Sønderborg haben mir bis heute nicht eine Sekunde lang gefehlt – im Gegenteil: Dyvig ist der perfekte Ort, um die Seele mal richtig baumeln zu lassen, und das ist für viele von uns doch wesentlich in Zeiten von Laptops, Smartphones und Social Media. (Obwohl: blitzschnelles WLAN gibt es in Dyvig inzwischen auch, und diesen Beitrag schreibe ich an Bord. Erwischt! 😉)

Ein paar Jahre später ging Christian in den Ruhestand, und damit wurde alles anders. Die Atmosphäre im Hafen veränderte sich, alles wirkte seltsam seelenlos und nicht wenige Segler, die früher hauptsächlich wegen Christian nach Dyvig gekommen waren, blieben einfach weg. Gleich zwei Hafenmeisterinnen, die Christians Nachfolge angetreten hatten, warfen unerwartet schnell das Handtuch. Der Hafenkiosk blieb geschlossen. Und obwohl sich die Mitglieder des Segelclubs wenigstens um die Reinigung der sanitären Anlagen kümmerten, war klar, dass so schnell wie möglich Abhilfe geschaffen werden musste. Denn auch in Seglerkreisen verbreiten sich schlechte Nachrichten leider in Windeseile…

Im Frühjahr 2017 war es dann so weit – endlich ein Lichtstreif am Horizont! Die Geschicke des Hafens wurden in die Hände von Erling und Helle gelegt, und seitdem sind unsere Sorgenfalten verschwunden. Wir fühlen uns wieder pudelwohl in Dyvig, denn es ist deutlich spürbar, mit wie viel Liebe zum Detail die Hafenanlage nun gehegt und gepflegt wird. Ach, übrigens: die beiden sprechen gut deutsch. 🤗

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Helle und Erling

Der Hafenkiosk wurde umgestaltet und bietet wirklich alles, was das Seglerherz begehrt. Frühstücksbrötchen können am Vortag bestellt werden, außerdem gibt es frisches Brot und zuckersüße dänische Kuchen-Kalorienbomben. Neuerdings bieten Erling und Helle sogar das lokale  „Fuglsang“ Bier an – frisch gezapft vom Fass. Vor dem Hafenkiosk laden Tische und Stühle mit Sonnenschirmen nach einem harten Segeltag zu einer Pause ein.

Wer ein paar Kräuter für Salat oder Quark braucht, darf sich gern gratis an Helles „Kräuterboot“ bedienen. Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Pfefferminze – was darf’s sein?

Kräuterboot
Helles Kräuterboot

Und es gibt noch mehr Verbesserungen im Hafen. Ein Beispiel sind die sanitären Anlagen, die etwas in die Jahre gekommen waren. Sie haben eine Runderneuerung bekommen und sehen wieder sauber und gepflegt aus.

Badezimmer
Badezimmer in Dyvig

Das absolute Highlight im Hafen ist die neue Grillterrasse mit Plexiglas-Windschutz und Sonnenschirmen. Mit großem Einsatz, Herz und Sachverstand haben hilfreiche Hände aus dem Segelclub diesen neuen Treffpunkt für Segler geschaffen. Bei schönem Wetter feuert Erling am frühen Abend den Gemeinschaftsgrill an und die Einweggrills dürfen ganz umweltfreundlich in der Backskiste bleiben. Besonders für uns „Dauer-Griller“ ist das ein unbezahlbarer Service! Der neu angelegte Kinderspielplatz mit Schaukeln, Rutsche, Klettergerüst und Wipptieren liegt in Sicht- und Rufweite. So können Mama und Papa den lauen Sommerabend ganz entspannt bei Grillwürstchen und Bier genießen und haben gleichzeitig den Nachwuchs beim Spielen immer im Blick. Ein gut durchdachtes Konzept.

Außerdem ganz neu: Leihfahrräder! Für 20 dänische Kronen pro Tag kann man bei Erling einen grünen Drahtesel ausleihen und unterstützt damit gleichzeitig eine örtliche Einrichtung für Behinderte, deren Bewohner sich um die Wartung der Fahrräder kümmern.

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Nicht neu, aber trotzdem erwähnenswert: In Dyvig gibt es Waschmaschine und Trockner und ein Bücher-Tauschregal, auf dem Ausgelesenes abgestellt und / oder kostenlos mitgenommen werden kann. Für mein Foto habe ich einen ungünstigen Zeitpunkt erwischt; normalerweise ist die Auswahl an Büchern deutlich größer. Außerdem gibt es ein geräumiges Zelt für Segler, in dem auch dann gemütlich zusammengesessen und gegrillt werden kann, wenn der Himmel mal grau ist und ein paar Regentropfen fallen.

Wir möchten Euch wirklich ans Herz legen, in dieser Saison mal wieder in Dyvig vorbeizuschauen – es lohnt sich! Entgegen anderer Gerüchte ist Dyvig übrigens nicht nur Clubmitgliedern vorbehalten, sondern freut sich sehr über Gastsegler. Und wenn es Euch in unserem Lieblings-Heimathafen genau so gut gefällt wie uns, dürft Ihr das auch gern weitererzählen, damit auch mal wieder „Good News“ die Runde machen. 🤗

Wir wünschen Euch eine tolle Segelsaison, und dass das Wetter weiter so traumhaft bleibt wie im Mai. See you in Dyvig, bis bald!

Eure elbkinder ⛵️☀️

Update 2018: Öffnungszeiten der Brücke in Sonderburg (Kong Christians den X’s. Bro)

A C H T U N G! Hier geht’s zum Update für die Saison 2019

Ahoi Ihr Lieben!

Im Juni 2017 haben wir Euch über die neuen Öffnungszeiten für die Klappbrücke in Sønderborg (dänisch: Kong Chr. den X´s. Bro) informiert. Schnell zeigte sich, dass das Thema viele Segler interessierte, der Beitrag wurde so häufig angeklickt wie kein anderer auf unserem Blog! Aber nichts ist so alt wie die Info vom letzten Jahr – in 2018 gibt es ein paar kleine Änderungen:

Öffnungszeiten:

Während der Sommerperiode vom 1. April bis 31. Oktober ist die Brücke zwischen 6.30 und 22.00 Uhr „bemannt“,  in der Winterperiode vom 1. November bis zum 31.März zwischen 6.30 und 15.45 Uhr.

Die erste Durchfahrt im Sommer ist um 6.35 Uhr möglich, die letzte um 21.35 Uhr bzw. im Winter um 15.35 Uhr.

Die Uhrzeit für die nächste Öffnung wird jeweils im Display am Brückenpfeiler angezeigt.

Vom 1. April bis 31. Oktober (Montag bis Freitag):

6.38 Uhr, 8.38 Uhr, 9.38 Uhr, 10.38 Uhr, 11.38 Uhr, 12.38 Uhr, 13.38 Uhr, 14.38 Uhr, 15.38 Uhr, 16.38 Uhr, 17.38 Uhr, 18.38 Uhr, 19.38 Uhr, 20.38 Uhr, 21.38 Uhr.

Vom 1. April bis zum 31. Oktober (Samstags und Sonn- und Feiertage):

6.38 Uhr, 7.38 Uhr, 8.38 Uhr, 9.38 Uhr, 10.38 Uhr, 11.38 Uhr, 12.38 Uhr, 13.38 Uhr, 14.38 Uhr, 15.38 Uhr, 16.38 Uhr, 17.38 Uhr, 18.38 Uhr, 19.38 Uhr, 20.38 Uhr, 21.38 Uhr.

Sofern der Brückenwärter es für notwendig hält, wird die Brücke in den Monaten Juli und August auch jeweils auf Minutenzahl 01 geöffnet, ausgenommen sind an Werktagen die Zeiten 7.01 Uhr und 8.01 Uhr.

In der Zeit vom 1. November bis 31. März wird die Brücke montags bis freitags jeweils stündlich in der Zeit von 6.38 Uhr (ausgenommen 7.38 Uhr) bis 15.38 Uhr geöffnet.

Öffnungszeiten samstags, sonntags und an Feiertagen: jeweils stündlich in der Zeit zwischen 6.38 Uhr und 15.38 Uhr.

Wer die Brücke außerhalb der genannten Öffnungszeiten passieren möchte, wird mit 300 dänischen Kronen für die Durchfahrt zur Kasse gebeten.

Der Brückenwärter kann während der Öffnungszeiten über Funk auf dem VHF Kanal 16 oder telefonisch unter (0045) 74 42 39 39 kontaktiert werden. Wir empfehlen Euch aufgrund unserer Erfahrungen aber eher den telefonischen Kontakt. 😉

Durchfahrtshöhe:

Die Durchfahrtshöhe beträgt bei geschlossener Brücke im Klappfach je nach Wasserstand ca. 4,5 m, im schmaleren Brückenfach westlich des Klappbrückenbereiches ca. 6 m.

Alle Angaben haben wir dem „danske havnelods“  entnommen. Irrtümer sind vorbehalten.

Throwback nach Årø, auf geht’s zum schnellsten Hafenmeister Dänemarks!

Ahoi Ihr Lieben! Die Zeit von Oktober bis April zieht sich ja irgendwie immer wie Kaugummi. Gefühlt war dieser Winter so lang wie noch keiner vorher. Aber der Frühling naht, morgens wird man schon wieder von Vogelgezwitscher geweckt, im April ist endlich Krantermin in Dyvig und wir freuen uns schon wie Bolle auf die neue Segelsaison.

Die Wartezeit bis zum Saisonstart vertreiben wir uns gern mit Throwbacks in die letzte Saison. „Weißt Du noch?“ heißt dann die Überschrift. Dass das Wetter letztes Jahr im großen und ganzen ein Reinfall war, haben wir natürlich schon längst wieder verdrängt. Das hat die Natur eigentlich ganz gut eingerichtet: es muss nur genug Zeit vergehen, bis man sich irgendwann nur noch an die schönen Erlebnisse erinnert.

Neulich ist uns Olaf wieder eingefallen, vielleicht kennen ihn einige von Euch ja sogar. Wahrscheinlich ist er der schnellste Hafenmeister Dänemarks. In der Hauptsaison flitzt Olaf auf seinem kleinen Elektroscooter oft mit Endgeschwindigkeit über die Stege von Årøs Hafen, wenn es mal wieder ganz schnell gehen muss. Wer erst gegen Abend im (meistens vollen) Hafen einläuft, dem weist Olaf nämlich oft noch einen Liegeplatz zu. Das nenne ich mal serviceorientiert! Wäre doch schön, wenn man als Gastlieger auch in anderen Häfen so freundlich empfangen werden würde und nicht erst stundenlang alle Stege abklappern müsste, bis man endlich eine passende Box gefunden hat.

Für uns hat Olaf im letzten Sommer mit seinem Flitzer sogar eine Extra-Runde gedreht, schaut Euch mal dieses kleine Filmchen an. Wir haben uns köstlich amüsiert.

Vor einigen Jahren hat Olaf seine ‚Karriere‘ als Wirt von „Årøs Perle“ – einer Kombination von Kiosk und Restaurant im Hafen – begonnen und mittlerweile auch den Posten des Hafenmeisters übernommen. Wer Appetit auf Bratfisch aus der Pfanne hat, ein kühles Bierchen vom Fass zischen, ein Eis schlecken oder einfach nur die Frühstücksbrötchen für den nächsten Morgen bestellen möchte, ist bei Olaf und seinem Team an der richtigen Adresse. In der Segelsaison werden außerdem jede Menge „Special Events“ wie z.B. Aal-Essen satt oder Jazz angeboten, überhaupt gibt es häufig Live-Musik in Årøs Hafen.

Årø's Perle

Für die lieben Kleinen geht der Spaß im Inselhafen gleich nach dem Anlegen los: zuerst  im Hafenbecken Krebse fangen und die Krabbeltiere anschließend auf der krabbevæddeløbsbane um die Wette laufen lassen, das hat was von Bullerbü. Eine weitere Attraktion des Hafens ist die Giraffen-Hüpfburg. Kleine Gäste, die es lieber ruhiger mögen, können sich auf dem Kinderspielplatz gleich nebenan vergnügen. In der Zwischenzeit gleiten die Großen vor Årøs Perle bei einem kühlen Bier vom Fass mit nettem Blick über den Hafen langsam in den Hygge-Modus über. Sonnenuntergang at it’s best!

Ein Besuch auf Årø lohnt sich immer – und das nicht nur, um Olaf in Aktion zu beobachten. Die idyllische Insel mitten im Kleinen Belt ist ja bekanntlich eins unserer Lieblingsziele. Wer nicht auf eigenem Kiel herkommt, nimmt einfach die Fähre von Årøsund und ist ein paar Minuten später schon am Ziel. Die Insel ist nur vier mal drei Kilometer groß und schnell erkundet. Wer wenig Lust zum Laufen und keine Bordfahrräder dabei hat, kann sich bei Årøs Perle oder beim Restaurant Brummers Gård unweit des Hafens auch Fahrräder oder ein Golfcart ausleihen.

Mein Skipper hat einige Jahre seiner Kindheit in der Nähe von Årøsund verbracht. Wenn wir im Inselhafen festmachen, fühlt es sich für ihn jedes Mal ein bisschen an wie Nachhausekommen. Zum Glück liegt Årø nur einen Steinwurf von unserem Heimathafen Dyvig entfernt und bietet sich für kürzere Segeltörns an. Für uns ist die süße Insel ein ideales Ziel für die Vor- und Nachsaison. Nun sind es nur noch ein paar Wochen, und unser Seglerherz fängt schon langsam wieder an zu puckern… ♥️

Das Segler-Winter-Highlight: die „boot“ in Düsseldorf

Ahoi, Ihr Lieben!

Nun wird es aber wirklich Zeit, dass ich mal wieder etwas von mir hören lasse – mein letzter Beitrag stammt aus dem Dezember. 😳 Aber ich bin entschuldigt, denn ein trauriger Anlass in der Familie hat mich in den letzten Wochen ganz schön in Atem gehalten. In dieser aufreibenden Zeit hatte ich wirklich andere Dinge im Kopf als Blogposts zu schreiben. Abends war ich froh, wenn ich nur noch auf dem Sofa gammeln und mich von der Flimmerkiste berieseln lassen konnte. Unseren Andalusien-Urlaub mussten wir leider auch sausen lassen, dabei hatten wir uns auf die vierwöchige Winter-Auszeit und die frühlingshaften Temperaturen schon riesig gefreut. Aber so ist es nun mal – Family first, jetzt kommen hoffentlich wieder bessere Zeiten und normalerweise sind Segler um diese Jahreszeit ja sowieso im Winterschlaf. Wenigstens die Eindrücke von unserem Besuch auf der Boots- und Wassersportmesse „boot“ in Düsseldorf möchte ich aber mit Euch teilen – die war zwar schon im Januar, aber besser spät als nie!

Von der letzten Hanseboot in Hamburg waren wir ziemlich enttäuscht, deshalb war unsere Vorfreude auf die boot auch besonders groß. Eigentlich sogar doppelt so groß, denn wir konnten unseren Ausflug mit einem Besuch bei lieben Freunden in Kevelaer verbinden. Angelika und Jürgen haben wir während unserer Zeit in Shanghai kennengelernt (ist das tatsächlich schon wieder 8 Jahre her??) und wir sehen uns sowieso viel zu selten!

An einem kalten Sonntagmorgen im Januar ging es nach dem Frühstück los in Richtung Niederrhein. Wir hatten Glück – ausnahmsweise gab es mal keinen Regen, nur wenige Baustellen, nicht einen einzigen Stau und nur vereinzelt LKWs auf der Autobahn. Das ist ja schon mal ein dickes Kreuz im Kalender wert. ❌ Pünktlich zur Kaffeezeit trudelten wir in Kevelaer ein und nahmen direkt am gedeckten Tisch Platz. Liebe Angelika, Dein American Cheesecake war einfach zum Dahinschmelzen! 😋

Später führte uns ein Spaziergang mit Labrador Sam (ein liebenswertes Shanghai-Mitbringsel auf vier Pfoten mit ausgeprägtem Kuschelbedürfnis) durch die Gemeinde. Für alle, die es noch nicht wussten: Kevelaer ist ein bekannter Wallfahrtsort und erzkatholisch. Der ehemalige Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst – wer kennt ihn nicht – ist ein Sohn der Stadt. Über Engel mit güldenem Haar am Straßenrand darf man sich in Kevelaer also nicht wundern. 😇

Abends wurde dann direkt weitergeschlemmt, frei nach dem Motto: „Natürlich machen wir Diät, aber doch nicht den ganzen Tag!“ hat Angelika uns mit einem leckeren 3-Gänge-Menü verwöhnt und es war deutlich spürbar, dass das Kochen keine lästige Pflicht, sondern eher große Leidenschaft für sie ist. Noch einmal ganz herzlichen Dank für Eure Gastfreundschaft, Ihr Lieben! Kost und Logis waren einfach perfekt und wir haben uns bei Euch wieder mal wie zuhause gefühlt. 😘

Am nächsten Morgen sind wir dann schon früh in Richtung Düsseldorf gestartet. Obwohl mein Skipper sich durch frühere Besuche schon ganz gut auf dem Messegelände auskannte, verließ ihn plötzlich sein Orientierungssinn und wir sind eine ganze Weile suchend auf den Parkplätzen rumgekurvt. Erst nachdem ich einen Ordner nach dem Weg gefragt hatte (Männer fragen ja grundsätzlich NIE!), haben wir Thues Wunsch-Parkplatz in einem Hotel in der Nähe des Messeeingangs schließlich gefunden. Ich bin da  ja recht unkompliziert, aber die Benutzung eines Shuttle-Busses kommt für meinen Skipper partout nicht in Frage. Versteh‘ einer die Männer…😉

Für mich war es der erste Besuch auf der boot und ich war beeindruckt, wie großzügig und weitläufig das Düsseldorfer Messegelände im Vergleich zur Hanseboot war. Alles wirkte gut organisiert, Gänge und Messestände waren überhaupt nicht überlaufen. Fairerweise muss ich aber sagen, dass wir uns bewusst für einen Messebesuch am Montag entschieden hatten, um dem Besucheransturm am Wochenende zu entgehen.

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Aufgekratzt streiften wir durch die Ausstellungshallen, staunten über überdimensionale Außenborder mit 400 und mehr Pferdestärken, ließen uns Leselampen und Bootspolster erklären, sammelten Prospektmaterial und besuchten Jan Ludwig am Stand von Mörer für einen kleinen Klönschnack. Uns sind Dinge begegnet, die uns völlig neu waren – wie zum Beispiel überdimensionale Luftmatratzen im Sesseldesign, die hinter dem Schiff hergeschleppt werden können – also Dinge, die der klassische Dänemark-Segler eigentlich nicht braucht. Trotzdem hat das Probesitzen Spaß gemacht. Und vielleicht sollte ich ja doch noch mal darüber nachdenken, denn eigentlich muss die Schleppleine ja nur lang genug sein. Dann könnte ich meinen Skipper immer dann aussetzen, wenn’s mir zu bunt oder zu eng wird und hätte im Cockpit zwischendurch mal meine Ruhe. 🙃

Probesitzen

Es ist wirklich erstaunlich, was dem ahnungslosen Wassersportler heutzutage gegen aufkommende Langeweile so alles angeboten wird. Guckt Euch z. B. mal diesen Wasserscooter an. Selbst das Schwimmen scheint heutzutage schon out zu sein, stattdessen lässt man sich von so einem Ding einfach durchs Wasser ziehen. Mein technikverrückter Skipper war natürlich sofort interessiert und ließ sich vom freundlichen Standpersonal alles genau erklären. Ich fragte mich derweil, was wohl Fische und andere Meeresbewohner dazu sagen würden, wenn sie sprechen könnten. 😳 Hm. Aber vielleicht bin ja auch nur altmodisch und völlig aus der Zeit gefallen?

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Nachdem Hände und Arme wieder trocken waren, trennten sich unsere Wege für eine Weile. Thue wollte nach nach einer Taucherausrüstung Ausschau halten und ich musste nach neuen Segelschuhen gucken. Meine Lieblingsschuhe, die ich gleich in zwei Farben gekauft hatte, waren nämlich zum Ende der letzten Saison vom Skipper disqualifiziert und von Bord verbannt worden. Unser Teakdeck hatte immer dann ziemlich gelitten, wenn ich mich an Deck schnell mal umdrehen musste. „Du und Deine Deckfräserschuhe, wir haben schon wieder ein Loch im Teakdeck!“ musste ich mir immer wieder anhören. Am Ende war ich einsichtig, Thue hatte schließlich nicht ganz Unrecht. Und außerdem: welche Frau lässt sich zweimal sagen, dass sie sich neue Schuhe kaufen soll? Meine Wahl fiel auf superleichte Segelschuhe (sogar reduziert!), und nun hat das Genörgel hoffentlich auch ein Ende. 😉

Währenddessen streifte Thue auf der Suche nach der Taucherausrüstung, die ja an Bord zur Beseitigung von Seepocken nicht fehlen darf, durch die Gänge. Das Richtige hat er zwar nicht gefunden, dafür aber umso mehr gesehen:

Insider unter Euch wissen wahrscheinlich, dass so ein Messebesuch auch schnell mal anstrengend werden kann. Nach etlichen Runden durch diverse Hallen waren unsere Füße irgendwann rund gelaufen – eine kleine Pause zwischendurch und ein bisschen was auf die Gabel konnten nicht schaden. Wir steuerten also eins der Messe-Restaurants an und stürzten uns ins Mittagsgedrängel. Während Thues Wahl spontan auf Pasta fiel, war ich ausnahmsweise mal vernünftig und entschied mich die Grünfutter-Variante. Nach der ausgiebigen Mittagspause ging es unseren Füßen wieder besser und wir konnten mit neuem Elan in die zweite Runde starten.

Mittagspause

Vorher blieb der Blick durchs Restaurantfenster aber noch an einer Oyster 745 hängen. LÜA: 74,7 Fuß, und gewählt zum „Best Luxury Cruiser 2018“, sehr beeindruckend. Vielleicht sollten wir doch mal Lotto spielen? Andererseits – mit so einem Dampfer findet man in der Hauptsaison in Dänemark sowieso keinen Hafenplatz und unser elbkind bietet reichlich Platz für uns zwei. Also, Schluss mit der Träumerei, wir bleiben unserer Nordborg auch zukünftig treu! 😊

Oyster 745
Beeindruckend: die Oyster 745

Nachdem wir noch ein paar Kleinigkeiten (einen extrem saugfähigen Schwamm für die Bilge und eine rutschfeste Unterlage fürs Cockpit, damit bei Lage der Kaffeebecher nicht verrutscht) gefunden und gekauft hatten, war plötzlich irgendwie die Luft raus und wir guckten uns mit großen Augen an. War’s das jetzt tatsächlich schon? Ja, das war’s. Schließlich lagen noch gut 400 km vor uns und der Berufsverkehr ging auch demnächst los. Schwupps! saßen wir wieder im Auto und waren unterwegs in Richtung Hamburg. So kann’s gehen, wenn man glücklich ist mit Schiff und Ausrüstung und (mal ganz ehrlich) sowieso schon alles hat, was man fürs Leben an Bord braucht.

Apropos Leben an Bord: am 10. April ist Krantermin! 🤗

En lille julehilsen… 🎄🎅🏼

Ahoi, Ihr Lieben! Trotz Weihnachten und Schietwetter hat es uns heute wieder mal ans Wasser gezogen – hier kommen ein paar nasskalte Impressionen aus dem Yachthafen Skovshoved am Øresund für Euch.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir uns für Eure Treue und Eure netten Kommentare, die dieses Blog erst richtig lebendig machen, ganz herzlich bedanken. ♥️

Wir grüßen Euch herzlich aus Dänemark, wünschen Euch ein gemütliches Rest-Weihnachten mit Euren Liebsten und einen guten Start in ein gesundes, glückliches neues Jahr – an Land oder auf dem Wasser!

Eure „elbkinder“

Martina & Thue ⛵️

Dusche to go und andere Katastrophen 

Ahoi Ihr Lieben! Ist dieses Novemberwetter nicht gruselig? Alles grau in grau, gefühlt regnet es ununterbrochen. Da passt es doch gut, dass ich noch ein paar Segelgeschichten aus dem Sommer auf Lager habe, oder? Also, macht es Euch einfach auf dem Sofa gemütlich, schenkt Euch ein Käffchen oder ein Glas Rotwein ein und kommt noch mal mit uns an Bord. Throwback in den Sommer 2017 – beam us up, Scotty! ☀️⛵️

Wo waren wir eigentlich stehengeblieben? Wenn Ihr Euch jetzt nicht mehr erinnern könnt, ist das gar kein Beinbruch, denn ehrlich gesagt muss ich mich auch ganz schön konzentrieren, weil unser Sommertörn schon wieder so lange zurückliegt. Richtig, unser elbkind lag in Wismar, und wer sich daran noch erinnern konnte, bekommt hundert Punkte und gewinnt ein Federballspiel! Wismar ist wirklich eine wunderschöne und geschichtsträchtige Stadt, und es gibt unglaublich viel zu besichtigen und zu erkunden. Wir hatten trotzdem keine Lust, tagelang bei Sturm und strömendem Regen durch die Straßen zu latschen und die Zeit totzuschlagen. Außerdem wird Lesen auf die Dauer auch langweilig und zum Spielen kann ich meinen Skipper trotz vieler verzweifelter Überredungsversuche ja leider nicht motivieren. Was tun? Kurzentschlossen haben wir uns in den Zug nach Hamburg gesetzt und das nervige Tiefdruckgebiet auf dem Sofa abgewettert. Drei Tage später um die Mittagszeit saßen wir schon wieder im Zug von Hamburg nach Wismar, das ungemütliche Wetter hatte sich zum Glück etwas beruhigt und es ging zurück an Bord.

Die halbe Stunde Umsteigezeit in Schwerin haben wir genutzt, um im Bahnhofscafé ein Käffchen zu trinken und noch schnell ein paar belegte Brötchen als Törnproviant zu besorgen. Bloß keine Zeit verlieren hieß das Motto, denn unser Entschluss stand fest: das kurze Wetterfenster der kommenden zwei Tage wollten wir unbedingt nutzen, um über Fehmarn zurück nach Dyvig zu kommen. Koste es, was es wolle, die Wetterprognose sah nämlich schon wieder zappenduster aus – das nächste Tiefdruckgebiet war im Anmarsch. Sommer eben… 😉

Kaum waren wir am Bahnhof angekommen, ging es auch schon im Stechschritt zurück zum Hafen, wo uns unser elbkind wohlbehalten erwartete. Thue war sichtlich erleichtert, er hatte sein Schiff wirklich nur sehr schweren Herzens zurückgelassen und konnte sich zuletzt nur losreißen, weil direkt gegenüber unseres Liegeplatzes am Brunowkai ein Polizeirevier lag.

Ruckzuck waren die Taschen wieder ausgepackt, die Segelklamotten über die Knochen gerissen, und schon eine halbe Stunde nach Ankunft im Hafen ließen wir Wismar im Kielwasser zurück. Für unsere Verhältnisse war es zwar viel zu windig und normalerweise wären wir bei so einer Wetterlage auch niemals ausgelaufen, aber nun hieß es: Augen zu und durch!

Tagelang hatte es kräftig geweht, wir waren schließlich nicht ohne Grund nachhause geflüchtet. Weil wir damit rechneten, dass uns auf der Strecke eine alte Welle das Leben schwer machen würde, wollte mein Skipper den Dieseltank vorsichtshalber auffüllen. Man weiß ja nie, was einen unterwegs so alles erwartet, und mit einem halbvollen Tank durch die Wellen zu schwabbeln war nicht gerade unsere Wunschvorstellung. Wir machten längsseits an der Bunkerstation am Ostufer des Ölhafens fest und forderten über einen Pager den Tankwart an. Nur ein paar Minuten später kam ein netter junger Mann auf einem Bagger angerauscht und kümmerte sich um uns. Hau rein, mach voll den Tank, und den Reservekanister auch gleich mit, wenn wir schon mal hier sind. Schnell war alles erledigt und die Bordfrau konnte die EC-Karte zücken. Sogar eine richtige Rechnung bekam ich noch in die Hand gedrückt, wie vornehm! Nach wenigen Minuten hieß es wieder Leinen los, und weiter ging die Motorfahrt durch die Wismarer Bucht.

Der Wind wehte viel nördlicher als vorhergesagt. Als wir uns beinahe schon damit abgefunden hatten, dass die Segel unten bleiben und wir die ganze Strecke motoren müssen, drehte wider Erwarten der Wind zu unseren Gunsten, so dass wir das Groß setzen konnten. Vorsichtshalber hatte Thue im Hafen noch ein Reff eingebunden. Inzwischen hatte der Wind bis zu 13 m/s aufgefrischt. Nachdem wir das Segel noch einmal richtig getrimmt und auch die Fock ausgerollt worden hatten, rauschte unser elbkind durch die Wellen und wir machten zwischen 6 und 7 kn Fahrt über Grund. Na siehste, geht doch!

Etwas später lugte die Sonne endlich hinter den dunklen Wolken hervor und der Wind hatte sich zwischen 9 und 11 m/s eingependelt. Immer häufiger kamen nun Wellen übers Vorderdeck, die zwischendurch sogar das Cockpit erreichten. Und so kam, was kommen musste: Thue, der nur in Jeans und Windbreaker am Steuerstand stand, bekam ganz unvermittelt eine kräftige Seewasserdusche verpasst. Tropfnass und fluchend musste er einsehen, dass Ölzeug und Südwester eindeutig das passendere Outfit waren. Kurze Zeit später stand er dann in voller Montur wieder am Ruder, während ich mich lieber unter die Sprayhood verkrümelte…

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Thue in voller Montur. Aus Schaden wird man klug!

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Dann wurde das Wetter rauer und der Wind drehte bis zu 16 m/s auf, der hatte wohl wieder mal die Wettervorhersage verpasst. Immer wieder kamen kräftige Brecher übers Deck. Auf diese Wetterkapriolen waren wir überhaupt nicht vorbereitet und hatten die Steckschotts zum Niedergang natürlich wie immer in der Backskiste gelassen. Und darum war das nächste Malheur auch schon vorprogrammiert: mit einem weiteren Brecher, der übers Vorderdeck kam, zischte das Ostseewasser durch die Aussparung für die Fallen und lief in Strömen den Niedergang weiter runter in den Salon. So standen binnen kürzester Zeit beachtliche Salzwasserseen unter dem Kartentisch und auf der Arbeitsplatte der Kombüse. Verflucht! Dieser Törn entwickelte sich zu einer echten Herausforderung für uns Schönwettersegler…😬

Nach rund fünf Stunden auf dem Wasser näherten wir uns allmählich unserem Zielhafen Burgtiefe auf Fehmarn. Als wir das Landlee der Insel erreicht hatten, holten wir die Segel ein. Durch die relativ enge, gut betonte Fahrrinne steuerten wir den geschützten Hafen an und haben trotz der späten Stunde (mittlerweile war es 20:30 Uhr) noch einen Liegeplatz im Innenhafen ergattert. Freundliche Stegnachbarn nahmen unsere Vorleinen an und wir waren erleichtert, als wir endlich am Steg fest waren. Geschafft! Die erste Etappe unseres Törns hatten wir gemeistert. Darauf mussten natürlich erstmal ein paar Bierchen in der Hafenkneipe gezischt und nebenbei die beeindruckenden Salzkrusten auf Thues Händen bestaunt werden. Kurz vorm Schlafengehen knurrte dann plötzlich mein Magen, da fiel mir auch endlich das belegte Brötchen wieder ein, das noch immer auf mich wartete. Ein kühles Landungsbier hatte nach diesem abwechslungsreichen Törn einfach Priorität! 🍺

Der nächste Morgen weckte uns mit Sonnenschein und Flaute, und die letzte Etappe unseres Sommertörns stand an. Eins war sicher: wenn wir nicht segeln können, motoren wir! Weil wir keine Zeit verlieren wollten, gab es das Frühstück unterwegs, und schnell kam die Fehmarn-Sund-Brücke in Sicht. Das war mal eine ganz neue Perspektive, denn bisher hatten wir die Brücke auf dem Weg zur Fähre Puttgarden-Rødby immer nur mit dem Auto überquert.

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Wir nähern uns der Fehmarn-Sund-Brücke

Segelfreunde, die sich in diesem Revier gut auskennen, hatten uns vorsorglich auf die Schießgebiete auf der Route aufmerksam gemacht, die wir nun umfahren mussten. Der Motor brummte, und noch immer herrschte Flaute. Ganz schön langweilig… Nach wie vor stand eine kräftige Welle vom Vortag, die wieder übers Vorschiff zischte und uns im Laufe des Vormittags noch zum Verhängnis werden sollte, denn leider hatte ich vor dem Ablegen nicht daran gedacht, die Luke im Vorschiff von „Lüftung“ auf „pottendicht“ zu verschließen. Ein fataler Fehler. Als ich den Niedergang herunterkletterte, traute ich meinen Augen nicht: unter Deck war alles nass, besonders die Vorderkabine hatte es erwischt. Bettzeug, Auflagen, Polster, Matratzen… alles klitschnass! Das Wasser hatte sich seinen Weg durch den Lüftungsschlitz der Luke gesucht und dabei ganze Arbeit geleistet. Stinksauer, fluchend und den Tränen nahe schleppte ich die gesamte Schlafausrüstung an Deck. Zum Glück schien ja die Sonne, so dass alles an der frischen Luft getrocknet werden konnte – wenigstens notdürftig. Einige Tage später haben wir unserem Bootsbauer diese kleine Anekdote erzählt. Der meinte ganz trocken, nasses Bettzeug sei doch gar kein Problem – man müsse eben nur das eigene Outfit anpassen und in Ölzeug statt im Pyjama schlafen gehen. Dänischer Humor! 😂

Das Schiff sah jedenfalls wie ein schwimmender Waschsalon aus, aber seht selbst:

Ursprünglich hatten wir vor, noch eine Nacht in Sønderborg zu verbringen, bevor es zurück nach Dyvig ging. Als wir dann gegen Abend die Sønderborg Marina an Steuerbord hatten, waren wir uns aber schnell einig, dass wir uns auch noch die letzten zwei Stunden ans Bein binden und bis nach Dyvig durchfahren – es zog uns einfach zurück in unseren Lieblings-Heimathafen. Pünktlich um 18.00 Uhr öffnete sich die Klappbrücke nur für uns, und das elbkind war das einzige Schiff, das in den Alssund einlief. Insgesamt sind wir an diesem Tag zwölf Stunden unter Motor unterwegs gewesen, und das ist natürlich echte Königsdisziplin für Segler…😧

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Unsere Route von Burgtiefe nach Dyvig

Wie schon in den Jahren zuvor waren die 12-m-Klassiker zum Tune Up Race wieder in Dyvig zu Gast, und das lässt sich der Prinz Hendrik natürlich nicht entgehen – er war mit der „Dannebrog“ angereist. Auch für uns gab’s viel zu gucken. Ein schöner Empfang nach fast sieben Wochen an Bord!

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Die „Dannebrog“ in der Einfahrt zur Stegsvig

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Ein echter Augenschmaus: die 12-m-Klassiker

Mit diesem schönen Bildern aus dem Sommer wünschen wir Euch eine schöne und gemütliche Adventszeit 🎄🎅🏼. Der Dezember steht vor der Tür, und damit die Sonnenwende – das heißt, dass wir bald schon wieder rückwärts zählen können und die nächste Segelsaison naht! 🤗 Bis bald, Martina & Thue

Außer Gefecht!

Ahoi Ihr Lieben,

in der Segelsaison 2017 war ich leider ziemlich eingeschränkt, was die Mithilfe an Bord betrifft. Im Laufe der vergangenen Monate bekam ich immer größere Probleme mit der Beweglichkeit beider Hände. Anfangs war das morgens nur ein eigenartiges, taubes Gefühl in den Händen, später kamen auch geschwollene Finger dazu, so dass irgendwann meine Ringe nicht mehr passten und ich nicht mehr fest zupacken konnte. Das ganze eskalierte darin, dass Ring- und Mittelfinger an der rechten Hand „einschnappten“ und sich aus eigener Kraft nicht mehr strecken ließen. Aber genug Details, wir sind ja hier schließlich nicht im Altenheim…

Damit ich in der kommenden Segelsaison voll einsatzfähig bin und Winschen und Tauwerk wieder problemlos bedienen kann, habe ich mich gestern in die Hände einer kompetenten Handchirurgin in der Agaplesion-Klinik Hohe Weide in Hamburg begeben. Dort wurden während einer ambulanten Operation beide Ringbänder durchtrennt, wodurch die Sehnen wieder mehr Spielraum bekommen sollen. Die Betäubungsspritze war für einen Feigling wie mich zwar mehr als gewöhnungsbedürftig, aber ich habe mich (gedopt mit Rescue-Tropfen und Arnika-Globulis) einigermaßen tapfer geschlagen. Ansonsten ist der Eingriff problemlos verlaufen und nun hoffen wir auf eine reibungslose Heilung.

Nach der OP

Eine Bordfrau, die nicht richtig mit anpacken kann, ist nämlich auf lange Sicht nur noch als Fender einsetzbar – behauptet jedenfalls mein Skipper. Ganz schön frech, oder? Aber bald kann ich ihm hoffentlich für derartig ungezogene Bemerkungen wieder einen saftigen rechten Haken verpassen!

Euch allen wünsche ich ein hyggeliges Herbstwochenende, macht es Euch schön, wenn es draußen frisch und ungemütlich wird. Ich werde mich in den nächsten Tagen von meinem Mann bedienen lassen (herrlich👍🏼😉!!), und wir planen, die „Hanseboot“ in den Messehallen ein letztes Mal zu besuchen, bevor sie sich nach ihrer 58. Auflage endgültig von Hamburg verabschiedet. Dänische Gäste haben sogar freien Eintritt, das wird mein Skipper vermutlich gnadenlos ausnutzen und gleich an mehreren Tagen dort auftauchen. 🇩🇰💂🏻

Wie die Jungfrau zum Kind…

… sind wir zu einem Artikel über uns und unser elbkind in der Zeitschrift Segeln gekommen. „Ich und mein Boot“ heißt die Rubrik, in der über uns berichtet wird.

Über unser Instagram Account war der verantwortliche Journalist, Jan Maas, auf uns aufmerksam geworden. Ende August kam er dann nach Dyvig und hat uns an Bord besucht, um ein bisschen mit uns zu klönen. Viel schneller als erwartet ist der Bericht vor ein paar Tagen in der Oktober-Ausgabe erschienen. Korrekturlesen durften wir nicht, aber im Großen und Ganzen stimmt alles. 😉

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen und gemütliche Herbsttage! 🌻🍃🍄🍁

Eure elbkind-Crew

Martina & Thue


Wismar und die Flucht aufs Sofa

Ahoi Ihr Lieben, da sind wir wieder – Willkommen zurück an Bord auf unserem Törn von Kühlungsborn nach Wismar. Wo ist bloß die Zeit geblieben? Das alles liegt nun schon wieder einige Wochen zurück, aber unser Segeltagebuch soll natürlich noch vervollständigt werden.

Erst am späten Nachmittag hatten wir den Bootshafen Kühlungsborn im Kielwasser zurückgelassen. Nun hatten wir den Wind direkt von vorne, und das bedeutete, dass die „Unterwasser-Genua“ aktiviert werden musste. Der Volvo schnurrte vor sich hin und ein fieser Ostseehack machte uns das Leben schwer, denn der frische Wind aus den Tagen zuvor hatte dafür gesorgt, dass sich eine Welle von ca. anderthalb Metern aufgebaut hatte. Tapfer kämpfte unser elbkind gegenan, während Thue die Geschwindigkeit immer wieder der Welle anpasste, damit wir nicht zu sehr durchgeschaukelt wurden. Trotz seiner Bemühungen befiel mich schnell eine bleierne Müdigkeit – meistens ein Anzeichen für beginnende Seekrankheit. Aber die Fische zu füttern kam überhaupt nicht in Frage! Mit starrem Blick auf die Küste rettete ich mich irgendwie über die Runden und ich hoffte inständig, dass diese blöde Geigerei möglichst schnell vorübergeht. Wer noch nie seekrank war, bekommt im nachfolgenden Filmchen ein paar aufschlussreiche Infos zum Thema. Schlecht ist es natürlich, wenn man keinen Apfelkuchen an Bord hat. 😂


Allmählich erreichten wir die Wismarbucht und tuckerten durch das gut betonnte Fahrwasser. Die Insel Poel mit dem Hafen Timmendorf ließen wir an backbord liegen, dann folgte an steuerbord der Yachthafen Wendorf. Inzwischen hatte sich der Wind fast vollständig gelegt, am Abendhimmel tauchte sogar ein Heißluftballon auf. Was für ein toller Anblick! Kurz vor der Hafeneinfahrt begrüßte uns ein freundlich dreinblickender Schwedenkopf auf einem Duckdalben.

Langsam näherten wir uns Wismar. Unterwegs hatten wir den Hafenführer intensiv studiert, waren uns aber trotzdem nicht sicher, welcher Hafen denn nun eigentlich der richtige für uns ist. Nun wurden alle Häfen einfach der Reihe nach abgeklappert. Zuerst steuerten wir den Westhafen an, aber es war leider schon zu spät – alle Boxen waren voll belegt und außerdem schwamm jede Menge Seegras im Wasser, das mein Skipper nicht im Propeller haben wollte. Nix wie weg, weiter ging es in den Alten Hafen gleich nebenan. Hier waren fast alle Plätze für die Berufsschifffahrt reserviert, wir hätten nur längsseits festmachen können und außerdem wirkte der Hafen sehr unruhig. Am Ende blieb uns nur noch eine Möglichkeit – es ging am Torfterminal vorbei zum „Wasser-Wanderrastplatz“ am Brunowkai. Genau eine Box gab es noch, in die unser elbkind passte, die freundliche Besatzung eines Charterboots nahm unsere Leinen an. Neben uns am Steg eine Nordborg 30 aus Lübeck, deren Crew sich erstmal nicht blicken ließ. Auf der gegenüberliegenden Seite des Hafens war ein Kran damit beschäftigt, unter lautem Getöse ein Frachtschiff mit Holz zu beladen. Ach Du Schreck… – hoffentlich machen die nachts Pause… 😳 Machten sie – zum Glück!

Hafenrundfahrt
Kleine Hafenrundfahrt in Wismar
Holzhafen Wismar
Im Holzhafen war beinahe durchgehend geöffnet…
Als wir an einem der Fingerstege festgemacht hatten, brachte Thue wegen des angekündigten Windes noch schnell ein paar Springleinen an. Sicher ist sicher. Dann aber flott raus aus den Segelklamotten und ein bisschen frischgemacht, rüber zum Servicegebäude und das Hafengeld in einen Briefumschlag und den in einen Briefkasten gesteckt. Anschließend ging es zu Fuß in die Stadt. Der Wind hatte Pause, es war trocken mit angenehmen Temperaturen und wir konnten draußen sitzen. Ich weiß ja nicht, wie es den Seglern geht, die Ihr hier gerade mitlesen, aber nach mehreren Wochen an Bord und frischer Luft um die Nase können wir es in geschlossenen Räumen kaum aushalten, eigentlich gar nicht. Das fällt uns immer dann auf, wenn wir unterwegs mal essen gehen und besonders natürlich, wenn die Segelsaison vorbei ist. Noch wochenlang reißen wir zuhause sämtliche Fenster und Türen auf,  bis wir uns endlich wieder an das Leben in einem Haus gewöhnt haben. 😄 Frische Luft ist im Sommer einfach unser Lebenselixier.

Unser Ziel war das Brauhaus am Lohberg, das in einem historischen Gebäude direkt gegenüber des Alten Hafens liegt. Hier sind wir eingekehrt, haben eine Kleinigkeit gegessen und die Bierkarte rauf und runter probiert. Das Rennen hat am Ende das Wismarer Pilsener vor dem Roten Erik  gemacht, insgesamt waren wir uns aber einig, dass dem Gerstensaft ein wenig „Prickel“ fehlte. Beim Flammkuchen war geschmacklich noch Luft nach oben, aber wenigstens war er warm und machte satt, das war an diesem Abend die Hauptsache.

Am nächsten Tag haben wir Wismar dann zu Fuß erkundet. Vom Hafen aus ging es durch das alte Stadttor in Richtung Innenstadt und wir haben uns von den kurzen Regenschauern, die zwischendurch immer wieder runterkamen, nicht den Spaß verderben lassen. War das schön! Wismars Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe, und eigentlich ist die Bezeichnung schön völlig untertrieben. Die gut erhaltenen historischen Gemäuer, schönen Giebelhäuser und farbenfrohe Fassaden der Stadt haben uns sofort begeistert. Ich musste natürlich die Nikolaikirche besichtigen, während mein Skipper durch die Straßen streifte. Besonders sehenswert fanden wir den genau 100 x 100 m großen Marktplatz mit dem Wahrzeichen der Stadt, der Wismarer Wasserkunst. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und hat seinerzeit die Bürger der Hansestadt mit Trinkwasser versorgt.

In der Altstadt sind wir auf dieses Straßenschild gestoßen. Da reibt man sich schon mal die Augen. Was hat denn das zu bedeuten?? Ein Schelm, der dabei schlüpfrige Gedanken hat. Natürlich habe ich mich sofort schlaugemacht und bin im Netz fündig geworden. Man lernt ja immer was dazu…

Tittentasterstraße
Tittentasterstraße
Wahrscheinlich ist, dass der Name durch das Abtasten von Brüsten in eben jener Straße entstand. Durch das Abtasten überprüfte man früher die Stillfähigkeit von Ammen, welche sich bei der Aussicht auf eine Einstellung in der Gasse aufstellten und ihre Dienste anboten. Viele wohlhabende Familien haben früher nicht nur die Kindererziehung, sondern auch die Milchversorgung einer Amme anvertraut.

Abends saßen wir dann bei strömendem Regen beim Italiener am Marktplatz. Natürlich wieder open air, unter einem der Regen Sonnenschirme. 😄 Schon seit einigen Tagen war mein Liebster wegen der Wetteraussichten ziemlich beunruhigt, denn ein weiteres Tiefdruckgebiet nahte, und was da kommen sollte, verhieß nichts Gutes. Kurz: wir saßen in Wismar fest, die nächsten drei bis vier Tage sollte es stürmisch und regnerisch werden. Was tun? Erst als Thue festgestellt hat, dass die Wasserschutzpolizeistation von Wismar direkt am Hafen liegt und von dort aus ganz bestimmt alle Spitzbuben im Blick behalten werden konnten, hat er sich schweren Herzens von seinem elbkind losreißen können. Am nächsten Morgen haben wir unsere Taschen gepackt, es ging zu Fuß zum Bahnhof und wir sind mit dem Zug nach Hamburg gefahren. Auch solche Tage gehören zur Segelsaison – wenn nichts mehr geht, einfach mal ein kleines Wetterpäuschen zuhause auf dem Sofa einlegen!

 

 

Sommerfeeling in Kühlungsborn

Ahoi Ihr Lieben, wo waren wir stehengeblieben? Ach ja, im letzten Beitrag hatte ich Euch von unserem Mini-Bloggertreffen in Rostock-Warnemünde erzählt. Nach vier Tagen haben wir uns dann vom Yachthafen Hohe Düne losgerissen und es ging bei Sonnenschein und totaler Windstille weiter in westliche Richtung.

Ist das Wetter in diesem Sommer nicht total verrückt? Entweder weht uns der Wind die Mütze vom Kopf oder es herrscht Flaute. Für Segler ist das ja noch ärgerlicher als für Landratten, denn auf ein stabiles Azorenhoch, das uns wochenlang blauen Himmel, Sonnenschein und vor allen Dingen den perfekten Segelwind beschert, haben wir bisher vergeblich gewartet. Vielleicht sollte man das Schiff einfach versilbern und sich stattdessen ein schnuckeliges Sommerhaus in Dänemark zulegen? Dann könnte man den verregneten Sommer mit einem guten Glas Rotwein in der Hand und dem Lieblingsbuch auf dem Schoß hyggelig auf dem Sofa verbringen, statt tagelang eingeweht in irgendeinem Hafen rumzuhängen und sein Dasein unter Deck oder der klammen Kuchenbude zu fristen. Als vor ein paar Wochen der Wetter-Frust gerade mal wieder ziemlich groß war, haben wir über diese Möglichkeit tatsächlich schon mal kurz gesprochen. Aber ich schweife ab, sorry… Wenn’s um das Thema Wind und Wetter geht, sind wir Segler ja meistens nicht zu bremsen. 😄

Zum Glück war es nicht sehr weit bis nach Kühlungsborn, dem größten Seebad der mecklenburgischen Ostseeküste. Unter Maschine ging es die schöne Küste entlang, und nach nur 12 sm hatten wir unser Ziel erreicht. Weil wir schon um die Mittagszeit eingelaufen sind, haben wir auch gleich eine Box an einem der Schwimmstege mit Auslegern gefunden. 😊👍🏼

Am Steg fest in Kühlungsborn

Die Bordfrau meldete sich freiwillig zum Bezahlen des Hafengelds. Aber bevor man sich zum Hafenbüro begibt, sollte man sich besser die Steg- bzw. Liegeplatznummer merken, ohne diese Angaben kann das Schiff nämlich gar nicht angemeldet werden. Eigentlich hätte ich es ahnen können, dieselbe Erfahrung hatten wir ja ein paar Tage vorher schon im Yachthafen Hohe Düne gemacht. Naja, jeder Gang macht schlank… 😬.

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil… 😉

Hinter dem Tresen im Hafenbüro saß ein netter, etwas rundlicher Hafenassistent, der die Ruhe weg hatte. Draußen schönstes Sommer-Sonne-Strandwetter, im Hafenbüro eine lange Warteschlange… „Sie waren noch nie hier? Würden Sie dann bitte dieses Formular ausfüllen? Für den Schlüssel zum Waschmaschinenraum müsste bitte eine Kaution bezahlt werden. Tut mir leid, das geht nur in bar, nicht per Kreditkarte…“ usw. usf. Wenn’s mal wieder länger dauert….

Nachdem das Liegegeld bezahlt, Poletten für die Nutzung von Waschmaschine und Trockner besorgt und ein Kessel Buntes gestartet waren, ging’s es auf direktem Weg an den Strand, für mich jedenfalls. Mein Skipper steht nicht so auf FKK und machte in der Zwischenzeit ein kleines Nickerchen im Cockpit. Endlich kam mal ein Hauch von Sommerfeeling auf! ☀️ Der Sand am Strand war so heiß, dass schon Brandblasen-Gefahr für meine Fußsohlen bestand, jedenfalls gefühlt. Eine kleine Abkühlung wäre genau das Richtige gewesen, aber kaum hatten meine Füße das kühle Ostseenass berührt, näherten sich auch schon die ersten Quallen. Die Viecher sind nicht gerade meine besten Freunde, also Kehrtwende und flink zurück aufs Strandlaken. Das Schwimmen musste leider bis auf Weiteres vertagt werden. 😐

Am Nachmittag wurde die Gegend rund um den Hafen dann erstmal genauer erkundet. Ein Spaziergang entlang der längsten Strandpromenade Deutschlands (sie misst fast 4 km) führte uns an schicken Boutiquen, Restaurants und Cafés vorbei bis zur Seebrücke. Plötzlich war er da, der Sommer. Hatte er sich vielleicht verlaufen? Die Strandkörbe waren jedenfalls gut besetzt, und halb Kühlungsborn flanierte die Promenade auf und ab. Viele Leute waren unterwegs, um die entspannte Stimmung am Wasser, den blauen Himmel und den Blick zum Horizont zu genießen. Und wir hatten das Gefühl, wir treiben den Altersdurchschnitt dramatisch nach oben. Obwohl wir ja auch nicht mehr die Allerjüngsten sind. If you know what I mean. 😬

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Sommer in Kühlungsborn

​Abends haben wir in einem der Restaurants an der Promenade mit schönem Blick aufs Meer auf der Terrasse gesessen, leckere Sanddorn-Cocktails geschlürft und gut gegessen. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Zum ersten Mal in diesem Jahr konnte die Fleecejacke im Schrank bleiben, stattdessen hatten Sommerkleid und Sandalen Premiere. 😊👗👡

Bei unserem Treffen mit Undine und Sven in Warnemünde hatten wir die beiden ausgefragt, was man denn in Kühlungsborn unternehmen kann oder unbedingt gesehen haben muss. Die beiden waren sich sofort einig: ein Ausflug mit der Mecklenburgischen Bäderbahn Molli ist eine gute Idee! Erstaunlicherweise war es gar nicht schwer, meinen Liebsten zu diesem Touri-Programm zu überreden. Am nächsten Morgen stiegen wir in den Zug und konnten Eisenbahn-Nostalgie pur erleben. Die Strecke der Schmalspurbahn ist ingesamt 15,4 km lang und führt vom Ostseebad Kühlungsborn über Heiligendamm nach Bad Doberan. Anfangs zuckelte Molli noch langsam durch den Ort, aber schon kurze Zeit später ging es unter Dampf in flottem Tempo die Steilküste entlang, durch Wiesen und Felder bis nach Heiligendamm. Während der Tour haben wir auf der Plattform zwischen zwei Waggons gestanden und uns den Fahrtwind um die Nase wehen lassen, herrlich! In Heiligendamm (das übrigens das erste Seebad Deutschlands ist) angekommen, sind wir gleich in Richtung Strand spaziert. Wo soll es bei Seglern auch sonst hingehen? 😉

An der Strandpromenade haben wir die beeindruckenden klassizistischen Bauten bestaunt. Es gab auch einige Baustellen, denn momentan werden einige Villen nach historischen Originalplänen aufwendig restauriert und sollen später als Eigentumswohnungen (mit unverbaubarem Ostseeblick, versteht sich) verkauft werden. Nichts für normale Millionäre. 😎💰 Von der Seebrücke aus haben wir den Blick über die Ostsee genossen und sogar einen netten Herrn überreden können, uns unter dem Heiligendamm-Schild zu fotografieren. Irgendwie ist es mir immer ein bisschen peinlich, jemanden anzusprechen und um ein Foto zu bitten, aber hinterher freut man sich wie Bolle über das Foto.

Abgesehen von den kleinen Startschwierigkeiten beim Anmelden haben wir uns in Kühlungsborn ausgesprochen wohlgefühlt. Wie herrlich bequem, den Bäcker und in Sichtweite zu haben! Tagelang wurde nicht mehr an Bord gefrühstückt. 10 von 10 Punkten vergeben wir außerdem für die erstklassigen sanitären Anlagen des Bootshafens, alles war blitzsauber und picobello in Ordnung. Das haben wir in anderen Marinas schon ganz anders erlebt.

Bemerkenswert fand ich auch die Seewetterstation auf dem Dach des Hafenhauses. Die Gäste des Hafens profitieren davon: kostenlose Wetterinfos zum Mitnehmen liegen im Hafenbüro aus, und täglich finden Wetter-Meetings statt. Ein toller Service! Alle weiteren Infos zum Bootshafen findet Ihr hier.

Nach zwei Tagen sollte es dann weitergehen in Richtung Wismar. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir unseren Aufenthalt gern noch um ein paar Tage verlängern können – schließlich ist Segeln das bessere Campen. 😉 Aber der Liebste, der ja die Großwetterlage immer genau im Blick hat, hielt es für angebracht, weiterzusegeln, weil das nächste Tiefdruckgebiet schon wieder nahte. Hat da jemand was von Sommer gesagt?

Gleich nach dem Frühstück wollten wir ablegen, aber daraus wurde nichts, denn die Ostsee sah an diesem Morgen alles andere als einladend aus. Hinter der Mole stand ein fieser Ostseehack mit Schaumkronen und der Windmesser zeigte bis zu 14 m/s. Nachdem wir beobachtet hatten, wie eine schwedische Yacht zweimal auslief und zweimal wieder umkehren musste, haben wir unseren Start immer wieder verschoben. Erst als Wind und Wellen sich am späten Nachmittag ein wenig beruhigt hatten, haben wir uns aus dem Hafen getraut. Jetzt oder nie, Leinen los und auf nach Wismar! Und Ihr ahnt es schon: der Wind dachte sich wohl „mir doch egal, was die Wettervorhersage sagt – ich mache, was ich will!“. Wir hatten ihn wieder direkt von vorn, und wieder mal blieben die Segel eingepackt. Aber wie heißt es so schön? Gift für einen Dieselmotor in einem Segelboot ist es, nur für Hafenmanöver gestartet zu werden, der will regelmäßig laufen. Na dann!

Klintholm, Rostock und ein Mini- Bloggertreffen

Die Windvorhersage für den nächsten Tag sah vielversprechend aus, und nach elf abwechslungsreichen Tagen in Kopenhagen sollte es endlich in südliche Richtung weitergehen. Unser Ziel war Klintholm auf der dänischen Insel Møn, der „kleineren Schwester“ von Rügen, allerdings nur als Zwischenstopp für eine Nacht. Die Eulen waren noch unterwegs, als wir morgens gegen sechs Uhr munter wurden. Na gut, wenn wir einmal wach sind, dann raus aus der Koje, um Schiff und Crew für den Törn vorzubereiten. Das Frühstück fiel bis auf Weiteres aus und wurde auf später verschoben, es war einfach noch zu früh für feste Nahrung. Eigentlich drehen wir uns um diese unchristliche Zeit ja eher noch mal um.

Das Ablegen bei reichlich Seitenwind und ohne Sorgeleinen musste gut durchdacht werden, denn unsere Hafenbox war riesig und wir wollten vermeiden, dass das Schiff vertreibt. Mit einer Leine, die lose um die Mittelklampe des (unbesetzten) Nachbarboots gelegt wurde, haben wir das elbkind ohne Unterstützung des Bugstrahlruders fast geräuschlos aus der Box gefiert und unsere Stegnachbarn durften ungestört weiterschlafen. 😴

Gegen 7 Uhr haben wir den Tuborg Havn verlassen, nach dem Auslaufen gleich das Groß gesetzt und kurze Zeit später auch das Vorsegel ausgerollt. Yippieh, endlich Segelwind! Viel war noch nicht los auf dem Wasser, nur hier und da ein paar Segler und aus nördlicher Richtung ein Kreuzfahrtschiff, das Kurs auf Kopenhagen nahm.

Anfangs war der Wind noch unstabil, das elbkind machte zwischen 4,5 und 7,5 kn Fahrt. So, nun aber erstmal Frühstück mit einem „coffee to sail“ und Käsebrötchen. Wir freuten uns über den Segeltag – endlich konnten wir mal wieder nur mit Windkraft unterwegs sein, und der Volvo hatte Pause.

Als wir die Køge Bucht erreicht hatten, wurde die See deutlich rauer und die Fahrt etwas schaukeliger. Der Wind wehte zwischen 8 und 13 m/s aus nordwestlicher Richtung, am Himmel wechselten sich Sonne und Wolken ab. Mitten in der Faxe Bucht flaute der Wind plötzlich ab. Es blieb uns nichts anderes übrig – das Vorsegel wurde eingerollt und der Volvo musste doch wieder ran. Immerhin lagen noch rund 20 sm vor uns, und wir wollten nicht zu spät in Klintholm ankommen. Nach einer Stunde frischte der Wind dann wieder auf, und außerdem hatten wir den Strom mit uns. Manchmal hat man Glück. Bei 5,5 m/s Wind machte das Schiff 5,5 kn Fahrt. Gar nicht schlecht.

Zwischendurch bekamen wir lustige Whatsapp-Ratschläge von Hein Mück, der uns über Marine Traffic verfolgte: „Links ab liegt Bornholm!“ Ach, wirklich? 😄

Irgendwann tauchten die beeindruckenden Kreidefelsen von Møns Klint, Dänemarks höchster Steilküste, an steuerbord auf.

Nach neun Stunden auf dem Wasser hatten wir Klintholm am späten Nachmittag erreicht. Gerade noch rechtzeitig, denn zum Glück waren noch einige Boxen am Steg frei.  Das frühe Aufstehen hatte sich also gelohnt – wir waren froh, dass wir über Nacht nicht im Päckchen liegen mussten. Mit einem kühlen Anlegebier in der Hand saßen wir im Cockpit und konnten beobachten, wie die Marina sich in rasantem Tempo füllte.

Die meisten Schiffe waren unter deutscher Flagge unterwegs und machten nur einen kurzen Zwischenstopp für eine Nacht, bevor es am nächsten Morgen nach Schweden oder in den Øresund weiterging. Nachdem wir das Hafengeld am Automaten bezahlt hatten, ging es schnell noch zu „min købmand“, es mussten noch ein paar Kleinigkeiten für die Proviantkiste besorgt werden. Anschließend ein kurzer Spaziergang zum Restaurant „Portofino“ in der Nähe des Hafens. Knusprige Pizza und ein frisches Carlsberg vom Fass – unsere Belohnung für einen langen Segeltag!

Der nächste Morgen weckte uns mit strahlendem Sonnenschein, und wieder ging es schon zeitig aus der Koje. Unsere Nachbarn saßen beim Frühstück im Cockpit, als wir Klintholm bei totaler Windstille um kurz nach 7 Uhr achteraus gelassen haben. Knapp 50 sm lagen vor uns. Ohne Wind und ohne Segel, nur mit der „Unterwasser-Genua“. 😳 Das ist absolute Königsdisziplin für alle Segler, und es sollte nicht der letzte Motor-Marathon während unseres Sommertörns sein, dazu später mehr. Aber wir wollen uns nicht beklagen, die Sonne hat uns den lieben langen Tag auf dem Wasser verwöhnt – von Regen keine Spur. Das hat ja auch mal was.

Skipper Thue
Gut gelaunt bei Sonnenschein am Steuerstand: mein Skipper
Was macht die Bordfrau, damit sie sich unterwegs nicht langweilt? Natürlich das, womit sie sich auch zuhause gern die Zeit vertreibt… Bei einem längeren Telefonat mit meiner lieben Freundin Barbara wurden die neuesten Neuigkeiten ausgetauscht. Thue verdrehte zwar schon nach einer halben Stunde die Augen, aber zum Glück sind die Roaming-Gebühren ja mittlerweile abgeschafft worden. 😜 Anschließend haben wir zusammen unsere Freundin Christiane angerufen und ihr mit einem dänischen Liedchen zum Geburtstag gratuliert. Das Geburtstagskind saß bei hochsommerlichen Temperaturen daheim und beneidete uns – sie musste sich noch fast vier Wochen gedulden, bis ihr Sommertörn an Bord ihrer „Molch“ endlich losging.

Der Autopilot machte seinen Job gut, und mein Skipper vertrieb sich die Zeit damit, die AIS-Liste auf dem Plotter zu checken. Sind in unserer Nähe Schiffe unterwegs, die wir kennen? Und tatsächlich – die beiden schönen 12-m-Klassiker „Vim“ und „Vanity“ tauchten auf. Sie waren unterwegs zur „Tune Up Regatta“ in unserem Heimathafen Dyvig.

Auf dem Weg nach Rostock mussten wir die Kadetrinne überqueren, laut Wikipedia das schwierigste und gefährlichste Fahrwasser der gesamten Ostsee. Das war spannend, weil es jede Menge Schiffsverkehr gab. Souverän manövrierte Thue das elbkind zwischen Frachtern, Tankern und Containerschiffen hindurch. Ungefähr 8 Meilen vor Rostock kam überraschend doch noch eine leichte Brise auf, der Windmesser zeigte zwischen 5 und 6 m/s an. Theoretisch hätten wir also noch segeln können, aber praktisch waren wir zu faul. 😄

Am Nachmittag kam am Horizont unser Ziel in Sicht: der Yachthafen Rostock – Hohe Düne. Von anderen Seglern hatten wir schon Einiges über dieses Ziel gehört und waren gespannt, was uns erwartet.

Klintholm-Rostock
Törn von Klinthom nach Rostock
Im Hafenlotsen hatten wir gelesen, dass der Hafen 920 Liegeplätze bietet, deshalb waren wir unbesorgt, keinen Liegeplatz zu finden. Gleich hinter der Hafeneinfahrt wurde uns schlagartig klar, dass wir nun nicht mehr im gemütlichen Dänemark, sondern im gut organisierten Deutschland unterwegs waren. Die Hafengassen waren mit den jeweils passenden Schiffslängen gekennzeichnet. So kann jeder Segler sicher sein, dass die Box, die er sich ausgeguckt hat, nicht zu lang oder zu kurz für sein Schiff ist. Was uns allerdings völlig schleierhaft war: wieso waren eigentlich alle Boxen an steuerbord rot und an backbord grün? Wir sind bis zum Schluss nicht dahinter gekommen. 😳

Wir hatten geplant, einige Tage in Rostock zu bleiben, und weil die Wettervorhersage reichlich Wind aus West ankündigte, wollten wir gern mit dem Bug in Windrichtung liegen. Also klapperten wir eine ganze Weile die Hafengassen ab, bis wir einen passenden Liegeplatz an einem der Schwimmstege gefunden hatten. Festmachen, Schiff aufklaren und anschließend erstmal die Seebeine vertreten. Los ging’s zur ersten Erkundungskur durch die Marina. Der erste Weg führte uns zum Hafenbüro, das wie eine Art Hotelrezeption anmutete. Hier funktioniert das Check-In, als hätte man ein Hotelzimmer reserviert. Natürlich hatten wir uns nicht gemerkt, an welchem Steg und auf welcher Platznummer unser Schiff lag, darum durfte ich noch mal zurück zum Steg traben und meinem Gatten alle Infos per Handy durchgeben. Ohne diese Angaben war es dem Hafenassistenten nämlich leider nicht möglich, unser Schiff in seinem Computerprogramm zu registrieren. Na super, das ging ja gut los…🙃

Für die Segler unter Euch kommen hier die wichtigsten Informationen zum Yachthafen Ostsee – Hohe Düne:

  • Lage: unmittelbar östlich der Warnow-Mündung
  • Ansteuerung: 54°11,06′ N 12°5,91’E – problemlos Tag und Nacht, die Molenköpfe sind befeuert.
  • Liegeplätze: an Schwimmstegen, entlang der Mole befinden sich Plätze für Schiffe bis zu 60 m Länge. Die Hafengassen sind großzügig bemessen und bieten viel Platz zum Manövrieren.
  • Hafenshop mit Produkten für den täglichen Bedarf, morgens frische Brötchen
  • Waschmaschine / Trockner
  • Schnelles WLAN
  • Sanitäre Anlagen: Die Nutzung ist ausschließlich mit einem Transponder möglich, den es gegen Hinterlegung einer Kaution im Hafenbüro gibt.
  • Marine Science Center mit Seehunden
  • Wassersportkurse (Tauchen, Segeln…)
  • Yachtcharter
  • Strom: kostenlos an den Stegen, Frischwasser kostet 1 € pro 120 Liter

Unser Fazit: Der Hafen ist einem Luxushotel / Kongresszentrum angeschlossen und wirkte auf uns etwas steril und unpersönlich – uns fehlte die gemütliche Atmosphäre. Vielleicht ist das bei einem Hafen dieser Größe auch zu viel verlangt. Auf dem Gelände gibt es diverse Restaurants, Bars, eine kleine Shopping-Meile und SPA- und Wellnessangebote. Wir sind lieber mit der Fähre der „weißen Flotte“, (der Anleger ist in 5 min. zu Fuß zu erreichen) nach Warnemünde gefahren, um am „Alten Strom“ essen zu gehen und zu bummeln.

Warnemünde
Der Alte Strom in Warnemünde
In Warnemünde haben wir uns spontan mit Undine vom Blog Undiversell und ihrem Mann Sven getroffen. Undine und ich hatten uns im Frühjahr bei einer Bloggerkonferenz in Hamburg kennengelernt und waren uns sofort sympathisch. Da dachte ich mir: wenn wir schon mal in Rostock sind, könnten wir uns doch eigentlich mal verabreden. Undine und Sven waren sofort einverstanden, und beim Italiener am alten Strom haben wir bei Pizza, Pasta, Bier und einem kleinen Kümmel einen supernetten Abend mit interessanten Gesprächen verbracht. Die Chemie stimmte auf Anhieb und wir hatten das Gefühl, dass wir uns schon eine halbe Ewigkeit kennen!

Blogger-Treff mit Undine
Die Bloggerinnen mit ihren Ehemännern
Für eine gemütliche Stimmung an Bord hat uns die liebe Undine ein süßes, selbst gemachtes Häkel-Teelicht geschenkt. Ist das nicht süß? So richtig maritim, das passt perfekt zum elbkind. Wer sich für DIY interessiert und gern bastelt, häkelt, näht, kocht oder backt ist bei Undine genau richtig. Sie ist so kreativ und hat immer wieder neue, tolle Ideen, mit denen sie mich total inspiriert. Schaut doch mal auf ihrem Blog vorbei, es lohnt sich!

Teelicht von Undine
Maritimes DIY-Häkel-Teelicht
Unsere Zeit in Rostock ist wie im Flug vergangen. Irgendwas war immer los und es gab ständig was zu sehen und zu erleben: Eine Opti-Regatta, eine Fahrt mit einem Ausflugsdampfer nach Rostock mit Frühstück am Marktplatz, die Marienkirche und die beeindruckende astronomische Uhr aus dem Jahr 1472, die volksfestartige Stimmung beim Auslaufen der „Aida Mar“ oder traumhafte Sonnenuntergänge über dem Hafen.

Rostock war ein schöner Auftakt für unseren Törn entlang der Küste von Mecklenburg-Vorpommern. Nach drei abwechslungsreichen und sehr windigen Tagen ging es bei Flaute (!!!) weiter nach Kühlungsborn.

 

Zwischen Königin und Christianshavn: Kopenhagen

Ahoi Ihr Lieben, hier kommt nun endlich unser Kopenhagen-Bericht. Ich gebe zu, es hat ein Weilchen gedauert, aber irgendwie bin ich gerade im „Hygge-Modus“. Die Bloggerei macht mir zwar großen Spaß, kostet aber auch viel Zeit. Und in erster Linie wollen wir ja segeln und das Leben genießen. Das versteht Ihr bestimmt, oder? Aber jetzt, los geht’s!

Bei leichtem Wind und einem angenehmen Sonne-Wolken-Mix haben wir uns vormittags von Helsingør verabschiedet und Kurs auf Kopenhagen genommen. Ein kurzer Törn von nur knapp 20 sm lag vor uns, und bei westlichem Wind konnten wir unter Vollzeug auf Halbwindkurs herrlich segeln. Endlich mal wieder! Es ging zwar eher gemächlich voran und das elbkind machte nur zwischen drei und fünf Knoten Fahrt, aber immerhin. Man muss ja schon dankbar sein, dass der Wind mal gnädig gestimmt ist und der Volvo ausnahmsweise geschont werden kann. Wenn unser Tempo unter drei Knoten sinkt, wird mein Skipper allerdings schnell zappelig und überlegt, den Motor mitlaufen zu lassen. Dann ist die einfühlsame Bordfrau gefragt, die ihn besänftigt und ihn daran erinnert, dass doch der Weg das Ziel ist und wir alle Zeit der Welt haben. Und das ist ja gerade das Schöne, für irgendwas muss das Älterwerden schließlich auch gut sein, oder? Nach gut viereinhalb Stunden erreichten wir gegen 16 Uhr den Tuborg Havn in Hellerup. Mithilfe von AIS und Marine Traffic waren Jakob und Cathrine dem elbkind im Internet gefolgt und hatten sich schon ziemlich genau ausgerechnet, wann wir ankommen würden. Als wir einliefen, stand Jakob schon lachend auf dem Steg, und nur ein paar Minuten später trudelte auch Cathrine ein.

Route Helsingør-Tuborg Havn

Die Wiedersehensfreude war natürlich groß. Schnell haben wir zusammen das Schiff aufgeklart und anschließend im Cockpit zusammengesessen und geklönt. Weil das Wetter ganz gut mitspielte, wurde ein kleiner Grillabend geplant. Die Herren der Schöpfung verschwanden zum Einkaufen und ich unter der Dusche. Am frühen Abend kam noch Anne-Marlene dazu, und wir haben einen netten Familienabend zu fünft verbracht.

Grillabend Familie
Die lieben Kleinen…

Ein paar Tage Urlaub vom Skipper bzw. von der Bordfrau können manchmal ganz erholsam sein, 🙃 aber das war nicht der einzige Grund, warum ich mich zwei Tage später in den Zug nach Hamburg gesetzt habe: Meine ahnungslose Mama sollte nämlich zum Geburtstag überrascht werden. Die Überraschung ist geglückt, und bei traumhaftem Wetter konnten wir sogar draußen feiern. Das Geburtstagskind ist offensichtlich artig gewesen…☀️

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Geburtstag mit der Family

Währenddessen hatte mein Däne in Kopenhagen beim Hafencamping mit Regen, Wind und Gewittern zu kämpfen. Das Wetter war unterirdisch! Ich brauchte also gar kein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich Heimaturlaub beantragt hatte – wir hätten sowieso nicht segeln können. Thue hat viel Zeit mit den Kids verbracht, die Ruhe an Bord genossen, viel gelesen, Radtouren durch Kopenhagen gemacht, den Wachwechsel am Schloss Amalienborg beobachtet (gelegentlich treibt ihn die Sehnsucht an seinen früheren Arbeitsplatz💂🏻) und im Tuborg Havn ein Seglerehepaar kennengelernt, das zuhause in Norderstedt nur einige hundert Meter Luftlinie von uns entfernt wohnt. Mein Reden, die Welt ist ein Dorf und man sollte sich unbedingt überall anständig benehmen.🙃

Tuborg Havn
Dunkle Wolken über dem Tuborg Havn

Als ich einige Tage später aus Hamburg zurückkam und in Hellerup aus dem Bus stieg, wurde ich schon von Martine, Jan und Thue am Restaurant „Rotunden“ erwartet. Martine und Jan sind alte Freunde aus Thues „früherem Leben“ in Dänemark, die drei hatten sich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen und erzählten lachend, dass es offenbar nicht so einfach gewesen war, sich gegenseitig überhaupt wiederzuerkennen, denn im Laufe der Jahre war so manches Haupthaar ergraut, Thue trägt inzwischen einen Bart und ein paar kleine Lachfalten waren bei allen Beteiligten natürlich auch dazugekommen. Man schlich also ein paarmal aneinander vorbei und beäugte sich, bis zuletzt ein Telefonat die Situation klären konnte. Zum Piepen! Wir haben einen sehr schönen Abend zu viert verbracht, gut gegessen und geplauscht und uns versprochen, dass bis zu unserer nächsten Verabredung auf keinen Fall wieder 25 Jahre vergehen werden.

Am nächsten Morgen gab’s Frühstück bei Emmerys im Strandvejen, das ist eine 100%ig ökologische Bäckerei. Brot, Brötchen, Kuchen und Gebäck sind hand- und hausgemacht und lecker, und der Kaffee sowieso. Während wir die Straße entlangschlenderten, fiel uns auf, dass alles mit rot-weißen Fähnchen geschmückt war, aber es hat ein Weilchen gedauert, bis der Groschen fiel: stimmt ja, Königin Margrethe und Prinz Hendrik feiern ihre Goldene Hochzeit, und ganz Dänemark freut sich mit! Deshalb also die hübsch dekorierte Straße, sogar an den Linienbussen flatterten rot-weiße Fähnchen im Fahrtwind. Ist das nicht nett?

Rot-weiße Fähnchen am Strandvejen

Im Tuborg Havn stehen den Gastliegern kostenlose Fahrräder zur Verfügung, deshalb konnten wir unsere Bordfahrräder nachmittags in der Backskiste lassen, haben uns zwei Drahtesel ausgeliehen und eine Radtour in die Innenstadt gemacht.

Erstes Ziel: der Christianshavn. Der gemütliche Hafen hat eine ganz besondere Atmosphäre, und bei jedem Kopenhagen-Besuch zieht es uns dorthin. Trotzdem können wir uns einfach nicht durchringen, mit dem elbkind mal dort anzulegen. Das hat verschiedene Gründe: Christianshavn ist bei vielen Seglern sehr beliebt und deshalb meistens überfüllt. Außerdem ist unser Schiff nicht gerade kurz, und es gibt wohl kaum Liegeplätze, bei denen das Heck nicht ins Fahrwasser herausragen würde. Alle paar Minuten tuckern Ausflugsboote mit Touristen vorbei, das verursacht Schwell. Außerdem waren uns merkwürdige Geschichten zu Ohren gekommen: Rund um den Christianshavn wird gern gefeiert (Christiania ist nicht weit entfernt), dann geht es natürlich feucht-fröhlich zu und es soll vorgekommen sein, dass sich Leute aufs Schiffsdeck / ins Cockpit erleichtert haben 🤢. Dazu kommt, dass immer wieder Schiffe aufgebrochen wurden, während die Crews ahnungslos in irgendeinem Restaurant gesessen haben. Nö, wir bleiben lieber im Tuborg Havn, auch wenn die Hafenatmosphäre nicht einmal ansatzweise mit der im Christianshavn vergleichbar ist. Aber mit den Drahteseln kommen wir immer wieder gern zu Besuch, um in die gemütliche Stimmung einzutauchen.

Was es in der Innenstadt alles zu sehen gab! Unser nächstes Ziel war „Papirøen“, die Papierinsel, die bis Ende 2012 das letzte industrielle Gebiet im Hafen ohne Zugang für die Öffentlichkeit war. Hier wurde früher das Papier für die Tageszeitungen gelagert. Inzwischen sind die Lagerhallen geschlossen, und Papirøen entwickelt sich zu einer vibrierenden Location für Ausstellungen, kleine, kreative Shops, Cafés, Restaurants, aber alles nur auf Zeit. Auch Copenhagen Street Food ist hier zu finden, es hat die Bewohner Kopenhagens im Sturm erobert. Durch die neuen Brücken, die das Gebiet mit der übrigen Stadt verbinden, sieht die Zukunft für diesen neuen Teil der Kopenhagens rosig aus. Vom  „Wish Tree Garden“ von Yoko Ono war ich sofort begeistert und habe mir gleich Zettelchen und Stift besorgt, um meinen Herzenswunsch darauf zu verewigen und anschließend in einem der Bäume aufzuhängen. Mein etwas leidenschaftsloser Skipper hatte angeblich keine Wünsche. Männer – tsss! Andererseits – wenn er wunschlos glücklich ist, habe ich wohl bisher alles richtig gemacht. 😉

Weiter ging es in Richtung Nyhavn. Als wir an der Kunsthalle Charlottenborg vorbeikamen, fiel uns an der Fassade eine Installation des chinesischen Künstlers Ai Weiwei ins Auge. Stop – das mussten wir erstmal in Ruhe auf uns wirken lassen. Das berührende Kunstwerk heißt Soleil Levant, übersetzt „aufgehende Sonne“. Die Fenster der Kunsthalle wurden mit 3.500 Rettungswesten von Flüchtlingen, die auf der griechischen Insel Lesbos gestrandet sind, vollständig verbarrikadiert. In den Jahren 2015 und 2016 sind laut dem UNHCR 1.377.349 Menschen über das Meer nach Europa gekommen; mehr als 8.000 kamen auf ihrer Reise ums Leben. Auf diese humanitäre Krise, von der Europas Küsten nach wie vor betroffen sind, möchte Ai Weiwei mit seinem Werk aufmerksam machen.

Diese Eindrücke mussten wir bei einer kleinen Kaffeepause erst mal sacken lassen, bevor es wieder zurück zum Hafen ging.

Insgesamt sind wir 11 Tage im Tuborg Havn geblieben, haben uns einfach treiben lassen und viel Zeit mit der Familie verbracht. Weil in Dänemark und Schweden mittlerweile die Schulferien begonnen hatten und überall volle Häfen zu erwarten waren, fiel der spontane Entschluss, ein lang gehegtes Projekt in Angriff zu nehmen: wir wollten endlich mal die Küste von Mecklenburg-Vorpommern erkunden! Dazu später mehr.

Bevor ich es vergesse: hier kommen für die Segler unter Euch noch schnell ein paar Eckdaten zum Tuborg Havn (55° 43,58′ N; 012° 35,10′ E):

  • 360 Liegeplätze, Wassertiefe zwischen 3 und 5,5 m
  • Toiletten und Duschen (kostenlos)
  • Waschmaschine und Trockner (Flatrate, 1 x zahlen und den ganzen Tag waschen).
  • Kostenlose Leih-Fahrräder (sogar für Kinder!) mit Gangschaltung
  • Strandnähe
  • Grillplatz
  • Kinderspielplatz
  • Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants ganz in der Nähe (Waterfront Shopping)
  • Gute Busanbindung für Ausflüge in die Stadt (Linie A1)
  • Tankstelle
  • WiFi war zwar in unserem Hafenführer vermerkt, funktionierte aber nicht 😐

Segler-Tipp: Neue Öffnungszeiten der Sonderburg Brücke (Sønderborg Bro)

Achtung: zu diesem Beitrag gibt es hier ein Update mit den Brücken-Öffnungszeiten für das Jahr 2018.

Ahoi Ihr Lieben, ich weiß ja nicht, ob Ihr’s schon wusstet… aber falls Ihr einen Sommertörn ins dänische Inselmeer plant, könnte dieser Hinweis interessant für Euch sein.

Seit Anfang Mai 2017 haben sich nämlich die Öffnungszeiten für die Klappbrücke in Sønderborg geändert – die Anzahl der Öffnungen wurde aufgrund eines neuen Zugfahrplans und diverser Busverbindungen praktisch halbiert! Segelboote stehen offenbar an letzter Stelle in der Nahrungskette…😐

Die Brücke wird neuerdings nur noch jede volle Stunde (also immer auf 00) geöffnet, in der Zeit zwischen 6.40 und 8.30 und von 14.30 bis 16.00 Uhr bleibt sie wegen des Berufsverkehrs sogar ganz geschlossen.

Die erste Durchfahrt ist morgens um 6.35 Uhr möglich, früher ist das Wärterhäuschen nicht besetzt. Die letzte Möglichkeit, die Brücke während der Sommerzeit zu passieren, besteht um 21.50 Uhr. Im Winterhalbjahr (1. November bis 31. März) öffnet sie um 15.45 Uhr zum letzten Mal.

Vergangene Saison hatten wir ja schon ein witziges Erlebnis mit dem Brückenwärter in Sønderborg. Er hat uns einfach ignoriert, als wir ihn auf englisch angefunkt haben. Gestern Abend um 18.00 Uhr, als wir die Brücke als einziges Segelschiff  passierten, stand der Spaßvogel tatsächlich vor seinem Häuschen und hat für uns salutiert! 😄 So ein Seglerleben ist voller Überraschungen…

 

Das war’s für heute von uns, aber wir melden uns in Kürze wieder. Es gibt schließlich noch Einiges zu erzählen über unsere Erlebnisse der letzten Wochen. Ganz anders als geplant sind wir nämlich an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gelandet und waren total begeistert. Bis bald! ⚓️💝

Wo Segelpausen Spaß machen: Helsingør

Schön war’s in Helsingør. Vielleicht sogar schöner als vor zwei Jahren, weil wir uns im Hafen und in der Stadt ja schon auskannten. Man legt an und ist da, muss nicht mehr nach einem Bäcker oder dem nächstgelegenen Supermarkt suchen und weiß, wo man das Hafengeld bezahlen kann. Wir sind ein paar Tage geblieben und haben auf besseres Segelwetter gewartet. Nachdem in den Wochen zuvor die Sonnenmilch schneller leer war als abends das Dosenbier, mussten wir schweren Herzens unsere Regenjacken wieder rauskramen und ein starker Nordwestwind pustete uns fast die Mützen vom Kopf.

Trotz des miesen Wetters haben wir die Zeit locker rumgekriegt. Thue nutzt unsere Aufenthalte im Großbereich Kopenhagen gern, um sich mit langjährigen Freunden oder Bekannten zu verabreden. Ein Treffen mit Steffen, seinem früheren Arbeitskollegen, war über FB schnell vereinbart, und auch Thues alter Kumpel Gert kam uns an Bord besuchen. Nach einem Männerspaziergang rund um das Kronborg Slot gab es Klönschnack, Kaffee und Wienerbrød (dänisch für „Kopenhagener“) unter der Kuchenbude.

Gegen Abend sind wir dann zum Værftets Madmarked spaziert, so heißt Helsingørs neuer Streetfood-Treffpunkt, der Anfang Mai 2017 seine Tore geöffnet hat. Der Culture Yard, das maritime Museum und das Schloss Kronborg liegen in unmittelbarer Nachbarschaft. In einer alten Werfthalle werden in rustikaler maritimer Atmosphäre an nett aufgemachten Ständen und Verkaufswagen internationale Snacks und Gerichte angeboten. Die Halle ist zwar noch nicht voll belegt und die Belüftung war auch noch etwas verbesserungsbedürftig, aber das Ganze steckt ja auch noch in den Kinderschuhen. Alles braucht seine Zeit.

Ein ähnliches Streetfood-Konzept war uns schon in Århus begegnet, und wir haben den Eindruck, diese Alternative zum Restaurantbesuch scheint in Dänemark voll im Trend zu sein. Eine schöne Sache auch für Segler, denn ein kleiner Bummel durch unterschiedliche Esskulturen ist nach einem langen Tag auf dem Wasser bestimmt ein Highlight. Das Essen im Værftets Madmarked ist bezahlbar, für jeden Geschmack ist was dabei und der Yachthafen liegt nur fünf Gehminuten entfernt. Die Food-Stände schließen übrigens gegen 20.00 Uhr, Getränke werden auch noch länger ausgeschenkt. Aha. Na dann: guten Appetit und Prost! 🍷🍺🍹

Obwohl es hier ja in erster Linie ums Segeln und nicht ums leibliche Wohl gehen soll, möchte ich trotzdem schnell noch einen kulinarischen Tipp loswerden. Auf Eure To-Do-List für Helsingør gehört nämlich unbedingt auch ein Besuch im Café Karisma. Es liegt in der Fußgängerzone (Stengade 56) in der Innenstadt und ist eine Wohlfühl-Frühstücks-Oase mit hyggeliger Atmosphäre, frisch gemahlenem Kaffee und selbst gebackenem Brot. Mein Skipper als Croissant-Junkie hat den Karisma-Hörnchen eine Eins mit Stern ⭐️ gegeben. Damit nicht genug, das Café bietet auch eine große Auswahl an frisch gepressten Säften und Smoothies, Tees, Torten und Kuchen an. Lustige Sprüche an den Wänden tragen zur Erheiterung der Gäste bei, und das WLAN ist blitzschnell und kostenlos – gerade bei Regenwetter der ideale Ort für bloggende Bordfrauen. 😉

So, nun aber genug geschlemmt und geschwärmt, raus aus dem Café und rein ins kalorienfreie Leben!

Am Kulturhafen von Helsingør ist uns einiges begegnet, was uns bei unserem letzten Besuch gar nicht ins Auge gefallen ist. Das relativ neue und silbrige Wahrzeichen Helsingørs zum Beispiel – die männliche Version der Kleinen Seejungfrau aus Kopenhagen namens „Han“. Oder der Skulpturfisch Guldbrasen fra Øresund, geschaffen von der japanischen Künstlergruppe Yodogawa Technique, die Abfall in Kunst verwandelt hat. Der riesige Fisch besteht aus Plastikspielzeug, Benzinkanistern, Gartenmöbeln und sonstigen Hinterlassenschaften der Menschheit. Als wir direkt vor ihm standen und jedes einzelne Teil erkennen konnten, kamen wir ins Grübeln – das Stichwort heißt Nachhaltigkeit. Und genau das war wohl die Triebfeder der Künstler: die Menschen zum Nachdenken zu bringen und ihr Umweltbewusstsein zu schärfen. Ein beeindruckendes Kunstwerk.

Wenn wir durch die Fußgängerzone von Helsingør schlendern, gehört natürlich ein Abstecher in das tollste Käsegeschäft Dänemarks Lynhjems Eftf. Ole Jensen in der Stengade 19 dazu. Das muss unbedingt sein, denn für uns ist Käse die schönste Wurst. Die Auswahl ist einfach bombastisch, und überall im Laden stehen Probierhäppchen für den interessierten Käsekunden bereit. 😋

Wenn wir unterwegs sind, machen wir gelegentlich lustige Ratespiele mit unserem Segelfreund Hein Mück. Per WhatsApp schicken wir ihm ein Foto einer Location und er muss dann raten, wo wir gerade sind. Diesmal bekam er diese Aufgabe:

Käseladen Helsingør
Prima, prima – Käse aus Dänemark! 🇩🇰
Als weit gereister Dänemark-Segler kennt Hein Mück sich natürlich bestens aus, und die Antwort mit der Lösung kam wie aus der Pistole geschossen:

„Helsingør! Wann kommt unser Käsepaket? Genießt die schöne Stadt!“
Darauf Thue: „Welche Sorte? Wie reif soll er sein?“
Dann Hein Mück: „Wir nehmen alles, haha!“

Das haben wir uns natürlich nicht zweimal sagen lassen! Also rein ins Käsegeschäft, wo uns der Verkäufer eine dicke Scheibe Stinkekäse in mehrere Lagen Papier eingepackt hat. Schnell wurde noch eine kleine Grußkarte dazu geschrieben, und dann ging die Käsebestellung in einem Jiffy-Umschlag per Post nach Freiburg an die Elbe. Eine nette kleine Überraschung für Hein und Rosi. Die beiden haben sich (angeblich) gefreut, und der Geruch soll sich tatsächlich in Grenzen gehalten haben, trotz der drei Tage Transport und der unterbrochenen Kühlkette. 🧀😄

Auch in Helsingør zog es mich wieder zu den Kirchen der Stadt, ihrer Anziehungskraft kann ich einfach nicht widerstehen. Diesmal konnte ich Thue dazu überreden, die Skt. Mariæ Kirche und das Karmeliterkloster Vor Frue zu besichtigen. Das im Jahr 1430 gegründete Kloster wurde vom damaligen dänischen König Erik von Pommern gestiftet und ist eine der schönsten und am besten erhaltenen Klosteranlagen in Nordeuropa. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgelöst, und ein Altenheim und ein Krankenhaus fanden hier ihren Platz. Noch heute kann man die Kreuzgänge und den schönen Klostergarten bewundern.

Auch die St. Mariæ Kirche hat uns mit ihren gut erhaltenen Decken- und Wandmalereien und einer Orgel aus dem Jahr 1662 sehr beeindruckt. Auf der Orgel hat schon der deutsche Komponist Dietrich Buxtehude während seiner Zeit als Organist in der Kirche gespielt.

Drei Tage und vier Nächte sind wir in Helsingør geblieben. Die Atmosphäre im Hafen ist jedes Mal etwas Besonderes. Das geschichtsträchtige Kronborg Slot im Hintergrund und der Blick über den Øresund nach Schweden, das nur einen Steinwurf entfernt liegt – das gibt’s nur einmal, und ich bin sicher, dass wir nicht zum letzten Mal hier waren. Aber unser Sommertörn sollte weitergehen. Nach vier Nächten und drei Tagen setzten wir die Segel in Richtung Kopenhagen, die Familie wartete schließlich schon auf uns… 😊

Yachthafen Kronborg

 

Anholt im Zeitraffer und ein blinder Passagier

Weil es in Århus sonnig und trotzdem einigermaßen windig gewesen war, hofften wir auf einen guten Segelwind für unseren Törn nach Anholt – immerhin um die 60 sm entfernt. Zuerst überlegten wir noch, vielleicht einen Zwischenstopp in Grenå zu machen, aber der Hafen steht grundsätzlich nicht ganz oben auf unserer Wunschliste und das sommerliche Wetter war einfach zu perfekt für einen kurzen Törn. Also auf nach Anholt! Am Ende des Tages sind wir neun Stunden auf dem Wasser gewesen und die Zeit ist uns überhaupt nicht lang geworden. Allerdings hat es nicht lange gedauert bis der Wind abflaute, und wir – wieder mal – den Motor starten mussten. Murphys Law? Gefühlt ist es nämlich so: wenn wir an Land sind, bläst der Wind wie verrückt. Kaum sind wir aber unterwegs und wollen segeln, geht dem himmlischen Kind oft die Puste aus. Auch egal, schließlich lachte die Sonne vom blauen Himmel und wir tuckerten gemütlich in Richtung Anholt. Nach ein paar Stunden näherte sich von hinten ein Tankschiff, das unser elbkind irgendwie auf dem Kieker hatte. Erst dachten wir noch, der Kapitän macht vielleicht gerade Mittagspause und hat uns deshalb nicht so richtig auf dem Schirm. Aber schon nach kurzer Zeit fühlten wir uns wie Dr. Kimble auf der Flucht, denn immer wenn wir unseren Kurs geändert haben, um ihm auszuweichen, entschied sich unser Verfolger, es uns gleichzutun. Was war denn da los? Weit und breit war kein anderes Schiff in Sicht, und das Wasser war auch tief genug. Es gab also überhaupt keinen Grund für seine eigenartigen Manöver. Am Ende haben wir einfach unser Tempo gedrosselt und die Nervensäge schräg vor uns durchlaufen lassen. Wahrscheinlich hat sich der Kapitän nur einen Scherz mit uns erlaubt, weil ihm gerade langweilig war. 😉

Immer diese Drängler!
Dichter geht’s kaum. Immer diese Drängler!
Gegen 18.00 Uhr waren wir auf Anholt fest. Unsere Stegnachbarn, ein nettes deutsches Ehepaar mit einer Comfortina, nahmen unsere Leinen an. Dann wurde das elbkind vom Steg aus noch einmal nach hinten gefiert, denn Thue wollte lieber eine Leine als den Ankerhaken an der Heckboje befestigen. Falls der Wind beim Ablegen zu kräftig weht, ist die Leine beim Ablegen ja viel leichter gelöst als der Haken. Mein smarter Skipper denkt eben immer mit… 😇

Dann wurde erstmal unser Hocker rausgekramt. Er kann zusammenklappt werden , wohnt im Ankerkasten und kommt immer dann zum Einsatz, wenn wir an einem Schwimmsteg anlegen. Dieses überaus nützliche Schätzchen haben wir uns vor ein paar Jahren zugelegt, nachdem wir in der Marina von Fåborg bei Hochwasser kaum noch an Bord klettern konnten. (Hoffentlich hat uns damals niemand beobachtet, das Ganze war an Situationskomik nämlich kaum noch zu überbieten). 🙃

Nachdem wir das Schiff aufgeklart hatten, war dringend ein Anlegebier fällig. Noch in Segelklamotten ging es schnurstracks rüber zur Hafenkneipe „Hele Molevitten“. Von unserem letzten Anholt-Besuch hatten wir nämlich noch das ultimative Happy-Hour-Angebot in bester Erinnerung: zwei Bier zum Preis von einem, und das ist bei den gepfefferten dänischen Preisen ein echtes Schnäppchen.🍻 Das Angebot war zwar leider nicht mehr aktuell, aber ein kühles Bierchen wurde trotzdem gezischt. Besonders viel war nicht los im Hafen und es war deutlich spürbar, dass noch Vorsaison war. Während der Sommerferien in Dänemark und Schweden kann man auf Anholt nämlich trockenen Fußes übers Hafenbecken gehen, weil es so picke-packe-voll ist, dass die meisten Schiffe im Päckchen liegen müssen.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück haben wir einen ausgiebigen Spaziergang durch die schöne Natur rund um den Hafen gemacht und aus der Ferne den herrlichen Ausblick auf den Hafen im Bild eingefangen. Nachmittags ging es dann barfuß am Strand entlang. Meine Lieblingsbeschäftigung: Nach Hühnergöttern Ausschau halten, kennt Ihr diese schönen, dekorativen Lochsteine? Zuhause habe ich schon einige Exemplare auf ein Band gezogen und an unserem Gartenhaus aufgehängt – das soll nämlich Glück bringen und den bösen Blick abwenden. Aber auch an einem Lederband um den Hals der Bordfrau kommen die besonderen Strand-Fundstücke ganz groß raus…👍🏼😊

Nach nur zwei Nächten auf meiner Trauminsel rief Thue morgens seine Crew (also mich) zusammen und es wurde Kriegsrat abgehalten. Mein Skipper machte sich nämlich Sorgen wegen der Windvorhersage für die nächsten Tage. Ein markantes Sturmtief war angesagt, und weil Thue keine Lust hatte, bei grauem Himmel, Starkwind und frischen Temperaturen tagelang auf Anholt einzuwehen, musste die Bordfrau schließlich klein beigeben. Dabei wäre ich so gern noch mal zum Leuchtturm gewandert, dem einzigen Ort in Dänemark, an dem man Seehunde vom Land aus beobachten kann! 😢 Aber die allererste Grundregel an Bord ist nun mal, dass der Skipper immer recht hat, und deshalb haben wir gemeinsam entschieden, erstmal wieder in südliche Richtung zu segeln. Gilleleje oder Helsingør hatten wir im Visier, je nachdem, wie’s läuft mit der Segelei und wie es um unsere Motivation bestellt ist.

Gegen 10.30 Uhr ließen wir Anholt im Kielwasser liegen. Anfangs wehte der Wind noch moderat um die 5 bis 6 m/s, Großsegel und Fock waren oben und wir konnten bei ca. 6 kn auf Amwindkurs segeln. Optimale Bedingungen, nur leider nicht von langer Dauer. Wie war das noch mit Murphy’s Law? Nach einer guten Stunde starb der Wind beinahe ab und wir mussten wieder mal den Volvo mitlaufen lassen. So viel wieder mal zur Zuverlässigkeit der Wetterseiten im Internet. DMI, YR.NO, Windguru & Co. können uns wirklich bald mal den Buckel runterrutschen.

Ganz überraschend bekamen wir Besuch an Bord! Ein völlig zerzauster, grünlich gefärbter Piepmatz* landete plötzlich auf dem Vorderdeck und es dauerte gar nicht lange, bis er sich sogar bis zu uns ins Cockpit vorwagte. Der kleine Kerl war erstaunlich zutraulich, ganz offensichtlich war ihm sein natürlicher Fluchtinstinkt völlig abhanden gekommen, weil er total erschöpft war. Die angebotenen Brötchenkrümel und Wasser gegen den Durst interessierten ihn überhaupt nicht; stattdessen inspizierte er das Cockpit, hopste vom Steuerrad zur Winsch, saß auf den Leinen, guckte neugierig ins Schwalbennest und wagte sich anschließend sogar bis unter die Sprayhood vor. Wir hatten den kleinen Kerl sofort ins Herz geschlossen und freuten uns über die Abwechslung. Als wir ihn gerade adoptieren wollten, hat er sich leider entschieden, weiterzufliegen. Dabei waren wir 15 sm von Anholt entfernt, das war ziemlich mutig von ihm. Hoffentlich hat er es bis ans rettende Land geschafft.

Nach knapp 60 sm hatten wir Helsingør endlich erreicht – einen der größten Jachthäfen Dänemarks. Obwohl der Hafen über 900 Liegeplätze hat, kurven wir jedes Mal ewig herum, bevor wir endlich eine passende Box finden. Die meisten Plätze sind nämlich von Festliegern belegt, nicht auf grün umgestellt, zu kurz, zu schmal, die Wassertiefe der Hafengassen reicht nicht aus oder dem Skipper gefällt die Windrichtung nicht (er möchte nämlich am liebsten im Windschatten im Cockpit sitzen). Irgendwann haben wir es dann doch geschafft und das elbkind war am Steg fest. Da war es schon fast 21.00 Uhr, und sofort ging es im Stechschritt in die Stadt. Wir brauchten dringend noch irgendwas Warmes auf die Gabel. Und was schmeckt nach so einem langen Tag auf dem Wasser am besten? Junkfood natürlich! Wir bestellten einen Burger mit doppelt Käse, Bacon und Country Potatoes. Natürlich kalorienfrei. 🍔🙃

Route Anholt Helsingør

Nun konnten wir uns auf ein paar abwechslungsreiche Tage in Helsingør freuen. Zuletzt hatten wir die schöne Stadt an der schmalsten Stelle des Øresunds vor zwei Jahren besucht und waren happy, dass wir uns noch rechtzeitig vor dem Sturm retten konnten. Ausnahmsweise stimmte nämlich die Wettervorhersage mal.

*Weil wir gern wissen wollten, um was für ein Vögelchen es sich bei unserem blinden Passagier eigentlich gehandelt hat (das hat man davon, dass man damals im Bio-Unterricht nicht aufgepasst hat!) habe ich spätabends ein Foto an Jürgen vom Linsenfutter-Blog gemailt. Jürgen kennt sich nämlich in der Tierwelt bestens aus und erfreut uns täglich mit seinen schönen Fotos und Berichten. Gleich früh am nächsten Morgen war seine Antwort da: unser kleiner Freund muss ein Zilpzalp gewesen sein. So lernt man immer was dazu. Lieben Dank, Jürgen! 👍🏼

Und noch eine Premiere: Århus!

Ahoi Ihr Lieben, nun wird’s aber wirklich mal wieder Zeit für einen kleinen Blogbeitrag. In den letzten Tagen ließ nicht nur meine Schreib-Motivation leicht zu wünschen übrig, auch die WLAN-Versorgung in einigen Häfen ist eher, na sagen wir mal sub-optimal. Dann wird es schwierig mit der Bloggerei, denn gerade für Berichte mit vielen Fotos – so wie diesen hier – ist eine gute Internetverbindung natürlich unverzichtbar. Aber jetzt – besser spät als nie!

Die aufmerksamen Blog-Follower unter Euch reiben sich jetzt vielleicht die Augen. Århus? Wieso, es sollte doch nach Anholt gehen! Ihr habt natürlich recht, aber wir haben uns doch noch umentschieden und erst mal Kurs auf Dänemarks zweitgrößte Stadt genommen. Århus ist nämlich in 2017 Europas Kulturhauptstadt, und das wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Zwischen Ballen und Århus liegen knapp 30 sm, für die wir knapp sechs Stunden gebraucht haben. Bei moderatem Südwestwind konnten wir mit Fock und Groß prima segeln. Je näher wir unserem Ziel kamen, umso mehr ging aber dem Wind die Puste aus, und wir mussten für die letzten Meilen doch noch den Motor starten. Unterwegs wurde Komma’s Hafenlotse intensiv studiert, wir mussten uns nämlich noch entscheiden, welchen Hafen wir anlaufen – Marselisborg oder Århus? Am Ende bekam Marselisborg den Zuschlag, denn es gab gleich mehrere Punkte, die uns überzeugen konnten:

  • Sehr gute sanitäre Anlagen (es gab sogar Regenduschen und Musik in den Toilettenräumen, das war richtig vornehm!)
  • Waschmaschine und Trockner
  • mehrere Restaurants, Eiscafé und ein Marine-Shop direkt vor der Nase
  • die ÖPNV-Verbindung die Stadt ist gut (Bus) und auch mit dem Rad ist man nicht lange unterwegs
  • und, ganz wichtig: beim Anlaufen konnte uns die Schnellfähre nach Odden nicht in die Quere kommen. 😉

Während wir durch die Århus Bucht liefen, hatten wir eines der weltgrößten Containerschiffe im Blick – die Mary Mærsk, die wie wir nach Århus unterwegs war. Sie ist knapp 400 m lang, 59 m breit und kann bis zu 18.270 Container aufnehmen. Gigantisch und sehr beeindruckend! Eine Nordborg 40 ist dagegen wirklich eine Mini-Nussschale…

Mary Mærsk
Direkt vor dem Hafenmeisterbüro und gut geschützt im Windschatten höherer Häuser haben wir einen Liegeplatz gefunden. Nachdem das Schiff aufgeklart und das Hafengeld bezahlt war, riefen erstmal die Hausfrauenpflichten, die es gelegentlich auch an Bord gibt. Zwei Maschinen Wäsche warteten auf Clementine 😉. Während die Waschmaschine lief, gab es zur Auflockerung nettes Hafenkino, es tauchte nämlich eine Gruppe von Stand-Up-Paddlern hinter unserem Heck im Hafenbecken auf. Dazu hätte ich eigentlich auch mal Lust. SUP statt Dinghi, das wär’s doch! Aber vielleicht sollte ich mich vorher lieber noch zum Schnupperkurs auf der Alster anmelden…

SUP-Kurs Marselisborg
SUP-Kurs im Hafen – das macht bestimmt Spaß!
Bei schönem Wetter hat der Yachthafen Marselisborg auch eine große Anziehungkraft auf Landratten, denn alle, die das Wasser lieben, zieht es natürlich an die Hafenkante. Das Wetter war noch immer herrlich sommerlich, und in jeder Ecke des Hafens sah man verliebte Paare, fröhliche Grüppchen oder Familien gemütlich mit Eistüten oder einem Bierchen in der Hand. Es war richtig viel los, und es herrschte eine tolle Urlaubsstimmung, fast wie in Italien. Abends gab’s dann Pizza beim Italiener „Martino“ gleich um die Ecke. Vom Balkon des Restaurants im ersten Stock hat man einen schönen Ausblick über Schiffe und Marina.

Am nächsten Morgen ging es bei schönstem Wetter auf Schusters Rappen in die Innenstadt. I’m walking….eine knappe halbe Stunde ging’s immer die Hauptstraße entlang. Århus ist eine hübsche, lebendige Universitätsstadt, und von ca. 300.000 Einwohnern sollen beeindruckende 50.000 Studenten sein. Die Stadt liegt in einem grünen Tal und ist umgeben von Wald und Strand. Unter dem Motto „let’s rethink“ hat sich Århus als Kulturhauptstadt Europas ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm überlegt, das im Juni startet (wir waren also etwas zu früh da). Mehr Infos dazu findet Ihr hier.

Wir haben uns einfach durch die Stadt treiben lassen und die sommerliche Stimmung genossen. Bei der Stadtbibliothek Dokk1 im neuen Viertel Århus Ø am Hafen sind wir eigentlich eher zufällig vorbeigekommen und haben uns den beeindruckenden Neubau gleich mal von innen angesehen. Rund 4.000 Menschen besuchen täglich das futuristische Gebäude, in dem auch der Bürgerservice untergebracht ist. Ein kreatives und typisch dänisches Konzept.

Als Kirchenfan musste ich natürlich auch die Domkirche besichtigen. Thue, der mit Kirchen nicht sonderlich viel am Hut hat, wartete draußen. Gleich am Eingang fiel mir die Ankündigung für ein Gratiskonzert am frühen Abend auf. Orgel und Saxofon, das klang nach einer interessanten Kombination. Klassische Werke, vorgetragen von der Saxofonistin Henriette Jensen und David Peter Schmidt an der Orgel. Ich musste nur noch Thue überzeugen, mitzukommen. 😬

Gegen Nachmittag kam der kleine Hunger, und rechtzeitig fiel uns ein guter Tipp von Palle und Anne-Lise aus Juelsminde wieder ein: der Aarhus Central Food Market, direkt am Busbahnhof am Skt. Knuds Torv gelegen. Streetfood – offenbar ein neuer Trend in Dänemark! In einer alten Fabrikhalle gab es jede Menge Imbissbuden mit einer bunten Auswahl an kulinarischen Köstlichkeiten. An rustikalen Holztischen und -bänken sitzen dann wildfremde Menschen zusammen und es wird gemütlich geschmaust und geklönt. Was darf’s sein? Mexikanisch? Italienisch? Vietnamesisch? Ein Eis am Stiel vielleicht? Oder doch lieber Kaffee und Kuchen? Es ist bestimmt für jeden Geschmack was dabei und man hat die Qual der Wahl. Wir haben uns für leckere Schwarzbrot- (Rugbrød) Tapas entschieden, die bei strahlendem Sonnenschein draußen gefuttert wurden. Diese tolle Empfehlung möchte ich gern an Cornelia für ihren Beitrag Hafenkneipen und Restaurants für Segler weitergeben, denn die Verpflegung und das entspannt-lockere Konzept haben uns auf Anhieb überzeugt.

Der sommerliche Tag ging langsam ins Land und das Konzert rückte näher. Leider konnte ich Thue nicht davon überzeugen, mitzukommen, ihm taten wohl langsam die Füße weh und er wollte lieber zurück zum Schiff. Ich wollte mir das musikalische Highlight aber nicht entgehen lassen. Mich mal ein Stündchen zurückzulehnen und bei schöner Musik die Seele baumeln zu lassen – das war ganz nach meinem Geschmack. Wer Lust hat, kann hier mal reinhören.

Am nächsten Tag ging es mit den Bordfahrrädern zuerst zum „Gamle By“. Neben modernen Bürogebäuden wirkt das Freilichtmuseum mit Straßenzügen aus dem 18. bis 20. Jahrhundert wie eine kleine Stadt in der Stadt. Den Eintrittspreis von 135 DKK (rund 18 €) pro Nase fanden wir allerdings leicht übertrieben und haben uns deshalb entschieden, stattdessen vom botanischen Garten aus nur mal kurz über den Zaun zu gucken.

Anschließend ging es auf den Drahteseln weiter zum Schloss Marselisborg. Auf dem Weg dorthin sind wir im „Mindepark“ (Gedächtnispark) auf ein Monument zu Ehren von Opfern des ersten Weltkrieges gestoßen. In Sandsteintafeln sind die Namen der 4.144 dänischen Nordschleswiger, die in deutschen Uniformen gefallen sind, eingraviert. Als wir den Namen eines Vorfahren von Thue entdeckten, der in Belgrad gefallen ist, kam ein bedrückendes Gefühl auf.

Gedenktafel Park

Der anschließende Besuch beim Schloss Marselisborg ließ beim Skipper sofort Erinnerungen aufkommen. Während seiner Zeit bei der königlichen Garde hatte er nämlich auch hier Wache geschoben, wenn die königliche Familie ihre Sommerresidenz besucht hat. Natürlich konnte es nicht lassen und musste noch mal kurz Haltung annehmen. Die Uniform müsst Ihr Euch denken. 😉

Am nächsten Tag stand das Århus Kunstmuseum ARoS auf unserer To-Do-Liste. Das Museum verzeichnet Besucherrekorde, und ein Besuch lohnt sich. Wir haben mit dem Rainbow Panorama über den Dächern von Århus angefangen, einem permanenten Kunstwerk des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson. Während man den 150 m langen Rundgangs entlang schlendert, kann man den Ausblick auf die Stadt in allen Regenbogenfarben genießen.

Besonders die Ausstellungen „Alt und Intet“ des dänischen Künstlers Jacob Kierkegaard und die „Satanic Verses“ haben uns beeindruckt. Der Lamborghini unten auf dem Foto durfte während der Ausstellung im ARoS übrigens von den Besuchern zerkratzt werden und ist jetzt ein Kunstwerk. Was es nicht alles gibt!

Nach vier Tagen war unsere Zeit in Århus wieder vorbei, und am nächsten Morgen nach dem Frühstück ging es weiter – diesmal tatsächlich nach Anholt! 😉

Samsø – Dänemark im Miniformat

Die Zeit fliegt – drei Jahre war es mittlerweile schon wieder her, dass wir Samsø zuletzt besucht hatten. Nun durften wir uns zum zweiten Mal auf die schöne Insel freuen. Juelsminde und Ballen trennen nur ca. 25 sm, ein Katzensprung. Leider kam der Wind direkt von hinten, und fleißige Blog-Leser wissen: das mag mein Skipper gar nicht. Selbst unter voller Besegelung machte unser elbkind nicht besonders viel Fahrt, und außerdem stand eine unangenehme 2-m Welle. Also war „dänisches Segeln“ mit Motorunterstützung angesagt, denn für langes Aufkreuzen fehlte uns die Geduld. Eine ziemlich schaukelige Angelegenheit. Selbst mir wurde zwischendurch etwas blümerant, und dabei war ich immer so stolz darauf, dass ich bisher nie seekrank geworden bin 😐. Bis auf schlimme Müdigkeits-Attacken ist aber alles gutgegangen. Nach 5 Stunden auf dem Wasser liefen wir am späten Nachmittag in Ballen ein. Wie erwartet war der Hafen voll, denn es war Samstag und jede Menge Wochenendsegler lagen schon an den Stegen.

Juelsminde-Ballen
Unsere Route von Juelsminde nach Ballen

Eigentlich hätten wir gern längsseits an der nördlichen Kaimauer festgemacht, aber wir hatten Pech, alle Plätze waren schon belegt. Also ab durch die Mitte und ran an den Schwimmsteg! So gerade eben konnten wir uns zwischen eine Luffe und eine Bénéteau quetschen. Schnell die Fender raus, fertig! Wieder mal waren wir begeistert von unserem schönen, schlanken Schiff, das auch in den schmalste Lücke passt.

Weil der Liebste mit einer Erkältung und Halsweh zu kämpfen hatte und etwas angeschlagen war, haben wir abends ausnahmsweise an Bord gegessen und lagen schon früh in der Koje. Am nächsten Morgen wurden wir vom Bugstrahlruder unseres Nachbarn geweckt. Etwas verschlafen guckten wir aus dem Cockpit – und ein herrlicher, sonniger Sonntagmorgen lächelte uns an.

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Guten Morgen, Ballen! ☀️

Im Laufe des Vormittags leerten sich die Stege zusehends, und weil es einigermaßen windstill war, verholten wir das elbkind schnell noch auf die nördliche Seite des Hafens. Denn erstens lagen wir dort viel ruhiger, und zweitens war es viel bequemer, unsere Bordfahrräder seitlich über die Reling an Land zu hieven. Kurze Zeit später starteten wir unsere Radtour Richtung Tranebjerg, der Inselhauptstadt Samsøs. Für die Strecke sind stramme Waden unbedingt von Vorteil, denn teilweise geht es steil bergauf. Nicht umsonst wird Samsø im offiziellen Internetauftritt visitdenmark als „Dänemark im Miniformat“ bezeichnet, denn die Insel hat steile Küsten, hügelige Landschaften mit tiefen Tälern und Schmelzwassergräben, Heide und Agrarlandschaften und einen Fjord mit kleinen Inseln.

Wusstet Ihr übrigens, dass sich Samsø zu 100 % selbst mit Energie durch Wind, Sonne und Biomasse versorgt? Es gibt einen Offshore-Windpark, Biogas-Anlagen und ein Sonnenkraftwerk. Viele Einwohner Samsøs haben aktiv daran mitgewirkt, die Insel umweltfreundlicher zu machen. Statt auf ein globales Abkommen zum Klimaschutz zu warten, haben sie einfach selbst angefangen, die Welt zu verändern. Seit 2007 gibt es die „Samsø Energiakademi“, die zum Treffpunkt von internationalen Energie-Interessierten geworden ist und auch von Touristen besucht werden kann.

Bekannt ist Samsø außerdem für seine Kartoffeln, die in ganz Dänemark als Delikatesse gelten. Ab Anfang Mai warten alle Dänen sehnsüchtig auf das berühmte „Gold im Mund“. Ich finde, das Warten lohnt sich, der Geschmack der Samsø-Kartoffeln ist wirklich besonders intensiv. Überall auf der Insel gibt es an Wegen und Straßen bunte Verkaufsstände, an denen nicht nur Kartoffeln, sondern auch Obst und Gemüse aus eigener Ernte angeboten werden. Spargel, Rhabarber, Gurken, Salat, Spinat, Erdbeeren…  Vom Feld auf den Tisch, so lautet das Motto. Man bedient sich einfach selbst und wirft das Geld in die bereitstehende Box. Auf unserer Radtour zum Besser Rev, einer 5 km langen Landzunge im Norden der Insel, habe ich unterwegs gleich zwei Gläser köstliche Samsø-Marmelade für unsere Proviantkiste gekauft.

Das absolute Highlight unseres Samsø-Besuchs kam am letzten Abend, denn das Beste kommt zum Schluss – ein Besuch im Restaurant „Skipperly“ auf der Südseite des Hafens. Das Wetter passte perfekt, wir konnten draußen sitzen und haben den „Dagens Fisk“, den Fisch des Tages, bestellt. Was soll ich sagen, guckt lieber selbst – der Seewolf mit Spargel, Spinat, Samsø-Kartoffeln und Sc. Hollandaise schmeckte einfach sensationell und war so nett angerichtet, dass wir (und eigentlich mögen wir das nicht gern) unbedingt unser Essen fotografieren mussten.


Anschließend haben wir noch eine kleine Spazierrunde durch den Hafen gedreht und sind dem Veteranbus begegnet – einem Chevrolet Six, Baujahr 1934. Der Bus bietet 16 Passagieren Platz, und mehrmals in der Woche werden Rundfahrten zu den schönsten Orten der Insel in gemütlichem, nostalgischem Tempo angeboten. Bus-Chauffeur Svend erzählt seinen Fahrgästen während der ca. 2 1/2 stündigen Tour „wahre Lügengeschichten“ über Samsø. Das klang zwar sehr verlockend, aber das Wetter war uns einfach zu schön. An einem Tag mit bedecktem Himmel stelle ich mir das Ganze allerdings recht gemütlich vor. Vielleicht beim nächsten Mal?

Am nächsten Morgen lachte wieder die Sonne vom Himmel und die Wettervorhersage kündigte den heißesten Tag der Woche an – Traumwetter, das sich für einen Segeltag anbot ☀️. Die Entscheidung, nach Århus zu segeln, fiel uns nicht schwer. Ein absolutes Kontrastprogramm zu Samsø, und wieder eine Premiere für uns.

Zum ersten Mal: Juelsminde

Juelsminde hat uns richtig gut gefallen! Unsere Bordfahrräder wurden aus der Backskiste gekramt, wir haben die Gegend rund um den Hafen erkundet, sind den „Kyststien“ am Meer entlanggewandert, haben lecker gegrillt und bei der Mittwochsregatta mitgefiebert. Im Restaurant „På Havnen“ konnten wir abends bei Sonnenschein sogar schon draußen sitzen. Treue Leser des elbkind-Blogs wissen, dass wir uns in den letzten zwei Jahren oft über das Wetter in Dänemark beklagt haben. Zu kalt, zu windig… Aber in 2017 haben wir -jedenfalls bis jetzt – Petrus irgendwie mit im Boot – im wahrsten Sinne des Wortes. Bisher nur ein einziger Regentag! 👍🏼

Außerdem haben wir in Juelsminde ein nettes, pensioniertes Lehrer-Ehepaar kennengelernt, das kam so: Ihr Schiff, eine „Nordisk Snegge“, war uns schon bei der Ansegelung auf Juelsminde aufgefallen, denn lange Zeit lief sie parallel mit dem elbkind in Richtung Juelsminde. Nachdem wir angelegt hatten, machten wir erstmal eine kleine „Inspektionsrunde“ durch den Hafen. Dort lief uns Palle, der Skipper, über den Weg. Und weil Thue im Hafen ja immer alle möglichen Leute anschnackt, kamen die beiden schnell ins Gespräch. Palle erzählte, dass sich plötzlich größere Mengen Diesel in der Bilge seines Schiffs angesammelt hatten, so dass in Juelsminde umgehend Erste-Hilfe-Maßnahmen ergriffen werden mussten. Nun war er damit beschäftigt, fachmännische Hilfe für das Problem zu organisieren. Unschöne Geschichte, weil natürlich im Schiff alles nach Diesel stank.

Nach einem gemütlichen Abendessen im „På Havnen“ schlenderten wir später die Stege entlang und schnackten ein bisschen mit dem einen oder anderen Skipper. Die meisten Leute klönen ja gerne, vor allen Dingen in Dänemarks Häfen ist das so, und wir gehören natürlich auch dazu 🙃. Thue (von Natur aus nicht neugierig, muss aber trotzdem alles wissen) wollte noch bei Palle nachfragen, ob seine Bilge denn nun wieder dieselfrei war. Wir klopften an den Bugkorb, erkundigten uns nach dem Stand der Dinge und saßen keine fünf Minuten später mit einem Bier und einem Glas Rotwein in der Hand bei Palle und seiner Frau Anne-Lise im Cockpit. Natürlich wurde sofort eine Gegeneinladung ausgesprochen und wir verbrachten den nächsten Abend gemütlich zu viert bei uns an Bord.

Das gefällt mir ganz besonders beim Segeln: Beinahe in jedem Hafen lernt man sympathische Leute kennen und verbringt spontan interessante, kurzweilige, inspirierende und lustige Abende mit Menschen, die man vorher nie getroffen hat und die man wahrscheinlich auch hinterher nie wiedersehen wird. Es geht auch gar nicht nicht darum, Freundschaften fürs Leben zu schließen, sondern einfach um nette Gesellschaft und gute Gespräche. Beides ergibt sich durch das gemeinsame Hobby ganz unkompliziert und zwanglos und ist trotzdem nicht oberflächlich. Wenn man – wie wir – über längere Zeit nur zu zweit unterwegs ist, freut man sich nämlich gelegentlich über andere Gesprächspartner als den eigenen Mann / die Frau, das ist einfach so. 😉 Besonders lustig ist es immer, wenn wir auf Dänen treffen, die ja normalerweise sehr gut deutsch sprechen. Meistens stellt sich heraus, dass zwar jeder am liebsten in seiner eigenen Sprache unterwegs ist, den anderen aber problemlos verstehen kann. Ich spreche deutsch, die anderen dänisch, und alle verstehen sich bestens – 7 Jahre Dänischkurs an der Volkshochschule Norderstedt und dem Empfang deutscher Fernsehsender in Dänemark sei dank. Völkerverständigung at it’s best! 🇩🇰🇩🇪

Aber noch mal zurück zu Juelsminde: Der Hafen eignet sich perfekt zum Proviantieren. Supermärkte wie Fakta, Rema und SuperBrugsen sind vom Hafen aus zu Fuß schnell zu erreichen. Außerdem zu empfehlen: das Juelsminde Fiskebistro direkt am alten Hafen. Hier gibt es neben frischem Fisch und Meeresfrüchten für die Pantry auch die Möglichkeit, mit Blick über den Alten Hafen vor dem Restaurant zu sitzen und Frisches und Geräuchertes aus dem Meer zu genießen. Lecker!

 

Außerdem habe ich in der Søgade ein Schuhgeschäft entdeckt, das ist für die Damen an Bord schließlich nicht unwichtig und soll deshalb auch nicht unerwähnt bleiben. 👠

Schnell noch eine Warnung: Wer Kalorien zählen muss, vermeidet am Besten die Juelsminde Café- und Eisbar im alten Hafen. Ein beliebter Treffpunkt für Jung, Alt, Segler, Camper und Motorradfahrer. Immer gut besucht, und das ist auch nicht verwunderlich, denn das Eis ist unwiderstehlich und im wahrsten Sinne des Wortes zum Dahinschmelzen! Gammeldags Iswaffel mit Guff, wer kann da schon widerstehen? Ich nicht. Natürlich machen wir Diät, aber doch nicht den ganzen Tag! 😋

Nach drei Nächten in Juelsminde wollten wir wieder weiter in nördliche Richtung. Wind und Wetter passten, und nach dem Frühstück setzten wir die Segel Richtung Ballen.

An dieser Stelle möchte ich mich mal ganz herzlich bei Petrus bedanken. Wir können ja unser Glück kaum fassen, was das Wetter anbetrifft! In den vergangenen zwei Jahren haben wir zum Saisonanfang immer so gefroren, dass wir mehr Diesel für die Heizung als zum Motoren verbraten haben. Mange tak und Dankeschön – so darf es gerne weitergehen! ☀️

Einfach köstlich: der Meerkohl. Mee(h)r geht nicht!

Bei unserem Stopover auf Årø vergangenes Wochenende sind wir, wie immer, im Restaurant Brummers Gård gelandet. Für uns gibt es nichts Schöneres, als bei leckerem Essen und einem frisch gezapften Fuglsang Jubiläumsøl (das übrigens sehr zu empfehlen ist, sogar Weinliebhaber wie ich schmelzen dahin) im windgeschützten Hof zu sitzen, den Segeltag noch einmal Revue passieren zu lassen und die letzten wärmenden Sonnenstrahlen des Tages zu genießen. Davon haben wir schließlich den ganzen Winter geträumt…😉

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Unser absoluter Favorit bei Brummers ist das Ø-Bøf, ein gegrilltes Hacksteak. Das Fleisch stammt von Galloway-Rindern, die im Naturreservat Årø Kalv aufgewachsen sind. Mehr Bio geht nicht. Dazu gibt es die leckere, typisch-dänische braune Soße und hausgemachte, köstliche Leckereien vom Buffet. 😋 Diesmal fand ein grünes Gemüse unser Interesse, das wir auf Anhieb nicht so recht einordnen konnten. Auf Befragen erklärte uns Wirtin Marianne, dass es sich um Meerkohl handelt. Meerkohl? Nie gehört. Marianne erntet das außergewöhnliche Kraut am Strand von Årø und serviert es ihren Gästen noch am selben Tag. Frischer – und köstlicher – geht’s wirklich nicht.

Der Küsten-Meerkohl (lat.: crambe maritima) wird auch See- oder Strandkohl genannt und wächst natürlich an den Stränden der Nord- und Ostsee. Er hat einen angenehmen salzig-nussigen Geschmack und enthält neben Vitamin C und Mineralien auch Senfölglykoside, die u.a. antibakteriell wirken. In Deutschland und anderen europäischen Ländern steht er unter Naturschutz. In Dänemark kommt er an der Ostküste Jütlands häufig vor und ist zwar nicht geschützt, jedoch durch die Beweidung von Küstenbereichen gefährdet.

Als wir ein paar Tage später in Juelsminde den „kyststien“ (deutsch: Küstenweg) am Wasser entlanggewandert sind, begegnete uns plötzlich am Wegesrand ein alter Bekannter – früher hatten wir wahrscheinlich kaum Notiz von ihm genommen. Tatsächlich: unser neuer Freund, der Meerkohl! So schnell trifft man sich wieder. Leise flüsterte er uns zu: nehmt mich mit, ich bin so lecker und gesund!

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Schnell ließen wir uns überreden. Aber wir haben nur so viel gepflückt, wie wir auch tatsächlich zum Abendessen brauchten, und das waren für uns zwei Nasen gerade mal vier Blätter. Die Zubereitung war unkompliziert. Ich habe ihn gewaschen, die Stängel entfernt und in feine Streifen geschnitten.

Eine Vinaigrette aus einem gutem Olivenöl, weißem Balsamico-Essig, etwas Senf, Salz, grob gemahlenem Pfeffer und einer Prise Zucker gab dem Salat den letzten Pfiff. Abends kam unser neuer Liebling dann als Beilage zu unseren gegrillten Hakkebøfern (Frikadellen) und herzhaft-scharfem Chili-Kartoffelsalat ganz groß raus. Lecker! 😋

 

 

Wenn Ihr jetzt auf den Geschmack gekommen seid, haltet bei Euren Strandspaziergängen in Dänemark im Sommer einfach nur ein kleines bisschen die Augen auf – vielleicht begegnet Euch Euer Abendessen ja auch direkt am Wegesrand.

Aber keine Angst, auch in Zukunft wollen wir Euch natürlich von unseren Segeltörns und Erlebnissen an Bord erzählen. Diese kleine Exkursion ins Reich von Gemüse und Rezepten war eher eine Ausnahme. Wer an Bord (und an Land!) lecker essen möchte und auf der Suche nach köstlichen und trotzdem einfach zuzubereitenden Rezepten für die Pantry ist, der schaut am besten mal bei Cornelia vorbei. Die See kocht ist der vielversprechende Name ihres Blogs. Guten Appetit!

 

Wenn die bunten Fahnen wehen…

…geht die Fahrt wohl übers Meer, woll´n wir ferne Länder sehen, fällt der Abschied uns nicht schwer. Leuchtet die Sonne, ziehen die Wolken, klingen die Lieder weit übers Meer…

Vielleicht können sich die Älteren unter Euch ja noch an dieses Lied erinnern? Mit Schrecken habe ich gerade festgestellt, dass es sogar eine Version von Heino gibt! 😎 Aber egal. Wenn wir das Lied früher in der Schule gesungen haben, kam immer großes Fernweh und die Sehnsucht nach Urlaub, Sonne, Strand und Meer bei mir auf. Als ich ein kleines Mädchen war, haben meine Eltern für die Sommerferien häufig ein Ferienhaus an der dänischen Westküste gemietet. Schon damals habe ich Dänemark ins Herz geschlossen und deutlich gespürt, wie gemütlich das Leben vor sich hinplätscherte und wie freundlich und entspannt alle Menschen miteinander umgegangen sind. Niemals hätte ich mir träumen lassen, dass ich viele Jahre später mal einen echten Dänen heirate und sein schönes Land meine zweite Heimat wird!❤️🇩🇰❤️

Huch, jetzt bin ich fast romantisch geworden! Jedenfalls – wenn im Mai die Segelsaison wieder angefangen hat und wir zum ersten Mal bei Sonnenschein und leichter Brise über das glitzernde Wasser im Alssund rauschen, taucht in meinem Kopf immer diese schöne Melodie wieder auf. Und weil ich dann immer fast platze vor Glück und Vorfreude auf die abwechslungsreiche Zeit an Bord und gar nicht weiß wohin mit mir, stimme ich zu Thues Leidwesen (er findet, ich sollte doch lieber im Radio singen, damit er mich ausstellen kann 🙃) dieses kleine Liedchen an.

Für uns wehen die bunten Fahnen endlich wieder! Ende letzter Woche sind wir an Bord eingezogen. Die Vorbereitungen für unseren Sommertörn sind jedes Frühjahr wieder eine kleine Herausforderung für uns, denn es ist natürlich nicht nur damit getan, mal eben ein paar Taschen zu packen. Vieles muss organisiert werden, bevor wir für mehrere Monate aufbrechen können. Wer schaut nach unserer Post, gießt die Blumen, mäht den Rasen, wer schaut mal bei unseren Eltern vorbei, während wir unterwegs sind? Schnell noch mal zum Friseur, zum Zahnarzt und alle Rechnungen bezahlen 😉 und natürlich unbedingt noch überall Tschüss sagen. Was für ein Glück, dass wir die nettesten Nachbarn der Welt und einen wunderbaren Zusammenhalt in der Familie haben – nur deshalb können wir entspannt und sorgenfrei die Zeit an Bord genießen.

Bei Schietwetter ging es am Freitagmittag über die A7 nach Dyvig. ☔️ Na toll! So hatten wir uns den Sommerauftakt eigentlich nicht vorgestellt. Aber was soll’s, dachten wir uns, es kann ja eigentlich nur besser werden. Irgendwann wird das Wetter auf jeden Fall schön – man muss nur lange genug warten! An Bord wurde erstmal das Teakdeck gründlich geschrubbt (Thue) und die Taschen ausgepackt, hin- und hergekramt und alles griffbereit verstaut (ich). Was man für Geraffel in den Schapps rumfliegen hat! Sage und schreibe drei Haarföhns (schreibt man das so?) haben sich in irgendwelchen dunklen Ecken angefunden und wurden erstmal im Auto zwischengelagert. Denn erstens haben wir dafür keinen Platz und zweitens ist die Frisur der Bordfrau in den nächsten Monaten Nebensache, weil es sowieso ständig weht. 😉

Eigentlich wollten wir gleich am nächsten Morgen starten, entdeckten aber plötzlich ein kleines Loch im Gelcoat direkt am Niedergang. WTF?! 👿 Wie ist das denn passiert? Aber irgendwas passiert ja immer ausgerechnet dann, wenn es losgehen soll. Letztes Jahr waren es die Seepocken am Propeller, und jetzt das. Nach Rücksprache mit dem Bootsbauer haben wir uns für eine provisorische Reparatur mit Tape entschieden, alles andere hätte uns einfach zu lange gedauert. Aber Klebeband ist ja nicht die schlechteste Lösung, das haben wir während unserer zwei Jahre in Shanghai gelernt. Wenn die Chinesen sogar ganze Motorroller und Autos damit reparieren können, wird das elbkind den Sommer ganz locker überstehen. Vier verschiedene Geschäfte musste Thue abklappern und bis nach Sønderborg fahren, bis er endlich das richtige Klebeband gefunden hatte. Außerdem haben wir dem Teakdeck noch schnell einen Anti-Fungizid-Anstrich verpasst. Damit ging zwar ein weiterer Tag ins Land, aber zumindest war das elbkind startklar für den Sommertörn. 👍🏼


Sonntag nach dem Frühstück legten wir endlich los. Auf ging’s nach Årø! Ein Segeltag wie aus dem Bilderbuch mit Sonnenschein und einem angenehmen Südwestwind. Thue nennt das übrigens „Broschüren-Wetter“ – der einzige Tag im Jahr in Dänemark, an dem man mal ein paar schöne Fotos von seinem Schiff für die Verkaufsbroschüre machen kann. 😄

Von Årø haben wir Euch an dieser Stelle ja schon gelegentlich vorgeschwärmt. Die niedliche Insel im kleinen Belt ist mit ihrer wunderschönen Natur und einer hyggeligen Atmosphäre ein schöner Zwischenstopp für Törns ins dänische Inselmeer oder in Richtung Kattegat. Die Häfen von Hadersleben, Assens, Middelfart, Ærø liegen nicht weit entfernt.


Schon am nächsten Morgen setzten wir wieder die Segel und bei leichtem Nordwestwind und blauem Himmel ging es weiter nach Middelfart. Erst zum Schluss flaute der Wind ab und wir mussten den Volvo bemühen. Ein schöner, sonniger Segeltag!

In Middelfart haben wir im „Nyhavn“ festgemacht, dem kleinen, runden Hafen direkt in der Stadtmitte. Hier liegt man gut geschützt, und die Wege zum Bäcker und zum Supermarkt sind kurz. Allerdings sind 28 € Liegegeld auch nicht gerade ein Schnäppchen und WLAN gab es auch nicht. Gestern hat es Petrus dann nicht so gut mit uns gemeint, fast den ganzen Tag hat es geschüttet wie aus Eimern. Aber das kennen wir ja schon. Schließlich segeln wir in Dänemark, wo sich Sommer auf kalt und nass reimt… 😉

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Unterwegs mit Kurs auf Middelfart
Heute Morgen sind wir nach Juelsminde aufgebrochen. An Segeln war leider nicht zu denken, denn es herrschte fast Flaute und dicker Nebel hing über dem kleinen Belt. Wir hatten trotzdem unseren Spaß, denn immer wieder tauchten Schweinswale auf, und sogar ein Seehund steckte seinen Kopf neugierig aus dem Wasser!

Der Hafen von Juelsminde wird in Seglerkreisen hochgelobt, und jetzt war es an der Zeit, dass wir uns auch selbst mal ein Bild machen. Was soll ich sagen – wir sind begeistert! Es gibt 500 Liegeplätze, mehrere Restaurants, ein sehr gutes Fischgeschäft, einen Kinderspielplatz, einen Marineshop, eine Boutique und zwei Eisläden. Eine kleine Fußgängerzone ist auch nicht weit entfernt. Man kann es hier problemlos eine Weile aushalten, auch bei Regenwetter. Aber das ist zum Glück erst wieder für Freitag angesagt. Gerade jetzt sitzen wir im Cockpit, genießen die warme Maisonne und den schönen Blick über den Hafen. Morgen holen wir vielleicht mal die Bordfahrräder aus der Backskiste. Hach, das Leben ist schön! ⛵️☀️🇩🇰

Dieser besondere Tag im Frühling…

… auf den wir jedes Jahr so sehnsüchtig warten, war Mitte April endlich da – unser Highlight, der Krantermin! In den letzten Monaten hat besonders mein Skipper kaum an etwas Anderes denken können. Am liebsten hätten wir unser elbkind ja schon vor Ostern wieder im Wasser gehabt, aber wir waren offenbar nicht die einzigen – alle Termine waren leider schon ausgebucht, als wir im März angefragt haben 😐. Aber bei dem unbeständigen Aprilwetter war das gar nicht so tragisch, zuhause hatten wir eigentlich noch genug zu tun.

Liebe Segler, kennt Ihr das eigentlich auch, dass Euer Keller im Winter nach und nach zu einem Lagerraum für Schiffszubehör mutiert? Wir konnten jedenfalls zum Schluss kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen. Das Bettzeug und die Bordfahrräder nehmen wir im Herbst sowieso immer mit nachhause, damit Spak und Schimmel keine Chance haben. Und natürlich wurde im Laufe der vergangenen Monate auch das eine oder andere Teil angeschafft und im Keller zwischengelagert. Ein Ausdehnungsgefäß für die Wasserpumpe, Schwämme, Schäkel, Schläuche, Gasflaschen, Klamotten, ein Sonnenschirm fürs Cockpit, usw. usf. Außerdem hatte mein Skipper über Ebay Kleinanzeigen z.B. eine 30 m lange Ankerkette zum Schnäppchenpreis von 60 € ergattert. Für den Transport dieses Zubehörs sind gut trainierte Oberarme übrigens unbedingt von Vorteil. 💪🏼😉 Als der heißersehnte Tag dann feststand und Thue anfing, das Auto zu beladen, waren wir wirklich happy, dass sich die Sitze umklappen ließen. 😉

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Hab‘ mein‘ Wagen vollgeladen…
Krantermin in Dyvig bedeutet für uns normalerweise, dass wir früh aus den Federn müssen, wenn wir live dabeisein wollen. Da klingelt der Wecker dann gern schon mal um 4 Uhr morgens, denn wir müssen ja noch gute zwei Stunden Fahrtzeit bis nach Dänemark einplanen. Dieses Frühjahr hatten wir dazu aber keine Lust. Stattdessen haben wir uns einen Wunsch erfüllt: eine Übernachtung im sündhaft teuren Dyvig Badehotel auf der anderen Seite der Bucht. Die Vorfreude war groß!

Dienstagmorgen nach dem Frühstück machten wir uns auf nach Dänemark, und als wir im Hafen ankamen, wartete das elbkind auch schon auf uns.

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Wiedersehensfreude pur..!
Als wir das Unterwasserschiff inspizierten, ist uns sofort die neue Propeller-Oberfläche aufgefallen – pechschwarz und merkwürdig gummiartig. Unser Bootsbauer hatte uns schon darauf vorbereitet, dass er in diesem Jahr an einigen Schiffen ein neues Produkt von Hempel testen will, das den Bewuchs von Seepocken verhindern soll. Im vergangenen Jahr haben wir diesbezüglich ja leider eher schlechte Erfahrungen gemacht…

Laut Beschreibung des Herstellers wird das Produkt auf Silikon- und Hydrogelbasis hergestellt, ist biozidfrei und verleiht der Oberfläche wasserähnliche Eigenschaften. Damit sollen sich bewuchsbildende Organismen nicht mehr so leicht am Rumpf ansiedeln und fallen schnell ab, sobald das Boot in Bewegung ist. Geeignet ist es sowohl für Segel- als auch für schnelle Motorboote. Nur für Oberflächen aus Holz ist es nicht brauchbar. Bewuchs soll sich leicht entfernen lassen, und die Beschichtung lässt sich problemlos erneut auftragen. Hydrogel basiert auf nicht reaktiven Polymeren, die dem Anstrich hinzugefügt werden und eine unsichtbare Schutzschicht zwischen der Rumpfoberfläche und dem Wasser bilden. Bewuchsbildende Organismen nehmen den Rumpf als Flüssigkeit wahr und haften so viel seltener an. Wir sind gespannt, ob die Oberflächenbehandlung nun tatsächlich den Durchbruch bringt. Schön wär’s ja…

Nachdem wir über eine Leiter schon einige Taschen und Klamotten an Bord gehievt hatten, haben wir endlich auch den sympathischen neuen Hafenmeister Erling kennengelernt und ein bisschen mit ihm geklönt. Das Hafenmeisterbüro und der kleine Havne Brugsen haben sich deutlich positiv verändert und es war spürbar, dass in Dyvig nun wirklich wieder ein „frischer Wind“ weht. Bei Erling und seiner Frau Helle könnt Ihr  jetzt übrigens auch frisch gebrühten Kaffee kaufen. „Is, Øl og kaffe, det sælger altid!“ (Eis, Bier und Kaffee gehen immer) meint er, und recht hat er. 👍🏼 Das wird bestimmt hyggelig!

Nach unserer kleinen Stippvisite im Hafen haben wir im Dyvig Badehotel auf der anderen Seite der Bucht eingecheckt. Schon ein paarmal hatten wir im Hotel-Restaurant „Skipperstuen“ gut gegessen, und am Karfreitag 2011 sogar das Glück, bei strahlendem Sonnenschein mit Familie und Freunden die Schiffstaufe unseres ersten elbkinds, einer Nordborg 32, auf der Hotelterrasse feiern zu können – bei Temperaturen um die 20 Grad. Von derartig sommerlichen Momenten war der April 2017 ja leider weit entfernt… 😐 In diesem Jahr hoffen wir (wieder mal) auf einen schönen Sommer – die Wetterprognose für Mai, Juni und Juli in Dänemark sieht jedenfalls ganz vielversprechend aus. ⛵️☀️🇩🇰

Die nette Dame am Empfang des Badehotels empfing uns freundlich, und sofort fiel mir die geschmackvolle Frühlingsdeko im Foyer ins Auge – zarte, bezaubernde, wunderhübsche Schachbrettblumen! Duplizität der Ereignisse, denn gerade hatte ich auf dem Weg nach Dänemark  Stefanie’s Bericht über die Schachbrettblumenwiesen im Junkernfeld gelesen und mich sofort in diese besondere Blume verliebt. Stefanie würde wahrscheinlich sagen „schockverliebt“…

Unser Zimmer überzeugte mit geschmackvollem Interieur, einem waaaahnsinnig gemütlichen Bett und viel Liebe zum Detail. Wir fühlten uns auf Anhieb zuhause und haben am Fenster den herrlichen Blick über die Dyvig Bucht genossen. Später am Abend waren wir mit unseren „zukünftigen Ex-Segelfreunden“ Torben und Lene zum Essen verabredet. Leider haben die beiden sich entschieden, ihr Schiff zu verkaufen und sich stattdessen ein Sommerhaus zuzulegen. Und wir sind richtig traurig!

Am nächsten Morgen waren wir um halb sieben die ersten Gäste im Frühstücksraum. Schade, dass die Zeit viel zu knapp war, um das schöne Ambiente so richtig zu genießen. Aber auf der anderen Seite der Bucht warteten ja schon ein Kranwagen, das Nordborg-Team und jede Menge Arbeit auf uns…

To make a long story short: Alles hat reibungslos geklappt, das elbkind hat endlich wieder Wasser unterm Kiel, der Mast ist gesetzt, die Segel sind angeschlagen, das Schiff ist blitzsauber, die Betten sind bezogen und am Ende des Tages hatte ich lt. Schrittzähler fast 10 km auf der Uhr.

Jetzt warten wir noch ein paar Tage ab, bis es etwas wärmer wird und die nächtlichen Temperaturen wieder zuverlässig über dem Nullpunkt bleiben 🙃. Und spätestens Mitte Mai wollen wir wieder los. Wenn Wind und Wetter mitspielen, soll es durch den kleinen Belt in nördliche Richtung gehen; erklärte Wunschziele sind Samsø und Anholt, denn beide Inseln mögen wir wirklich sehr. Von Skagen wollen wir rüber nach Schweden segeln, die Küste entlang und dann weiter durch den Øresund nach Kopenhagen. Vielleicht landen wir in diesem Sommer ja sogar mal im Christianshavn? Ich hätte Lust. Ihr werdet es erfahren…! 😊

Dyvig – alles neu macht der Mai!

Ahoi Ihr Lieben, es gibt gute Neuigkeiten aus Dyvig, unserem Lieblings-Heimathafen!

 

2016 lief ja leider einiges „unrund“ in Dyvig. Gleich zwei Hafenmeisterinnen warfen das Handtuch, und unserem Hafen fehlte eine liebevolle Hand. Mit Beginn der neuen Segelsaison kehrt mit der Betreuung durch den neuen Hafenmeister Erling Jensen und seiner Frau Helle Gram hoffentlich endlich wieder Ruhe ein. Die beiden sind fest angestellt, werden sich um den allgemeinen Service im Hafen kümmern und den kleinen Supermarkt „Havne Brugsen“ betreiben. Frische dänische Brötchen zum Frühstück sind also wieder gesichert. Wir freuen uns so!

Ab sofort werden auch die Grills in der Hauptsaison wieder „angefeuert“ und stehen allen Hafenbenutzern und Gastliegern kostenlos zur Verfügung. Schon Anfang Mai soll der neue Grillplatz neben dem Servicekai eingeweiht werden. Auch ein Windschutz gegen den frischen Westwind ist geplant, herrlich, besonders für „Frostkötel“ wie mich! Der Kinderspielplatz, der bisher etwas weiter entfernt auf einer kleinen Anhöhe lag, wird zukünftig neben dem Grillplatz zu finden sein. So haben Eltern ihre lieben Kleinen vom Grillplatz aus immer gut im Blick und sind für ihren Nachwuchs schnell erreichbar.

Vom Segelverein Dyvig Bådelaug haben wir schon mal ein paar Bilder zum Vorfreuen bekommen. Aktuell sieht es dort so aus:

 

Dyvig Bådelaug hat sich vorgenommen, wieder eine der beliebtesten Marinas in Dänemark zu werden. Also, macht doch bald mal wieder einen kleinen Abstecher in die wunderschöne Dyvig Bucht und überzeugt Euch selbst.

Falls Euer Krantermin noch ein paar Wochen auf sich warten lässt, könnt Ihr Euch vielleicht mit diesem kleinen Segler-Quiz ein bisschen die Wartezeit vertreiben. Wer Lust hat, kann uns ja mal sein Ergebnis verraten. Ich bin gespannt. Mein Skipper hat 94% der Fragen richtig beantwortet (Streber 🤓), ich habe immerhin 66% geschafft und fand mich eigentlich ganz gut… Viel Spaß!

Liebe Frühlingsgrüße 🌷und bis bald, Martina & Thue

Technik-Tipp: MOB-System für Zwei-Personen-Crews

Ahoi, Ihr Lieben! Sind Eure Schiffe aus dem Winterschlaf erwacht, und fängt’s bei Euch auch schon langsam wieder an zu kribbeln? Wir freuen uns jedenfalls schon sehr auf die neue Segelsaison. Am 19. April ist Krantermin in Dyvig, dann geht unser elbkind endlich wieder ins Wasser. Yippieh!

Seid Ihr gut vorbereitet? Auch auf den Notfall?

Bei aller Vorfreude auf das sommerliche Segelvergnügen habt Ihr Euch bestimmt gelegentlich gefragt, wie wohl ein Mann-über-Bord Situation Szenario bei Euch an Bord ablaufen würde. Vielleicht ist es Euch dabei so gegangen wie uns: am liebsten verdrängt man diesen Gedanken schnell wieder. Wird schon alles gutgehen. Es wird schon nichts passieren. Aber was ist, wenn es doch passiert? Seid Ihr gut vorbereitet und wisst, was zu tun ist? Heute gibt es zu diesem Thema einen kleinen Technik- Tipp von meinem Skipper.  😊

Mann über Bord: eine brenzlige Situation

Wer mit einer Segel- oder Motoryacht unterwegs ist, sollte sich unbedingt Gedanken darüber machen, was eigentlich zu tun ist, wenn der „Worst Case“ eintritt und jemand über Bord geht. Klar, wir alle haben fleißig MOB (Mann über Bord) Manöver geübt, um die Prüfungen für unsere Segelscheine zu bestehen. Der wichtigste Teil der Übung fehlt allerdings meistens, nämlich: Wie bekomme ich das über Bord gegangene Crewmitglied eigentlich wieder zurück aufs Schiff??

Solange die Crew aus 5 – 6 Leuten besteht, ist die Situation vielleicht nicht ganz so dramatisch, denn schließlich sind genug Hände und ausreichend Kraft vorhanden, um das über Bord gegangene Crewmitglied wieder zurück an Deck zu hieven. Sehr häufig besteht die Crew aber – so wie bei uns – nur aus zwei Mitgliedern. Und wenn man fast ausschließlich zu zweit unterwegs ist, kann ist eine MOB-Situation nicht nur extrem brenzlig, sondern auch schnell lebensgefährlich werden.

Angeblich soll es Ehe- und Segelpartner geben, die alles tun würden, um über Bord gegangene Crewmitglieder zu retten 😉. Weil Thue auch seine Bordfrau dazuzählt, hat er sich während der Wintermonate eingehend mit der Frage beschäftigt, wie ein MOB-Manöver auch einer Zweier-Crew gelingen könnte.

Zuerst hat er sich die am Markt angebotenen Hilfsmittel angeschaut. Außerdem wurden alle relevanten Tests studiert, in denen erklärt wird, wie Fertiglösungen funktionieren. Aber irgendwie hat ihn keine der Möglichkeiten richtig überzeugt – entweder zu kompliziert, oder die Bedienung war zu fummelig für die eine Person, die parallel zur Rettungsaktion auch noch das Boot steuern und handhaben muss. Deswegen hat Thue ein eigenes System ausgetüftelt, das für uns und unser Schiff einfach und effizient funktionieren müsste.

Gewusst wie – dem Ingenieur ist nix zu schwör! 🙃

Das Ende einer ca. 10 m langen und 10 mm starken, geflochtenen, schwimmfähigen Polypropylenleine (Bruchstärke 1.200 kg) in der Leuchtfarbe rot wurde mithilfe eines Gordingsteks mit einem Karabiner der Marke Wichard (Bruchlast 1.650 kg) verbunden.

Am Karabiner wurde anschließend eine Hostalen-Kugel mit einer durchgehenden Öffnung von 10 mm und einem Auftrieb des doppelten Karabiner-Gewichts angebracht. Die Leine mit Karabiner und Hostalen-Kugel läuft durch einen auf dem Heckkorb befestigten 10 mm-Block (Sprenger Relingsblock, Bruchlast 850 kg). Alles wird aufgeschossen und liegt oder hängt einsatzbereit am Heck parat.

Und dann?

Tritt nun der MOB-Fall ein, wird die Leine mit dem Karabiner-Ende zuerst ins Wasser geworfen, wo es dank der Hostalen-Kugel gut sichtbar an der Wasseroberfläche treibt und leicht greifbar ist. Mit dem anderen Ende der Leine wird die Winsch belegt. Entweder kann die über Bord gefallene Person jetzt selbst den Karabiner am Auge der Schwimmweste einklinken (wir gehen davon aus, dass Ihr ohnmachtssichere Rettungswesten mit Sicherheitsgurt tragt), oder der Mitsegler unterstützt von der Badeplattform aus.

Sobald Rettungsweste und Karabiner sicher miteinander verbunden sind, kann der klitschnasse Unglücksrabe mithilfe der Winsch in aller Ruhe aus dem Wasser gekurbelt werden. Auf unserem Schiff könnten wir die Person erst auf die Badeplattform ziehen und von dort zurück ins Cockpit hieven, ohne dass viel Gewicht gestemmt werden muss. Das ist z.B. immer dann wichtig, wenn eine weibliche Person allein an Bord zurückgeblieben ist und ein Mann gerettet werden muss. Natürlich ist das nicht immer so, aber bei uns bringt der Skipper gute 35 kg mehr auf die Waage als seine Bordfrau. 😜

Thues MOB-System

Wir denken, dass dieses DIY-System gut funktionieren kann. Wenn die Saison wieder losgeht und das Wasser eine anständige Temperatur erreicht hat, werden wir das Ganze bestimmt auch mal ausprobieren. Thue meint ja, dass ich nicht begeistert sein werde, wenn er mich als Versuchskaninchen über Bord schubst, aber wir werden ja sehen, wer von uns beiden der bessere Schubser ist. Ha! 🏊🏼

PS: Welche Systeme verwendet Ihr? Wir freuen uns über Eure Kommentare und Erfahrungsberichte!

 

 

 

Meanwhile in Playa Blanca, Lanzarote…

Hola ihr Lieben! Unsere erste Woche in Playa Blanca liegt nun schon hinter uns und wir haben uns prima eingelebt. Den Tag beginnen wir im „La petite marmite“ direkt am Yachthafen Rubicón. Hier gibt’s französisches Frühstück (Croissants sind nämlich extrem wichtig für meinen Skipper) und das Allerneueste aus dem world-wide-web.

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Spezialität des Tages: Der WiFi Code! 😄
Anschließend machen wir erstmal einen gemütlichen Spaziergang durch den Hafen. 

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Heute Nachmittag stand ein Ausflug zum Papagayo-Strand auf dem Programm. Unser Ziel  hatten wir – ganz umweltbewusst – schon in einer guten halben Stunde zu Fuß erreicht. Zum Glück, denn wer mit dem Auto kommt, muss sich erst auf einer fast endlosen Schlagloch-Piste ans Ziel quälen und auch noch 5 € fürs Parken bezahlen. Die Papagayo-Strände liegen am Ende der Rubicón-Ebene und haben im Gegensatz zu den oft dunklen Stränden aus Vulkangestein auf Lanzarote hellen Sand. Es ist nicht viel los, und FKK-Fans fühlen sich wohl hier. Und nein, es gibt keine Fotos von uns. 🙈

Andere Leute kommen im Urlaub zur Ruhe, wir dagegen bewegen uns endlich mal wieder ein bisschen. Heute Abend quiekt meine Hüfte, leider. Für morgen habe ich mir daher erstmal eine Walking-Zwangspause verordnet. 😐 Schwimmen und Rumgammeln auf dem Liegestuhl sind angesagt!

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Ständig in Bewegung…
In unserer Ferienhaus-Anlage gibt es übrigens außer mir kaum jemanden, der sich mal ins (eis)kalte Wasser des Swimmingpools wagt und ein paar Runden schwimmt. Das verstehe, wer will. Jedenfalls zeigt sich, was Österreicher für Weicheier sind und wer als waschechter Nordeuropäer hart im Nehmen ist. Yes! 👩🏼💪🏼

Wenn die Sonne untergeht, treiben wir uns gern im Yachthafen rum und genießen die besondere Stimmung. Ein kleiner Sundowner gehört natürlich immer dazu. Wirklich schade, dass das faszinierende Schauspiel schon innerhalb weniger Minuten wieder vorbei ist. Sonnenuntergänge in Dänemark verlaufen dagegen ja eher in Slow-Motion. Aber bis wir die wieder erleben können, dauert es ja noch ein paar Monate…

Vor ein paar Tagen haben wir hier in der Marina Rubicón eine gemütliche Bar für Segler entdeckt, die Bar One. Das Ambiente ist – natürlich! – maritim, relaxed und sehr speziell. Ganz offensichtlich haben sich außer uns (haha!) auch schon einige prominente Segel-Gäste in die Bar One verirrt – an den Wänden finden sich viele Erinnerungsfotos und Autogramme. Diverse Teams des Volvo Ocean Race sind hier in der Bar offensichtlich schon zu Gast gewesen. Die kanarischen Inseln scheinen ein beliebtes und gut geeignetes Trainingsrevier für professionelle Segler zu sein.

Es lässt sich wirklich gut aushalten hier – auch wenn für’s Wochenende Regenwetter angesagt ist. Das überleben wir locker. Lieber warmer Regen als Winter in Dänemark, siehe Beweisfoto!

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Eine verschneite Autobahn in DK. Mehr Grau geht nicht. 😐
So, das war mehr Bild- als Textmaterial. Aber wir sind ja schließlich im Urlaub, und da darf man gerne mal ein bisschen faul sein. 🙃 Dazu fällt mir ein schöner Spruch ein, den ich kürzlich irgendwo gelesen habe:

„Faulheit ist die Kunst, sich auszuruhen, bevor man müde wird.“

In diesem Sinne!

Liebe Grüße, Martina & Thue ☀️⛵️

Gut für’s Feng Shui: schwedische Möbelhäuser 🇸🇪

Wir haben es wieder getan. Seit Anfang der Woche machen wir Urlaub in Playa Blanca auf Lanzarote. Wir sind einfach vor dem grauen, norddeutschen Februar auf die kanarischen Inseln geflüchtet und haben uns für ein paar Wochen in den sonnigen Süden abgesetzt. Der Februar ist für uns nämlich immer der allerschlimmste Monat im Jahr, weil er sich wie ein Kaugummi zieht, während wir schon ungeduldig auf den Frühling warten. Stefanie hat in ihrem Beitrag über den Februar in Norddeutschland übrigens wieder mal den Nagel auf den Kopf getroffen. Aber ich finde, sie hat auch gute Ideen, wie man ihn überleben kann.

Unsere kanarische Auszeit fing etwas holprig an. Der Flieger sollte morgens um zehn ab Hamburg starten, das Taxi war zu 7.45 h bestellt. Auf den Punkt um 7.45 h sind wir aufgewacht. Warum? Weil ich kleiner Dussel vor lauter Reisefieber den Handy-Wecker eine Stunde zu spät gestellt hatte!  Zum Glück hat sich der nette indische Taxifahrer bereit erklärt, genau zehn Minuten (bitte keine Minute länger!) auf uns zu warten. Ich war wirklich überrascht, was man in zehn Minuten alles schaffen kann – nämlich so viel wie sonst in einer geschlagenen Stunde! Thue hat zwar ausnahmsweise die Betten gemacht, und den letzten Schliff habe ich mir auf dem Damen-WC des Hamburger Flughafens verpasst 💄😉, aber ansonsten lief alles wie am Schnürchen und wir sind pünktlich in den Flieger eingestiegen.

Schön ist es hier! Unser Highlight ist natürlich die Marina Rubicón (ahoi, Janine und Tom, kommt Euch der Name irgendwie bekannt vor?) der größte Yachthafen von Lanzarote, den wir von unserem Ferienhaus aus in ein paar Minuten zu Fuß erreichen können. Während das eigene Schiff im Winterlager steht, möchte man ja wenigstens mal ein bisschen gucken und Segelatmosphäre schnuppern!

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Unsere Unterkunft haben wir über eine internationale Online-Plattform gebucht, die mit A anfängt und mit irbnb aufhört. Das Haus ist prima ausgestattet und wir haben alles, was Urlauber so brauchen.

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Geflieste Fußböden sind zwar pflegeleicht und bestimmt auch allergikerfreundlich, aber gemütlich geht irgendwie anders. Da musste möglichst schnell Abhilfe geschaffen werden, und das ist uns heute mit einem kleinen Ausflug zu einem bekannten schwedischen Möbelhaus in Arrecife auch problemlos gelungen. Ruckzuck hatten wir alles zusammen was wir brauchten, um es uns in den nächsten Wochen so richtig „hyggelig“ zu machen: Tischläufer, ein paar Kerzen, einen Teppich und einen bequemen Sessel für meinen Skipper. Überraschend, wie ein paar Kleinigkeiten dem Feng Shui guttun! Jetzt kann unser Urlaub richtig losgehen.

Wir melden uns bald wieder. Bis dahin kommen hier ein paar Eindrücke aus Playa Blanca für Euch. Hasta luego und liebe Grüße von Euren elbkindern!  😊 ☀️⛵️

Träume können auch wahr werden!

Wie die Zeit fliegt.. Feiertage und Jahreswechsel liegen längst schon wieder hinter uns, und nun quälen wir uns mürrisch durch die grauen Wintertage. Zum Glück geht’s langsam wieder aufwärts und die Tage werden länger. Für uns bedeutet das: Licht am Ende des Tunnels, die Segelsaison 2017 rückt näher! 😊👍🏼

Aber bevor wir in den nächsten Segelsommer aufbrechen, will ich Euch noch von meinem Highlight zum Saisonabschluss 2016 berichten. Ich hatte die Hoffnung fast schon aufgegeben, als mein größter Herzenswunsch unverhofft in Erfüllung ging. Und das kam so:

Thue hatte mit unserem Bootsbauer den 5. Oktober als Krantermin fürs Winterlager in Nordborg vereinbart. Vorher mussten wir das Schiff natürlich noch ausräumen und schrubben. Das Allerwichtigste für uns war aber, dass die Segel beim Abschlagen auf jeden Fall knochentrocken sind. Wir hatten nämlich wenig Lust, sie zuhause auf dem Dachboden zu trocknen. In den letzten Jahren hatten wir das zwar gelegentlich gemacht um Spak und Schimmel zu vermeiden, aber wir wollten uns den Aufwand möglichst sparen.

Die Wettervorhersage für Ende Ende September sah vielversprechend aus: milde Temperaturen und Windstille. Perfekte Voraussetzungen für unsere Aktion. Gleich morgens nach dem Frühstück flitzten wir nach Dyvig, krempelten die Ärmel hoch und legten los. Viel schneller als gedacht waren alle Arbeiten erledigt, die Segel zusammengelegt und in Säcken verstaut. Am späten Nachmittag Uhr guckten wir uns ratlos an. Und jetzt? Sofort waren wir uns einig: raus aus dem Hafen, wir hatten beide noch Lust auf einen kleinen Törn. Auch wenn die Segel schon runter waren – es gab ja schließlich noch den Volvo! Das Wetter war einfach zu schön, um wieder ins Auto zu springen und nachhause zu fahren.

Kurze Zeit später warfen wir die Leinen los. Es ging in den Alssund Richtung Sønderborg. Unser Ziel: die Ankerboje bei Arnkildehage. Seit wir Mitglied im KDY sind, dem „Kongelig Dansk Yachtklub“, dürfen wir nämlich die Ankerbojen der Dansk Sejlunion nutzen! 🇩🇰⛵️

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Tschüss Dyvig!
Ich habe mich gar nicht getraut, Thue zu fragen, ob wir uns eigentlich nur ein Stündchen an die Boje hängen, den Sonnenuntergang genießen und anschließend wieder zurückfahren wollen. Bis zu diesem Tag hatte sich mein Skipper nämlich standhaft geweigert, nachts zu ankern. Weder an der Ankerboje noch sonstwo. Seine Befürchtung, nachts abzutreiben und auf Legerwall zu landen, war zu groß. Ganz kurz für Nichtsegler – so erklärt Wikipedia den Begriff Legerwall:

Mit Legerwall wird die Situation eines Wasserfahrzeuges beschrieben, in der dieses durch Wind, Seegang oder Strömung an eine Küste getrieben wird. Die Gefahr besteht darin, an einer Küste zu stranden, wenn das Boot durch die eigene Motorkraft oder durch Segeln nicht mehr gegen die Naturkräfte ankommt.

So sieht’s aus. Deshalb hat Thue zur Bedingung gemacht, dass nachts einer von uns Ankerwache halten muss. Nachdem wir einige spannende Geschichten zu misslungenen oder hektisch abgebrochenen Anker-Aktionen anderer Segler gehört hatten, halte selbst ich bei instabiler Wetterlage die Ankerwache für sinnvoll. Aber Ankerwache an einer Ankerboje? Das fand ich total albern. Trotz häufiger Diskussionen waren wir uns bis zu diesem Tag nicht einig geworden und haben – zu meinem Leidwesen – die Nächte immer in einem sicheren Hafen verbracht.

Nach einer guten Stunde Fahrt hatten wir an der Ankerboje festgemacht und der Motor verstummte. Augenblicklich legte sich eine himmlische Ruhe über das Schiff. Weit und breit war kein Mensch zu sehen, nur ein paar Kühe knabberten am Ufer an den Büschen. Das Wasser war blitzblank und Schiffe waren auch nicht mehr unterwegs, schließlich war die Saison fast vorbei. Idylle pur!

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Normalerweise halten wir uns lieber im Cockpit als unter Deck auf. Deshalb gab es  auch an diesem Abend“One-Pot-Pasta“ an der frischen Luft. Es wurde zwar schon merklich kühler, aber wozu gibt’s warme Klamotten?

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Henkersmahlzeit 2016…
Als mein Skipper sich zum Essen das erste Carlsberg genehmigte, war mir klar, dass mein großer Tag gekommen war. Thue trinkt nämlich prinzipiell keinen Alkohol, wenn er am Ruder steht. Also wollte er an diesem Abend auch nicht mehr zurück nach Dyvig. Mein Traum wurde tatsächlich wahr, wir würden die Nacht an der Ankerboje verbringen! 😍

Die Stimmung war wunderbar friedlich, genau so hatte ich mir das immer vorgestellt. Nach dem Essen saßen wir in Wolldecken eingekuschelt im Cockpit, haben bei Bier und Rotwein die Segelsaison noch mal Revue passieren lassen und in der Dämmerung sogar noch ein paar Schweinswale beobachten können.

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Abenddämmerung im Alssund
Am nächsten Morgen lag Dunst über dem Wasser und der Herbst war schon deutlich zu spüren. Frühstück gab es natürlich wieder im Cockpit, anschließend sind wir nach Dyvig aufgebrochen. Das war ein traumhaftes Segelsommer-Finale! Und das Beste: die Weichen für die Zukunft sind gestellt – ich bin zuversichtlich, dass ich meinen Skipper in Zukunft leichter zum Ankern überreden kann – er hat nämlich Blut geleckt! 😄⚓️

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Der Tag erwacht…
Liebe Segler, wie geht Ihr mit dem Thema Ankern und Ankerwache um? Verwendet Ihr z.B. den elektronischen Ankeralarm oder Anker-Apps fürs Smartphone? Habt Ihr gute Tipps, die helfen, das Ankern sicherer und entspannter zu machen? Leider gibt es ja nicht überall Ankerbojen… Wir freuen uns über Euer Feedback! 😊

Einige Tage später ging  unser elbkind dann ins Winterlager, und damit war der Segelsommer 2016  Geschichte. Aber wie heißt es so schön? Nach der Saison ist vor der Saison! 🇩🇰☀️⛵️

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Das elbkind am Kran
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Auf geht’s ins Winterlager!

Sturm-Check in Dyvig

Ab und zu treibt die Sehnsucht meinen Skipper ja sogar im Winter nach Dyvig. Das war auch heute so. Nach einem kurzen Stopp beim Bootsbauer in Nordborg ist er runter zum Hafen gefahren und hat kurz mal die Lage gepeilt. 

Die Ostseeküste erwartet mit dem Sturmtief „Axel“ heute Nacht das womöglich schwerste Hochwasser seit 10 Jahren. Überall herrscht Alarmbereitschaft. 

Thue war neugierig, wie es in Dyvig aussieht, denn der Wasserstand steigt bereits seit Stunden kontinuierlich an. Heute Nachmittag lag er im Hafen bei ca. 80 cm über normal – mit Tendenz nach oben. Aktuell liegt der Wert bei ca. 1,70 m. 😳 Wir sind gespannt, wie die Nacht verläuft und hoffen, dass unser Lieblings-Heimathafen von größeren Schäden verschont bleibt. 

Schon fast überschwemmt: die Stege in Dyvig

Apropos Dyvig: für alle, die sich im Sommer 2016 darüber geärgert haben, dass nach den Gastspielen zweier Hafenmeisterinnen zum Ende der Saison kaum noch etwas geklappt hat, es keinen Ansprechpartner mehr gab, das Duschhaus nicht mehr regelmäßig gereinigt wurde und der kleine Havnebrugsen meistens geschlossen war: es gibt wieder Licht am Ende des Tunnels! 

Am 1. März 2017 bekommen wir nämlich wieder einen Hafenmeister. 👍🏼 Erling Jensen wird gemeinsam mit seiner Frau Helle, die sich zukünftig um den Mini-Markt kümmern soll, bestimmt dafür sorgen, dass es wieder aufwärts geht mit unserer Sommerheimat. 😊

Und das ist längst nicht alles. Ab dem Frühjahr bekommt Dyvig ein blitzschnelles WLAN, und der Grillplatz am Steg 3 soll erweitert und verschönert werden. Außerdem ist geplant, den Spielplatz von der Anhöhe in den unteren Teil des Hafens zu verlegen. Ob das noch bis zum Frühjahr klappt, steht allerdings noch nicht fest. 

Wir sind zuversichtlich, dass sich alle Gast- und Festlieger zukünftig  in Dyvig wieder wohlfühlen und freuen uns über die positiven Neuigkeiten. Neues Jahr, neues Glück! 🍀🇩🇰⛵️

Funkzertifikate sind völlig überbewertet!

Nach zwei traumhaften Tagen in Langballigau hieß es nach dem Frühstück „Leinen los!“, und bei relativ schwachem Wind haben wir sofort nach dem Auslaufen Vor- und Großsegel gesetzt. Flensburg war unser nächstes Ziel – wir freuten uns auf ein paar sommerliche Tage mitten in der Fördestadt mit Blick auf den schönen Museumshafen. Unsere dänischen Nachbarn aus Langballigau hatten kurz vor uns abgelegt, jetzt folgten wir Ihnen in Richtung Marina Minde. Leider flaute der Wind schon nach kurzer Zeit ab und wir mussten den Volvo starten. Schade!

Als wir gegen Mittag im Stadthafen einliefen, waren noch einige Plätze am Gästesteg frei. Nach dem Anlegen machte ich ein erstmal klar Schiff und Thue zog los, um das Hafengeld zu bezahlen und den netten Hafenmeister zu begrüßen, den er bei unserem ersten Besuch in Flensburg sofort in sein Herz geschlossen hatte. Er heißt Alfred O’Brian und stammt aus Irland. Im Laufe seines Lebens hat ihn die Liebe nach Flensburg verschlagen und er ist nicht nur seiner Frau, sondern auch der Stadt treu geblieben. Was für eine süße Geschichte!

Für die Segler unter Euch kommen hier ein paar Eckdaten zum Stadthafen Flensburg, der, wie auch Langballigau, ein „im Jaich“- Hafen ist. Die Informationen habe von der Seite im-Jaich.de gemopst.

  • GPS-Position: 54 48,3 N 09 26,3 E
  • Region: Flensburger Förde
  • 168 Liegeplätze an modernen Holzstegen mit Strom- und Wasserversorgung
  • Waschsalon, Duschen / WC
  • Restaurants*
  • Angebote in Hafennähe:
  • Tankstelle, Boots- und Motorwerkstatt, Kran und Einkaufsmöglichkeiten

*Allen, die gern mit einem üppigen Frühstück in den Tag starten, können wir das Frühstücksbuffet im Café Extrablatt in der Großen Straße ans Herz legen. Die Auswahl ist mit frischen Brötchen und Brot, Croissants, Marmelade, Käse, Aufschnitt, Rührei, Bacon, Salat, Obst, Müsli, Dessert und Orangensaft riesig – und das alles für kleines Geld. Vom Stadthafen aus ist man in wenigen Minuten zu Fuß dort.

Dass wir Flensburg sehr mögen, habe ich ich Euch ja schon früher mal erzählt. Die deutsch-dänische Atmosphäre in der Altstadt ist gemütlich und entspannt, und wir bummeln für unser Leben gern durch die hübschen Straßen. Nette Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten sind vom Hafen aus in kurzer Zeit zu Fuß zu erreichen. Und wenn man als Segler Lust auf einen Cocktail oder ein kühles Pils hat, sitzt man in einer Minute in der Beach Bar direkt vor dem Gästesteg. Man ist einfach mittendrin, nicht nur dabei! 😊

Das schöne Spätsommerwetter war uns auch weiter treu, und wir haben die hübschen Straßen und Gassen der Stadt entweder zu Fuß oder mit unseren Bord-Drahteseln erkundet. Als wir uns nach einer Fahrradtour gerade eine Verschnaufpause im schattigen Cockpit gönnten, näherte sich plötzlich ein Schlauchboot von achtern. Vorn saß eine attraktive blonde Frau, ihre männliche Begleitung am Ruder war mit einer Kombination von Schlägermütze und Neoprenanzug allerdings etwas eigenartig gekleidet. Wir waren leicht irritiert. Was waren das denn für Typen?  Im ersten Moment dachten wir, es könnte sich um lokale „Geschäftsleute“ handeln, die über die Badeleiter an Bord klettern wollten, um unseren Tiefgang ein bisschen zu reduzieren. Bei unserem letzten Besuch im Hafen hatten wir nämlich gehört, dass es pfiffigen Langfingern auf diese Weise gelungen war, die Absicherung der Stege zu umgehen. Aber dann war alles nur halb so schlimm, die beiden entpuppten sich nämlich als Hanna und Horst, ein sympathisches Segler-Ehepaar aus Flensburg, das Thue im Sommer im Tuborg Havn in Kopenhagen kennengelernt hatte. Während ich für ein paar Tage vor Wind und Wetter mit dem Zug nachhause geflüchtet war, haben die drei gemütliche Stunden an Bord verbracht. Die Wiedersehensfreude war riesig, und schnell waren wir zum Abendessen verabredet. Bei leckerem Flammkuchen, kühlem Weißwein und lauschigen Temperaturen haben wir in „Ollis Weinlounge“ bis spätabends draußen gesessen und den Segelsommer noch einmal revue passieren lassen.

Am nächsten Morgen ging es bei strahlend blauem Himmel unter Vollzeug zurück in Richtung Dyvig. Auf der Flensburger Förde herrschte reger Betrieb, denn viele Segler nutzten den schönen Spätsommer für einen kleinen Törn.

Je näher wie Sønderborg kamen, desto unsicherer wurden wir. Wie war das noch mal? Wann öffnet die Brücke? Wir waren der Meinung, dass sie im Sommer 1-2 mal pro Stunde aufgeht, aber ob das in der Nachsaison auch so ist? Den Yachthafen von Sønderborg hatten wir schon an steuerbord, als wir die roten Blinksignale an der Brücke entdeckten – nur kurze Zeit später ging sie auf.  Thue legte den Gashebel nach vorn, aber wir hatten keine Chance. Die Zeit war einfach zu knapp, und direkt vor unseren Augen schloss sich die Brücke wieder. So ein Mist! Kurz darauf traute wir unseren Augen nicht, als an der Anzeigetafel die Uhrzeit für die nächste Öffnung auftauchte: in 90 Minuten?! Nein. Das konnte nur ein Irrtum sein!

Aber wozu haben wir eigentlich ein Funkzertifikat gemacht? Mit einem „SRC“, dem „Short Range Certificate“ in der Tasche ist man ja für alle Situationen gut vorbereitet. 👍🏼 Auch darauf, mit einem Brückenwärter zu kommunizieren. Und zwar auf englisch, so wie sich das gehört. Ich lasse in solchen Momenten allerdings gern meinem Skipper den Vortritt, seine Englischkenntnisse sind nämlich deutlich besser als meine. Thue schnappte sich also das Funkgerät, schaltete auf Kanal 16 und funkte den Brückenwärter an, um zu erfahren, wann die Brücke das nächste Mal geöffnet wird:

„Sonderborg Bridge, Sonderborg Bridge, Sonderborg Bridge, this is sailing yacht elbkind – please come in!“

Schweigen im Walde. Keine Antwort.

Zuerst dachten wir, Thue hätte vielleicht eine falsche Taste gedrückt. Also probierte er es gleich noch mal, wieder ohne Erfolg. Keine Reaktion von der Brücke. Hm.

Ratlos zogen wir unsere Kreise durch das Hafenbecken und blickten immer wieder fragend auf die Anzeigetafel. Wir wollten einfach nicht glauben, dass wir die nächsten anderthalb Stunden hier verbringen sollten! Außer uns waren inzwischen schon einige andere Schiffe in Warteposition und kurvten herum; alle waren ständig damit beschäftigt, sich gegenseitig auszuweichen.

Dann hatte Thue plötzlich eine Idee. Er griff sich das Funkgerät noch mal und fragte beim Brückenwärter – diesmal nicht auf englisch, sondern auf auf Sønderjysk Platt – an, ob das vielleicht ein Irrtum sei mit der Öffnungszeit? Und die Antwort kam blitzschnell – auch auf Platt: Nein, das sei kein Irrtum, freitagnachmittags wären so viele Autos auf den Straßen unterwegs, dass man die Brücke leider nicht so häufig öffnen könne. Wir sollten uns doch in der Zwischenzeit einen Kaffee kochen und es uns gemütlich machen, dann würde die Wartezeit bestimmt schnell vergehen… 😄 Ja, ja, da war sie wieder – die dänische „Hygge“! 🇩🇰 Wir nahmen es mit Humor und haben tatsächlich erstmal einen Kaffee getrunken. Und was soll ich Euch sagen – der Mann hatte recht. Mit dem Blick auf das Sønderborg Schloss und das Leben und Treiben im Hafen verging die Zeit wirklich wie im Flug!

Merke: wenn Du mit dem Brückenwärter in Sønderborg kommunizieren möchtest, kommst Du mit Englisch nicht weit. Versuch’s einfach auf Sønderjysk Platt! 😜

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Das AIS kriegt alles mit. Auch Warteschleifen…

Irgendwann ging die Brücke dann tatsächlich wieder auf, und wir konnten unsere Heimreise nach Dyvig endlich fortsetzen. Um die Verspätung wieder gut zu machen ging es mit Vorsegel und Volvo-Unterstützung durch den Alssund Richtung Heimat. Unterwegs lieferten wir uns ein kleines Spaßrennen mit einer Beneteau Oceanis 40 CC Decksalon, die wie wir vor der Brücke gewartet hatte und, wie sich später herausstellte, auch nach Dyvig wollte. Das Wetter war übrigens noch immer herrlich, und deshalb sollte der Törn in die Flensburger Förde auch nicht der letzte in dieser Saison sein: einige Tage später sind wir noch einmal nach Årø gesegelt. Dass die kleine Insel am Anfang des Kleinen Belts eins unserer Lieblingsziele ist, hat sich ja längst rumgesprochen. Wieder hatten wir drei Tage lang strahlenden Sonnenschein, und wenn es abends nicht schon so früh dunkel geworden wäre, hätte man glatt denken können, wir haben Hochsommer. Endlich revanchierte sich Petrus für die ungemütlichen Monate Juli und August!

Dann ging es endgültig zurück nach Dyvig, und langsam wurde uns schmerzlich bewusst, dass die Segelsaison 2016 tatsächlich zu Ende ging. Wir haben in diesem Sommer viel Schönes erlebt, hatten jede Menge Spaß und konnten neue Segelerfahrungen sammeln. Besonders schön fand ich die Begegnungen, und dass wir auf unseren Törns so viele nette und interessante Menschen kennenlernen durften. Auch, wenn wir in diesem Jahr einen etwas holprigen Start in die Saison hatten und Wind und Wetter nicht immer  mitgespielt haben, wird uns die schöne Zeit an Bord unvergesslich bleiben. Mit dem Wetter eines Sommers ist es ja irgendwie wie beim Kegeln: wenn am Ende endlich doch alle Neune umgefallen sind, war der Kegelabend super. Und das gilt für unseren Segelsommer auch!

Heute, am letzten Tag des Jahres, möchten wir Euch ganz herzlich Danke und mange tak sagen dafür, dass Ihr uns auf unseren kleinen Segelabenteuern so treu begleitet habt. Was als kleines Segeltagebuch für unsere Bekannten, Freunde und Familie angefangen hat, hat inzwischen richtig Fahrt aufgenommen und wir sind ganz begeistert, dass uns mittlerweile auch viele Segler folgen. Die Anzahl der Besucher unseres elbkind-Blogs hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Darüber und auch über Eure vielen Tipps und netten Kommentare freuen wir uns sehr.

Euch allen wünschen wir einen guten Start ins neue Jahr. Bleibt gesund und glücklich! 🍀

Ahoi und herzliche Grüße von Euren elbkindern ⛵️☀️

 

Martina & Thue

 

 

Kleine Zeitreise in den Spätsommer…

Hej, hej, da sind wir wieder! Den aufmerksamen Lesern unter Euch ist natürlich längst aufgefallen, dass es noch ein paar kleine Lücken in unserem Segeltagebuch gibt, die nun endlich gefüllt werden sollen. Also – wenn Ihr Lust habt, lasst doch einfach Zimtsterne, Geschenkpapierrollen und Weihnachtsstress mal kurz links liegen, kommt mit an Bord und begleitet uns auf unserer kleinen Zeitreise  – es geht zurück in den traumhaft schönen Spätsommer.

Bisher hat es uns ja eher selten an die deutsche Ostseeküste verschlagen, weil uns die Atmosphäre in den dänischen Häfen irgendwie mehr liegt – „