Hitchcock lässt schön grüßen…

Am nächsten Tag ging’s für die Acadia-Crew zurück nach Apenrade – es muss ja auch noch Leute geben, die auf den Arbeitsmarkt aufpassen, während wir das Bordleben genießen. 😉 Inzwischen war die Wetterlage recht stabil und wir überlegten, welches Ziel wir als nächstes ansteuern sollen. Schon seit längerer Zeit hatte ich Ærøskøbing im Kopf, aber leider passten Wind und Windrichtung nicht.

An unserem Steg liegen außer dem Elbkind noch sechs weitere Nordborg-Yachten, und alle Crews kommen prima miteinander aus. Beim morgendlichen Klönschnack verabredeten wir spontan einen gemeinsamen Nordborg-Ausflugstörn. Mit dabei waren die „Pesuna“, eine Nordborg 30, und gleich drei 40er: die „Bonne Chance“, die „Owal“ und unser Elbkind. Und das Ziel? Ihr habt es wahrscheinlich schon erraten: es ging mal wieder nach Årø. Der Wind kam aus Nordwest und wehte mäßig mit 6-8 m/s – prima Bedingungen für einen Mini-Törn in Richtung Kleiner Belt!

Schon frühmorgens legten alle vier Schiffe in Dyvig ab, denn Årø muss man zeitig anlaufen, um einen guten Hafenplatz zu bekommen. Aber wem sag‘ ich das – als fleißige Blog-Leser kennt Ihr Euch dort ja inzwischen bestens aus 😉. Wie Perlen auf der Schnur segelten die vier Nordborg-Yachten in nordöstliche Richtung, und wir erreichten den Hafen von Årø am späten Vormittag.

Das schöne Wetter machte Lust auf eine kleine Radtour, und Thue und ich schwangen uns auf die Bordfahrräder und radelten zum Südstrand. Ein traumhafter Sommertag, ich war sogar in der Ostsee schwimmen! Am Strand konnten wir unzählige Uferschwalben beobachten, die schnell wie Pfeile durch die Luft sausten. Sie sind nur ca. 12 cm lang, wiegen nicht mehr als 14 g und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h. Blitzschnell steuerten sie über unsere Köpfe hinweg ihre Nistlöcher in der Steilküste an. Wir fühlten uns irgendwie an „Die Vögel“ von Hitchcock erinnert, so viel war da über uns am Himmel los. Faszinierend!

Abends haben wir dann gemeinsam mit den drei anderen Nordborg-Crews  im lauschigen Innenhof vom Brummer’s Gård gegessen. Nett war’s! Das Essen war wie immer lecker, die Stimmung gut, und auch das Wetter spielte mit.

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Fröhliche Nordborgsegler im Hof vom Brummer’s Gård

Auf dem Rückweg fing es schon an zu dämmern, und inzwischen lag ein Hauch von Herbst in der Luft. Im Hafen kam überraschend romantische Stimmung auf, denn in einer der Grillboxen an unserem Steg wurde musiziert und gesungen, und zwar vom Feinsten! Ein Skipper aus Fredericia mit einer wunderbar rauchigen Country und Western-Stimme begleitete sich und ein paar andere, die mitsangen, perfekt auf der Gitarre. Spontan gesellten wir uns dazu und lauschten begeistert der schönen Musik, einem Mix aus populären dänischen Liedern und Evergreens. Wie ich solche Momente liebe und Leute beneide, die ihr Musikinstrument so perfekt beherrschen! Ich frage mich, warum ICH es eigentlich nicht hinkriege, meine Ukulele häufiger mal in die Hand zu nehmen und ein bisschen zu üben. Das muss sich unbedingt ändern.

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Hafenromantik!
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Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder…

Am nächsten Morgen machten wir uns nach dem Frühstück wieder auf den Weg nach Dyvig, dort waren wir mit Lene, Torben und Felix zum Grillen verabredet. Und ganz langsam näherte sich auch das Nordborg-Wochenende, das alle zwei Jahre am letzten Wochenende im August in unserem Heimathafen stattfindet. Leichte Vorfreude machte sich breit!

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Beim Auslaufen in Richtung Dyvig: Der Blick auf das Årø Fyr

 

 

 

2 Kommentare

  1. Wie schön – ein paar Sommerbilder kann man gerade gut gebrauchen. Und Uferschwalben sind meine allerliebsten Lieblingsvögel 🙂 Danke also. Und liebe Grüße, Stefanie

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