Nordborg-Wochenende

Alle zwei Jahre findet am letzten August-Wochenende das beliebte „Nordborg-Treffen“ in Dyvig statt, und in diesem Jahr war es endlich wieder soweit. Zahlreiche Nordborg-Segler aus nah und fern waren der Einladung der Familien Jensen und Reimers gefolgt¬†und¬†freuten¬†sich auf die¬†gemeinsame Zeit.¬†Die ersten Schiffe trudelten schon am Donnerstag ein, und abends im Zelt trafen¬†sich die Crews bei Grillw√ľrstchen und Bier vom Fass. Die Freude √ľber das Wiedersehen war gro√ü – alle mussten nat√ľrlich erst mal¬†berichten, wohin der Wind sie in diesem Segelsommer geweht und was sie erlebt hatten.

Bis zum Freitagnachmittag waren um die 30¬†Nordborg-Yachten in Dyvig eingelaufen und hatten am Steg 4 festgemacht. Daf√ľr, dass dort alle einen Liegeplatz finden, hatte unser pfiffiger Hafenmeister Christian gesorgt.¬†Besonders unserem Bootsbauer Holger Jensen und seinem Sohn Johannes ist¬†beim Anblick der¬†vielen Schiffe aus ihrer¬†Werft bestimmt das Herz aufgegangen, denn schlie√ülich¬†haben die beiden jedes einzelne in liebevoller Handarbeit gebaut. Wie¬†viel Herzblut, Zeit, Nerven und Leidenschaft dazu geh√∂rt, k√∂nnt Ihr bestimmt nachvollziehen.¬†Zu jedem Schiff und den dazugeh√∂rigen Eignern kann Holger eine kleine Geschichte erz√§hlen.

Den Nachmittag verbrachten wir mit gegenseitigen¬†Besuchen an Bord und Kl√∂nschnack auf dem Steg. Ganz oben auf der Gespr√§chsliste stand¬†der Austausch von Segeltipps und -tricks, aber jede Menge¬†Seemannsgarn und das Beschlaumeiern der anderen geh√∂rten nat√ľrlich auch dazu¬†ūüėČ. Abends wurden wieder die Grills angez√ľndet, und Bier und Wein flossen in Str√∂men. Alle vergn√ľgten sich sichtlich,¬†und langsam machte sich die¬†Vorfreude auf die Regatta am Samstag¬†breit..

Am¬†n√§chsten Tag¬†um die Mittagszeit wurde es langsam¬†spannend – der Regattastart r√ľckte n√§her. Crews fanden sich und wurden eingeteilt, Schiffe vorbereitet und Schwimmwesten angelegt. Allzu warm mussten wir uns aber gar nicht einpacken, denn zum ersten Mal seit Bestehen des Nordborg-Wochenendes zeigte¬†Petrus ein Herz f√ľr Nordborg-Segler und sorgte f√ľr herrliches Wetter.¬†Mussten wir fr√ľhere Nordborg-Regatten noch frierend in √Ėlzeug, Segelstiefeln und mit S√ľdwester √ľberstehen,¬†reichte jetzt eine leichte Fleecejacke. Ganz harte Kerle gingen¬†sogar kurz√§rmelig an den Start!¬†Die¬†Elbkind-Crew setzte sich aus Hein M√ľck, Torben, Thue und mir zusammen. Der Wind wehte aus SSW mit 8 bis 12 m/s und die Sonne lachte vom Himmel.¬†Perfekte¬†Bedingungen f√ľr unsere Spa√ü-Regatta. Also, Leinen los!

Als wir den Als Sund erreicht hatten, trauten wir unseren Augen nicht:¬†aus s√ľdlicher Richtung kamen¬†unz√§hlige alte Segelschiffe unter Vollzeug¬†auf uns zu¬†– ¬†die¬†Classic-Regatta Flensburg-Apenrade war¬†in¬†vollem Gange. Unsere¬†Regattafelder kreuzten sich und die¬†Nordborg-Yachten waren ausweichpflichtig. Nichts f√ľr Anf√§nger!¬†Zum Gl√ľck lag unsere Route in entgegengesetzter Richtung, und nach einer kurzen Weile entspannte sich die Lage¬†wieder.

Mit Thue und Hein M√ľck¬†hatten wir nun¬†zwei „Alpha-Skipper“ mit v√∂llig unterschiedlichen Herangehensweisen an Bord. Thue als Technik-Freak setzt grunds√§tzlich eher auf Unterst√ľtzung des Autopiloten, um Winddreher blitzschnell abzufangen. Davon war Hein M√ľck¬†aber nur schwer zu √ľberzeugen, er wollte lieber die Segel nachtrimmen,¬†statt den Kurs zu korrigieren.¬†Beide¬†Dicksch√§del h√§tte sich nat√ľrlich nur zu gern durchgesetzt – aber wie, ohne dabei den anderen vor den Kopf zu sto√üen?¬†Hei√üe Diskussionen folgten, aber der Ton blieb freundlich.¬†Torben und ich hielten uns – schlau wie wir sind ūüėČ – lieber von Anfang an elegant im Hintergrund, √ľbernahmen bereitwillig die niederen Handlanger-T√§tigkeiten an Bord und beobachteten schmunzelnd das Kompetenz-Gerangel unseres Skipper-Duos.

Um es kurz zu machen: gewonnen haben wir die Regatta nicht. Aber gro√üen Spa√ü gemacht hat’s trotzdem – Dabeisein ist schlie√ülich alles!

Schaut Euch mal dieses Bild¬†an, das auf der R√ľckfahrt nach Dyvig entstanden ist.¬†Einfach wunderbar –¬†alle Nordborg-Yachten wie Perlen auf einer¬†Schnur!

Abends im Clubhaus wurde dann wieder gefeiert, mit leckerem Buffet, Siegerehrung, einem lustigen Quiz, Kl√∂nschnack und der Verabschiedung von Christian, unserem netten¬†Hafenmeister. Ein Segelt√∂rn in die¬†Karibik stand f√ľr den Winter auf seinem Programm – und sowas nennt sich dann Ruhestand! Er war ganz ger√ľhrt und hat versprochen,¬†die Nordborg-Flagge mit unseren Unterschriften in jedem Hafen, den er anl√§uft, zu hissen.

Ein gemeinsames Fr√ľhst√ľck am Sonntagmorgen rundete das gemeinsame Wochenende ab. Sch√∂n war’s, und wir freuen uns schon aufs n√§chste Mal im August 2017!

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