Elbkind is back, und was treibt Daniel DĂŒsentrieb eigentlich so im Winter?

Yippieh, die Segelsaison 2018 ist eröffnet und unser elbkind hat endlich wieder Wasser unterm Kiel!

Meine GĂŒte, war das ein endloser Winter. 😳 Zum GlĂŒck gab es im MĂ€rz ein wenig Abwechslung fĂŒr mich, ich war nĂ€mlich in Shanghai! Dort lebt momentan meine Lieblingstochter, und ein Besuch von Mama musste zwischendurch unbedingt sein, um schlimme Entzugserscheinungen zu vermeiden (#mamatochterliebeâ€ïžđŸ‘Żâ€â™€ïžâ€ïž). DuplizitĂ€t der Ereignisse: vor einiger Zeit haben Thue und ich auch schon fĂŒr ein paar Jahre in dieser faszinierenden Megacity gelebt. Deshalb habe ich mich natĂŒrlich gleich wieder heimisch gefĂŒhlt. Ich war wie ein Fisch 🐟 im Wasser! Wir hatten eine superschöne Mama-Tochter-Zeit, und außerdem hatte ich das GlĂŒck, dass zufĂ€llig einige liebe Freundinnen von damals gleichzeitig in Shanghai waren. Da gab es dann Mahjong-Nachmittage wie in alten Zeiten, Verabredungen zum Lunch, gemĂŒtliche MĂ€delsabende, gemeinsame SpaziergĂ€nge durch die geheimen Gassen von Shanghai… you name it! Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass zwei Wochen viel zu schnell vorbei waren. Und obwohl meine Reise wirklich nichts mit der Segelei zu tun hat, poste ich hier mal ein paar EindrĂŒcke. Undine von Undiversell und Ulrike von Watt & Meer haben mich so nett gefragt, dass ich einfach nicht Nein sagen konnte…

Aber schnell zurĂŒck zum elbkind. In diesem Jahr musste mein Skipper den Krantermin und das EinrĂ€umen des Schiffs notgedrungen allein bewĂ€ltigen, weil in meinem Kalender andere wichtige Termine vorgemerkt waren. Anfangs war ich ja noch traurig, dass ich an diesem wichtigen Tag – dem Auftakt der Saison – nicht dabei sein konnte, aber ich bin ehrlich: als ich den Wetterbericht gesehen habe, schlug die EnttĂ€uschung fast schon in Erleichterung um. Eisige KĂ€lte, Starkwind und Dauerregen (hat da einer Murphy’s Law gesagt?) bestimmten den lieben langen Tag das Wetter in Dyvig. Trotz aller Widrigkeiten hat Thue aber auch ohne meine UnterstĂŒtzung den Krantermin gemeinsam mit dem Team der Nordborg Werft souverĂ€n gemeistert. Und ein schlechtes Gewissen brauchte ich eigentlich auch gar nicht zu haben – ich wusste schließlich genau, dass an Bord immer noch genĂŒgend Arbeit fĂŒr mich liegenbleibt. Die hat mir bisher sowieso noch keiner weggenommen. Unter Deck musste noch grĂŒndlich Klarschiff gemacht und geschrubbt werden, und da ist dann die Meisterin des Putzlappens gefragt. Ja, genau – das bin ich. Niemand kann es mir recht machen, und ich nörgele so lange rum, bis mein Skipper mir freiwillig und liebend gern die ganze Arbeit ĂŒberlĂ€sst. Jetzt, wo ich drĂŒber nachdenke, fĂ€llt mir auf, dass das taktisch eigentlich total unklug ist! 😳

WĂ€hrend der Winterpause hat sich Thue (wie immer) mit kleineren Projekten zur Optimierung unseres Schiffs die Zeit vertrieben. Es ist ihm nĂ€mlich total gegen seine Segler-Ehre gegangen, dass es uns in den letzten Jahren nicht so recht gelingen wollte, das Großsegel optimal zu trimmen. Wie das auf Fotos aussieht, das geht doch gar nicht! Was sollen denn die anderen Segler denken?! Zum GlĂŒck ist der Winter lang, und so konnte stunden- und tagelang im Netz recherchiert, gegrĂŒbelt und in der Kellerwerkstatt gewerkelt und getĂŒftelt werden. Und es gibt selbstverstĂ€ndlich auch eine Lösung, vorher wĂŒrde so ein Vollblut-TĂŒftler ja niemals Ruhe geben! Vor einigen Wochen haben wir das elbkind dann im Winterlager in der Nordborg-Werft besucht und die neue Technik wurde noch in der Halle am Mast angebracht. Unser Großfall lĂ€uft jetzt doppelt ĂŒber einen Block und ist statt 10 nur noch 8 mm stark. Durch die 2:1-Übersetzung ist es viel leichter zu bedienen und hat außerdem einen Dynema-Kern. Daher gibt es nicht mehr so stark nach und das Großsegel steht nun wie eine Eins (Zitat vom Skipper: das wirkt quasi wie Viagra fĂŒrs Segel 😂). Und was theoretisch möglich ist, kommt ja bekanntlich auch in der Praxis vor – die neue Technik funktioniert tatsĂ€chlich einwandfrei! đŸ€—

Außerdem wollte mein Skipper die Öffnung, durch die die Fallen unter der Sprayhood zu den Klemmen laufen, mit einem Einsatz auszurĂŒsten, der zukĂŒnftig den Durchfluss vom Seewasser verhindern soll. NatĂŒrlich lĂ€sst es sich nicht völlig vermeiden, dass Wasser vom Vorschiff ins Cockpit lĂ€uft, wenn mal eine grĂ¶ĂŸere Welle ĂŒbers Vorderdeck schießt, aber wir sind zuversichtlich, dass durch den neuen Einsatz wenigstens der Löwenanteil zurĂŒckgehalten werden kann. Im letzten Sommer haben wir wegen der DurchlĂ€sse ja schon nasse Erfahrungen machen mĂŒssen, deshalb musste dringend Abhilfe geschaffen werden. Zum GlĂŒck ist Thues zweiter Vorname Daniel DĂŒsentrieb: Ruckzuck wurde im Internet eine BĂŒrstenleiste aus Kunststoff bestellt, auf die richtige LĂ€nge gesĂ€gt und mit zwei Löchern versehen. Anschließend wurde diese Vorrichtung mit zwei Kabelbindern im Hohlraum ĂŒber der Öffnung befestigt. Und so sieht das Ergebnis aus:

Pingelig wie mein Skipper ist, will er die BĂŒrstenleiste demnĂ€chst aber noch mal austauschen. Beim Durchbohren der Schiene sind nĂ€mlich einige Borsten auf der Strecke geblieben, und das darf natĂŒrlich nicht sein. 🙃

Inzwischen genießen wir wieder das Leben an Bord, waren schon auf ÅrĂž, in ÅbenrĂ„ und haben traumhaft-sonnige Tage an der Ankerboje und in unserem Lieblings-Heimathafen Dyvig verbracht. Dazu gehören auch immer wieder schöne Begegnungen mit anderen Seglern. Natascha und Olav zum Beispiel, die beiden sind seit kurzer Zeit stolze Besitzer einer Nordborg 37 mit dem schönen Namen SĂłley. Leider liegt das Schiff zukĂŒnftig weit weg in der Yachthafen-Residenz Rostock Hohe DĂŒne. Aber wir hoffen, dass die SĂłley sich zukĂŒnftig hĂ€ufiger mal nach Dyvig verirrt, damit lustige Grillabende im Hafen, wie dieser, keine Ausnahme bleiben:

Heute Abend haben wir hier in Dyvig Monika und Eberhard kennengelernt und bei einem Glas Wein gemĂŒtlich geplaudert. Die beiden segeln eine HR 31, haben ihren Heimathafen im schönen Arnis an der Schlei und genießen lange Segelsommer im Ruhestand. Wir freuen uns immer ganz besonders, wenn wir die Segler, die uns frĂŒher schon einmal auf unserem Blog begegnet sind, auch persönlich kennenlernen. 😊

So schön wie diese Saison angefangen hat, darf sie gern weitergehen. Bisher spielt das Wetter unglaublich gut mit, und es gibt nichts zu meckern. ⛔☀Wir haben beschlossen, in diesem Sommer eher kĂŒrzere Törns zu machen, denn zum GlĂŒck muss man in unserem reizvollen Revier nicht weit weg segeln, um interessante Ziele zu erreichen. đŸ‡©đŸ‡°â™„ïžđŸ‡©đŸ‡° Und wenn dann die nĂ€chste Schlechtwetterfront naht, flĂŒchten wir einfach schnell wieder nachhause aufs Sofa. 😉

Meanwhile in Playa Blanca, Lanzarote…

Hola ihr Lieben! Unsere erste Woche in Playa Blanca liegt nun schon hinter uns und wir haben uns prima eingelebt. Den Tag beginnen wir im „La petite marmite“ direkt am Yachthafen RubicĂłn. Hier gibt’s französisches FrĂŒhstĂŒck (Croissants sind nĂ€mlich extrem wichtig fĂŒr meinen Skipper) und das Allerneueste aus dem world-wide-web.

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SpezialitĂ€t des Tages: Der WiFi Code! 😄
Anschließend machen wir erstmal einen gemĂŒtlichen Spaziergang durch den Hafen. 

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Heute Nachmittag stand ein Ausflug zum Papagayo-Strand auf dem Programm. Unser Ziel  hatten wir – ganz umweltbewusst – schon in einer guten halben Stunde zu Fuß erreicht. Zum GlĂŒck, denn wer mit dem Auto kommt, muss sich erst auf einer fast endlosen Schlagloch-Piste ans Ziel quĂ€len und auch noch 5 € fĂŒrs Parken bezahlen. Die Papagayo-StrĂ€nde liegen am Ende der RubicĂłn-Ebene und haben im Gegensatz zu den oft dunklen StrĂ€nden aus Vulkangestein auf Lanzarote hellen Sand. Es ist nicht viel los, und FKK-Fans fĂŒhlen sich wohl hier. Und nein, es gibt keine Fotos von uns. 🙈

Andere Leute kommen im Urlaub zur Ruhe, wir dagegen bewegen uns endlich mal wieder ein bisschen. Heute Abend quiekt meine HĂŒfte, leider. FĂŒr morgen habe ich mir daher erstmal eine Walking-Zwangspause verordnet. đŸ˜ Schwimmen und Rumgammeln auf dem Liegestuhl sind angesagt!

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StĂ€ndig in Bewegung…
In unserer Ferienhaus-Anlage gibt es ĂŒbrigens außer mir kaum jemanden, der sich mal ins (eis)kalte Wasser des Swimmingpools wagt und ein paar Runden schwimmt. Das verstehe, wer will. Jedenfalls zeigt sich, was Österreicher fĂŒr Weicheier sind und wer als waschechter NordeuropĂ€er hart im Nehmen ist. Yes! đŸ‘©đŸŒđŸ’ȘđŸŒ

Wenn die Sonne untergeht, treiben wir uns gern im Yachthafen rum und genießen die besondere Stimmung. Ein kleiner Sundowner gehört natĂŒrlich immer dazu. Wirklich schade, dass das faszinierende Schauspiel schon innerhalb weniger Minuten wieder vorbei ist. SonnenuntergĂ€nge in DĂ€nemark verlaufen dagegen ja eher in Slow-Motion. Aber bis wir die wieder erleben können, dauert es ja noch ein paar Monate…

Vor ein paar Tagen haben wir hier in der Marina RubicĂłn eine gemĂŒtliche Bar fĂŒr Segler entdeckt, die Bar One. Das Ambiente ist – natĂŒrlich! – maritim, relaxed und sehr speziell. Ganz offensichtlich haben sich außer uns (haha!) auch schon einige prominente Segel-GĂ€ste in die Bar One verirrt – an den WĂ€nden finden sich viele Erinnerungsfotos und Autogramme. Diverse Teams des Volvo Ocean Race sind hier in der Bar offensichtlich schon zu Gast gewesen. Die kanarischen Inseln scheinen ein beliebtes und gut geeignetes Trainingsrevier fĂŒr professionelle Segler zu sein.

Es lĂ€sst sich wirklich gut aushalten hier – auch wenn fĂŒr’s Wochenende Regenwetter angesagt ist. Das ĂŒberleben wir locker. Lieber warmer Regen als Winter in DĂ€nemark, siehe Beweisfoto!

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Eine verschneite Autobahn in DK. Mehr Grau geht nicht. 😐
So, das war mehr Bild- als Textmaterial. Aber wir sind ja schließlich im Urlaub, und da darf man gerne mal ein bisschen faul sein. 🙃 Dazu fĂ€llt mir ein schöner Spruch ein, den ich kĂŒrzlich irgendwo gelesen habe:

„Faulheit ist die Kunst, sich auszuruhen, bevor man mĂŒde wird.“

In diesem Sinne!

Liebe GrĂŒĂŸe, Martina & Thue ☀⛔

GlĂŒcksmomente: ein Hauch von Blauwassersegeln unter dĂ€nischer Flagge â›”ïžâ˜€ïžđŸ‡©đŸ‡°

Nette DĂ€nen gibt’s ja ĂŒberall auf der Welt. Und dank der Kontaktfreudigkeit meines Liebsten lernen wir sie auch (fast) alle persönlich kennen. 😜 Vor ein paar Tagen haben wir Ole, einen sympathischen dĂ€nischen Skipper, in Pasito Blanco kennengelernt. Der erste Kontakt zwischen Thue und Ole fand im Dunkeln und aus ungefĂ€hr 100 m Entfernung statt. Thue ist da ja gnadenlos. Das muss man sich ungefĂ€hr so vorstellen:

Nach dem Abendessen im Yachtclub „La Punta“ (super Restaurant ĂŒbrigens – netter Service, prima Essen, faire Preise und keine Spur von Touristenfalle) gondelten wir gemĂŒtlich zu Fuß durch den Hafen.

Thue hatte vom Restaurant aus schon beobachtet, wie eine Segelyacht mit dĂ€nischer Flagge am Service-Steg anlegte. Da klopft das dĂ€nische Skipper-Herz ja gleich schon mal höher. Nun entdeckten wir, dass jemand an Bord des Schiffs rumturnte, und mein Gatte rief (auf dĂ€nisch) quer ĂŒbers Hafenbecken, ob er wohl richtig gucken und eine dĂ€nische Flagge sehen wĂŒrde? Die Antwort aus dem Dunkel kam postwendend: „Ja, das stimmt!“

Maritime AusrĂŒstung ist bei Langfingern auf Gran Canaria heiß begehrt. So schnell, wie in HĂ€fen und Werften Schiffszubehör verschwindet, kann man gar nicht gucken. Deshalb werden in Pasito Blanco die Werft-Tore bei Einbruch der Dunkelheit geschlossen. Die Leute, die ihre Schiffe in der Werft flottmachen und wĂ€hrend dieser Zeit an Bord ĂŒbernachten, sind quasi eingesperrt. Auch an diesem Abend war die Werft schon dicht, und Thue musste ungeduldig bis zum nĂ€chsten Morgen warten, um die dĂ€nische Yacht und ihren Skipper in Augenschein nehmen zu können.

Er lernte Ole kennen, einen sympathischen DĂ€nen aus NordjĂŒtland. Sein Schiff: eine Motiva 36 mit dem klangvollen Namen „Jennifer“ – zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber mit zeitlos schönen Linien. Ole hatte sich in Puerto de Mogan in Jennifer verliebt und sie dem Voreigner spontan abgekauft. Nun sollte sie in Pasito Blanco wieder ein bisschen auf Vordermann gebracht werden. Das Abschleifen des Unterwasserschiffs und ein paar BordwanddurchfĂŒhrungen standen auf der To-Do-Liste, außerdem sollten die alten Seeventile durch neue aus Kunststoff ersetzt werden.

Weil Ole ganz allein an Bord war (seine Frau Jette war in DĂ€nemark) und helfende HĂ€nde gut gebrauchen konnte, sprang Thue nach dem Kennenlern-Klönschnack gleich mit an Bord und half ihm, das Schiff sicher an Land zu kriegen. Mithilfe eines Travellifts war das schnell erledigt, und das Eis zwischen den beiden war gebrochen. Noch am selben Abend saß Ole schon bei BBQ und Bierchen auf unserer Terrasse. Schade nur, dass er schon so frĂŒh gehen musste, denn die Werft wurde ja wieder frĂŒh abgeschlossen. Irgendwie fĂŒhlte ich mich zurĂŒckversetzt in meine Kindheit – da musste ich nĂ€mlich auch immer nachhause, wenn die Laternen angingen. 😉

Von diesem Tag an fĂŒhrten Thues „Hafen-Inspektionsrunden“ ihn natĂŒrlich auch immer zur Werft, meistens mit ein paar Dosen Bier fĂŒr Ole und seinen Arbeitsmann Konstantin im GepĂ€ck. Er musste ja schließlich die Arbeitsfortschritte im Auge behalten und die beiden anderen beschlaumeiern, das ist eine seiner SpezialitĂ€ten. Das lĂ€uft dann unter der Überschrift: Ich bin kein Klugscheißer, ich weiß es wirklich besser! 😇 Und meistens stimmt das (leider!) tatsĂ€chlich – alle, die ihn kennen, wĂŒrden mir da wahrscheinlich recht geben…

Inzwischen hatten wir Besuch aus Deutschland bekommen – meine Schwester Rea war fĂŒr eine Woche eingeflogen. Und ich hatte den leisen Verdacht, dass Thue ganz froh war, ab und zu einen kleinen Ausflug machen und der geballten Frauenpower im Feriendomizil entfliehen zu können.😄

Nach eineinhalb Wochen strahlte die Jennifer dann im neuen Glanz und konnte endlich wieder zurĂŒck in Wasser.

Und dann passierte tatsĂ€chlich, was wir die ganze Zeit heimlich gehofft hatten: Ole fragte uns, ob wir nicht Lust hĂ€tten, das Schiff mit ihm zurĂŒck nach Puerto de Mogan zu segeln! Da mussten wir nicht lange ĂŒberlegen. Endlich mal wieder Wind, Wellen und Wasser unterm Kiel, wie herrlich!

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Total happy – endlich mal wieder Wasser unterm Kiel!

Das Ablegen lief problemlos, aber leider kam der Wind direkt von vorn, so dass wir nur motoren konnten. NatĂŒrlich hĂ€tten wir auch kreuzen können, aber das hĂ€tte zu viel Zeit in Anspruch genommen. Aber das war auch nicht wichtig – fĂŒr uns war die Hauptsache, dass wir endlich mal wieder auf dem Wasser waren! Ein altbekanntes, wohliges GefĂŒhl machte sich breit und schlagartig wurde uns klar, was uns in den letzten Monaten gefehlt hatte…⛔

Knapp zweieinhalb Stunden lang ging es dann bei herrlichstem Sonnenschein die KĂŒste von Gran Canaria entlang in nordwestliche Richtung. Ein beeindruckendes Erlebnis, die Insel auch mal von der Wasserseite aus zu sehen! ArguineguĂ­n und Puerto Rico zogen an uns vorbei.

Und wir waren nicht allein unterwegs, auch andere genossen den herrlichen Sonnenschein auf und ĂŒber dem Meer…

Dann nÀherten wir uns langsam dem Hafen von Puerto de Mogan.

Zum GlĂŒck hat Jennifer einen festen Liegeplatz, den wir ganz in Ruhe ansteuern konnten. Das Anlegen funktioniert hier ĂŒbrigens anders als wir es aus Skandinavien kennen, nĂ€mlich mit Unterwasser-Mooringleinen, die aus dem Wasser gefischt werden mussten. Aber unser Anlegemanöver klappte dank kompetentem Skipper und inzwischen abgeflautem Wind wie geschmiert. Das war’s schon. Schade!

Nein, das war’s noch nicht ganz, denn Ole ließ es sich nicht nehmen, uns noch zu einer Pizza einzuladen. Wie nett! Wir saßen in einem Restaurant direkt am Hafenbecken, genossen den schönen Blick und ließen es uns schmecken.

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Skipper-Klönschnack

Aber dann hieß es Abschied nehmen. Ole wollte schon am ĂŒbernĂ€chsten Tag zurĂŒck nach DĂ€nemark fliegen und hatte an Bord noch alle HĂ€nde voll zu tun. Mit dem Taxi fuhren wir zurĂŒck nach Pasito Blanco.

Wir hoffen sehr, dass wir Ole, Jette und ihre Jennifer irgendwann wiedersehen. Wer weiß – vielleicht verschlĂ€gt es die drei ja in ein paar Jahren in die dĂ€nische SĂŒdsee, wenn die Kanaren, die Kapverdischen Inseln, Madeira und das Mittelmeer langweilig geworden sind?

Puerto de Mogan

Immer nur Rumgammeln in Pasito Blanco geht ja irgendwie auch nicht. Vorgestern hatten  wir das GefĂŒhl, wir mĂŒssten mal irgendwas reißen. Ein Ausflug wĂ€re doch nett!  Am liebsten natĂŒrlich irgendwohin, wo es außer Touristenströmen, die auf Gran Canaria ja zum Alltagsbild gehören, auch sonst noch irgendwas zu gucken gibt. Einen Hafen, Schiffe und Boote zum Beispiel! Unsere Wahl fiel auf Puerto de Mogan. Also frĂŒhstĂŒcken und ab ins Auto. Schon nach einer halben Stunde sind wir da, parken in einer gebĂŒhrenpflichtigen Zone (ParkplĂ€tze sind hier knapp, das Ziel ist schließlich beliebt!) und stĂŒrzen uns ins Touri-GetĂŒmmel. Eigentlich ist es ganz schön hier: Puerto de Mogan ist ein hĂŒbscher, kleiner Fischerort im andalusisch-venezianischen Stil mit kleinen Gassen und KanĂ€len. Wenn bloß diese Menschenmassen nicht wĂ€ren! NatĂŒrlich ist uns klar, dass wir auch Touristen sind, aber wir fĂŒhlen uns irgendwie nicht so richtig dazugehörig. Frag mich nicht, warum. Ist einfach so. Wahrscheinlich denken alle anderen Leute um uns herum gerade genau dasselbe. 😉

Unser Weg fĂŒhrt uns zuerst am Fischereihafen vorbei. Bei der Farbenpracht muss einem ja sofort das ❀ ⚓ ❀ aufgehen! 

  

 Weiter geht’s in Richtung Yachthafen -Anziehungspunkt fĂŒr Segler aus aller Welt. Neben den ganz „normalen“ Seglern gibt es hier einige Hafencamper, die schon seit Jahren auf ihren Schiffen wohnen und ĂŒberhaupt nicht mehr auslaufen; dann gibt’s Segler, die von hier ihre wochenlange Überfahrt in Richtung Karibik planen und starten, und außerdem einige Segelschiffe, auf denen deutsche SegelschĂŒler ihre Ausbildungstörns mit anschließender PrĂŒfung absolvieren. FĂŒr eine SKS-PrĂŒfung kann man sich ganz bestimmt schlechtere Bedingungen vorstellen. ☀⛔

Auf jeden Fall gibt’s einiges zu gucken hier im Hafen. Unter anderem ist uns dieses Motorboot begegnet. Da scheint beim Anlegen wohl irgendwas schiefgelaufen zu sein. Schwimmt aber immerhin noch, die Kiste. Das ist ja wenigstens etwas.

Wir sind dann noch kurz durch den Ort gebummelt, haben einen Kaffee getrunken und anschließend schnell wieder die Flucht ergriffen. Es waren einfach zu viele Menschen in Puerto de Mogan unterwegs. Immer wieder stellen wir fest: so viel Trubel ist einfach nix fĂŒr uns, wir mögen es lieber ruhig. Also schnell wieder zurĂŒck nach Pasito Blanco.

Auf dem RĂŒckweg zum Auto, vorbei an Werft und Lagerhallen, fiel uns dieses Schiff ins Auge. Eins, das Thue normalerweise als „Projektschiff“ bezeichnet. Ist zu verkaufen und trĂ€gt den bedeutungsvollen Namen „Workshop“ (auf deutsch: Werkstatt). Hat eventuell jemand Interesse? Telefonnummer steht dran.

Aus Verzweiflung: Kleiner Seitensprung nach Pasito Blanco (Gran Canaria)

Eigentlich schade, dass uns die Jahreszeiten in Nordeuropa einen Strich durch die Rechnung machen. Aber das Wetter in DĂ€nemark lĂ€sst es einfach nicht zu, lĂ€nger als fĂŒnf Monate (ok, die ganz Harten halten es vielleicht auch sechs Monate aus) an Bord zu leben. WĂ€re es anders, dann wĂ€ren wir „Boat People“ natĂŒrlich sofort dabei und wĂŒrden die Saison in Skandinavien liebend gerne noch um ein, zwei Monate verlĂ€ngern. Aber es ist nun mal so, wie es ist, und damit mĂŒssen wir leben. Umso schöner ist der skandinavische Sommer!

Was macht man nun, wenn man mindestens sieben Monate dazu verdammt ist, das eigene Schiff ins Winterlager zu verbannen?

Die Antwort ist einfach. Man bĂŒxt aus. AusbĂŒxen?? FĂŒr alle Nicht-Nordlichter kommt hier die ErklĂ€rung lt. Duden:

Wir sind also ausgebĂŒxt nach Pasito Blanco, einem kleinen, aber feinen Flecken im SĂŒden von Gran Canaria.

 

Pasito Blanco

Haben ein HĂ€uschen gemietet fĂŒr einen ganzen Monat, direkt am Yachthafen mit ein paar FerienhĂ€uschen drumrum. Fernab vom Touristen-Rummel.


Und  fĂŒhlten uns direkt wie zuhause, eigentlich ohne Vorlaufzeit. Mindestens zweimal am Tag schwĂ€rmt mein Liebster aus fĂŒr eine kleine Inspektionsrunde durch den Hafen. Schnackt hier, guckt rum, klönt da. Schnurrt und fĂŒhlt sich wie ein Fisch im Wasser. So als wĂ€re er in Dyvig, im Sommer.

Fundsache am Strand

 

So weit weg von Deutschland / DĂ€nemark ist man ja fast zwangsverbrĂŒdert, wenn man Segler aus der Heimat trifft. Vor drei Tagen haben wir hier im Yachtclub z.B. Uli kennengelernt, einen deutschen Skipper, der mit seiner Hallberg-Rassy 38 wĂ€hrend der Wintermonate Ausbildungstörns rund um die kanarischen Inseln anbietet. Und schon kam er auf ein Feierabendbier bei uns vorbei. đŸșSeine drei SchĂŒler haben einen Tag spĂ€ter ihre SKS-PrĂŒfung ĂŒbrigens erfolgreich abgelegt. Herzlichen GlĂŒckwunsch an Skipper und SegelschĂŒler!

Irgendwas ist ja immer. Heute Abend haben wir sogar ein Segelboot mit dĂ€nischer Flagge am GĂ€stesteg entdeckt. đŸ‡©đŸ‡°  Was wollen wir wetten, dass wir demnĂ€chst dĂ€nischen Besuch bekommen?