Svendborg – immer ein paar Hafentage wert!

Wie so oft, wenn wir am Vorabend beschließen, dass wir am nächsten Morgen früh starten wollen, waren wir – für unsere Verhältnisse eigentlich vorm Wecken, nämlich schon kurz nach 7 Uhr – gleichzeitig wach. Schnell raus aus der Koje, rein in die Klamotten und Kaffee gekocht. Frühstück gibt’s unterwegs!

Schon kurz vor 8 Uhr liefen wir von Fåborg aus. Der Wind kam platt von hinten, und weil wir faul und noch ein bisschen müde waren, setzten wir einfach nur die Genua und ließen den Motor mitlaufen. Ein Katzensprung – schon 3 Stunden später liefen wir mit dem Strom im Stadthafen von Svendborg ein.

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Kurz vor der Einfahrt in den Stadthafen

Eigentlich wollten wir längsseits am Schwimmsteg festmachen, aber das hört sich irgendwie immer einfacher an, als es ist. Unglücklicherweise fiel mir nämlich gerade mal wieder nicht ein, welchen Knoten man verwendet, wenn man eine Leine an einem Ring festmachen möchte. Wie war das noch?? Selbst ein hilfsbereiter Segler, der gerade auf dem Steg unterwegs war und uns freundlich zur Hilfe eilte, war mit dieser Aufgabenstellung überfordert. Später stellte sich heraus, dass er auf einer Yacht mitsegelte, die auf einem Trainingstörn war – die Crewmitglieder übten für den SKS-Schein. Ich bin also nicht die Einzige, die noch viel lernen muss… Ein schwacher Trost.  (Für alle, die interessiert sind: der richtige Knoten wäre ein doppelter Rundtörn mit zwei halben Schlägen gewesen, und den hätte ich sogar gekonnt! Aber mein Telefonjoker war leider gerade nicht verfügbar) Egal. Man lernt ja immer was dazu!

Als verantwortungsvoller Skipper legte Thue noch schnell ein paar Springleinen, es kam nämlich schon wieder ein recht frischer Wind auf (hört das eigentlich irgendwann auf??). Dann ging es per pedes los in die Stadt. Svendborg ist wirklich ein schönes Ziel, wenn man mit Regen und Wind rechnen muss, denn die kleinen Einkaufsstraßen lassen Shopperherzen schnell höher schlagen.

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Der Marktplatz in Svendborg – lasst Blumen sprechen! 💐

 

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Lustiges Aushängeschild einer Kneipe 😜

Mädels, ich sage Euch: wenn man die ersten Schuhgeschäfte durchstöbert hat, ist es plötzlich ganz egal, ob man noch einen Tag länger in Svendborg eingeweht ist! Natürlich konnte ich nicht widerstehen, und ehe ich mich versah, nannte ich ein paar schicke Sandalen mein eigen. Lacht da etwa jemand? Wehe! Ich bin mir nämlich sicher: irgendwann kommt der Sommer, die Temperaturen rutschen in zweistellige Bereiche und ich kann meine langen Hosen endlich gegen einen Rock eintauschen. Dann sind die Zeiten mit Fleecejacke, dicken Socken und Mütze vorbei und ich kann endlich wieder ein richtiges Mädchen sein. Und dann ziehe ich auch meine neuen Sandalen an. Ha!

Am nächsten Tag schien die Sonne vom blauen Himmel, und es wehte zwischen 12 und 18 s/m. Viel zu windig zum Segeln! Ein weiterer Hafentag stand also auf dem Programm. Was tun? Wir beschlossen, unsere Bordfahrräder aus der Backskiste zu hieven und eine Fahrradtour nach Tåsinge zu machen. Bergab und mit Rückenwind ging es über die Svendborg Bro Richtung Troense.

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Unser Ziel war Valdemar’s Slot (http://valdemarsslot.dk/?lang=de), das wir auch schon bei früheren Aufenthalten in Svendborg oder Troense besucht haben (eine echte Attraktion ist übrigens für meinen Geschmack das Jagd- und Trophäenmuseum. Schon im Foyer wird man von einem Eisbären begrüßt. Mehr geht nicht! 😉

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Rapsblüte am Wegesrand

 

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Die Allee zu Valdemars Slot

 

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Unsere treuen Begleiter

 

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Valdemars Slot

Irgendwann fiel mir ein, dass der Rückweg mit den Drahteseln ganz bestimmt etwas unbequem werden würde. Bergauf und Wind von vorne? Braucht doch kein Mensch. Schnell hatte ich Thue überredet, und wir fuhren mit dem Veteranschiff „Helge“ (http://www.svendborg-havn.dk/ms+helge) über den Svendborgsund zurück zum Hafen.

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Die nette Helge-Crew

Abends gab’s Pizza und Carlsberg Classic beim Italiener. Ein schöner Tag!

Der Montag startete wieder trüb, windig und regnerisch. Das perfekte Wetter, um mal eine Maschine Wäsche zu waschen, ausgiebig zu duschen, zu lesen (ich), und sich die Zeit mit Klönschnack auf dem Steg zu vertreiben (Thue).

Uns gegenüber am Steg lag eine kleine Drabant 24, die gerade zwei Tage vorher den Besitzer gewechselt hatte. Schnell stellte sich heraus, dass der Außenborder nur noch Schrottwert hatte. Der neue Eigner, ein netter, junger Däne mit asiatischen Wurzeln und einem herrlich ansteckendem Lachen, musste sich nun schnell etwas einfallen lassen. Er wollte das Schiff nämlich gemeinsam mit einem Kumpel, der inzwischen auch eingetroffen war, nach Kopenhagen segeln, und  hatte nur noch eine Woche Urlaub! Not macht erfinderisch: auf Ebay wurde gesucht und schnell gefunden – es gab in Svendborg tatsächlich jemanden, der einen gebrauchten Motor zu einem annehmbaren Preis zum Verkauf anbot. Was aus der Geschichte geworden ist, wissen wir nicht. Aber wir drücken die Daumen, dass alles geklappt hat…

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Die Drabant 24 – ein echtes Projektschiff…

Auch unser Montagabend endete wieder im „Bella Italia“, diesmal allerdings mit Spaghetti Marinara und Rotwein, denn Abwechslung muss sein!

Wir freuten uns auf Dienstagmorgen, denn endlich stimmten Wind und Wetter, und es konnte wieder weitergehen in östliche Richtung. Ein relativ langer Segeltag lag vor uns – unser Ziel: Karrebæksminde auf Sjælland – ca. 45 sm entfernt…

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