Für Segler und Romantiker: Ærøskøbing!

Ich weiß gar nicht, was ich schöner finde: – die uralten, windschiefen Stadthäuser von Ærøskøbing oder die kunterbunten Badehäuschen am Vesterstrand. Aber zum Glück muss ich mich ja gar nicht entscheiden.

Eigentlich wollten wir von Svendborg aus weiter in östliche Richtung segeln, aber weil die Langzeit-Windprognose wieder mal nicht passte, haben wir uns spontan für das etwas nähere Ziel Ærø entschieden. Die Inselhauptstadt Marstal haben wir ja im letzten Sommer besucht, und nun war Ærøskøbing an der Reihe. Zuletzt waren wir vor vier Jahren hier, oder sogar schon vor fünf? Wir waren uns nicht sicher – das hat man davon, wenn man nicht regelmäßig Logbuch schreibt! Unser kurzer Törn von Svendborg nach Ærøskøbing bei spitzem Wind und Hacksee war nicht gerade das, was man sich unter entspanntem Segeln vorstellt, aber als kleine Entschädigung für den verpassten Segelspaß konnten wir uns mittags den Liegeplatz in der Marina noch aussuchen – und das, obwohl ganz Dänemark zurzeit Sommerferien hat und viele Freizeitskipper auf dem Wasser sind. Mit dem Bug gegen den Wind machten wir fest, so dass wir windgeschützt im Cockpit sitzen konnten.

Kleine Überraschung: Die Automaten zum Bezahlen der Hafengebühr sind auf Ærø mittlerweile wieder abgeschafft worden. Wie in alten Zeiten gibt es einen Hafenmeister, was ja irgendwie auch viel gemütlicher ist, weil man auch ein bisschen schnacken kann und den einen oder anderen netten Insidertipp bekommt. Morgens und spätnachmittags läuft nun eine Hafenassistentin – ein hübsches, junges Mädchen – die Stege ab und kassiert die Hafengebühren direkt am Schiff. Thue war restlos begeistert, als er die attraktive Blondine entdeckt hatte und meinte, dass sich bei diesem netten Anblick eigentlich jeder Skipper darum reißen müsste, das Liegegeld bezahlen zu dürfen. Männer… 😉

Das idyllische Städtchen Ærøskøbing hat eine über 750 Jahre alte Geschichte und steht unter Denkmalschutz. Hier gibt’s Balsam für die Augen: farbenfrohe Häuschen, schmale Gassen mit Kopfsteinpflaster, Stockrosen an den Hauswänden. Es wird viel dafür getan, das ursprüngliche Stadtbild mit seinen Fachwerk- und Ziegelhäusern zu erhalten. Beim Bummel durch die hübschen kleinen Gassen ist uns aufgefallen, dass deutsche Paare hier offenbar gerne „Ja“ sagen. Uns sind gleich zwei frisch gebackene Brautpaare begegnet, außerdem diverse Autos mit Hamburger Kennzeichen und entsprechender Werbung. Das Geschäft mir der Liebe scheint zu florieren, und ich – als hoffnungslose Romantikerin – finde, die märchenhafte Insel ist genau der richtige Ort zum Heiraten.

Genug vom Heiraten, zurück zum dänischen Sommer: Am ersten Abend freuten wir uns noch über Grillwetter und angenehme Temperaturen, aber am nächsten Tag schlug dann eins der vielen Tiefdruckgebiete dieses Sommers gnadenlos zu. Am späten Nachmittag goss es wie aus Eimern. Glücklicherweise mussten wir nicht unter Deck sitzen, denn wir hatten schon am Vortag einen Tisch bei Mumm’s Restaurant bestellt, das man von der Marina aus schnell zu Fuß erreicht.

Nach einem einem kurzen Fußmarsch durch den strömenden Regen kamen wir  – trotz Regenjacke und Schirm – tropfnass im Lokal an. Der romantische Gastgarten des Mumm’s konnte bei dem Schietwetter natürlich nicht genutzt werden, und der Laden platzte aus allen Nähten. Zum Glück hatten wir reserviert! Das 2-Gänge-Menü war lecker und der Service sehr aufmerksam und freundlich, obwohl Hochbetrieb herrschte. Wir finden, Mumm’s Restaurant ist ein prima Tipp für alle Segler, bei denen die Kombüse auch mal kalt bleiben darf. (Wenn Ihr gern selbst kocht, schaut mal in Cornelia’s Blog „Die See kocht“, hier gibt es tolle Tipps und Rezepte fürs Kochen an Bord).

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Der schöne Gastgarten von Mumm’s Restaurant – diesmal leider keine Option für uns!

Am nächsten Morgen hieß es dann wieder „Leinen los“, und das elbkind startete bei frischem Westwind in Richtung Nyborg. Der Wind wehte zwischen 8 und 14 m/s, wie immer fast 50% mehr als bei DMI oder YR.NO angekündigt. Das kennen wir ja schon. Aber wenigstens schien die Sonne, und wir kamen gut voran.

Nyborg ist übrigens dafür bekannt, dass es dort nicht nur ein Schloss, sondern auch eines der größten Staatsgefängnisse Dänemarks gibt 😬. Wir waren gespannt, was uns erwartet. Fortsetzung folgt!

8 Kommentare

  1. Liebe Ulrike! Ja, Ærø ist wirklich ein schönes Ziel. Auch, wenn man nicht heiraten möchte.. 😄

    Die Badehäuschen habe ich einzeln fotografiert und zu einer kleinen Galerie zusammengefügt. Aber Du hast recht, das Ganze wäre eigentlich auch ein schönes Postkartenmotiv!

    Liebe Grüße von Bord, komm, wir drücken uns gegenseitig die Daumen für besseres Wetter! ⛵️
    Martina

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  2. Liebe Martina, im Hafen von Marstal habe ich auch schon mal gelegen, mit ‘nem Segler. Lang ist’s her aber schön war’s. Deine Strandhäuschen-Postkarte find ich auch super-schön, da bekommt man Urlaubslaune. Danke für diese tollen Kurz-Törn. Liebe Grüße von der immer noch stürmischen Nordsee. Ulrike

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  3. Liebe Martina, danke für die Verlinkung. Jetzt bin ich mächtig unter Druck mit meinem Restaurant und Kneipen Artikel. Geplant ist heute Abend, es wird bestimmt aber Freitag. Vielleicht schaffen wir es nach dem Konzert nach Aerö. Das grüne Häuschen mag ich am liebsten. Gibt es den Købmand noch? Das ist ein so toller Laden. Liebe Grüße und hoffentlich bessert sich das Wetter endlich für euren Törn. LG Cornelia

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    1. Liebe Cornelia, mach Dir doch keinen Stress. Falls Du den købmand am Marktplatz meinst, der hat sich total verändert. Das Konzept des neuen Ladens fanden wir aber sehr gelungen. Vielleicht schafft Ihr es ja nach Ærøskøbing, dann bin ich gespannt auf Deine Meinung.

      Liebe Grüße und gutes Gelingen (ohne Verkünsteln 😄)!

      Martina

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